Vorspann:

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Wenn wir die Zustimmung der Bevölkerung für unsere Freizeitbeschäftigung gewinnen wollen, müssen wir uns positiv in der Öffentlichkeit präsentieren. Worauf kommt es also an:

 

1. Grundsatz: Gewinnen wir die Kinder, haben wir auch die Eltern und Großeltern auf unserer Seite.

-         Verstecken wir uns nicht hinter Mauern und Hecken, zeigen wir Nachbarn und Vorbeigehenden wie schön es ist, Hausgeflügel zu pflegen.

-         Beteiligen wir uns an Aktionen in unserer Gemeinde, wie Nistkästen bauen und aufstellen, Fluren reinigen, Biotope pflegen usw.

-         Besuchen wir mit unserem Federvieh Kitas, Kindergärten, Schulen und Altersheime. Da sind natürlich Küken gefragt (Schaubrüter).

-         Zeigen wir uns auf Märkten, Gartenausstellungen, in Zoos, wo immer eine Möglichkeit besteht.

 

2. Grundsatz: Tue Gutes und rede darüber!

     -     Berichten wir über alles in Wort und Bild in unserer Heimatzeitung, in den

           Fachzeitungen und auf den Internetseiten der Sondervereine, der Verbände und

           natürlich unserer „Arge Rassegeflügel – Vielfalt bewahren“.

 

3. Grundsatz: Fotos müssen unser Geflügel von seiner besten Seite und in einer möglichst naturnahen Umgebung zeigen.

-         Käfigaufnahmen werden in der Öffentlichkeit ungern gesehen. Die Leute verbinden das mit den Bildern aus der Legehennenhaltung.

-         Bei Schauberichten und Tierbesprechungen lassen sich Käfige  natürlich nicht vermeiden. Dann müssen die Käfigböden sauber mit passender Einstreu versehen und Versorgungsbecher sauber sein. Die Tiere müssen sich erkennbar wohl fühlen, und dürfen nicht mit eingezogenen Köpfen müde in der Ecke sitzen. Der Fotograf sollte das schon sehen.

-         Für die Darstellung im Internet ist der Webmaster zuständig. Er entscheidet, ob Fotos den Anforderungen entsprechen oder nicht.

-         Noch ein Hinweis eines geplagten Redakteurs: Schöne Rücken mögen zwar entzücken, bei Veröffentlichungen wollen wir aber Gesichter sehen!  

                                                                                                                                   W. Schr.

 

 

G E S I C H T  Z E I G E N !     M I T M A C H E N !

 

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Ferienfreizeit

 

 

Der Chicken-Day des Kleintierzuchtvereins Niederwinkling begann wie immer mit einem guten Frühstück. 37 Kinder ab vier Jahren waren mit ihren Eltern und Großeltern ins Gasthaus „zum Hainerl“ gekommen und die Betreuer, angeführt von Melanie und Markus Dengler und Holger Mederer hatten alle Hände voll zu tun, um dem Andrang Herr zu werden. Auch Rupert Steubel und Josef Michels hatten sich unter den Gästen eingefunden und dass sich dann alles ums Geflügel drehte, war klar. Da gab es die Eierschau vom Wachtel- bis zum Straußenei – die Kinder konnten raten, aus welchem Ei wohl welches Küken schlüpfen könnte – eine Zwerghuhnfamilie mit vielen Küken, eine Power-Point-Präsentation vom Crazy Chicken Jugendzeltlager; die Kinder konnten Kontakt zu den Hühnern aufnehmen und hatten Spaß beim Basteln von Spielzeug. Alles in allem ein schöner Tag für Jung und Alt und auch für die zufriedenen Gastgeber. 

 

 

Jugendzeltlager des

BV Niederbayern

 

in Essenbach/Mirskofen

 

                                                      Eröffnung durch Markus Dengler

Der Donnerstag:

 

 

Das war das 42. Jugendzeltlager, einmalig in Bayern und Ausdruck Niederbayerischer Beständigkeit. 131 Jugendliche mit 56 Betreuern, darunter auch Gäste aus Oberbayern und der Oberpfalz waren gekommen, um vier tolle Tage gemeinsam zu verbringen. Viele hatten sich ein Jahr nicht mehr gesehen, und so war das Hallo groß, als am Donnerstag die Teilnehmer nach und nach eintrafen. Schnell wuchs das Zeltlager an. Nach der Begrüßung durch Regina Niesner und Rudolf Schellin vom gastgebenden GZV Essenbach und Grußworten von Bürgermeister Josef Spierer und Urgestein Josef Michels (Landsverbands-Jugendleiter und zum 40. Mal dabei) konnte BV-Jugendleiter Markus Dengler das Zeltlager 2017 eröffnen. Martin Prebeck wurde die Ernennungsurkunde zum Flugtaubenrichter überreicht. Mit Fototermin, Betreuerbesprechung und Abgabe von Fotos, Bildern und Bastelarbeiten verging der Nachmittag. Mit einem schwierigen Quiz, der traditionellen Leberkäsbrotzeit, mit Musik und viel Gaudi ging der erste Abend in der Halle und am Lagerfeuer fröhlich zu Ende. 

Bilder bitte anklicken!

                  Die Kids des Gastgebers                                                     Die Betreuer

 

Der Freitag:

 

 

Das Gelände in Mirskofen war ideal. Viel Platz für das Zeltlager, daneben der Sportplatz für die Spiele und die große Sporthalle für Bewirtung und Disko und gleich dahinter das Freibad, ein Highlight an diesen warmen Tagen. Am Vormittag standen Fußball, Völkerball und andere Spiele auf dem Plan. Am Nachmittag ging es zur Abkühlung ins Bad. Die Verpflegung früh, mittags und abends war einfach Spitze. Dabei gilt: die Kleinsten zuerst und die Größeren passen auf die Kleinen auf. Mit Disko und viel Spaß und Gaudi am Lagerfeuer ging dieser tolle Tag zu Ende.

 

 

Der Samstag:

 

 

Der Vormittag verging mit Tierbesprechung und Schnitzeljagd und am Nachmittag gings wieder mit viel Hallo ins Freibad. Zum geselligen Abend waren Gäste gekommen, so auch der Bezirksvorsitzende Paul Bauer und der Ehrenvorsitzende, der ja Mitglied im gastgebenden Verein ist, dabei auch wieder Bürgermeister Spierer. Ein Juri hatte die Sieger im Foto-, Mal- und Bastelwettbewerb ermittelt und viele der Kids konnten sich über schöne, meist gestiftete Preise freuen. Die weiteste Anreise hatten die Freunde aus Vorderfirmiansreut im Bayerischen Wald, sie hatten mit Dominik auch den jüngsten Teilnehmer mitgebracht.  Highlight des Abends war die Wahl von Miss und Mister Zeltlager 2017. Andreas Vogel aus Tann und Juliane Tigani aus Eichendorf hatten nach einigen Durchgängen die Nase vorn Gratulation! Am Abend wieder Party. Es wurde gefeiert, getanzt und viel gelacht, Betreuer und Kids miteinander. Ein toller Abend, der viel zu schnell zu Ende ging.

 

 

Der Sonntag:

 

Es hieß Abschied nehmen. Bald war das Zeltlager abgebaut und aufgeräumt. Mit den Vereinstaferln wurde feierlich in die Halle zum abschließenden Gottesdienst eingezogen. Nach dem obligaten Mittags-Gickerl (Gockel) und ein paar Tränen im Gepäck verabschiedete sich die Zeltlagerfamilie. Es war ein tolles Wochenende, bestens organisiert von Regina Niesner, Alexandra Gleis und Rudi Schellin mit ihrem guten Helferteam. Unter den Jungen sind ja schon einige vielversprechende Jungzüchter, und wenn eines Tages der Geflügelsamen bei einigen weiteren Kids aufgehen sollte, wird sie die niederbayerische Züchterfamilie gern in ihren Reihen willkommen heißen.  

 

Auf geht´s 2018 nach Vorderfirmiansreut, hoch im Bayerischen Wald!

 

             Miss und Mister Zeltlager 2017                                             Auf ein Neues 2018!

 

Kinderspaß mit Eiern

 


Der Kleintierzuchtverein Niederwinkling und Umgebung ist bekannt für die sehr effektive Jugendarbeit im Verein. Dazu gehören auch Besuche in Schule und Kindergarten, um den Kid´s die Scheu vor kleinen Tieren zu nehmen. Markus und Melanie Dengler – Vorsitzender und Jugendleiterin – arbeiten hier Hand in Hand.

 

Kürzlich sollten die Kindergartenkinder die Entwicklung vom Ei zum Küken nachvollziehen. Die Kinder wurden auf die Probe gestellt und durften die verschiedensten Eier begutachten und in der Runde herumreichen. Konnten sie den Unterschied von einem echten Ei zu einem Glasei oder Holzei erkennen? Nicht jeder traute sich ein gekochtes Wachtelei zu schälen und zu verzehren. Wachteleier, Eier von Nandu, Emu und Strauß, grüne Hühnereier und Gänseeier, die ganze Palette wurde interessiert betrachtet.

 

 

Recht vorsichtig gingen die Kinder dann mit den Jungtieren um. Sie konnten sehen, wie aus einem Küken ein stolzer Hahn wird, denn alle Altersstufen wurden gezeigt. Ein Küken zu halten, den weichen Flaum zu streicheln ist immer ein besonderes Erlebnis für die Kinder. Und das ist es, was Kinder- und Jugendarbeit so besonders macht. Kinder zum Hobby „Kleintierzucht“ zu führen und den Bezug zur Natur zu vermitteln. Für Melanie und Markus ist das ein echtes Anliegen.

 

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Brünner Kröpfer aktuell 2017

 

 

Das neue Brünner Kröpfer aktuell ist da. Mit 88 Seiten und 165 farbigen Bildern ist es wieder ein starkes Heft über die beliebte Rasse geworden. Der zentrale Schaubericht über die Deutsche Brünnerschau ist ja der Vogelgrippe zum Opfer gefallen. Dafür wurden sehr interessante Fachartikel eingestellt. Eine starke Leistung  des Redaktionsteams und ein besonderer Dank an Torsten Nitsche für die sehr gelungene Darstellung.

 

Die Broschüre kann von Interessierten bezogen werden bei:

 

Uwe Müller, Tel.: 036481 22045, email: el-uwemueller@web.de 

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GÜNTER STACH / Fotos: Stach

  

Teil I
 

      Fachliteratur in der Rassegeflügelszene

  

Die Empfehlung: „Fachliteratur – Erfahrung, die man kaufen kann“, begleitet viele Leser dieser Zeitschrift – so manchen in 2. Generation bereits ein Leben lang. Vermutlich hatten sie Vorbilder in der Familie oder sie befriedigen damit aus Neugier auf Wissen selbst das Interesse an derartigen Bildungsquellen. 

Da werden im deutschen Sprachraum zeitgenössische Autoren wie Aldrovandi und Gessner erwähnt und schließlich das älteste deutsche „Ulmer Taubenbuch“ von 1790 in Betracht gezogen. Es regt zum Lesen an, enthält aber leider keine Abbildungen. Desto mehr dürfen wir uns an den farbigen Abdrucken von unterschiedlichen, schon damals existenten Hühner- und Taubenrassen in „Die Vogelbilder aus dem Thesaurus Picturarum“ von Marcus zum Lamm erfreuen. Ein bis ausgangs des letzten Jahrhunderts, ein 392 Jahre lang verborgen gebliebener Schatz, der von Geflügelhistorikern noch selten wahrgenommen worden ist.

 

2 Bände Dürigen.  Der BDRG-eigene Wissenschaftliche Geflügelhof trägt den Namen das Autors
2 Bände Dürigen. Der BDRG-eigene Wissenschaftliche Geflügelhof trägt den Namen das Autors

Aufbruch nach dem Kriege

 
Als nach dem verheerenden letzten Kriege über die ersten Jahre hinweg die wieder in Gang gekommene Kleintierzucht in Deutschland dazu beitrug, einigermaßen satt werdend wieder auf die Beine zu kom-men, stieg im Laufe der Zeit das Interesse an schöngeistigen Elementen, erwachte bei Autoren und später bei Künstlern das Be-dürfnis sich mitzuteilen. Da profitierten die Leser vom Wissen der Schreiber, schmück-ten Haustierliebhaber mit Rassegeflügel-Bildnissen ihre Wohnungen und orientier-ten sich an ebenso illustriert gestalteten Jahreskalendern.

 

 Neue Bücher in Ost und West


Gesamtdeutsch betrachtet – um nur einige Schriftsteller zu nennen - sind es C. Engelmann alleinig und mit einem Autorenkollektiv, F. Juhre, W. Krebs gewesen. Mit illustrierten Ausgaben sind H. Schmidt und J. Schütte in Erscheinung getreten und müssen die ausnahmslos vom Umfang und Inhalt her nicht zu übertreffenden Handbücher von R. Wandelt und J. Wolters erwähnt werden, auch nicht die Text- und Bildbände, das Groß- und Wassergeflügel mit einschließend von H. Schmidt, unerwähnt bleiben. Ohne hierbei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, gehören von der veröffentlichten Titelvielzahl schließlich P. Doll, E. Müller, H. Marks, E. Zurth, C. Vogel zum Kreis der populärsten Literaten. Weniger auffällig, dafür mit kaum zu überbietender Qualität in vielseitig gestalteter Hinsicht seiner Bücher, ist Autor M. Bartl in Erscheinung getreten. In jüngster Zeit füllt Wilhelm Bauer mit unterschiedlichen Themenbeiträgen die Literaturangebote.

 

Bibliografie.  Buchtitelsammlumg deutscher Haustaubenliteratur
Bibliografie. Buchtitelsammlumg deutscher Haustaubenliteratur

 

 Vielfältige Printerzeugnisse


Rasse-Monografien füllen die Fachliteraturauslagen, sind die in dicken Ordnern gebündelten Muster-beschreibungen – Deutsche und Europa-Standards für Rassegeflügel und Rassetauben, des Weiteren die Offiziellen Grundlagen für die Bewertung von Ziergeflügel (OGBZ) mit ihrem fachspezifischen Vor-spann jeweils, echte Bildungsgrundlagen. Fachorientiert nicht weniger aktuell ist der so genannte "orangene" (Satzungs-)Ordner des BDRG zu nennen.
 

Große Beachtung dürfen wir den von den Sondervereinen und Interessengemeinschaften ihren Mitgliedern zugedachten Rundschreiben/Journalen mitunter vorzügliche Anerkennung beimessen, teilweise sogar gewisse Bewunderung entgegenbringen. 

Wie schwer es ist, mit dem richtigen Ton /Inhalt nachhaltig wirkenden Unterhaltungsstoff auf Dauer über Wasser zu halten, ist/war die vom VDT heraus gegebene „Die Rassetaube“. Ein durch Mitgliedsbeiträge finanziertes Informationsblatt, dessen Existenz derzeitig in Frage gestellt ist. 

Sozusagen als ein Bonbon ist die vom Deutschen Taubenmuseum Nürnberg, von Karlheinz Sollfrank gesponserte, alljährlich anlässlich des Internationalen Taubenzüchtertreffens an jedem Karfreitag aufgelegte "Columba" einzuschätzen.

 


Teil II

 

2. Auflage der BDRG- Chronik
2. Auflage der BDRG- Chronik

Aufarbeitung der Geschichte

 

 In die Jahre gekommen, sahen Verbände und Vereine die Zeit für gekommen, ihren Nachfahren an Hand von zeitraffenden Dokumentationen die Vergangenheit zu vermitteln. Hier-bei machte Paul Doll den Anfang, die Historie des BDRG zum Hundertjährigen (1981), sowie ohne Jubiläumsanlass die des VHGW und des VZV nachzuzeichnen. Eine zweite Auflage der BDRG-Chronik – mit Einbeziehung der VKSK-Geschichte in der DDR – erschien, diesmal von einem Mitarbeiterkollektiv bearbeitet, zum 125-jährigen Jubiläum 2006.

 

P. Doll ist es auch gewesen, das Grundmanuskript für die Chronik des Verbandes Deutscher Rassetauben-züchter (VDT) zu verfassen. Einige Jahre konnte der diese Zeilen hier Schreibende ergänzend hin-zufügen.

 

"Illustriertes Handbuch der Federviehzucht" von Baldamus
"Illustriertes Handbuch der Federviehzucht" von Baldamus

 

Sammlerkreis und Spitzenpreise

  

Die Nachfrage nach Neuerscheinungen war immens groß. Es hatte sich sogar ein potenter Kreis von Sammlern gebildet. Mit spürbarem Aufschwung nach der Grenzöffnung waren etwa 200 enthusiastische Geflügel-Literaturliebhaber deutschlandweit dieser Passion erlegen. Hohe Preise hielten sie nicht davon ab, am blühenden Handel mit antiquarischer Lektüre teilzunehmen, schließlich nach Verbindungen bis in die damalige DDR zu suchen.

 

 

Historisches Literaturgut

  

Geblieben ist der ideelle Wert dieser Güter! Von ihren Eigentümern hoch oder weniger wertvoll eingeschätzt, nehmen diese bis zu einhundert Jahre und darüber hinaus alten Buchjuwelen von Baldamus, Dürigen, Prütz, Trübenbach, Wulf und die weiter vorne aufgezählten Autoren bzw. die glanzvollen Musterbücher in den Bücherschränken eine beneidenswerte Sonderstellung ein. Vor allem ragt die dreibändige Ausgabe „Unser Hausgeflügel“ von Fritz Pfenningstorff unter der Mitwirkung zahlreicher Koryphäen ihrer Zeit heraus.

 

Handbücher aus dem Verlag Wolters
Handbücher aus dem Verlag Wolters

 

Modernere Lektüre

  

Da fiel es nicht leicht, in 6 Bänden „Alles über Rassetauben“ von 37 erfahrenen Autoren dem Wissensstand um die Zeit nach der jüngsten Jahrhundertwende angepasst, dort das zu platzieren, was nachhaltig interessant schien. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die auf aktueller Recherche basierenden zwei Handbücher der „Hühner und Zwerghühner der Welt“ von Wandelt und Wolters. Der zu diesem Ensemble passende 3. Band, die „Taubenrassen der Welt“ von J. Schütte/G. Stach/J. Wolters, gehört zu den komplexesten Titeln, der weltweit je über diese Spezies geschrieben worden ist. Das trifft neuerdings auch auf das Spezialgebiet der Tauben-Genetik zu, mit dem sich der Wirtschaftsprofessor A. Sell mit mehreren herausgegebenen Büchern auf diesem Experimentierfeld fachschriftstellerisch befleißigt.

 

Teil III

Autor Erich Müller veröffentlichte im Nachkriegsdeutschland die meisten Taubenbücher
Autor Erich Müller veröffentlichte im Nachkriegsdeutschland die meisten Taubenbücher

 

3 Ausgezeichnete Taubenbücher

 

 

Vom damaligen Promotor der Rassetaubenszene, E. Müller, initiiert und dem schon zu dieser Zeit im Zenit wirkenden Malkünstler J. Relovsky beein-druckend umgesetzt, erschien 1993 das monumental wahrgenommene „Illustrierte Rassetaubenbuch“. Mit 336 mehrfarbigen Einzeltierabbildungen auf 80 Bildtafeln wird vergegenwärtigt, was die Züchter-kunst an edlen Taubenrassen hervorzubringen im Stande ist.

 

 Für alle, die über das übliche Maß an Fachinhalten hinausgehend auch an Belletristik interessierte Leser gerichtet, sei auf das vom schweizerischen Uni-Professor Dr. D. Haag verfasste Buch „Die Taube – vom heiligen Vogel der Liebesgöttin zur Strassen-taube“ hingewiesen.

 

 

 

2012 kam der Buchtitel: „Die Gestalt der Taube“ auf den Markt. Eine im Umgang mit ästhetischen Empfindungen vertraute sowie von erfahrener Künstlerhand in die anatomische Präparationskunst führende Edition, die in keiner vergleichbaren Wissenschaftslektüre zu finden ist. Autor Dieter Fliedner veranschaulicht hier mit fotografisch aufbereiteten Rassetauben-Skelett-Darstellungen die unterschiedlichen Erscheinungsformen dieser Vogelart im Zustande der Domestikation.

 

 

Nicht auszudenken

 

Wer kann sich schon – das Verschwinden der Geflügel-Börse stimmt da bedrohlich - unsere traditionsreiche Organisation ohne eine so regelmäßig, und uns pünktlich erreichend ins Haus flatternde Informationsquelle, das Interessegefüge zusammenhaltendes Verbindungselement schlechthin, vorstellen? Kaum auszudenken, darauf, auf unsere Fachzeitschrift verzichten zu müssen.

 

 

Besinnung

 

So weit darf es nicht kommen. Es reicht eben nicht, sich aus dritter oder vierter Hand zu informieren, ein Fachblatt braucht einen zuverlässigen Bezieherstamm. Nur so kann es zu Gunsten unserer Gemeinschaft überleben.

 

Nur wer Bildungsquellen nutzt, erreicht die Zielgerade der Erfolgreichen am ehesten; denn: Wissen ist Macht! Zuchtstrategisch trifft diese Weisheit auch auf die Betätigungen in der Rassegeflügelzucht zu. Wer sich dieser Maxime verweigert, muss sich über Stagnation nicht wundern, wenn er früher oder später auf der Strecke bleibt.

 

 

Zukunftsorientierung

 

„Geflügelzeitung – Wissen bilden, Zukunft sichern“ wäre doch ein einprägsamer Slogan, von ihm beflügelt der Beständigkeit eine Chance zu geben – im wahrsten Sinne des Wortes sie sichernd mit überzeugter Passion der Rassegeflügelzucht verschrieben, sie als Impulsgeber mitgestaltend am Leben zu erhalten.

 

 

Wunsch mit Zielstellung

 

Zum Jahresausklang wird das der Wunsch vieler Leser sein. Machen Sie - macht doch mit, und erkennt, wie wichtig es ist, einen Beitrag zum Erhalt des von uns so gepflegten Kulturerbes mit allen seinen Begleiterscheinungen zu leisten. Überzeugt aus reiner Freude daran und der Traditionspflege wegen - auch unserer Nachwelt zu liebe.

 

GÜNTER STACH

 


Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Odenwaldkreis

 

"Beerfelder Pferdemarkt"

KV Odenwaldkreis.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.3 MB

 

Brünner Kröpfer aktuell 2016 ist da!

 

 

Ein weiterer Baustein in der seit 1974 durchgehenden Brünner- Bibliothek.

 

Inhalt: Vorwort – Neue Mitglieder – Rezept: Fleischsalat von der Taube – Wir gedenken – Wir gratulieren – Generation U 20 – Deutsche Brünnerschau Magdeburg – Dr. Hans Schingen: Schaubericht – Birgit Hoffmann, Thea Peters: Die Partnerseite – Erwin Sedlmeier: Erfahrungen in der Brünner-Kröpfer-Zucht – Helmut Führer: Rote Brünner Kröpfer – Interview mit Herbert Schmidt – Ludwig Putz: Brutkästen aus Kunststoff – Wilhelm Bauer: Brünner Kröpfer als Therapie – Europaclub – Brünner Kröpfer/Dürigen 1906 – Bezirksgruppen – Züchteranschriften – Vorstandschaft  

 

84 Seiten – 165 Bilder – Format 20/20 – Farbdruck

 

 

Zu beziehen im Club-Shop – el-uwemueller@web.de

 

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Sommertagung des SV der Züchter

 

Französischer Kropftauben im Spreewald

 

 

Hartmut und Marion Buchler hatten wieder zur Sommertagung nach Lübbenau eingeladen und 20 Mitglieder waren gekommen. Bereits am Freitag waren die meisten Teilnehmer angereist und konnten Buchlers weiträumige und fachmännisch errichtete Zuchtanlagen mit vielen Englischen Großkröpfern und einer kleineren Zahl Französischer Kröpfer besichtigen. Zum Abendessen ging es dann in den ca. einen Kilometer entfernten „Angerhof Richter“, einem Landwirtschaftsbetrieb mit Direktvermarktung und eigener Schlachtung. Bei deftiger Schlachtschüssel, hausgemachter Wurst und echtem Wellfleisch gab bis in die Nacht hinein viel zu bereden.

 

Am Samstag wurden unsere Damen nach Lehde chauffiert, wo sie während einer Führung durch das Freilichtmuseum viel über alte Sitten und Lebensweisen dieser Gegend erfahren konnten.  Gleichzeitig fand die JHV mit Neuwahl des Vorstandes in der Hotelgaststätte statt.  Nach den üblichen Berichten gab es Ehrungen: Hans-Werner Heuser (Ehrenmitglied), Achim Rapsch (Goldene SV-Ehrennadel), Hartmut Buchler (Silberne SV-Nadel) und für die erfolgreichsten Aussteller der vergangenen HSS von Nürnberg, für Philippe Hudry aus Frankreich (SV-Meister), Karlheinz Hartmann und Sven Schweder (Jungtiermeister). Den Champion-Titel hatte Karlheinz Hartmann errungen.

Champion in Nürnberg: Karlheinz Hartmann
Champion in Nürnberg: Karlheinz Hartmann

Das Ergebnis der von Uwe Weiß geleiteten Neuwahlen:

Ehrenvorsitzender                     Gerhard Birner

1.Vorsitzender                          Christoph Taubert

2. Vorsitzender                         Hans Werner Heuser

Schriftführer                             Andreas Bärwald

Kassier                                     Hartmut Buchler

Zuchtwart                                 Dr. Hans Schingen

Pressewart                               Wolfgang Schreiber

Verbindungsmann Europa          Didier Fabre

Beisitzer (Zuchtgeschehen)       Sven Schweder

 

Kommende Ausstellungen:

2016

05. – 06. November Hauptsonderschau in Biblis

25. – 27. November Sonderschau zur VDT-Schau in Erfurt

01. – 03. Dezember Sonderschau zur Nationalen in Leipzig

2017

07. – 08. Januar Werbeschau in Meyenburg (Prignitz-T. Schau)

07. – 08. Januar Sonderschau in Osthofen (Wonnegau-T. Sch.)

 

                                    

 

 

 

Nach der Versammlung ging´s nach Lübbenau und mit den Frauen zum Mittagessen. Bei der zweistündigen Kahnfahrt im Flusslabyrinth der Spree konnten wir uns von der typischen Spreewaldlandschaft verzaubern lassen. Nach dem Kaffeetrinken und einen kleinen Bummel im nahe der Altstadt gelegenen Hafengelände von Lübbenau ging es mit der „Bimmelbahn“ zurück ins ca. zehn Kilometer entfernte Quartier. Nach einem guten Abendessen wurde bis spät in die Nacht hinein über Tauben und allerlei andere Themen diskutiert.

Am Sonntag nach dem Frühstück teilten sich unsere Wege. Für unsere Begleiterinnen hatte Hartmut eine Kremserfahrt durch die Calauer Schweiz organisiert. Für uns Züchter folgten im Vereinsheim des KTZV Calau, der „Ernst-Mähler-Halle“ der Zuchtwartbericht (mit vielen Fotos) und die Jungtierbesprechung durch Dr. Hans Schingen. Mit einer guten Erbsensuppe aus der Feldküche, Steaks und Roster  vom Grill ging diese Sommertagung zu Ende. In Erinnerung bleiben drei schöne Tage im Zentrum des Spreewaldes, perfekt organisiert von Marion und Hartmut Buchler und ihren Vereinsfreunden.           Chr. Taubert

     

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Familienzuwachs im BDRG: Die Legewachteln

 

Kleines Huhn ganz groß im Kommen

 

 

 

Bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin, die 2016 zum 81. Mal stattfand, hat der BDRG neben anderem Rassegeflügel die Legewachtel vorgestellt. Das kleinste Feldhuhn der Welt auf einer Weltmesse! Gegründet wurde die Messe 1926 – vor 90 Jahren. Sie ist eine in ihrer Ausrichtung einzigartige internationale Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie des Gartenbaus. Nahrungs- und Genussmittelproduzenten aus aller Welt nutzen die IGW in Form von Ländergemeinschaftsschauen und Produktmärkten als Absatz- und Testmarkt sowie zur Imagepflege. Nach Konsumentenwünschen nimmt der Regionalbezug einen immer wichtigeren Platz ein. Auf der Internationalen Grünen Woche gewinnen deshalb die Themen nachwachsende Rohstoffe, Bio und der ländliche Raum genau wie der Gartenbereich immer weiter an Bedeutung. Das sind Bereiche, die auch dem BDRG liegen, und so ist der BDRG oft bei der Grünen Woche vertreten. Es ist gut zu wissen, dass der Kunde König ist. Denn so lässt sich etwas bewegen, was mehr ökologisch als nur ökonomisch ist.

 

Präsident Christoph Günzel und sein Stellvertreter Egon Dopmannam Infostand des BDRG

Allerdings darf man solche Aussagen nicht kritiklos übernehmen, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Deshalb gab es vor den Toren der Grünen Woche auch Demonstrationen. Angesichts der Massentierhaltung, der industriellen Lebensmittelproduktion und der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft, die den konventionellen Bauern das Wasser abgräbt, laufen diese Demonstrationen unter dem Motto „Wir haben es satt.“ Auch diese Demonstrationen können von uns nur begrüßt werden, denn auch wir sind gegen Massentierhaltung, ungehemmten Antibiotikaeinsatz und Billigproduktion auf Kosten von Mensch und Tier. Menschen müssen das Tierwohl im Auge haben, das Tier darf nicht programmierten Computeranlagen überlassen werden.

Im Vorjahr musste die Beteiligung des BDRG an der Grünen Woche abgesagt werden, weil wir aufgrund der Vogelgrippehysterie kein lebendes Geflügel zeigen durften. Unser Hauptanliegen ist aber das Leben unserer geflügelten Lieblinge, nicht der Tod. Als Tierfreunde haben wir Flagge gezeigt, indem wir uns nicht gezeigt haben.

 

2016 waren wir wieder in Berlin. Im großen Berlin haben wir uns mit dem Rassegeflügel für naturnahe Geflügel-haltung eingesetzt und bei der Gelegenheit gezeigt, dass die kleine Wachtel nur kleinen Raum beansprucht. Die Wachtel ist auf der Suche nach einer kleinen Nische, in der sie gut gepflegt wird und sich wohlfühlen kann. Aus diesem Grund werden wir die Japanischen Legewachteln und einige interessante Fakten rund um das Hühnergeflügel in zwei weiteren Folgen vorstellen. Nirgendwo ist die Wachtel besser aufgehoben als bei tierlieben Hobbyhaltern.

 

Manfred Loick

 

Fotos: Anja Nährig

Quelle GeflügelZeitung 3/2016

 

 

Vorschau: Wild- und Hausgeflügel

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Züchtertreff im Taubenmuseum

 

 

Am 25. März fand auf Einladung von Helga und Karlheinz Sollfrank wieder das internationale Tauben-züchtertreffen im Taubenmuseum Nürnberg statt. Am Tag davor gab es schon die Versammlung des Fördervereins, der für den Erhalt des Museums sorgen will. Angesichts der Bedeutung der Aufgabe als 'Gedächtnis der Taubenzucht', in dem alles bewahrt wird, was mit der Taubenzucht zusammenhängt, hätte der Förderverein mehr Mitglieder verdient. Neben Bildern, Skulpturen, Münzen u.a. findet sich auch eine große Zeitschriften- und Buchkollektion. Die oft zu findende Behauptung, über bestimmte Dinge wüsste man nichts, wird angesichts der Fülle der Informationen in einem solchen Museum fragwürdig. Oft liegt das Nichtwissen an der mangelnden Bereitschaft, sich anhand alter und neuer Literatur zu informieren. Das Taubenmuseum ist einer der Plätze, an dem Lücken geschlossen werden können. Das alljährliche Karfreitagtreffen ist eine gute Gelegenheit sich mit kompetenten Taubenfreunden auf internationaler Ebene auszutauschen.

 

Über das Treffen im Jahr 2013 wurde auf der homepage http://www.taubensell.de/011_Neu_Archiv/Nuernberg_2013.htm berichtet.

 

Dr. Axel Sell

 

Bilder bitte anklicken:

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Die Jugend steht in Niederwinkling immer im Vordergrund, hier mit den Vereinsmeistern und der Prominenz

 

 

Kommunale Entenhaltung

 

Die schöne Entenanlage im spanischen Ondara

Aus Belgien ist eine kommunal vermittelte Hühnerhaltung zur Vermeidung von Biomüll bekannt. In Deutschland gibt es kommunal betriebene Taubentürme, um die Stadttaubenpopulation einzudämmen. In Spanien existiert eine kommunale Entenhaltung. Ondara ist eine spanische Stadt, die nur wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt liegt. Gemeinhin ist Spanien ein trockenes Land, nichtsdestotrotz gibt es auch dort Flüsse und Bäche. Ein kleiner Bach fließt nach Ondara und wird dort aufgestaut zu einem Teich. Ein Überlaufbecken führt durch ein betoniertes Flussbett bei Regen das überschüssige Wasser durch die Stadt zum Meer. 

 

Am aufgestauten Teich von Ondara wurden Warzenenten und verkreuzte Hausenten auf Laufentenbasis angesiedelt. Sie fühlen sich dort sichtlich wohl, denn wo Wasser ist, wächst sofort Schilf, das gute Deckung bietet. Solche Naturräume sind möglich, weil in Spanien nicht alles einbetoniert wird. Die Natur hat oftmals ihre Chance zur partiellen Ausbreitung. Auf der anderen Seite des Teiches legte die Stadt eine Grünanlage an und stellte für die Enten extra Häuschen auf, die für die Übernachtung und Brut dienen sollen. Mit dieser Anlage, die gleich im Anschluss an eine große Kreisverkehrsstraße und eine Hochschnellstraße liegt, versucht die Stadt etwas Natur als Naherholung zu erhalten, zumal dort auch ein altes Waschhaus als Kulturdenkmal steht.

Die Enten als Teich- und Uferbewohner bringen in diese Naherholungszone Leben. Ein Schild mit dem Hinweis, die Enten zu respektieren, ist eine Verhaltensregel, die in Spanien den Tierschutz fördert. Er ist in diesem südlichen Land bei weitem nicht so ausgeprägt wie in Deutschland, wird aber ständig verbessert. Ausländer haben den Tierschutzgedanken ins Land getragen, inzwischen haben sich die Spanier diese Sache in immer stärker werdendem Maße angenommen. Stierkampfverbote in einigen Regionen sind klare Zeichen für den voranschreitenden Tierschutzgedanken. Enten auf kommunaler Fläche helfen in der Praxis, den Tierschutz voranzutreiben, letztlich haben die Enten bei Nichteinhaltung der Respektzone die Möglichkeit sich zurückzuziehen.

 

 

Aber nicht nur praxisorientierter Tierschutz kann hier erlernt werden, die Enten sind auch „Abfallverwerter“. Viele Spanier, gerade alte Leute, die noch schlechte Zeiten miterlebt haben, können übrig gebliebenes Brot nicht einfach wegwerfen. Mit den Enten haben sie dankbare Abnehmer. So kommen Enten zu leichter Nahrung und Menschen zu einem guten Gewissen. Dank dieser Brotbeseitigung landet es nicht im Müll, wodurch Ratten, eine dunkle Macht in allen Städten, weniger Nahrung haben. Somit ist die kommunale Entenhaltung auch ein Akt der Schadnagereindämmung, wenngleich nur in geringem Ausmaß – aber immerhin.

 

Jedes Land dürfte seine Besonderheiten in kommunaler Tierhaltung haben. Leider ist sie aber eine ausgesprochene Seltenheit. Sie bietet jedoch die Chance, dass man mehr Natur in die Städte holt und die Menschen von der Technikversessenheit ein Stückweit befreit. Zugleich bieten solche kommunal initiierten Tierhaltungen die Chance zum Entspannen, denn Hühnern, Tauben oder Enten in ihrer Alltagsbewältigung zuzuschauen dient dem inneren Wohlbefinden.

 

Text und Fotos:

 

Michael von Lüttwitz, Geflügel-Börse 24/2015    

Ich finde, das ist ein gutes Beispiel, und jeder, den diese Idee anspricht. sollte bei passender Gelegenheit kommunale Vertreter auf diese Möglichkeit der Bereicherung von Grünanlagen und Wasserläufen hinweisen. Und Schaueröffnungen sind eine gute Gelegenheit.

 


Öffentlichkeitsarbeit

im Zeichen der Jugend

 

Nach einem erneuten Aufruf hat sich die ARGE Tierschutz Rassegeflügel an diesem Wettbewerb beteiligt. Wo wir gelandet sind, wissen wir nicht, wir begrüßen es aber ausdrücklich, dass gute Jugendarbeit in den Vordergrund der Auswertung gestellt wurde. Jugendförderung ist Zukunftsgestaltung, und alle Anstrengungen müssen darauf ausgerichtet sein.

 

Die Preisträger des BDRG-Wettbewerbs Öffentlichkeitsarbeit

Zum 4. Mal fand 2014 der Wettbewerb für öffentlichkeitswirksame Projekte im BDRG statt.Da in 2013 parallel dazu ein BDRG-Fotowettbewerb ausgerufen wurde, fielen Projekte, die in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführt oder begonnen wurden, in den Wettbewerbszeitraum. Leider waren bis kurz vor Stichtag nur wenige Bewerbungen eingegangen, so dass der Sinn einer Auswertung in Frage stand. Nach einem erneuten Aufruf zur Teilnahme in der Fachpresse, waren es zum 31.12. 2014 doch 22 Projekte, aus denen vom Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit des BDRG die Gewinner ermittelt wurden.

 

Abermals fiel es dabei nicht leicht, aus den Projekten drei besonders herauszustellen, bedeutet das doch auf der anderen Seite die weiteren Einsendungen zurückzusetzen, obwohl sicher der eine oder andere Beitrag ebenfalls förderungswürdig wäre. Bewertet wurden letztlich nicht nur die Art des Projektes, sondern auch Qualität und Umfang der eingereichten Unterlagen.

 

Nach Sichtung und Bewertung der Beiträge fiel auf, dass die Gewinnerprojekte sich dieses Mal alle im engsten Sinne mit der Jugendarbeit befassen und damit wertvolle Arbeit für die Zukunftsgestaltung der Rassegeflügelzucht leisten. Umso schöner ist es, wenn diese Aktivitäten im Wettbewerb seitens des BDRG unterstützt werden können.

 

Nachfolgend sollen die Gewinnerprojekte kurz vorgestellt werden.

 

Platz 1


GZV Fritzlar in Zusammenarbeit mit Ursulinenschule Fritzlar


Tierschutz hautnah erleben – Tiere halten an der Schule

 

Schülerinnen der Ursulinenschule in Fritzlar beim Aufbau des Hühnerhauses
Schülerinnen der Ursulinenschule in Fritzlar beim Aufbau des Hühnerhauses

Gegenstand der Bewerbung war der Bau einer kleinen Zuchtanlage an der Schule und die Haltung von Geflügel sowie anderen Tieren im Rahmen des Unterrichtes. Die Ursulinenschule hat im Schulkonzept die Erziehung zur Freizeitgestaltung aufgenommen. Zu einer zufriedenstellenden Gestaltung der Freizeit gehört auch der Umgang mit Haustieren.


Seit etwa 10 Jahren stellte dazu Rudolf Erhardt vom Geflügelzuchtverein Fritzlar vor den Osterferien einen Schaubrüter in der Schule auf. So wurde am Anfang mit dem Biologie- oder dem Klassenlehrer der Schlupf der Küken beobachtet. Hier zeigte sich jedoch, dass durch die zu kurze Zeit von 2 bis 3 Tagen keine Nachhaltigkeit erreicht werden konnte. Deshalb wurde das Projekt dahingehend geändert, dass die Schüler/Innen die ganzen 3 Wochen der Brutzeit die Brutmaschine und die Eier betreuen mussten.


Im Schuljahr 2013/14 begann darauf aufbauend ein ganzjähriger Kurs „Tiere halten an der Schule“. Nach den mehr theoretischen Tätigkeiten in den letzten Jahren (Besuche bei Züchtern und Erfahrungen über Tiere), sollte nun der praktische Umgang mit Tieren in der Schule gelernt und vor allem erlebt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der GZV Fritzlar mit der Ursulinenschule eine zukunftweisende Partnerschaft eingegangen. Geplant wurde dazu eine kleine Zuchtanlage für Hühner, Tauben, Enten und Kaninchen. Am 4. Dezember 2013 konnte die Anlage auf dem Schulgelände eingeweiht werden und die ersten Tiere einziehen.


Auch wenn aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler später keine neuen Züchter erwachsen, ist das Projekt doch eine Möglichkeit, um Akzeptanz für unser Tun, die Rassegeflügelzucht, zu werben. Betreut wird die Anlage ganzjährig von einer Klasse der Jahrgangstufe 7, so dass bei diesem Projekt eine fortwährende Nachhaltigkeit gegeben ist, was die Jury bei der Auswahl besonders beeindruckte.

 

Platz 2


RGZV Westerwiehe


Mission Cool Chickens


Ein Teil der Jugendlichen des RGZV Westereiehe mit ihren Tieren
Ein Teil der Jugendlichen des RGZV Westereiehe mit ihren Tieren

Im Verein Westerwiehe steht die Jugend im Mittelpunkt: 40 % der 122 Mitglieder sind unter 20 Jahre alt. Vereinsziel ist es, den Jugendlichen Natur und Landwirtschaft nahe zu bringen. Dazu werden schon seit vielen Jahren besondere Aktionen durchgeführt, die bei den Jugendlichen das Interesse am Rassegeflügel fördern bzw. erstmal wecken sollen. Auch im Jahr 2014 gab es dazu mehrere Aktionen, die von Mitgliedern des Vereins durchgeführt bzw. betreut wurden:

- Ferienbetreuung der Schule in den Sommerferien unter dem Motto Bauernhof. Schulkinder kümmern sich komplett um die ausgestellten Hühner im Schulhaus. Dazu Besuch auf dem großen Hof eines Geflügelzüchters, der seine 15 verschiedenen Rassen vorstellte


- Jedes Jahr veranstaltet der Verein eine große Geflügelschau. Auch hier stellen die „Cool Chickens“ über ein Drittel der insgesamt präsentierten Tiere. Die Klassen der Grundschule kommen an einem Vormittag vorbei, um die Tiere kennen zulernen.


- Alle 2 Jahre findet das Volksfest „Westerwiehe macht Laune“ statt. Dabei stellt der Verein die Jugendförderung der breiten Öffentlichkeit vor, zeigt verschiedene Rassen und erklärt Grundlagen der Geflügelzucht.


Dieses vielfältige Engagement stößt immer wieder in der regionalen Presse auf ein großes Echo und ist ein gutes Beispiel, wie heute trotz aller Widrigkeiten Jugendarbeit erfolgreich gestaltet werden kann.

 

Platz 3


GZV Gunzenhausen


Tage der offenen Tür


Eine große Eierausstellung begeisterte Jung und Alt
Eine große Eierausstellung begeisterte Jung und Alt


Um den angesprochenen Widrigkeiten zu entgegnen,veranstaltete auch der GZV Gunzenhausen extra für die Jugend der Gunzenhäuser Kindergärten, Grundschulen und Horte vom 2. bis 6. Juli 2014 die Tage der offenen Tür in der Taubenhalle.


In der Bewerbung heißt es dazu:

Wir verstehen es als unseren Bildungsauftrag, Kindern und Jugendlichen den Kontakt mit Rassegeflügel zu ermöglichen. Aus eigener Erfahrung mussten wir leider feststellen, dass es vielen Kinder, aufgrund der Wohnsituation oder des familiären Umfeldes nicht möglich ist Rassegeflügel zu erleben oder näher kennen zu lernen. Oftmals sind in den Familien keinerlei Kenntnisse über die Lebens- und Verhaltensweisen der verschiedenen Geflügelgattungen vorhanden. Selbst einfachste Fragen wie „wo kommen die Küken her?“, „was fressen Hühner?“, oder „was ist der Unterschied zwischen Gänsen und Enten?“ können nicht beantwortet werden. Sogar im Schulunterricht werden diese Grundlagen, aufgrund straffer Lehrpläne, auch leider oft nicht tiefgreifend genug vermittelt.

Um diesen Umständen etwas entgegen zu wirken, kam uns die Idee, einen erlebnisorientierten Unterricht mit vielen Anschauungsbeispielen zu gestalten und so spielend in die Thematik einzuführen. Der Spaß für die kleinen Besucher sollte dabei auch nicht zu kurz kommen.


Sehr gut kam bei den Jugendlichen die Präsentation von Rassegeflügel an.
Sehr gut kam bei den Jugendlichen die Präsentation von Rassegeflügel an.

Den rund 900 Kindern und Jugendlichen, die letztlich die Ausstellung besuchten, wurde die Welt der Rassegeflügelzucht näher gebracht. Von den verschiedenen Eiern des Geflügels über den Schaubrüter, Jungtiere zum Anfassen und die Präsentation verschiedener Rassen, zeigte sich den jungen Besuchern das ganze Spektrum unseres Hobbys. Ein in der Halle angelegter Rundgang bot den vielen Kindern einen Überblick über die große Vielfalt, die Lebensweise und die Bedürfnisse der verschiedenen Geflügelrassen.


Um möglichst viele Menschen zu erreichen wurden die Leitungen der Grundschulen und Kindergärten im Großraum Gunzenhausen über die Veranstaltung informiert und schriftlich eingeladen. Das Interesse war groß, auch seitens der regionalen Presse, die das Ereignis aufgriff und darüber berichtete.


Abschließend sage ich den Gewinnern im Namen des BDRG-Öffentlichkeitsausschusses herzlichen Glückwunsch und Dank für ihr besonderes Engagement. Darüber hinaus geht mein Dank natürlich an alle Einsender für ihre Teilnahme am Wettbewerb. Ich möchte sie ermutigen mit gleichem Engagement weiterzumachen, auch wenn es diesmal nicht für eine Prämierung gereicht hat.


André Mißbach

 


Geflügel wird zum

verbindlichen Unterrichtsthema

Text und Fotos: Wilhelm Bauer

Zu Beginn des Projektes musste ich als Lehrer noch viel erklären - heute machen das die Schüler


Zum Schuljahr 2007/2008 wechselte in an die Jahnschule in Harthausen, einer Grund- und Hauptschule auf den Fildern. Obwohl zu Filderstadt gehörend, hat sich die Gemeinde eine gewisse Ländlichkeit bewahrt. Nichtsdestotrotz liegt sie im engen Umkreis der Landeshauptstadt Stuttgart.


Die Chance Tiere, und zwar im speziellen Geflügel an einer Schule halten zu können, wollte ich eigentlich schon immer haben. Hier an der Jahnschule bot sich die Möglichkeit. Sowohl die Schulleitung als auch das Kollegium waren gleich von der Idee begeistert. Ein Atrium in der Schulmitte konnte dazu genutzt werden. Die Organisation des Ganzen war in Form eines Projektes angelegt, wobei die 5. Klasse als so genannte „Hühnerpaten“ eine herausgehobene Stellung hatte.



Küken faszinieren in jedem Alter

Leitgedanken des Projektes war die Schüler der Jahnschule nachhaltig zu unterstützen, zu fördern und beim Kompetenzerwerb verschiedene Ebenen aufzuzeigen, um sie gemäß dem Motto der Jahnschule „Fit fürs Leben“ zu machen.


Schüler in Hühnerprojekt eingebunden


Das Foyer der Jahnschule wird zum Brutraum ... und nichts passiert!

Wie kaum ein anderer Bereich fordert die Tierhaltung eine unabdingbare Nachhaltigkeit, ein Durchstehvermögen und die Fähigkeit auf verschiedene Situationen zuzugehen und entsprechende Lösungsansätze zu durchdenken und zu realisieren. Für die Schüler der Jahnschule heißt das, durch den täglichen Umgang mit den schuleigenen Zwerghühnern Erfahrungen machen zu dürfen, die sie in einer zumeist veränderten Lebenswelt so nicht mehr erleben können. Unsere Ziele sind dabei in erster Linie die Förderung der sozialen Kompetenzen sowie die Bereitschaft nachhaltiges, konzentriertes Arbeiten anzugehen und zu festigen. Dabei waren die Schüler von Anfang an in das Gesamtprojekt eingebunden. Sie erstellten zeichnerische Pläne zur Umgestaltung des Schulatriums, dem Bau des Hühnerstalles und machten erste Erfahrungen beim Umgang mit Beton. Ebenso wurden diverse Material- und Maschinenlisten erstellt, sodass der gesamte Bau zügig und nur durch geringe Begleitmaßnahmen der Lehrkraft unterstützt, voran gehen konnte.


Die Schüler machten bereits in dieser ersten Planungs- und Durchführungsphase die Erfahrungen, dass Fähigkeiten und Fertigkeiten ganz unterschiedlicher Natur sein können und die Erarbeitung konkreter Lösungswege nur im Team zu realisieren sind. Auffallend war dabei, dass sich auch sonst vermeintlich schwache und als „Außenseiter“ dastehende Schüler sehr gut einbringen konnten, was nachhaltig zum Erfolg des Ganzen beitrug. Die Stellung dieser Schüler in den Klassen sowie der ganzen Schule wurde dadurch erheblich gestärkt. Sie konnten Erfolge auf Gebieten vorweisen und damit ihre Kompetenzen und Stärken auch nach außen hin dokumentieren.

Beim Hühnerstallbau im Atrium waren alle voll dabei

Die gemachten Erfahrungen haben dazu geführt, dass die Schüler ihr Projekt um immer neue Inhalte und Aspekte erweiterten und sich selbst um eine weitere Informationsvertiefung bemühten. Sie entwickelten sich zu Experten und sind bereit, sich als Multiplikatoren der Schule und hier besonders den Grundschulklassen zur Verfügung zu stellen. Seit ein paar Jahren kommen nun auch Gymnasialklassen an die Jahnschule und es ist ein tolles Bild, wenn ein Hauptschüler mit dem Brustton der Überzeugung dem Gymnasiasten erklärt, wie die Entwicklung des Kükens, der Brutverlauf, der eigentliche Schlupf usw. funktioniert. Damit werden die Verknüpfungen und Verbindungen zwischen der Hauptschule zur Grund- und weiteren Schularten gefördert, was sich im täglichen, sozialen Umgang miteinander positiv auswirkt. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass die Gruppen des Projektnachmittags „Rund ums Huhn“ sich spontan dazu bereit erklärt haben, Grundschülerinnen Führungen anzubieten.

Am Tag der offenen Tür sind die Jahnschul-Hühner immer ein besonderer Anziehungspunkt

Ebenfalls ist die Versorgung der Schulhühner jeden Tag durch Schüler gewährleistet. Dabei werden neben den üblichen Fütterungs- und Tränkeaufgaben auch Reinigungs- und Pflegedienste sehr zuverlässig erledigt. Gerade diese Nachhaltigkeit, die auch darauf beruht, dass die Schüler sehr viel außerschulische Zeit aufbringen müssen, stärkt das Verantwortungsbewusstsein und das Verantwortungsgefühl ungemein. Dabei werden auch in der Schülerschaft Diskussionen angestoßen und mit viel Engagement geführt, die sonst wohl kaum in dieser Weise und Sachlichkeit anzutreffen sind. Die Argumentationskette bezieht sich hier nämlich kaum einmal auf einer niedrigen verbalen Ebene, sondern wird durch selbst recherchiertes Gedankengut verdeutlicht. So wurde bei der Diskussion ob Tiere, auch unsere Schulhühner, geschlachtet werden dürfen, unter anderem Albert Schweitzer und sein Ausspruch von „Ehrfurcht vor dem Leben“ erwähnt und reflektiert. Während bei der Planung zunächst nur eine stärkere Einbindung der unteren Hauptschulklassen angedacht wurde, hat sich dies völlig geändert. Gerade auch die Schüler der oberen Hauptschulklassen finden es geradezu „cool“, dass die Jahnschule Schulhühner hat. Beim täglichen Umgang mit den Hühnern schaffen sie es, ihr sonst von stark pubertären Einflüssen geprägtes Verhalten völlig umzustellen und fürsorglich für ihre Hühner da zu sein.

Verschiedene Hühnerrassen kennen zu lernen, gehört auch dazu.

 


Mit Farbe und Freude

 

 gegen die Vogelgrippe

 

Dem 2006 aufkommenden Frust, der durch die Restriktionen als Folge der Vogelgrippe entstanden war, wollten wir durch eine Aktion begegnen. Die Frage war nur wie, nämlich den Freunden und Bekannten mitteilen, an was man selbst Freude hat. Mitteilen heißt, etwas sagen oder schreiben und dies an möglichst viele Personen, auch wenn diese nichts mit dem Rassegeflügel am Hut haben. So ist aus einer Idee Wirklichkeit geworden, weil sechs Sondervereine sich zusammen getan haben und einen sechser Block Postkarten drucken ließen. Es wurden gezielt kleine und große Sondervereine angesprochen, um eine gute Streuung zu bekommen, um deren Bekanntheitsgrad zu fördern. Neben dem Club der Chabozüchter beteiligten sich der SV der Zwerg-Cochin-Züchter, SV des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes (Brahma sind abgebildet), Club der Brünner-Kröpfer-Züchter, SV der Züchter Englischer Short-Faced Tümmler und der SV der Gimpeltauben-Züchter. So konnte eine Auflage von 2500 Sätzen, also 15000 Karten entstehen. Es kostete für die  einzelnen Mitglieder, außer dem Engagement zum Mitmachen, fast nichts.

 

 

Es ging uns damals darum dem Rassegeflügel ein Gesicht und unseren Mitgliedern einen Anreiz zum Schreiben zu geben. Dies ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund, den Lobbyarbeit hat kleine Bausteine und braucht eine breite Basis. Zur Erinnerung: Es war eine große Verunsicherung eingetreten, weil ganze Bestände und Existenzen bedroht waren. Hier entstand eine freiwillige Kooperation, was auch heute noch bemerkenswert ist. So kann auch die neue Aktion als Anregung verstanden werden.

 

Versteigerung zu Gunsten

 

des Wissenschaftlichen Geflügelhofs

 

Die Vorlagen für den Druck wurden außerhalb der Kosten für die Postkarten finanziert. Es sind Aquarelle 48 x 32 cm von Benedikt Stammler gemalt und sie werden jetzt einzeln oder auch als Block gegen ein Höchstangebot abgegeben. Der Erlös geht zu 100% an den Wissenschaftliche Geflügelhof, dem Bruno – Dürigen – Institut. Am Stand „Mythos Chabo“ auf der Junggeflügelschau in Hannover (17. bis 19. Oktober) oder auch  per E-Mail – bartl.manfred@arcor.de – bitte ich um Angebote. Letztes Abgabedatum ist am Tag der Auswertung, am 25 Oktober 2014.

Manfred Bartl

 

Bilder bitte anklicken!

     

 

 

 

 

Postkartenserie nach Motiven

 

von Georg Kühn

 

 

Aufgelegt von Manfred Bartl

 

Karten bitte anklicken!

 

Faszination

 

Wir alle, liebe Leserinnen und Leser, bevorzugen das Vertraute und suchen doch das Besondere, mit dem wir uns Abwechslung vom Alltäglichen verschaffen. Trotz der bestehenden Überzeugung, dass unsere Zwerge, die Chabo, eine Anziehungskraft besitzen, der man sich nicht entziehen kann, ist eine Umgebung zu schaffen, mit der die Einzigartigkeit belebt werden kann. Die machbare Idylle im Kleinen ist mit keinem nennenswerten Aufwand verbunden. Hier kommt uns der Zeitgeist entgegen, weil es in der Gesellschaft eine Bewegung zum einfachen naturbezogenen Leben gibt. Diese auf den ersten Blick erstaunliche Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Wen wundert es, wenn nach den immer wiederkehrenden Lebensmittelskandalen, den Ursachen verfälschenden Schuldzuweisungen, nach idealen Lebens-bedingungen gesucht wird.

 

Der Mensch ist Teil der Natur und neigt aber auch zur Überdehnung des jeweiligen Anspruchs. Es entstehen gedankliche Ordnungen, in denen viele Realitäten keinen Platz mehr haben. Danach dürfte es z. B. keine entfesselten Naturgewalten wie an Elbe und Donau mehr geben. Es will sagen, dass es ganz vernünftig ist,  gut geerdet zu bleiben. Trotz aller Mühen und vor allem guten Willens klappt nicht alles auf Anhieb.

 

Ich greife die Gestaltung des Umfelds doch etwas näher auf. Es wird künftig zum Wohlergehen von Mensch und Tier noch mehr beitragen und sollte gerade für unsere Zwerge von uns propagiert werden. Dies, weil es eben keine besonderen Ansprüche sind, und die Möglichkeit einer ganz individuellen Ausstattung zulässt. Hier ist kein Wettbewerb, sondern das Maß der Freude ist die Messlatte. Natürlich muss jede Gemeinschaft nach ihren eigenen Interessen schauen – aber eine verantwortungsvolle Gemeinschaft muss sich auch nach dem Allgemeininteresse aller richten. Hier tritt das naturbezogene Leben wieder in den Vordergrund. Dafür zu werben, ist uns ein echtes Anliegen.

 

Herzliche Grüße

Ihr M. Bartl

 

 

 

 

Hier die Buchbesprechung aus dem Deutschen Tierärzteblatt – Zeitschrift der Bundestierärzte-kammer, Ausgabe Februar 2013:

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Die Gestalt der Taube – The Artist´s Guide to Pigeon Anatomy – Dieter M. Fliedner, 2012, Hardcover-Bildband,  186 S., 45 Tab., 15 Halbtonzeichnungen, 234 Farbfotos, darunter 55 ganzseitige Fotofarbtafeln, davon 10 ergänzt mit Halbtonzeichnungen. 125 €, erhältlich unter Tel. 03677 872785 oder naturskulptur@gmx.de, ISBN 978-3-00-039322-8

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Das Buch zur Vielgestaltigkeit der Rassetauben ist in Deutsch und Englisch abgefasst. Zur Anatomie der Taube gab es bisher nur Schemata, die von Generation zu Generation in Büchern weitergereicht wurden. Durch den Zuchtfortschritt der letzten hundert  Jahre ist eine Formen- und Nutzungs-variabilität in den einzelnen Rassegruppen entstanden, die Auswirkungen auf die Anatomie und besonders die Skelettentwicklung der Tauben zeigte.

            Dieter Fliedner ist Künstler und langjähriger Taubenzüchter. Um die Ursachen der Formenvielfalt zu klären, präparierte er Taubenkörper  verschiedener Rassegruppen und entdeckte bisher nicht erkannte anatomische Variationen der Skelette. Das Buch stellt die wichtigsten Rassegruppen hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte, Nutzung und Anatomie vor. Es werden Formen-, Warzen- und Huhntauben, Kröpfer, Farben-, Trommel- und Strukturtauben, Mövchen, Tümmler, Spielflug- und Brieftauben sowie Felsentauben beschrieben. Fotos der Präparationsarbeiten veranschaulichen besonders die  Besonderheiten der Skelette der jeweiligen Rassegruppe. Körper- und Skelettmaße sind den Abbildungen zugeordnet.

            Das Buch ist vorzüglich ausgestattet. Es liest sich gut. Es enthält eine Vielzahl neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Anatomie der Tauben. Die vorzüglichen und sensiblen ganzseitigen Farbaufnahmen von Lutz Ebhardt und die Handzeichnungen von Dieter Fliedner machen es zu einer bibliophilen Kostbarkeit mit angemessenem Preis. Das Buch kann Tierärzten, Landwirten, Biologen und Taubenzüchtern uneingeschränkt empfohlen werden. Es sollte in keiner naturwissenschaftlichen Bibliothek fehlen. Dieses Buch gibt außerdem Anregungen zum Überdenken der Zuchtziele und Rassestandards.

D. Butling, Berlin

 

 

Gedanken begleiten uns Geflügelliebhaber durchs Leben. Finden sie zusammen, entsteht ein gemeinsamer Weg.

 

Erinnern wir uns:

 

Ideen sind gefragt

 

Ausstellungen

 

Das Konzept – Erlebnislandschaften – hat der Chaboclub zusammen mit dem Brünnerclub 1995 als Anregung in Nürnberg aufgegriffen. Damals hatten wir eine dreiteilige Präsentation, bestehend aus einem Schaustand, einigen Volieren und Paarkäfigen sowie einer Käfiganordnung aufgebaut. Es war ein Kleinformat für künftige Ausstellungen, zumindest eine Alternative zu der heutigen Praxis. Auf der nationalen Rassegeflügelschau in Ulm 1999 haben wir den Faden weiter gesponnen und die Rassen des Jahres 1998 und 1999, die Chabo und die orientalischen Mövchen, sehr unterschiedlich vorgestellt. Jeder der beiden Stände hätte in einen Themenpark gepasst.

 

Gab es dazu überhaupt einen Anlass?

 

Ich denke schon, denn unsere Gesellschaft unterliegt einem rasanten Wandel und droht dabei in dem gelenkten Konsum zu ersticken. Gleichzeitig entrückt diese Gesellschaft mehr und mehr der Natur. Während die Anfänge der Rassegeflügelzucht doch mit einigen Privilegien verbunden waren, ist heute eine nahezu uneingeschränkte Verbreitung denkbar. Dies ist nicht zwingend unser Ziel, weil damit natürlich auch Gefahren verbunden sind. Vielmehr wird es darauf ankommen, die Forschung auf diesem Gebiet zu beleben und noch viel mehr dem Bedürfnis vieler, gerade ganz junger Menschen entgegen zu kommen.

Dazu eignen sich Ausstellungen ganz hervorragend. Mehrfach wurde auf regionaler Ebene Rassegeflügel nicht in Einzelkäfigen, sondern in einem vielfältigen Umfeld gezeigt. Der dabei bewiesene Ideenreichtum ermutigt sehr und wurde mit einem ganz außergewöhnlichen Zuspruch honoriert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es gerade Menschen sind, denen eine solche Berührung bislang nicht möglich war.

 

Foto: HK-Verlag
Foto: HK-Verlag

Zwangsläufig kommt die Frage auf, warum ist dies so?

 

Unverkennbar ist das Bedürfnis gegeben, mit einem Stück Natur in Berührung zu kommen. Wenn man die Besucher beobachtete, dann konnte man aus deren Verhalten und ihren Äußerungen schon einiges ablesen. Eine geradezu kindliche Unbefangenheit wird deutlich und lässt die damit verbundenen Wünsche und Hoffnungen aufleben. Nicht Einzelpersonen oder Gruppen, sondern die Mehrzahl der Besucher gab sich hingezogen, vielleicht sogar berührt von einer solchen Darstellung. Nun ist eine Ausstellung oder ein Teilstück davon wahrlich nicht die Natur. Es lässt jedoch die Chance einer Nachvollziehbarkeit erkennen.

 

Kann aus diesen Erfahrungen etwas für unser Ausstellungswesen abgeleitet werden?

 

Will man nicht nur Aussteller als Besucher und sucht man den Weg zur allgemeinen Aufmerksamkeit, dann eindeutig – Ja!

 

Foto: HK-Verlag
Foto: HK-Verlag

Die Vorstellung liegt in einer dreigeteilten Gliederung.

 

Im ersten Teil eine Standpräsentation. In diesem Sektor haben Vereine und Zuchtgemeinschaften die Möglichkeit einen Stand zu gestalten und mit Rassetieren zu besetzen. Gefragt sind dabei Ideenreichtum, Informationswert und Qualität der Tiere. Mehrere solcher Schaustände zu einem Kernbereich zusammengefügt, stehen im Wettbewerb zueinander. Eine Juri hätte die Bewertung des Gesamtensembles eines Standes vorzunehmen.

 

Der zweite Teil müsste einer Volierendarstellung Raum bieten. Hierzu gehören auch kleinere Einheiten für Stämme und Paare bei den Tauben. Auch hier ist ein schönes Ambiente zu beachten. Die darin gezeigten Rassen erhalten auch eine Bewertung nach heute gültigen Regeln.

 

Nun schließlich im dritten Teil könnte eine Einzeltiervorstellung erfolgen. Nahe liegend ist dabei eine Mengenbegrenzung durch eine geeignete Vorauswahl.

 

Foto: Udo Chocholaty
Foto: Udo Chocholaty

Keine Zeitverschwendung

 

Wir begrüßen es alle sehr, dass die Käfighaltung in der Wirtschaftsgeflügel-haltung eine Veränderung erfährt. Es bleibt dazu festzustellen, dass Außenstehende einen Käfig immer für einen Käfig halten, in den Tiere nicht hineingehören. Dies vermutlich auch dann, wenn auf eine sehr differenzierte Nutzung verwiesen wird. Wir tun also gut daran, diesen Vorgängen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, jedenfalls ist es keine Zeitverschwendung.

 

Was wäre nun damit erreicht?

 

Die Ausstellungen werden bunter und lebendiger. Sie erfüllen mehr den so notwendigen didaktischen Anspruch. Vielleicht gelingt es auch die Achtung vor dem Leben zu verbreiten. Schließlich hätten wir den gewünschten qualitativen Wettbewerb und gleichzeitig den Zugang zu einer breiten Bevölkerungsschicht. Schließlich würde dies auch helfen, den gesellschaftlichen Inhalt unserer Organisation zu verdeutlichen.

 

Was verbindet sich also mit dieser Idee?

 

-         Ausstellungen für ein breites Publikum.

-         Tiere auch in Zuchtgruppen zeigen, um unsere Haltungsformen deutlich zu machen.

-         Den vorhandenen Ideenreichtum in der Rassegeflügelzucht zur Schaugestaltung aktivieren.

-         Zuchtgruppen und Standbewertung neu in das Ausstellungswesen aufzunehmen.

-         Ein hoher Informationswert.

 

Manfred Bartl, 1995/1998

 

 

 

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23.08. Lebensmittelskandal

20.08. Zeltlager Essenbach

13.08. Leidenschaft (2)

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05.08. Leidenschaft rotgeherzte Brünner (1)  

26.07. Rotgeherzte Brünner (2)

22.07. Rotgeherzte Brünner (1)

13.07. Dick Hamers Federvieh

10.07. Kinderspaß

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03.07. Brünner Kröpfer aktuell

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24.06. Dick Hamers Federvieh

20.06. Dick Hamers Federvieh

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09.06. Jugendzeltlager

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27.04. Krähen, ein Problem?

22.04. Lietzow - Kleiber

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           (Teil II)

06.04. Bild Monat April

04.04. Alternative Fakten (Teil I)

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19.03. H5N8 Vogelkundler 

18.03. Wir sind nicht allein

15.03. Neu im Sprecherteam

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14.03. Prof. B. Grzimek (Teil II)

12.03. Prof. B. Grzimek (Teil I)

09.03. Safran - ein Farbgen aus
           Indien (Teil IV)

06.03. BDRG informiert

04.03. Bild März