Trends erkennen und Chance nutzen


Starkes Interesse an der Rassegeflügelzucht

bei der Heimtiermesse


Der Schaubrüter zieht Kinder und Erwachsene magisch an
Der Schaubrüter zieht Kinder und Erwachsene magisch an


Die Skandale und die Vogelgrippe spielen uns Geflügelzüchtern in die Karten.

„Wir haben eine gute Chance, Interessenten für unser Hobby zu werben“, sind sich nicht nur die Helfer einig, die bei der Heimtiermesse den Stand des Landesverbandes Hannover betreuten. Es ist einfach unglaublich, wie viele Menschen sich an den drei Messetagen um den Stand und vor allem um den Schaubrüter drängten. Kinder, Jugendliche, junge Familien und ältere Menschen sehen teilweise zum ersten Mal in ihrem Leben wie Küken aus den Eiern schlüpfen. Und dann kommt auch schon die Frage, die von den meisten Standbesuchern gestellt wird: „Wie lange braucht ein Küken bis es aus dem Ei geschlüpft ist.“ Die Antwort darauf, dass man die Dauer des Schlupfvorgangs nicht genau bestimmen kann, ist meist der Einstieg zum weiterführenden Gespräch. Nein nicht ganz, denn es gibt noch weitere Fragen, die die Menschen derzeit bewegen. „Kann man jetzt schon erkennen, was Hahn oder Henne wird?“ „Werden die Hähne geschreddert und verfüttert?“ „Was passiert nach den Messetagen mit diesen Küken – ich habe Schlimmes im Fernsehen und im Internet gesehen?“


Für die einen sind es noch Fragen, viele andere haben bereits Antworten darauf gefunden oder sind dabei ihre Vorstellungen von artgerechter Tierhaltung, vom gesunden frischen Ei und auch vom leckeren, nicht mit Antibiotika belasteten Braten umzusetzen. Ihre Fragen an uns sind da schon weitergehender: „Wie viel Platz brauchen ein Hahn und zwei oder drei Hennen?“ „Wo bekomme ich Hühner?“ „Wie muss der Stall aussehen, damit die Tiere sich darin wohl fühlen?“ „Wo beziehe ich Biofutter?“ „Wie kann ich meine Hühner bei der Tierseuchenkasse anmelden und welche Impfungen sind vorgeschrieben?“ Die Mannschaft am Stand, das sind an jeweils einem der drei Tage Olaf Metzner, Klaus Poppelreuter, Karl-Friederich Mahlert, Alfred Karl Walter, Willi Esse, Friedhelm Niehus und Peter Jahn, geben Antworten und informieren die interessierten Besucher.

Die ruhigen Ramelsloher beeindruckten die Messebesucher
Die ruhigen Ramelsloher beeindruckten die Messebesucher


Neben dem Schaubrüter tummeln sich die Küken, die bereits geschlüpft und getrocknet sind in einer Vitrine. In einer attraktiven Voliere sitzen ein Ramelsloher Hahn und eine Henne völlig unbeeindruckt von den vielen Besuchern, die davor stehen und sie bestaunen, auf der Stange. Ab und zu lässt der Hahn sein durchdringendes Kikeriki erschallen. Das wird auch schon mal als Klingelton aufs Handy aufgenommen. „Das ist ein super Lockruf, Musik können alle“, freut sich ein Gast am Stand. Und da sind wir schon bei der nächsten Frage: „Was, wenn das Krähen den Nachbarn stört?“ Prompt kommt der Hinweis auf die Änderung der Baunutzungsverordnung, die Kleintierzüchtern mehr Rechte einräumt. Die handzahmen Ramelsloher begeistern die Standbesucher ebenso wie die Hannoverschen Tümmler, die gegenüber keine Notiz von dem Trubel zu nehmen scheinen. Der Tauber balzt um seine Täubin, sein Geschlechtsgenosse treibt die seine. „So zahm und zutraulich sind eben Tiere, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, so stressfrei erleben die Tiere drei Messetage oder auch die Tage bei einer Geflügelschau“, erklären die Züchter den beeindruckten Gästen.


Während ältere Standbesucher sich noch erinnern, dass die Großmutter früher die Küken in der Küche neben dem Ofen stehen hatte, sind es vor allem junge Paare, die sich für eigene Hühner interessieren. Eine nicht zu unterschätzende Sorge treibt sie um: Sie wollen ihren Kindern keine Eier servieren und Fleisch zumuten, von dem sie nicht wissen, woher es kommt, was die Tiere gefressen haben. Und genau hier liegt die Chance nicht nur für die Rassegeflügelzüchter. Auch Kaninchenzüchter und Imker können vor diesem Hintergrund auf sich aufmerksam machen, mit ihrer Art der Tierhaltung überzeugen und neue Mitglieder für die Vereine gewinnen.


Und hier möchte ich anknüpfen an die Diskussion, die bei der LV-Delegiertentagung geführt wurde, die am gleichen Wochenende wie die Heimtiermesse in Schlage-Ickhorst stattfand. Wenn die Menschen durch Skandale der Massentierhaltung abgeschreckt werden und so großes Interesse an unserem Tun entwickeln, sollten wir noch viel mehr an Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Kindergärten und Schulen sind gute Foren, dort erreichen wir die jungen Generationen. Gemeinsame Aktionen mit Kaninchenzüchtern und Imkern sind denkbar. Auch sollten wir noch mehr die neuen Medien nutzen. Was spricht gegen eine WhatsApp-Gruppe Geflügelzucht - der SV Schlesische Kröpfer macht es gerade vor.

Peter Jahn, Geflügelzeitung 10/2015

Hannover (9) - Ende

Alle Texte: Manfred Bartl  -   Fotos: Chabo-Archiv


Das Ohr am Menschen


v. li.: Ehepaar Bastian, Udo Ahrens, Mathias Marahrens, Brigitte Popp, Jürgen Brunngräber, Manfred Bartl
v. li.: Ehepaar Bastian, Udo Ahrens, Mathias Marahrens, Brigitte Popp, Jürgen Brunngräber, Manfred Bartl

Anregungen soweit diese an Dritte gehen sind meist nicht sehr populär. Wenn darüber hinaus Reformen angemahnt werden, dann ist Schluss mit der Romantik und dennoch gilt es einen Teil davon zu erhalten. Es ist noch lange nicht alles gesagt und geschrieben, denn dazu wurden bei dieser Veranstaltung viel zu wenige Personen erreicht. Also ist eine Fortsetzung des Dialogs notwendig. Es ist der Blick nach vorn, aber auch mühsam eine kluge Überzeugungsarbeit zu leisten. Der Hinweis auf Versäumnisse in den vergangen Jahrzehnten mag zwar stimmen, ist aber kein Alibi dafür, sich der aktuellen Diskussion zu entziehen. Deshalb zum Ende der Hannoverschen Betrachtung ein ganz seriöser Gedanke zur Aufmunterung. Geschrieben von einer jungen Frau - Sabine Krüger.

Eine der vielen Anmerkungen auf einer Karte lautet:

 

*Die Zucht von Chabo fördert das Alt werden …


…das mag auf den ersten Blick zum Schmunzeln anregen. Allerdings sind Burn-out, Depressionen und chronische Krankheiten Schlagwörter, die man derzeit immer häufiger hört und liest. In unserem Zeitalter muss alles schneller, höher, weiter sein. Mal ein paar Minuten zur Ruhe und Besinnung kommen, Kräfte sammeln…das steht hinten an. Antwortet man auf die Frage: „Was machst du gerade?“ mit „Nichts“, wird man schnell in eine Schublade gesteckt, es wird erwartet, dass man „macht“, was auch immer…nur „Nichts“ gehört da nicht zu. Oft setzt man sich selbst utopische Ziele, die man erreichen muss, um wer zu sein. Die Welt da draußen wird uns schon sagen, was gut für uns ist und was wir machen sollen und wollen. Wenn dies dann jedoch mit unserem eigentlichen Wünschen und unseren Träumen kollidiert, dann haben wir den Salat. Meist merken wir gar nicht, dass wir uns weit von uns selbst entfernt haben. Nur die Unzufriedenheit stellt sich ein, wird nachhaltig zur Depression, führt zu Burn-outs oder chronischen Krankheiten.

 

Gelb mit schwarzem Schwanz
Gelb mit schwarzem Schwanz

Welche Rolle spielt hier nun die Geflügelhaltung?Eine Große wie ich finde. Zum einen haben wir die Möglichkeit unsere Ernährung ein Stück weit gesünder zu gestalten. Lebensmittel von gesunden Tieren, bewusst und mit Bedacht gewählt, stärken unser Immunsystem. Und nicht nur das, es stärkt unseren Geist, denn viel wichtiger als das, was in den Lebensmitteln ist, ist, was wir denken, was in den Lebensmittel zu sein scheint. Essen wir ganz bewusst ein Frühstücksei und haben die Überzeugung und persönliche Gewissheit, dass dies von unseren glücklichen Tieren ohne Zwang gelegt wurde, geht dies automatisch in unser Unterbewusstsein und löst nur positive Reaktionen aus. Wir kommen raus, nicht nur aus unserem Trott, sondern auch an die frische Luft.

Verantwortung übernehmen!

 

Das ist vielen Eltern wichtig für ihre Kinder in deren Erziehung. Und dies bleibt auch im Erwachsenenalter bestehen. Viele haben verlernt Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen, sehen vieles schwarz und hoffen auf Hilfe von anderen. Verantwortung für eine Gruppe Hühner zu übernehmen kann somit ein Schritt sein, auch wieder für sich selbst angemessen zu sorgen, ohne sich zu überfordern, wie es bei anderen Haustieren, die mehr Aufmerksamkeit benötigen, der Fall wäre. Das Gefühl gebraucht zu werden, jemanden zu umsorgen spielt ebenfalls eine große Rolle, sich selbst wohl zu fühlen. Einen Augenblick, gerne auch länger, im Auslauf, in der Voliere oder im Garten zu sitzen und seine Tiere zu beobachten bringt innerliche Ruhe, ähnlich einer Meditation. Das wohl Wichtigste was wir in der heutigen Zeit erleben dürfen. Durch Vereinszugehörigkeit entstehen Freundschaften, ein Zugehörigkeitsgefühl. Durch jede Art von Austausch entstehen Gedanken und Ideen, die auch auf andere Lebensbereiche angewandt werden können.

 

Glücklich und voller Freude mit unseren Tieren alt werden, wie es der Kartenautor in der Überschrift meint, ist ein ganzheitlicher und überaus gesunder Ratschlag in unserer schnelllebigen Welt. Und wesentlich schöner und gesünder als antidepressive Medikamente!

 

 

Hannover (8)

Organisation und Kommunikation


Die Leistungsträger von li.: Olaf Metzner, Heinz-Hermann Huhs, Manfred Bartl, Andreas Prix
Die Leistungsträger von li.: Olaf Metzner, Heinz-Hermann Huhs, Manfred Bartl, Andreas Prix

Wir beklagen sehr den Rückgang der Vereinsaktivitäten, den teils gänzlich ausbleibenden Nachwuchs, die geringe Bereitschaft Ämter in der Vereinsführung zu übernehmen, so dass eine Vorstandschaft nicht mehr voll besetzt werden kann, die fehlende Unterstützung aus den Verbänden. Wenn das alles nicht greift, dann wird das erreichte Alter als Ursache angeführt. In der Tat ist an vielen Stellen eine Mangelverwaltung zu beobachten und dort wo die Ideen ausbleiben, entscheidet die Zeit. Es ist einfach so, dass bei Erwachsenen und noch vielmehr bei den Jugendlichen zeitlich feste Bindungen abgelehnt werden und der Beitritt in einem übergeordneten Sonderverein die Mitgliedschaft in einem Ortsverein voraussetzt, was schon im letzten Jahrhundert falsch war. Wir lächeln, vielleicht witzeln wir auch über die mit dem Kopf nach vorn geneigte Generation. Aber auch diesen wohl größten Personenkreis sollten wir erreichen. Sicher nicht, wenn einzelne Personen zur Vereins-, Kreis- Bezirks- oder Landesverbandsversammlungen eingeladen werden.

 

*Schlanke Strukturen in den Verbänden

*Die übliche Organisation verlassen – Vorsitzender und je ein Geschäftsführer,

  sowie  Zuchtwart reicht.

*Übergreifende soziale Netzwerke nutzen

*Umdenken in Dach- und Fachverbänden

 

Wir sind es gewohnt etwas in der GB und GZ zu lesen und Fernsehen zu schauen. Wir müssen uns fragen, tut die eben erwähnte Personengruppe es auch noch, wenn ja wie lange noch? Für viele ist die Digitale Welt eine „neue Freiheit“. Wenn sie es nicht im Privaten tun, dann werden sie es in absehbarer Zeit zum Lebensunterhalt tun müssen, weil Unternehmen in nahezu allen Branchen sich darauf einstellen. Einher geht damit eine erweiterte Autonomie vom Arbeitsort und Arbeitszeit. Es ergibt sich für uns daraus eine riesige Chance, aber ein noch größeres Risiko, wenn dieser Trend unbeachtet bleibt. Eine Homepage ist längst Pflicht, twittern mit angepasstem Niveau, kurze Filme in YouTube mit ausgewählten Inhalten zum richtigen Zeitpunkt, bestimmen mit großer Geschwindigkeit das Geschehen. Facebook wird aktiv für schnelle Streuung von Text- und Bildinformationen genutzt. Es ist offensichtlich – dies sprengt die übliche Arbeitsweise in den Vorständen der Vereine und auch im Präsidium des BDRG. Es gibt jedoch außerhalb unserer Organisation Vereine, die ganz erfolgreich auf der Höhe der Zeit sind. Für den Chabo Club, aber auch für uns alle ist dies wohl die größte Herausforderung. Die sozialen Medien sind ein wichtiger Bestandteil in nachhaltigen Organisationen. Wir wollen (müssen) die jungen Menschen über das Internet erreichen. Es gilt über dieses Hilfsmittel eine breite Bevölkerung zunächst für die Natur zu gewinnen um danach die Begeisterung für die die Geflügelhaltung zu wecken.

 

Was ist zu tun?

Zunächst ist es wichtig sich thematisch und seriös kundig zu machen. Wenn möglich Kooperation finden, weil der Aufwand groß ist und vermutlich die Fachkompetenz schnell an die Grenzen stößt. Es wird sich zeigen, welche der heutigen Ressourcen und Aufwendungen aus dem Ring fliegen können, weil diese einfach nicht effektiv sind. An deren Stelle treten „Redaktionsteams“ die für eine abgestimmte Kommunikation sorgen. Ein sympathischer Nebeneffekt ist die Transportmöglichkeit zu Themen, die unseren Zielen sehr nahe stehen.

 

Hannover (7)

Öffentliche Auftritte



Diese beschränken sich in der Gegenwart nur auf Ausstellungen. Soweit es sich um Bundesschauen handelt, haben diese Veranstaltungen keine Öffentlichkeit. Die großen oder gar die sehr großen Meldezahlen verbinden wir mit Macht, an die wir nur selbst glauben, die Öffentlichkeit aber nimmt sie überhaupt nicht wahr. Diese Schauen werden nicht nur immer kleiner, sondern sind durch das Seuchenaufkommen in den Massentierhaltungen mit immer mehr Risiko behaftet. Ausnahmen bilden vereinzelt Ortsschauen, die sogar einen kostenlosen Zugang der Öffentlichkeit bieten. Leuchtturmprojekte sind die Präsentationen bei Landesgartenschauen oder ähnlichen Ereignissen.

*Laien sind die wichtigsten Sympathisanten

*Schauen sollen Erlebniswelten werden

*Diskrepanz Käfigreihen vs. ganzjährige Auslaufhaltung

*Zukunftskonzepte vor dem Hintergrund des Demographischen Wandels

*Umdenken in Ortsvereinen – Schauzeitpunkt und Gestaltung

 

Es geht nicht vordergründig darum, Mitglieder zu gewinnen,sondern um Sympathisanten, die sich für die Natur und Geflügel begeistern lassen, die im späteren Verlauf zu Fans werden und unser mediales Netzwerk regelmäßig besuchen. Die Frage ist, wie erreichen wir die notwendige Aufmerksamkeit. Eine vor Jahrzehnten vorgestellte dreigeteilte Schaugliederung ist immer noch aktuell. Diese gliedert sich in eine Einzeltierbewertung ( Käfige wie bisher), eine Stammschau, in der möglichst die Vielfalt zum Ausdruck kommt, und schließlich eine Präsentation in Volieren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine dekorative, aber bewusst strukturierte Verkaufsabteilung angegliedert sein.

 

Landesgartenschau in Neumarkt
Landesgartenschau in Neumarkt

Was regen wir dazu an?

Zunächst bedarf es der Klarheit, um welche Werte geht es uns und wie sind diese vermittelbar. Sicher sollen einzelne Rassen bekannt gemacht werden. Damit lassen sich Rahmenbedingungen definieren, die einen weiten Bogen um das WIE schlagen können. Welcher Nutzen kann hergeleitet werden? Was vermuten wir, was Sympathisanten sehen (erleben) wollen?

Am Ende muss etwas Maßgeschneidertes erreicht werden. Hier verbinden sich die Ansprüche, die sich unter dem Themenkomplex  „Natur und Umwelt“ erkennen lassen. Die AAB ist dafür zu einseitig orientiert, könnte jedoch als Ratgeber eine wirksame Ergänzung erfahren.

Das Einfachste ist jedoch Erfolgreiches einfach kopieren. Hier sind Macher gesucht.

 

Hannover (6)

Man(n) ist ängstlich

Liebe Züchter, verehrte Züchterfrauen – so ist die übliche Anrede bei Veranstaltungen. Das heißt im Klartext - schön, dass die Frauen mit dabei sind, mehr aber auch nicht. Ja gebraucht werden sie auch noch, wenn es ums Kuchen backen für Veranstaltungen geht. Nicht unüblich ist darüber hinaus, dass mit dem angesetzten Damenprogramm die Frauen sofort von dem eigentlichen Ereignis ausgegrenzt werden. Die Quotenregelung für Frauen war jüngst ein hochpolitisches Thema, offensichtlich ein Restliches von dem gleich nach der Wahl zusammengeschrumpften Wahlversprechen. Was da alles angeführt wurde. Es gibt zu wenige Kandidatinnen, wegen der Babypause ist die Kontinuität nicht gegeben und überhaupt ist der berufliche Wiedereinstieg problematisch. 

Unsere Realität ist von dem politischen Geplänkel völlig unberührt. Viele Frauen sind viel tiefer und stärker involviert als schlechthin bekannt ist, die jedoch nicht im Vordergrund erscheinen, wohl auch, weil es die Männerwelt gar nicht so gerne sehen will. Dabei sind Frauen in der Geflügelzucht gar nicht so „neu“. Bereits im 18. Jahrhundert waren Frauen sehr stark involviert, zu dem Zeitpunkt hauptsächlich der Mode wegen. Federn waren in der Mode ein gern genutztes Naturprodukt und wurden sehr individuell im Modestil, vor allem im 18. Jahrhundert eingesetzt und gerne getragen.

Im 19. Jahrhundert widmeten sich gerade Frauen der Wirtschaftlichkeit des Geflügels, die nicht nur auf Eier und Fleischproduktion setzte, sondern auch die Federn für Kissen, Bettdecken etc. nutzte. Dabei gibt es sehr erfolgreiche Frauen in der Chabo-Historie. Die bekannteste unter ihnen ist Freifrau von Ulm Erbach, die Nichte des berühmten Japanforschers Philipp Franz von Siebold. Sie führte mehrmals Chabo aus Japan ein und beschrieb ihre Kenntnisse von der Zucht in Japan.

 


Die Sympathien wechseln von der Weiblichkeit zu den Chabo, aber auch umgekehrt wieder zurück. Vielleicht entsteht darüber das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch.

 

* Frauen stärker als Züchter einbringen

* Alte Strukturen aufbrechen

*Nichtgeflügelzüchterisches Ambiente sollte einfließen in Schauen und

  Öffentlichkeitsarbeit.

* Laien einbinden als wichtige Sympathisanten

 

Im Übrigen überwiegen im englischen Chabo Club die Frauen als ausgewiesene Züchterinnen. Unstrittig haben Frauen viele, vielleicht auch einige andere Talente als Männer. Sie sind meist flexibler und haben teils einen „ 7. Sinn“ fürs real Machbare. Gerade aus der Industrie ist bekannt, dass in wichtigen Gesprächsrunden Frauen sehr analytisch vorgehen und ganz bestimmt zur Disziplin der Gespräche beitragen. Ob Männer und Frauen wirklich so unterschiedlich sind, darüber streiten sich die Wissenschaftler wohl auch noch in vielen Jahren. Fakt ist, das jeder seinen Teil in die Welt bringt und ohne das eine könnte das andere nicht existieren. Der Blick auf bestimmte Dinge ist dann doch bei Frau und Mann unterschiedlich, die Prioritäten werden dadurch unterschiedlich gesetzt. Sicher kein Nachteil für unser Ansinnen.

 

In der Jetztzeit setzen viele Frauen auf die Geflügelhaltung als ganzheitliches Familienerlebnis. Nicht nur dass die „eigenen“ Eier und Fleischprodukte um ein vielfaches gesünder sind, auch spielt die Haltung und Pflege von Haustieren eine große Rolle in der Kindererziehung.

 

Was ist zu tun?

Zunächst tun die Männer gut daran von ihrem Sockel zu steigen. Wir sollten unser Handeln und Tun auf Frauen einstellen und das WIE mit den Frauen ergründen oder durch sie selbst erarbeiten lassen. Vermutlich wird die einseitig auf Ausstellungen ausgerichtete Tätigkeit den Ansprüchen nicht  genügen. Geeicht durch die täglichen Ansprüche werden sie mutig Themen angehen, die uns massiv interessieren müssen und die in der Gesellschaft einen Stellenwert  besitzen und Eingang in die Lehrpläne finden können. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Öffnung, die uns auch in der Gesellschaft Akzeptanz sichert.

Aus dem Komplex  Humanökologie (Menschen und ihre natürliche Umwelt) lassen sich vielfältige, zu uns passende Themen isolieren und mit höchster Spannung gestalten und bearbeiten. Der Fokus gilt den jungen Menschen, die an den Programmen teilhaben und sie später selbst gestalten können.

 

Bilder bitte anklicken!

Hannover (5)

Natur und Umwelt

Der Messestand des Chaboclub in Hannover 2014
Der Messestand des Chaboclub in Hannover 2014

Von 28.000 befragten EU Bürgerinnen und Bürgern sehen 95% den Schutz der Umwelt als ein persönlich wichtiges Thema. Es müsste schon ganz sonderlich zugegangen sein, wenn nicht ausreichend und repräsentativ Geflügelleute mit dabei waren. Schon ist mit diesem Thema ein Anspruch formuliert, nämlich die Erfordernisse von Umwelt und Tierhaltung zu verbinden. Ergänzt um den Hinweis zur gesunden Ernährung für die Verbraucher ergibt es einen herausragenden Aktionsinhalt. Es widerspricht sich zunächst für uns nicht, außer, dass wir davon noch Meilenweit entfernt sind. Jedenfalls ist es noch nicht Allgemeingut in der Szene. Zuweilen wird darüber gesprochen, jedoch eine feste Größe ist es nicht. Erfreulich ist die Tatsache, dass es in der Regel nur einer kleinen Anpassung bedarf, um diesem Ziel näher zu kommen. Teils sind es Gewohnheiten, meist jedoch Nebenerscheinungen in der Konsumgesellschaft. Obwohl wir um die Zusammenhänge der Massentierhaltung wissen, werden die Produkte gekauft. Groß ist die Belastung für private Haltungen, die durch die verordnete Stallpflicht eintritt. Wenig glaubhaft ist die durch die Presse verbreitete Behauptung, wonach Wildgeflügel die Ursache für das Auftreten der Seuche H5N8 ist. Viel wahrscheinlicher ist es die wachsende Verbreitung durch die Massentierhaltung an sich. Eier und Küken reisen in einer unüberschaubaren Menge um die Erde. Überall dort wo ein Seuchenfall eintritt, ist es eine Umweltbelastung, sowie eine Übertragung auf Wildgeflügel möglich, vielleicht auch wahrscheinlich.

Gold-weizenfarbige Herde in rustikaler Umgebung - Karl Schlüter
Gold-weizenfarbige Herde in rustikaler Umgebung - Karl Schlüter

*Mehr Augenmerk auf das Verhalten der Tiere legen

*Respekt vor der Kreatur 

*Unsere Naturprodukte anpreisen

*Zeitliche Ordnung für Ausstellungen überdenken

*Schauen sollten Erlebniswelten werden

*Nicht nur das Tier, sondern auch die Haltung in einem

  naturnahem Umfeld propagieren

 

Das allein ist Anlass genug für unsere Grundsätze einzutreten. Wohl wissend dass sich für die verschiedenen Rassen unterschiedliche Anforderungen ergeben. Für alle Haltungen gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, in denen sich die Tiere und auch die Menschen wohl fühlen können. Dieser Anspruch lässt keine Extreme zu und wird zum Garant dafür, dass die Tierzahl auf die gegebenen Verhältnisse angepasst ist. Zugegeben, da haben Chabo und einige andere Zwerge in der Praxis einen außergewöhnlichen Vorteil, aber es darf sich darauf nicht beschränken. Mit der noch nicht gebremsten Entfremdung zur Natur in der Bevölkerung wachsen die Risiken zu sozialen Spannungen. Dem entgegen zu wirken, um Begeisterung und Zufriedenheit zu erreichen, ist ein wertvolles Ziel. Das Engagement in diesem Sinn ist eine generelle Notwendigkeit in der Gesellschaft. Gelingt es uns Natur und Geflügel begeistere Menschen zu gewinnen, dann erfordert es eine fundierte Aufmerksamkeit. Es besteht die Chance zu neuen Ideen und wir alle werden von einem Wissenszuwachs profitieren. Wir nähern uns damit dem noch größeren Anspruch zur Humanökologie.


Welche Empfehlung lässt sich daraus ableiten!


Die über Jahrzehnte eindimensionale Ausrichtung auf die Bewertung und das Ausstellen der Tiere müssen wir verlassen und gleichgewichtig die Ziele zur Humanökologie in die Vereins- und Verbandsarbeit etablieren.

 

Hannover (4)

Neue Wege in Vereinen und Clubs

Der Stand in Hannover, ein Blickfang für die Besucher
Der Stand in Hannover, ein Blickfang für die Besucher

Fall 1: Eine junge Familie baut ein Reihenhaus in einer Neubausiedlung. An der Hauswand entsteht  ein schmucker kleiner Hühnerstall mit einer kleinen Voliere davor. Der Tipp stammt von der Oma, die selbst als Kind noch Hühner auf dem Bauernhof erlebte. Wenn die Kinder aus der  Schule kommen, erhalten die fünf völlig zahmen Chabo und Zwergseidenhühner Freilauf auf dem Rasen und werden von den Kindern viel herumgetragen. Die kleine Hühnerschar ist in den vergangenen drei Jahren zu einer Attraktion in der Siedlung geworden, und wenn jeweils um Ostern Küken schlüpfen, ist das ein besonderes Erlebnis für die ganze Nachbarschaft. Inzwischen ist eine zweite Familie dazugekommen, in deren Garten sich nun eine kleine Herde Zwerghühner tummelt. Sich einem Kleintierzuchtverein anzuschließen, darauf haben die Familien bisher noch keinen Gedanken verschwendet.

 

Fall 2: Dritter Freitag im Monat. Monatsversammlung des Kleintierzuchtvereins. Vierzehn Mitglieder, alles Männer meist im Rentenalter, haben sich eingefunden. Manchmal sind es auch weniger. Man redet über die vergangenen und kommenden Ausstellungen, findet sehr kritische Worte über die Bewertungen durch die Preisrichter, beschwert sich über den Impfzwang und die teuren Ausstellungsgebühren. Die Sprache ist deftig, nicht alle Äußerungen sind druckreif, nichts für  zarte Gemüter. Man klagt, dass die Zahl der Mitglieder immer weiter zurückgeht. Die Zukunft des Vereins, da sind sich alle einig, sieht nicht rosig aus.

Breit gefächertes Informationsmaterial
Breit gefächertes Informationsmaterial

Man kann sich schwer vorstellen, diese beiden Gruppen zusammenzubringen. Die Sprache, die Themen, der Umgang und das Interesse an den Tieren liegen meilenweit auseinander. Und doch gehen viele der Anregungen, die in Hannover bezüglich der Zukunft der Vereine und Clubs gegeben wurden, in die Richtung, dass wir die Trennung zwischen Haltern und Züchtern überwinden müssen. Einige der Forderungen lauten:

*Vereine sollten sich für Halter öffnen

*Ortsvereine sind für „Laien“ unattraktiv

*Akzeptanz von „Nur-Hobby-Haltern“ und deren Fragen

*“Einsteiger“ werden zu wenig unterstützt

*Geflügelliebhaber integrieren

*Laien einbinden als wichtige Sympathisanten

*Die Szene nicht mehr in Liebhaber und Züchter trennen

*Die Familien mit Kindern sollten mehr im Blick sein

*Anfangssorgen mit Beratung begleiten

*Umdenken in den Ortsvereinen (Schauzeitpunkt und –Gestaltung)

*Warum muss ich Mitglied im Ortsverein sein, um ausstellen zu dürfen?

* Frauen als Züchterinnen stärker einbinden

 

Gold porzellanfarbige Chabo
Gold porzellanfarbige Chabo


Ein Erfolgsfall: Eine Familie, die bisher keinen Bezug zu Hühnern hatte, kauft ein Haus auf dem Land. In der Nachbarschaft gibt es einen Geflügelzüchter. Das eigene Grundstück erlaubt es, auch einige Tiere zu halten. Aus den ursprünglich vier Zwerghühnern sind nach und nach drei Stämme Zwergaraucana und Chabo geworden. Inzwischen hat die Familie nicht mehr einfach nur Freude an den Tieren, sondern es ist eine richtige Zucht entstanden und die Erhaltung der Rassen und der spezifischen Merkmale ist inzwischen ebenfalls wichtig. Sie suchten längere Zeit nach einem Verein, in dem sie ihre Fragen vorbringen und über ihre Themen diskutieren können. Tierschutzfragen sind ihnen wichtiger als Ausstellungsbewertungen. Endlich haben sie einen Verein gefunden, der ihren Interessen zumindest teilweise entgegenkommt.

Wo liegt der Schlüssel für die Zukunft? Unsere Vereine und Clubs müssen sich öffnen, die Mitgliederstruktur muss sich ändern. Clubs wie der Chaboclub und einige Vereine haben dies erkannt und vermelden seit Jahren  steigende Mitgliederzahlen. Unter den Neumitgliedern ist der Anteil der Frauen sehr hoch. Da trägt das Bemühen Früchte, nicht nur passionierte Züchter aufzunehmen, sondern auch für Mitglieder interessant zu sein, die unsere Chabo vorwiegend zu ihrer Freude halten, sie gerne im Garten laufen sehen und Spaß an ihrem zutraulichen Wesen und ihrem schönen Aussehen haben. Damit sich Geflügelhalter in unseren Reihen wohl fühlen, müssen sich der Ablauf der Vereinsversammlungen und die Züchtertreffen der Clubs  der neuen Situation anpassen. Hier ist Flexibilität gefragt.

 

Hannover (3)

 Menschen lieben das Besondere


Die Besucher waren erstaunt über die mit Wasser gefüllte. schmale Begrenzung der Fläche

Wenn aus einer Menge etwas augenfällig hervortritt, dann kann dies schnell zur größten Aufmerksamkeit führen. So geschehen mit einer kleinen Herde seidenfedriger Chabo, farblich bunt gemischt. Platziert im Vorfeld der eigentlichen Präsentation, auf einer Rasenfläche umgeben von einer 20 cm breiten Wasserrinne als Begrenzung. Es reichte aus, um die zahmen Chabo in der für sie vorgesehenen Fläche vorzustellen. Damit wurde eine gefühlte Nähe zu den Tieren, ganz besonders bei den Kindern erreicht. Sicherlich ein Grund für die ständige Belagerung und mit Bestimmtheit das meist fotografierte Motiv bei dieser Ausstellung. Soweit die Momentaufnahme.

Etwas ganz Besonderes: Zwerg-Cochin - bobtail
Etwas ganz Besonderes: Zwerg-Cochin - bobtail



In der Vorbereitungszeit war schon die Frage aufgetaucht, mit welchem Farbenschlag die Fläche besetzt werden soll. Nahe liegend war eine  Auswahl aus den traditionellen Farben und da bevorzugt der Klassiker – Weiß mit schwarzem Schwanz -. Seit Jahren erkennen wir einen Trend zur Farbenvielfalt, die nicht unbedingt auf Verlorenes zurückgreift, sondern auf Neues hindeutet. Es gibt da zwei schöne Beispiele: bei den Chabo sind es die „Splash“ und bei den Zwerg Cochin die „Bobtail“. Diese Farbenschläge wecken die größte Aufmerksamkeit. Solche Erscheinungen lösen natürlich Diskussionen aus. Durchaus berechtigt, denn es gibt ausreichend viele Farben, denen eine weitergehende Verbreitung gut tun würde. Es ist aber nicht zu vernachlässigen, dass die z. Zt. bekannten Erscheinungen, eben aus der gleichen Neugier wie heute, aus der vergleichbaren Experimentierfreudigkeit und vielleicht auch aus Egoismus entstanden sind. Vor dem Hintergrund eines durchaus üblichen Ausleseprozesses, der dazu führen kann, dass aus dem Besonderen nach einiger Zeit etwas Absonderliches werden  kann, ist Gelassenheit angesagt.

Seidenfiedrige Herde: schwarz, perlgrau und splash
Seidenfiedrige Herde: schwarz, perlgrau und splash

*Nicht standardisierte Farben zulassen – mehr Buntes

*Wir müssen zu den Menschen und mehr Leidenschaft wecken

*Wir müssen offen sein für Experimente (gerade bei Farben) AOC, Fancy sollten Schule machen

*Aberkennung der Rassen und Farben, die nicht mehr gezeigt werden

Eine solche Einstellung verhindert jedenfalls nicht die grundsätzliche Fragestellung – welche Entwicklungstendenz lässt sich von diesem Trend ableiten?  Häufig fragen gerade junge Familien mit Kindern nach einer bunten Chabo-Schar. Bunt auch deshalb, weil bei mehreren Kindern jedes sein Huhn aussuchen kann, was folglich dann auch das Schönste ist. Mit dieser kurzen Feststellung sind auch gleich  mehrere Antworten bzw. Hinweise gegeben. Zunächst führt es für uns zu einem gewünschten Personenkreis. Es sind meist Personen, die erstmals oder seit langem wieder Hühner ans Haus holen. Die unterschiedliche Erkennung führt zur Individualisierung. Das ist  „mein Huhn“ und das „Schönste“ noch dazu. In der Regel kommen die Hühner bei einer solchen Gelegenheit in ein Hühnerparadies. Es wird alles für das Wohlbefinden der Tiere aus menschlicher Sicht getan. Nun wissen wir, wie die Urzwerge deren Verhaltensmuster dem Halter hartnäckig aufzwingen können. Wer es will und es schätzt, durchlebt eine zusätzliche Nähe zu den Tieren. 

Jugendliche Züchter - die Zukunft eines Sondervereins!
Jugendliche Züchter - die Zukunft eines Sondervereins!

 

 

 Wozu regt uns das an?

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      Die gegebene Farben- und Varietätenvielfalt der Zwerge ermöglicht uns einen großen Liebhaberkreis zu erschließen. Die dazu notwendigen Akzente müssen deutlich angehoben werden.

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                Mit oder ohne Kinder gilt es ein Dabeisein bei Ausstellungen zu ermöglichen und unsere Veranstaltungen interessant zu machen.

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                 In unseren Publikationen und mit allen Kommunikationslinien ist ein ausgewogener Anteil an Informationen und Wissen auch für diesen Personenkreis zu vermitteln.

    

   Besonders Kinder fühlen sich von den Zwergen angezogen

 

 

 

Hannover (2)

 In kleinen Schritten


Sabine Krüger (r.) im Gespräch mit Besuchern

Täglich werden wir mit neuen Nachrichten versorgt. Meist wird über Krisen und Tragödien berichtet. Obwohl es uns objektiv gut geht, herrscht Unzufriedenheit. Vermutlich auch, weil uns unter dem Deckmantel der Sozialisierung die persönliche Freiheit Stück für Stück genommen wird. Wir beklagen die Entfremdung zur Natur, die steigende Altersstruktur in den Vereinen, die Bevormundung durch Veterinärvorschriften, die Untätigkeit der Verbände und im Übrigen war früher alles besser. Es stimmt vielleicht alles. Vielleicht ist aber nur etwas dran, jedoch die grundsätzliche Unzufriedenheit bleibt erhalten. Unstrittig besteht ein erheblicher Handlungsbedarf, um unser Hobby für die Zukunft zu sichern. Der Optimismus dazu wird in der Kenntnis bestärkt, dass Probleme in kleinen Schritten gelöst werden können. 

Am Ende füllen sich die Wände


Selbstbewusst spricht der Chabo Club von einer Zeitenwende, wenn es gelingt die größtmögliche Zahl der Mitglieder und auch solche Personen, die es noch nicht sind, in den Dialog mit einzubinden. Wohl wissend, dass der Modus der Veränderungen sehr kurzzyklisch ist.  Also ist da nicht von einer Strategie zu sprechen, sondern eher vom ständigen Bemühen um die Mitglieder und Sympathisanten. Letztere bevorzugen starke Vereine und Clubs besonders dann, wenn ihnen das Gefühl vermittelt werden kann, individuell behandelt zu werden. Hier wird das breit gefasste Motiv des Auftritts deutlich. Die Besucher hatten das Wort. Aus alledem was dazu festgehalten wurde, will Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, das nachstehende Autorenkollektiv berichten.

Udo Ahrens, Nicole Altstätter, Bernhard Hoch, Sabine Krüger und Manfred Bartl

 

Hannover (1)

Ich bin ein Teil von WIR

 

Das Diskussionsforum des Chaboclub in Hannover 2014


Hinter dieser Aussage verbirgt sich ein langzeitlich gesichertes Miteinander. Es ist etwas, was nicht von heute auf morgen entstehen kann. Zunächst finden sich einige Menschen zusammen, die annähernd  gleiche Interessen verfolgen. Meist fehlt es nicht an Erfahrungen und Wissen aus den vergangen Jahrzehnten.  Spannend wird es dann, wenn es inhaltlich um das Jetzt und vor allem um das Morgen, nämlich die Weiterentwicklung und letztlich um die Daseinsvorsorge geht. Um nichts weniger als dies ist der Club der Chabozüchter bemüht. Es ist nicht eine enge Hülle, die den Chabo Club umgibt, sondern diese zeichnet sich durch  Weitsicht und kritische Offenheit zu all den uns berührenden Gegebenheiten aus. Das alles ist noch kein wesentlicher Unterschied zu anderen Vereinen. Es gibt jedoch einen sehr einfachen Grund für den erreichten Stellenwert, die meisten Ideen dazu werden auch umgesetzt.

Auf diese Mannschaft ist Verlass!

Ohne die vielen „ichs“ kommt so etwas nicht zustande und ohne die Fähigkeit Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen wird es schwerlich eine empathische Gemeinschaft geben. Es ist für unseren Chabo-Club eine gelebte Wahrheit. In der Praxis sieht es dann so aus: Wir haben einen Sonntag-Vormittag im Rahmen der JHV 2014 auf Schloss Machern dafür genutzt, um das erarbeitete Konzept vorzustellen und zu diskutieren. Schon ein Jahr davor waren grundsätzliche Weichen gestellt und viele Einzelgespräche geführt worden, um die Begeisterung für ein großes Projekt zu wecken und die wesentliche Bereitschaft dafür auszuloten. In der Folge wurden auch ganz viele Informationen ausgetauscht, so dass alle Akteure über den weiteren Fortgang der Vorbereitung immer auf dem Laufenden waren. Schließlich kam das Aufbaudatum. Dazu gehörte die pünktliche Anlieferung des Standes (ein 13 Meter langer Sattelauflieger aus dem Fuhrpark Wellteam) und die 14 Mann starke Aufbaumannschaft. Abgesprochen war Mittwoch 9.00 Uhr in der Halle. Keine Person davon ist in Hannover wohnhaft. Zwischen 40 und 500 km liegen die Anreiseorte von Hannover entfernt. Um es kurz zu machen: Alle waren pünktlich um 9.00 Uhr erschienen. Nachmittags um 16.00 Uhr war der Grundaufbau erledigt, gespachtelt und gestrichen, um  eine Woche später den funktionalen Innenausbau und die Ausstattung machen zu können. Noch heute bewegt mich die gegebene Verlässlichkeit, für die ich ganz herzlich danke, und ich selbst bin auch mächtig stolz darauf, dass ich einer von dem WIR sein dürfte.

Manfred Bartl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Vorstellung der

 

Zwerg-Cochin-Freunde

 

in Hannover 2014

 


Die Idee …

 

Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt,

die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen

                                                                                               

                                                                                                                         Erich Fromm                                                

 

 

Sinfonie der Zwerg-Cochin …

 

Sinfonie, was hat uns veranlasst, unserem Schaubild diesen Namen zu geben?

Die Sinfonie ist ein Musikstück, ein Ohrenschmaus, den man unbedingt auf sich einwirken lassen sollte.

entspannt zuhören, dann streift man den Alltag ab - alle Sorgen und Nöte – und etwas in uns beginnt zu schwingen.

So eine Sinfonie ist Menschenwerk. Ein Künstler, ein Genie ist dazu in der Lage, uns mit Tönen in diese Stimmung zu versetzen.

Empfinden wir auch so mit unseren Hühnchen? Werden beim Betrachten in unserem Inneren Schwingungen angestoßen?

Der einzige Unterschied zu einer Sinfonie ist, dass nicht ein Mensch sondern viele Menschen im Laufe einer  langen Zeit diese kleinen Kunstwerke geschaffen haben.

Spürt der Betrachter hier auf der Messe diese innere Berührung nicht, so liegt es bestimmt am ganzen Drumherum auf so einer Schau.

Versuchen Sie, abzuschalten und die Sinfonie der Zwerg-Cochin auf sich wirken zu lassen. Diese kleinen Hühnchen haben schon viele Menschen glücklich gemacht.

 

 

 

Hannover 2014


Der Stand des Zwerg-Cochin-Clubs

 

Hannover öffnete seine Tore und es war wieder einmal, wie man auf Neudeutsch zu sagen pflegt: “Ein Event!“ Hier zeichnete sich auch ein neuer Trend ab. Neben den schon gewohnten Darstellungen unserer Tiere in den Ausstellungskäfigen wird immer mehr auch Wert auf eine ganz neue, vielleicht modernere Präsentation gelegt. Man konnte Hühner und Tauben in gefälligen Volieren und Gehegen bewundern. Wobei der Chabo-Club vollständig auf die Einzäunung einer possierlichen Herde von seidenfiedrigen Chabo verzichtete, nur durch einen schmalen Wasserlauf vom Publikum getrennt. Überhaupt tat sich was am „Chabo-Stand“. Wahrscheinlich wurde dort sogar Geschichte für die Zukunft geschrieben. Jeder hatte die Möglichkeit, Anregungen und Wünsche zur Weiterentwicklung , dem Trend der Zeit folgend, zu äußern und Manfred Bartl ging auch bei seiner Rede zur Eröffnung der Schau auf die Gestaltung unserer aller Zukunft und die Kampagnen, die möglich werden können, ein. Vielleicht sind das Anstoßen und Diskutieren dieser Themen schon neue Wege.

 

Die Sinfonie der Zwerg-Cochin.Freunde, unterstützt von Manfred Bartl (li)


Aber auch wir, der Zwerg-Cochin-Sonderverein (ISV), haben etwas zur Darstellung unseres Hobbys beigetragen.Das Leitthema war: “Sinfonie der Zwerg-Cochin in Form und Farbe“ und neben dem Infostand wurde in den beiden Gehegen jeweils eine bunte Schar unserer Federbälle gezeigt. Die Gehege waren zum Thema passend mit Instrumenten dekoriert. Dies fand nach der feierlichen Eröffnung, bei der Begehung durch die prominenten Besucher großen Anklang. Bis es so weit war, war eine lange Zeit der Vorbereitung nötig. Der Stand wurde bei uns in Nordwalde vorgefertigt und mit Unterstützung mehrer Zuchtfreunde in Hannover aufgebaut. Die beiden Gehege haben Thomas Friedrich und Daniel Rist mit ihren schönen Tieren ausgestattet. An den Ausstellungstagen wurde der Stand gut besucht und wir konnten etliches an Fan-Artikeln und Infomaterial abgeben. Schade, dass diese spannende Zeit so schnell vorbeiging. Ein nachhallendes Ereignis, an das wir noch lange denken werden.

 

Horst und Bärbel Bastian 

                                           

Das Team, Horst Bastian und seine Freunde