Wildtauben

 

 

Felsentauben, Foto: Reinhold Deubelli
Felsentauben, Foto: Reinhold Deubelli

 

 

Beschriebene Wildtauben:

 

Guineatauben  -  Weißkappentauben  -  Madagaskar-Blautauben  -  Buchstabentauben  -  Turteltauben  -  Türkentauben  -  Schopftauben  -  Oliventauben  -  Ringeltauben  -  Jambu-Fruchttauben  -  Fächertauben  -  Grünflügeltauben  -  Felsentauben  -  Hohltauben

 

 

 

 

ROBUSTE AFRIKANER

 

GUINEATAUBEN

 

Guineatauben in ihrer natürlichen Umgebung, Foto: (c) Lietzow Naturfotografie
Guineatauben in ihrer natürlichen Umgebung, Foto: (c) Lietzow Naturfotografie
Guineatauben, Foto: Michael von Lüttwitz
Guineatauben, Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

Guineatauben (Columba guinea) sind zwar im Norden Guineas zu Hause, aber man trifft sie auch vom Senegal und Gambia im Westen bis nach Äthiopien und Somalia im Osten und weiter bis Tansania an. Die Unterart Columba guinea phaeonotus findet man jenseits des 10. südlichen Breitengrades. Ihr Lebensraum sind vor allem die Subtropen. Sie bevorzugen das offene Gelände, dort finden sie zahlreiche Sämereien von Gräsern, Kräutern, Sträuchern und Bäumen. Als Kulturfolger nehmen sie auch Getreide, Hirse, Erdnüsse und andere Früchte zu sich, die sie auf den Äckern finden. Auch Früchte und tierische Nahrung gehö-ren zu ihrem Nahrungsrepertoire. Vor allem die Täubinnen nehmen gern kleine Gehäuse-schnecken auf, um ihren Kalkbedarf abzudecken. Die baumbestandene offene Landschaft bietet Freiraum für die Nahrungssuche und Schutz zu-gleich. Ihre Nester bauen Guineatauben in Felsspalten, Baumhölen, in Nischen im Dach oder Mauerwerk der Siedlungen, aber auch in den Wedeln von Palmen.

 

 

Unterart Südliche Guineataube, Foto: (c) Lietzow Naturfotografie
Unterart Südliche Guineataube, Foto: (c) Lietzow Naturfotografie
Guineataube, Foto: Michael von Lüttwitz
Guineataube, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit als Kultur-folger gehört die Guineataube zu einer häufig vorhandenen Spezies in Afrika, und sie dehnt ihren Lebensraum immer weiter aus. Man trifft sie zuweilen in afrikanischen Siedlungen so häufig an, wie bei uns die Stadttauben. Lediglich die Vegetation grenzt ihren Lebensraum ein, und sie meidet Halbwüsten und Wüsten ebenso, wie den tropischen Regenwald. Ihr Reich sind lichte Wälder und Trockensavannen. Wie alle Tauben legt die Guineataube zwei Eier, die Jungen schlüpfen nach ca. 16 Tagen und werden in den ersten zwei Wochen mit Kropfmilch gefüttert. Sie gedeihen schnell, mit drei Wochen sind sie flügge und mit neun Monaten geschlechtsreif. Bei beiden Unter-arten unterscheiden sich Täuber und Täubin im Aussehen nicht. Auffällig ist die nackte rote Augenumgebung, die gelbe Iris zeigt einen oran-gefarbigen bis roten Ring. Die südliche Unterart ist etwas kräftiger gefärbt. Wegen ihres Halsgefieders werden sie auch Stricheltauben genannt. 

Guineataube, Foto: Michael von Lüttwitz
Guineataube, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Wegen ihres attraktiven Aussehens werden diese anspruchslosen Tauben auch gern in der Voliere gehalten. Zu anderen Tauben sind sie leider sehr unverträglich und auch die eigenen, abgeflogenen Jungen müssen bald aus der Voliere genommen werden. Sie kommen auch mit dem mitteleu-ropäischen Klima zurecht, brauchen aber einen windgeschützten Raum für die kalte und nasse Jahreszeit. In angebrachten Körbchen und Halb-höhlen bauen sie einfache Nester aus Reisig, Stroh und Grashalmen, beide Elternteile teilen sich Brut und Aufzucht. Wie alle Tauben brauchen sie ein ausgewogenes Körnerfutter, das mit allerlei Kleinsämereien verfeinert wird. Erdnüsse, Beeren und Grünfutter ergänzen das Nahrungsangebot. Gelegentlich wird das Futter mit einem Mineral-stoffgemisch angereichert, auch tierische Kost ist sehr gefragt. Guineatauben kommen aus weit-räumigen Lebensräumen. Volieren sollten deshalb groß und gut strukturiert sein und ihren Bewoh-nern viel Abwechslung und Beschäftigung bieten.

 

Quelle:

Barbara Klink, Geflügel-Börse 17/2014 

 

 

 

RARITÄTEN AUS MITTELAMERIKA

 

 

DIE WEISSKAPPENTAUBEN

 

Die etwas unscheinbarere Diademtäubin, Fotos: Thomas Müller
Die etwas unscheinbarere Diademtäubin, Fotos: Thomas Müller
Ein ausdrucksvoller Täuber
Ein ausdrucksvoller Täuber

 

 

 

 

Die Diadem- oder Weißkappentaube (Columba leuco-cephala) ist heute in den europäischen Zuchtanlagen nur noch selten anzutreffen. Zu Hause in Kuba, im Süden Floridas, auf den Bahamas, den Großen und Kleinen Antillen und entlang der Küsten von Panama lebt sie im Flachland mit gelegentlichem Baumbestand. Im Unterschied zu vielen anderen Columba-Arten kann man bei erwachsenen Tieren Täuber und Täubin gut an der Färbung der weißen Kappe unterscheiden. Das Weiß beim Täuber leuchtet, während die Kappe der Täubin mehr gräulich gefärbt ist. Die Täuber haben auch die stolzere Haltung und strecken den bemerkenswert langen Hals, wodurch das schillernde Nackengefieder präsentiert wird. Thomas Müller hat sich vor einigen Jahren zur Haltung dieser, als aggressiv beschriebenen Taubenart entschlossen und einen ersten, etwas ram-ponierten Täuber auf einem Vogelmarkt erworben. Dazu kam eine Täubin von einem deutschen Zuchtfreund. 

Junge Weißkappentauben bei Thomas Müller, Hamm
Junge Weißkappentauben bei Thomas Müller, Hamm

 

Die Tiere setzte er in eine Voliere von 2 x 6 Metern (2 m hoch), angrenzend an einen Stall, den sie aber nicht dauernd nutzen konnten. Um dem Bewegungsdrang der als aggressiv beschriebenen Tauben nicht einzu-grenzen, war die Voliere nur gering bepflanzt. Aus der Vergesellschaftung mit Geierperl-hühnern ergaben sich keine Probleme. Besu-cher bekommen die scheuen Diademtauben kaum zu Gesicht, weil sie sich sofort auf dem Balken des Dachüberstandes verstecken. Das Paar hat sich auf Anhieb gut verstanden und schon im ersten Jahr gab es Nachzucht in einem sehr versteckt gebauten Nest. Die Partner wechseln sich beim Brüten ab, wobei der Täuber nur wenige Stunden sitzt. Wegen der Flüchtigkeit der Tauben sind Nestkon-trollen nicht zu empfehlen. Die nach siebzehn Tagen geschlüpften Jungtauben wachsen zügig heran, wobei meistens nur ein Junges hoch kommt. Das Nest wird niemals zweimal hintereinander benutzt. Wenn der Täuber beginnt die Jungtauben zu vertreiben, sollte man sie herausnehmen. 

Im Vogelpark Walsrode, Foto: (c) Eckhard Lietzow
Im Vogelpark Walsrode, Foto: (c) Eckhard Lietzow

 

Eine Koloniehaltung der Diademtauben ist laut Literatur möglich. Das würde aber sehr große Flugvolieren bedeuten, in denen Agg-ressionen gegen einzelne Tiere unterbleiben, weil man sich auch gut ausweichen kann. Die Herkunft der Tauben verlangt nach einer frostfreien Überwinterung. Schwierig, weil die Stallhaltung diese Tauben noch nervöser macht. In milden Wintern hat sich die Um-wicklung einiger Sitzstangen in der Außen-voliere mit einem beheizbaren Kabel aus der Reptilienhaltung bewährt. Die Tauben wissen die warmen Stellen sehr zu schätzen und übernachten ausschließlich dort. Das geht natürlich nur in einem sehr trockenen Bereich. Erfrierungen oder Verluste bei niedrigen Tem-peraturen hat es nicht gegeben. Die Ent-wicklung der Art gemäß der Nachzucht-statistik der sehr rührigen IG Wildtauben in der AZ ist sehr bedenklich. Aktuelle Infor-mationen besagen, dass auch eine leichte Bedrohung der Bestände in Freiheit anzu-nehmen ist. Und so wünscht sich Thomas Müller, dass diese zwar etwas zurückhaltend gefärbte, aber doch sehr interessante Art weiter neue Liebhaber finden möge.

W. Schr.

 

Quelle:

Thomas Müller, Geflügelzeitung  23/2013

 

  

 

 

BEWOHNER IMMERGRÜNER

 

TROPENWÄLDER

 

 

Foto: (c)Lietzow-naturfotografie
Foto: (c)Lietzow-naturfotografie

 

DIE MADAGASKAR-

 

FRUCHTTAUBE

 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

Die Madagaskar-Fruchttaube (Alectroenas madagascariensis) lebt in den Tropenwäl-dern von Madagaskar von der Küste bis auf Höhen von 2000 Meter. Der tropische Re-genwald wird durch Holzabbau immer mehr zurückgedrängt, was den Lebensraum die-ser schönen Wildtauben immer mehr ein-schränkt. Wenn dem Holzschlagraubbau kein Einhalt geboten wird, wird diese ein-stige Regenwaldinsel bald nur noch eine Trockensavannenvegetation aufweisen. Diese Fruchttauben, der Name drückt es aus, leben von Früchten aller Art, was für viel Abwechslung in ihrem Nahrungsspek-trum sorgt. Sie halten sich überwiegend in den Blätterdächern der Urwälder auf, und man sieht sie eigentlich nur, wenn sie sich einzeln, paarweise oder in kleinen Trupps auf abgestorbenen Ästen ausruhen, die aus dem Kronendach des Waldes heraus-ragen. Ihre Farbe ist ein dunkleres Grau-blau, der Kopfbereich hebt sich deutlich aus dem Federwerk und der breite rötliche Au-genring prägt eindrucksvoll das Gesichts-feld. 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

Madagaskar-Fruchttauben haben etwa die Größe von Lachtauben erscheinen aber deutlich kompakter und schwerer. Mit einem Körpergewicht von etwa 175 Gramm sind sie aber alles andere als Schwergewichte. In großen Höhen von sechs bis zwanzig Metern bauen sie ihre Nester in geeignete Astgabeln hoher Laubbäume. Brutzeit ist je nach Region von Juli bis März. Das Gelege besteht aus einem weißen Ei. Dem einzigen Küken gilt dann die ganze Aufmerksamkeit beider Eltern.

 

In Menschenobhut sind die Blauen Madagas-kar Fruchttauben kaum verbreitet. Umso er-freuter war man im Weltvogelpark Walsrode, als man  dort im Jahre 2005 die Welterst-nachzucht vermelden konnte. Wünschen wir diesen attraktiven Wildtauben, dass die Einsicht zunimmt, ihr natürliches Habitat zu erhalten. Die Nachzucht in Menschenhand kann wichtig sein, ersetzt aber niemals einen intakten Lebensraum.        

 

 

Fotos:

1 und 4: (c) Lietzow-Naturfotografie

2 und 3: Michael von Lüttwitz

 

Quelle:

Thomas Schneider, Geflügel-Börse 1/2014                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  

 

 

 

BUCHSTABENTAUBEN

 

 

LEBEN AUF DEM BODEN

 

Ein verliebtes Pärchen, Fotos (c)lietzow-naturfotografie
Ein verliebtes Pärchen, Fotos (c)lietzow-naturfotografie

 

Australien ist die Heimat der Buchstaben--tauben (Geophabs scripta). Dort trifft man sie in zwei Unterarten an: Geophabs scripta scripta und Geophabs scripta peninsulae.Das Verbreitungsgebiet ist auf den Nordosten begrenzt, wobei die Nominatform im zentra-len Queensland südwärts bis in den Norden von Neu-Süd-Wales zu Hause ist. G. s. penin-sulae hat ihren Lebensraum vom zentralen Queensland bis zur Nordspitze (Cape York).  Beide Unterarten kommen in einem kleinen Überlappungsgebiet in Zentral-Queensland gemeinsam vor. Das tropische bis subtro-pische Klima ihres Lebensraums bedeutet, dass diese Täubchen eine sonnige, Licht durchflutete Außenvoliere und eine gut ge-heizte, helle und vor allem trockene Innen-voliere in der kälteren Jahreszeit und bei Regenperioden brauchen, wenn sie privat oder im Zoo gehalten werden. Sie lieben einen trockenen Sandboden und lichte, höhere Gräser, die ihnen Deckung geben. Ein Stein oder eine Wurzel dient ihnen als Aussichtspunkt. Gerne sitzen sie unter einer Wärmelampe, die das Sonnenlicht nachahmt.

Fotos: Michael von Lüttwitz
Fotos: Michael von Lüttwitz

 

In ihrem natürlichen Habitat leben Buchsta-bentauben in der mit Eukalyptusbäumen durchsetzten, mehr oder weniger offenen Savanne. Und, etwas untypisch für Tauben, sie leben auf dem Boden und brüten da auch in einer kleinen Bodenmulde, mit etwas Pflanzenmaterial ausgepolstert. Wie alle Tau-ben legen sie zwei Eier, aus denen nach siebzehn  Tagen die Küken schlüpfen. Gut gefüttert wachsen die schnell heran und verlassen schon nach neun Tagen das Nest. Sie leben oft auf den Weiden von Rindern und Schafen und profitieren von den für diese Haustiere angelegten Wasserstellen. Nähert sich Weidevieh, ducken sich Buchstaben-tauben ganz eng auf den Boden, kommt die Gefahr von Dingo, Fuchs oder Katze laufen sie weg, und wird es eng, fliegen sie im Schreckflugstil auf und im Gleitflug weg. Gern landen sie dabei auch auf einem Baum. Dort warten sie, bis die Gefahr vorüber ist, um möglichst bald wieder auf den Boden zu flattern. 

 

Gemäß ihrer natürlichen Lebensweise sollten diese Täubchen auch am Boden gefüttert werden. Für den Stoffwechsel wichtig ist immer zur Verfügung stehen-des frisches Wasser und viel frische Pflanzenkost. Dabei wird Vogelsternmiere besonders gern aufge-nommen. Ihr Hauptfutter sind kleinere Sämereien von Gräsern und Kräutern, die sie in der Savanne in Hülle und Fülle finden. Das Futter kann man ihnen in den Sand streuen, damit sind sie längere Zeit mit der Futteraufnahme beschäftigt. Dieses Nachahmen der zeitaufwändigen Futtersuche in der Natur ist in Menschenhand die hohe Kunst der Tierhaltung. Wie diese Erkenntnisse heute in die Tat umgesetzt werden, kann man in Zoos und Tiergärten gut beobachten. Auch angekeimtes Futter ist neben etwas tierischer Kost sehr gut für die Gesunderhaltung aller Tauben-arten. In ihrer Heimat nehmen Buchstabentauben mit Vorliebe Insekten, Spinnen und anderes Kleingetier auf. Der Bestand in ihrem Lebensraum nimmt zwar ab, doch die Bestandsstärke bereitet noch keine ernst-haften Sorgen.

 

Quelle: Bärbel Schneider, Geflügel-Börse 3/2014

 

 

Karte: (c)lietzow-naturfotografie.de
Karte: (c)lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

 

TURTELTAUBEN

(Streptopelia turtur, Linné 1758)

 

 

 

Die Nominatform der Turteltaube ist über ganz Europa verbreitet. Besonders häufig ist sie im Mittelmeerraum anzutreffen. Sie lebt in lichten Mischwäldern, in Feldgehölzen, Park- und Ödland, Auwäldern und Seengebieten mit Gehölzbewuchs. Sie ist nur wenig größer als die bekannte Lachtaube und besonders auffällig ist ihre Halsseitenzeichnung und die rotbraune Säumung der Flügeldecken auf brau-schwärz-lichem Grund, was ihr ein besonderes Aussehen verleiht. Die weiblichen Tiere sind in der Regel etwas kleiner als die männlichen und etwas mat-ter gefärbt. Turteltauben sind bei uns Zugvögel und folglich deswegen nicht winterhart in Mit-teleuropa. Ihre Überwinterungsgebiete liegen in Südfrankreich, dem Mittelmeerraum und Nord-afrika. Im April kehren sie dann meist in ihre angestammten Brutgebiete zurück.

 

 

 

Handaufgezogene Jungtauben des bekann-ten Ornithologen Oskar Heinroth nahmen gern Insekten auf, was ein Hinweis darauf sein kann, dass sie auch in Freiheit animalische Kost nicht verschmähen. Ansonsten besteht ihre Nahrung aus Sämereien und Pflanzenteilen. Beide Eltern errichten gut versteckt ein Nest aus Zweigen in Büschen und Bäumen. Nach Tau-benmanier besteht das Gelege aus zwei Eiern, die 15 Tage bebrütet werden. Meist verlassen sie die Jungvögel nach zwei Wochen das Nest und verbleiben noch eine Zeit lang in der Nähe, bis sie an Fluggewandtheit zugelegt haben. Der Balzflug gleicht dem der Ringeltauben, doch ist der Aufstieg schneller und steiler. Im Flugbild sind die weißen Spitzen der Steuerfedern gut erkennbar, wenn sich der Schwanz fächerförmig ausbreitet. Leider ist der Bestand rückläufig, Gründe sind zu suchen in der intensiven Nutzung der Landschaft durch den Menschen und den Jagddruck in manchen Ländern.

 

 

 

 

Fotos: © lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

Quellen:        

 

Alois Münst, Josef Wolters, Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

 

Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

 

Karte: (c)Lietzow-naturfotografie.de
Karte: (c)Lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

 

TÜRKENTAUBEN

(Streptopelia decaocto, Frivaldsky 1838)

 

 

 

 

 

Türkentauben kommen ursprünglich im asiatischen Raum vor, haben sich allerdings im letzten Jahrhundert bis nach Europa ver-breitet. Die erste Brut in Westfalen wurde laut NABU 1948 registriert. Türkentauben leben oft in der Nähe menschlicher Siedlungen in Städten, Parks und großen Gärten. Als Kulturfolger ist die Türkentaube häufig anzutreffen. Ihre Nah-rung besteht aus Sämereien, Beeren und Pflan-zenteilen. Sie ähneln farblich den Lachtauben, sind jedoch gräulicher, etwas größer und haben eine unterschiedliche Färbung der unteren Schwanzdeckfedern. Das Gelege besteht aus zwei Eiern, die 14-16 Tage bebrütet werden. Die Nestlingszeit beträgt bis 17 Tage. Das helle Gefieder ist überwiegend beige-gräulich-braun. Erkennungsmerkmal sind schwarzer Nackenring und auffallend weiße äußere Schwanzfedern.

 

 

 

Imposant ist ihr Balzflug: Mit klatschenden Flügeln steigt der Täuber auf und segelt dann mit ausgebreiteten Schwingen herab. Ein herzer-wärmendes Bild, das uns auch im Alltag begeg-nen kann, denn Türkentauben zählen zu unseren wenigen einheimischen Wildtaubenarten. Dies sind Ringeltaube, Hohltaube, Turteltaube, Tür-kentaube und Stadttaube. Das Nest wird aus dünnen Zweigen gebaut, das in jeder Brut-periode neu errichtet wird. Für Mitteleuropa wird ein Brutzeitraum von März bis Oktober angegeben, wobei auch schon Winterbruten beobachtet worden sein sollen. Die Jungen ver-lassen schon recht bald das Nest und sitzen fest gekrallt auf dünnen Ästchen in Nestnähe. Noch bevor die Jungtauben selbstständig sind, begin-nen die Eltern oft mit der nächsten Brut, so dass in unseren Breiten drei bis fünf Bruten pro Jahr möglich sind. Notwendig wird die mögliche Reproduktionsrate bei hohem Beutegreifer-druck.

F.B.

 

 

 

 

Fotos:           

 © lietzow-naturfotografie.de

 

Quellen:        

Alois Münst, Josef Wolters, Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

 

 

schopftauben

(Ocyphaps lophotes, Temminck 1822)

 

 

 

 

Von ihrem ursprünglichen Vorkommen her sind Schopftauben reine Australier. Sie leben in flachen und trockenen Arealen mit Bäumen und Sträuchern, auch in offenen Waldgebieten und Kulturlandschaften. Ihre Nahrung besteht aus Sämereien, Keimlingen und Pflanzenteilen, die am Boden aufgenommen werden. Ihre Gestalt ist schlank und sie ist etwas mehr als lachtaubengroß. Ihr auffälligstes Merkmal ist der spitze Federschopf. Das Kopfgefieder ist grau, das Mantelgefieder hellbraun mit bronzegrünem Schimmer. Der Schnabel ist schwärzlich, die Läufe sind rötlich, ebenso wie der Augenrand. Charakteristisch in der Färbung sind noch die Bänder auf den Flügeldecken. Im Flugbild wechseln Gleitflug und schneller Flügelschlag. 

 

Hierzulande sind Schopftauben beliebte Volierenvögel. Ihre positiven Eigenschaften liegen in ihrer besonderen Erscheinung durch Federschopf und Gefiederfärbung, der leichten Vermehrbarkeit und unkomplizierten Haltungs-möglichkeit. Gleichwohl stammen sie aus einer wärmeren Klimazone und sollten bei uns frost-frei überwintert werden. Gegenüber anderen Taubenartigen gelten sie als nicht besonders friedliebend, deswegen sollte nur ein Paar der Art in einer Voliere gehalten werden. Vom ehe-maligen Lorenzschen Forschungsinstitut für Verhaltensforschung in Seewiesen wird über die Freiflughaltung von Schopftauben unter be-stimmten Bedingungen berichtet. Auch von Nicolai ist davon zu hören. Täuber und Täubin sind im Gefieder gleich gefärbt. In der Balz wirbt der Täuber von seinem Sitzplatz aus, indem er sich nach vorn beugt und die Steuerfedern leicht fächert. Dabei sind die Flügel leicht abgespreizt. Das Gelege wird 18 Tage bebrütet und die Jungvögel fliegen mit ungefähr drei Wochen aus. Mit fünf Wochen gelten die Jungvögel als selbstständig.

F. B.

 

 

Fotos:             © lietzow-naturfotografie.de

 

Quellen:         Alois Münst, Josef Wolters, Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

                        Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

 

 

 

OLIVENTAUBEN

(Dendrotreron arquatrix, Temminck 1809)

 

Fotos: © lietzow-naturfotografie.de                               Bilder anklicken!

Oliventauben sind ungefähr so groß wie Ringeltauben, haben aber einen gedrungeneren Körperbau und einen kürzeren Schwanz. Mantelgefieder und kleine Flügeldecken sind purpurfarben, das Gefieder ist reich mit kleinen weißen Tupfen versehen. Die Täubin ist an der Brust weniger kräftig gefärbt und wirkt in der Zeichnung weniger klar. Schnabel, Läufe und Augenringe sind gelb. Als Waldbewohner höherer Lagen ernähren sich die Tiere von Sämereien, Früchten und Beeren. Dabei nehmen sie ihre Nahrung sowohl im Geäst von Bäumen und Sträuchern auf, als auch vom Boden. Wirbt der Täuber um die Täubin, steht er fast aufrecht und bläht leicht seinen Kropf auf. Das Gelege besteht aus einem Ei, das von  beiden Partnern 18 Tage bebrütet wird.. Die Jungtiere verbleiben etwa 25 Tage im Nest bis sie flügge werden. In unseren Breiten sind Oliventauben nicht winterhart und müssen frostfrei den Winter überdauern, da sie ursprünglich in Regionen von Ost- bis Südafrika vorkommen.Oft fällt auch ihre Fortpflanzungszeit in unsere Wintermonate.

 

 

Nach Wolters gelten Oliventauben als durchweg empfehlenswerte Pfleglinge, die durch ihre besondere Erscheinung und den Kontrast zwischen Zeichnung und Farbgebung wirken. Von der Ersteinfuhr in den Londoner Zoo wird 1864 berichtet. In der Haltung gelten sie als friedliche Individuen, auch in der Verträglichkeit gegenüber anderen Arten. Untergebracht werden sollten sie in einer geräumigen Voliere mit ausreichend naturnah nachempfundenen Strukturen mit Ästen unterschiedlicher Stärken. Bekannt sind sie auch unter den Namen Gelbaugen- oder Purpurtaube.

F. B.

 

Quellen:        

Alois Münst, Josef Wolters,

Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

                       

Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

(c) lietzow-naturfotografie.de
(c) lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

 

RINGELTAUBEN

 

(Columba palumbus, Linné 1758)

 

Ringeltauben, Foto: (c) Eckhard Lietzow, www.lietzow-naturfotografie.de
Ringeltauben, Foto: (c) Eckhard Lietzow, www.lietzow-naturfotografie.de
Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer

Ringeltauben werden oft kaum beachtet, weil sie ihren Lebensraum zunehmend mit dem der Menschen teilen und oft zum Alltagsbild gehören. Das bleibt nicht immer konfliktfrei. Vergessen wird dabei gern, dass Ringeltauben zu den wenigen Wildtaubenarten zählen, die in Mitteleuropa heimisch sind; und sie hier die größte einheimische Taubenart darstellen. Ihr ursprünglicher Lebensraum sind die offenen Landschaften mit Waldflächen und Gehölzen der Feldflur. Und da die Menschen in den Industrienationen auch den ländlichen Raum durch industrielle Landwirtschaft intensiv nutzen, sind die Ringeltauben auch zum Kulturfolger geworden und leben in den Grünanlagen der Städte, in Parks, auf Friedhöfen und in unseren Gärten. Nicht immer zum Wohlgefallen der Menschen, die ihre Fahrzeuge unter den Schlafbäumen der Ringeltauben parken.

 

Foto: (c) Eckhard Lietzow
Foto: (c) Eckhard Lietzow

 

Im Flugbild fällt die weiße Zeichnung der Flü-gel besonders auf, charakteristisch ist der eher gedrungene Körper im Verhältnis zum kleinen Kopf und langen Schwanz. Außerhalb der Paarungszeit sind sie oft in großen Schwärmen anzutreffen, von ihrer Entwicklungsgeschichte sollen sie näher verwandt sein mit den Fruchttauben als den Felsentauben. Wenn ein Paar sein Revier bezogen hat, lässt der Täuber seinen Balzruf ertönen und beginnt mit dem Balzflug. Dabei fliegt er zunächst schräg nach oben, spreizt den Schwanz und fliegt flügel-klatschend abwärts, um zugleich das Spiel nach einem Bogenschlag zu wiederholen. Je nach Witterung beginnt die Brut ab Ende März. Die Partner wechseln sich im Brutgeschäft ab und beziehen oft jahrelang den gleichen Neststand-ort. Schätzen wir die Ringeltauben als größte unserer wenigen einheimischen Taubenarten.

F. B.

 

Quellen:         Alois Münst, Josef Wolters, Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

                        Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

 

 

JAMBU-FRUCHTTAUBEN

 

KRONJUWELEN UNTER DEN

 

fRUCHTTAUBEN

 

 

Foto: (c)lietzow-naturfotografie
Foto: (c)lietzow-naturfotografie
1,0 Jabu-Fruchttaube im Zoo Dallas, Foto: Pfleiderer
1,0 Jabu-Fruchttaube im Zoo Dallas, Foto: Pfleiderer

 

Den Bemühungen des Europäischen Frucht-taubenprojekts unter Führung von Bernd Marcordes ist es zu verdanken, dass diese Art aus den USA wieder legal nach Deutschland gelangen konnte, nachdem ihr Bestand hierzulande schon einmal offiziell erlöscht war. Im Kölner Zoo gibt es eine kleine Zuchtgruppe, im Vogelpark Walsrode leider nur drei Weibchen ohne Täuber. Das Verbreitungsgebiet dieser wunderschönen Fruchttaube erstreckt sich auf die Malaische Halbinsel, Sumatra, Westjava und Borneo, wo ihnen die tropischen Wälder mit ihrer Pflan-zenvielfalt einen idealen Lebensraum bieten. Dort finden sie genügend Brutmöglichkeiten, Früchte, Feigen und Beeren und warm genug ist es in den Tropen allemal. Bei dieser Art hebt sich der farbenprächtige Täuber beson-ders stark von der schlicht grün mit weißlich aufgehelltem Bauchgefieder gefärbten Taube ab. Wärme ist vor allem für die Kleinen not-wendig, weil die schon sehr früh das Nest verlassen und dabei erst ein Viertel so groß sind wie ihre Eltern. Der derzeitige Bestand im Fruchttaubenprojekt ist erst im Aufbau befindlich. Um Störungen zu vermeiden, ist die Einzelhaltung der Paare üblich. Als Futter wird ein täglich frisch zubereiteter Obstsalat aus süßen Äpfeln, Bananen, Birnen, Wein-trauben, Beerenobst, Ananas, Kivis, Melonen, Mangos und vieles mehr, klein geschnitten gereicht.

 

 

Täubin im Weltvogelpark Walsrode. Foto: Zenker
Täubin im Weltvogelpark Walsrode. Foto: Zenker

 

Für die Zukunft und den Fortbestand dieser herrlichen Fruchttaubenart bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sich die kleine Popu-lation im Kölner Zoo erfolgreich fortpflanzt und die Nachzuchten ausschließlich in erfah-rene Hände gelangen. Früher wurden die Fruchttauben „verheizt“, dieser Umgang mit Raritäten aus der Natur muss endgültig der Vergangenheit angehören. Vielleicht wird es so gelingen die Bestände dieser Edelsteine unter den Wildtauben auf Dauer in mensch-licher Obhut zu sichern. Jedes Einzeltier zählt, sollte aufgespürt und neuen Zuchtpaaren zugeführt werden und so zum Erhalt dieser einmaligen Jambu-Fruchttauben beitragen.

 

 

Quelle:

Christian Zenker,

Geflügelzeitung 21/2013

 

 

 

 

 

FÄCHERTAUBEN

 

(Goura victoria, Fraser 1844)

 

Familientreffen im Unterholz vom Weltvogelpark Walsrode, Foto: Erich Keller
Familientreffen im Unterholz vom Weltvogelpark Walsrode, Foto: Erich Keller
Quelle: Wikipedia, Foto: Adrian Pingstone
Quelle: Wikipedia, Foto: Adrian Pingstone

 

 

 

Fächertauben , auch Victoria-Krontaube genannt, werden bei den Taubenvögeln in die Gattung der Krontauben eingeordnet. Neben ihrer beachtlichen Größe von  bis zu 74 cm Körperlänge und einem Gewicht von mehr als zwei Kilogramm ist die die Fächerhaube dieser Vögel auffällig unter den Taubenartigen. Verwechselt werden kann sie mit den beiden anderen Kron-taubenarten, der Krontaube und der Rotbrust-Krontaube. Die Haubenspitzen der Fächertauben haben jedoch im Vergleich dunkelblaue, weißgesäumte spatelförmige Spitzen. Die Geschlechter sind nicht verschieden in ihrer Erscheinung. Die Oberseite des Körpers und seitlich ist dunkel graublau. Hals, Brust und Unterseite sind purpurrot. Der Flügeldecken haben einen hellgrauen Fleck mit bräunlichem Saum. Rot ist die Iris, die Läufe leuchten purpurrot. Die Fächertaube ist etwas kleiner als die anderen Krontaubenarten und nach Rösler ist sie ebenfalls kleiner als ihre Unterart, die Beccari-Fächertaube. Ihr Vorkommen liegt auf Neuguinea in Wäldern des Tieflandes und auch in Sumpfgebieten.

 

 

 

Auf Nahrungssuche (Sämereien, Früchte und Insekten) sind Fächertauben mit ihrem schrei-tenden Gang auf dem Waldboden anzutreffen. In Ruhephasen baumen sie auf, die Nester werden im Geäst von Bäumen gebaut. Das Gelege besteht aus nur einem Ei und wird 28 Tage bebrütet. Oft anzutreffen sind Fächer-tauben  in geräumigen Tropenhäusern vieler Zoos. Hier gelingt vielfach die Zucht durch optimale „Tropenbedingungen“. Auf Besucher wirken sie dort durch ihre imposante Größe, ihre Erscheinung und den schreitenden Gang mit wippenden Steuerfedern.

F.B.

 

 

 

 

 

Quellen:

 

Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

Heinz-Sigurd Raethel, Wildtauben,

Stuttgart 1980 

Fotos von Michael von Lüttwitz                                                 Fotos unten bitte anklicken!

 

 

 

GRÜNFLÜGELTAUBEN

 

(Chalcophaps indica, Linné 1758)

 

 

Grünflügeltauben bei Markus Dengler
Grünflügeltauben bei Markus Dengler
Foto Michael von Lüttwitz
Foto Michael von Lüttwitz

Grünflügeltauben werden  manchmal auch „Glanzkäfertauben“ genannt, was verständlich wird bei smaragdgrünem Flügel und Rücken mit Kupfer- und Bronzeglanz. Oberkopf und Nacken sind graublau, Kopfseiten und Hals weinrot. Die Körperform ähnelt in etwa der Größe der Lachtauben, sie sind aber etwas kompakter mit kürzerem Schwanz. Gebildet werden einige Unterarten, die über Südostasien und Australien verbreitet sind.

 

Bewohnt werden dichte Wälder, in denen sie einzeln oder paarweise auf Nahrungssuche gehen. Dabei kommen Sämereien des Baum- und Strauchwerks in Frage, wie auch Beeren, Früchte und Kerbtiere. Gefressen wird nicht nur im Geäst, sondern auch am Boden, die Suche nach Fressbarem erstreckt sich auch auf die offene Landschaft. Von ihrer Erscheinung und ihrem Verhalten her sind Grünflügeltauben sehens- und liebenswerte Volierengenossen, die sich zumeist friedfertig geben. Ihre Unterkunft beim Menschen sollte entsprechen groß und gut strukturiert gestaltet sein, damit der Erhaltungszuchtgedanke optimal umgesetzt wird. Die beiden cremefarbigen Eier werden 14 Tage lang bebrütet und reifen zu schwärzlichen Daunenjungen, die nach ca. zwei Wochen ihr Nest verlassen. Man hört von guten Nachzuchtquoten in Menschenobhut, eine gute Ausgangsbasis zur Arterhaltung, wenn Wildbe-stände in Bedrohung geraten sollten.           F. B.

 

Quellen:         Alois Münst, Josef Wolters, Tauben - die Arten der Wildtauben, Bottrop 1999

                        Gerhard Rösler, Die Wildtauben der Erde, Hannover 1996

 

 

 

DIE FELSENTAUBEN

 

VORFAHREN ALLER HAUS-, STADT-

 

UND RASSETAUBEN

 

Felsentauben fliegen weite Strecken, Foto: Reinhold Deubelli
Felsentauben fliegen weite Strecken, Foto: Reinhold Deubelli
Foto: Günter Stach
Foto: Günter Stach

Felsentauben (Columba livia) haben mit Ausnahme der Kältepole, von den felsigen Regionen Nordafrikas, Arabiens und Vorderasiens kommend, die ganze Welt erobert. Sicher einer der Gründe, warum Menschen und Tauben in so einer beson-deren Beziehung zu einander stehen. Auch wir haben, überwiegend paarweise lebend, die ganze Welt besiedelt. Die Tauben sind uns gefolgt; von den Klippen und Felsen ihrer ursprünglichen Heimat kommend, haben sie sich in Tempeln, Städten und Dörfern angesiedelt. Den Menschen gefiel ihr emsiges Treiben und sicher wussten sie auch schon immer ihr gesundes, schmackhaftes Fleisch zu schätzen.

Foto: Günter Stach
Foto: Günter Stach

 

Felsentauben sind sehr anpassungsfähig, fluggewandt, ausdauernd und wachsam. Ihr ausgezeichnetes Orientierungsvermögen erlaubt es ihnen, weite Gebiete zur Nahrungsaufnahme zu nutzen. Bei der Wahl ihrer „Behausungen“ sind sie sehr anspruchslos. Klippen, Felsvorsprünge oder Grotten, ein wenig Nistmaterial und schon ist der Brutplatz eingerichtet. Bäume meiden sie, und der Täuber, der den attraktivsten Brutplatz erobert hat, bekommt auch die schönste Täubin. Bald liegen zwei Eier in dem einfachen Nest, die gemeinsam bebrütet werden. Das hängt sicher damit zusammen, dass sie oft weite Strecken zu den Nahrungsplätzen zurücklegen müssen, und deshalb auch die Täubin für mehrere Stunden die Brut verlassen muss. Die Jungen verbleiben sieben, acht Wochen im Nest, bis sie voll ausgefiedert sind, dann fliegen sie los und landen sicher im Zielgebiet.

 

Felsentauben in Südindien, Foto: Günter Stach
Felsentauben in Südindien, Foto: Günter Stach

 

Felsentauben leben in großen Kolonien, was erhöhten Schutz für das einzelne Individuum bedeutet. Wenn der ganze Schwarm dieser taubenblauen Vögel fliegt, ist das ein herrliches Bild. Da geht es in rasantem Tempo, schnellen Richtungswechseln, mal rasch aufsteigend, dann wieder steil abtau-chend in weiten Kreisen durch die Luft. Das ist Lebensfreude pur, es schützt aber auch bei Angriffen von Beutegreifern. Felsentauben ernähren sich von allem was Natur und Jahreszeit bieten, dabei sind viel Grünes, auch Würmer und anderes Kleingetier, die Hauptnahrung bei der Aufzucht der schnell wachsenden Jungen. Sämereien finden sie ja erst in der zweiten Jahreshälfte. 

 

Standort treue Felsentauben bei Günter Stach
Standort treue Felsentauben bei Günter Stach

Die Mensch-Taube-Beziehung geht ca. 7000 Jahre zurück. In dieser Zeit sind, überwie-gend durch Farbmutationen, mehr als 300 verschiedene Rassen und Formen entstan-den. Mutationen treten auch bei Wildtieren auf, können sich da aber nicht behaupten. Die Menschen fanden zu allen Zeiten Gefallen an diesen Veränderungen und in ihrem Schutze konnten aus Mutanten all die Varianten entstehen, die wir Rassen nennen und vor allem in den letzten 150 Jahren standardisiert haben. Denken wir aber immer daran: In Typ und Farben haben sich unsere Haustauben in viele Richtungen entwickelt, sie haben aber immer noch alle Gene ihrer wilden Vorfahren und auch deren Ansprüche an ein taubengerechtes Dasein.

W. Sch.  

(Quellen: Wikimedia und Günter Stach).

Karte: (c)lietzow-naturfotografie
Karte: (c)lietzow-naturfotografie

 

 

 

 

 

 

Hohltauben

(Columba oenas, Linné)

 

 

Fotos: Michael von Lüttwitz
Fotos: Michael von Lüttwitz

 

Die Hohltaube ist eine der wenigen einheimischen Taubenarten. Sie ist merklich kleiner und dunkler als die Ringeltaube und von ihr leicht zu unterscheiden durch das Fehlen von Weißanteilen im Gefieder an Hals und Flügeln. Artzeichen sind der glänzend grüne Fleck an den Halsseiten und zwei kurze, unterbrochene schwarze Flügelbinden. Im Winter sind sie häufig in Schwärmen unterwegs, die sich im Frühjahr in Paarkonstellationen auflösen. In der aufgeräumten Kulturlandschaft hat sie es als Höhlenbrüter oft schwer, geeignete Baumhöhlen zu finden, bietet man ihr Nistkästen an, konkurriert sie oft mit Dohlen. Der Mangel an geeigneten Nisthöhlen lässt sie mitunter an ungewöhnlichen Plätzen brüten. Beobachtet wurden sie schon in alten Elsternnestern, Kaninchenbauen, Fels- und Gebäudenischen. Die Brutdauer beträgt 16-17 Tage.

 

Die Hohltaube ernährt sich von Sämereien der Gräser, Bäume und Getreidearten im reifen oder halbreifen Zustand und von Wildkräutern. Sie bewohnt Wälder, Kulturland, Gärten und Parks und ist verbreitet in Europa bis Westsibirien im Osten und Kleinasien und Nordafrika im Süden.

Quellen:         Alois Münst, Josef Wolters, Tauben – die Arten der Wildtauben Bottrop 1999

                        Reinhard Möckel, Die Hohltaube, Wittenberg 1988

 

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