Wasserwildgeflügel i

 

 

Schwarzer Schwan, Foto: (c) Lietzow-naturfotografie
Schwarzer Schwan, Foto: (c) Lietzow-naturfotografie

 

Beschriebenes Wasserwildgeflügel I:

 

 Magellan-Dampfschiffenten  -  Moschusenten  -  Blässgänse  -  Brandgänse  -  Mähnengänse  -  Pazifische Ringelgänse  -  Argentinische Ruderenten  -  Graukopfkasarkas  -  Spaltfußgänse  -  Kanadagänse  -  Pfeifgänse  -  Stockenten  -  Kaisergänse  -  Graugänse  -  Höckerschwan  -  Immutabilis-Schwan  -  Singschwan - Pfeifschwan  -  Zwergschwan  -  Schwarzhalsschwan  -  Trauerschwan  -  Coscorobaschwan - Trompeterschwan  -  Knäkenten  -  Amazonasenten  -  Krickenten  -  Mandarinenten  -  Kastanienenten  -  Marmelenten  -  Hawaiigänse  -  Hühnergänse 

 

 

 

 

MAGGELAN-

 

DAMPFSCHIFFENTEN

 

(Tachyeres pteneres )

Foto: Frank Böckenfeld
Foto: Frank Böckenfeld
Fotos und Karte: lietzow-naturfotografie.de
Fotos und Karte: lietzow-naturfotografie.de

 

Magellan-Dampfschiffenten begegnen uns hierzulande manchmal in Zoos, wie den Ber-liner Zoos, in Hamburg, Köln oder Walsrode. Das Vorkommen in der Natur liegt in Süd-amerika an den Küstengewässern Chiles und südlich der Magellan-Straße. Sie wird auch Riesendampfschiffente genannt und ist rela-tiv weit verbreitet. Man nimmt dabei an, dass die Bestände stabil sind. So werden sie als nicht gefährdet eingeordnet. Lebensraum sind die zerklüfteten  und inselreichen Küsten und vorgelagerte Inseln. Wenn sie nicht in der Brutzeit sind, leben sie in lockeren Ver-bänden, die oft weit bis ins offene Meer hinausschwimmen. Zu Beginn der Fort-pflanzungszeit legen die Paare Brutreviere fest, die sie gegen Artgenossen verteidigen. 

 

Magellan Dampfschiffenten sind sehr groß und massig und fallen auf durch ihren kräftigen Schnabel, stämmige Läufe und kräftige Schwanzfedern, die leicht nach oben eingebogen sind. Der Schnabel ist orange mit manchmal dunkler Basis. Durch den kräftigen Schnabel und die knochig verstärkten Flügelbuge können sie sehr wehrhaft sein. Die Tiere weisen keinen Geschlechtsdimorphismus auf, die männlichen Tiere sind aber größer und massiger als die weiblichen. Die Art ist nicht flugfähig, wohl eine Anpassung an eine Umwelt ohne Fressfeinde. Ihr Vorkommen be-schränkt sich auf Küstenregionen mit entsprechendem Nahrungsvorkommen. Sie können sehr gut schwimmen und tauchen und ernähren sich von Muscheln und Krebstieren. Über die Fortpflanzung weiß man nicht sehr viel. Die Brut-dauer beträgt um die 30 Tage und die Gelege umfassen zwischen vier und sieben Eiern. Beide Elternteile führen die Jungtiere. Die Brutreviere liegen auf Felsinseln, Geröll- oder Sandstranduferzonen. Gesichtet wurden sie auch schon in Pinguinkolonien. Ihre Geschlechtsreife sollen die Tiere ab dem dritten Lebensjahr erreichen.

F. B.

Quelle:

Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

 

 

(c) lietzow-naturfotografie.de
(c) lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

MOSCHUSENTEN

 

(Carina moschata, Linné 1758)

Moschusente, Fotos: Michael von Lüttwitz
Moschusente, Fotos: Michael von Lüttwitz

 

 

Moschusenten kommen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Sie sind die Wild-form unserer Warzenenten und innerhalb ihres großen Verbreitungsgebietes leider nicht mehr allzu häufig anzutreffen. Gründe dafür sind die Jagd durch den Menschen und die Verklei-nerung ihres natürlichen Lebensraums. Sie be-wohnen langsam strömende Flussregionen, Seenlandschaften, Sumpf- und Brackwasser-regionen. Ihr Biotop ist in der Regel umgeben von Wald und Gebüsch. Im Wald bevorzugen sie Baumhöhlen als Nester für die Eiablage, seltener nutzen sie die Vegetation am Boden als Nistplatz. Das Brutgeschäft wird von der Ente allein durchgeführt. Neben pflanzlicher Kost sind Kleinstlebewesen Bestandteil des Speise-plans der Moschusenten. Die Brutdauer beträgt 35 Tage, das große Gelege besteht aus 10-15 Eiern. Die Jungen werden allein von der Mutter sorgfältig am Wasser aufgezogen.

 

 

Fotos: (c)  lietzow-naturfotografie.de
Fotos: (c) lietzow-naturfotografie.de

 

 

Moschusenten sind große Enten, massig und doch sehr beweglich. Im Gefieder sind sie schwarz. Die weißen Flügeldecken treten so deutlich hervor. Der Erpel ist deutlich größer als die Ente. Sie sind die Wildform der Warzen-enten und nicht verwandt mit den Stockenten. Sie unterscheiden sich deshalb deutlich von an-deren Enten. Markant ist in der Unterscheidung auch die nackte schwärzliche Gesichtshaut. Vom Verhalten her gehen sie keine feste Paar-bindung ein, der Erpel beteiligt sich nicht am Brutgeschäft und der Jungenaufzucht. Die Bru-ten finden in der jeweiligen Regenzeit ihres Verbreitungsraumes statt. Die Nahrung wird vorwiegend gründelnd im Wasser aufgenom-men. Ihre Ruhephasen verbringen die Tiere gern im Geäst von Bäumen. Das ist ein Verhalten, das der domestizierten Form, der als Fleisch-lieferanten sehr beliebten Warzenente, mög-licherweise den landläufigen Namen „Flugente“ verschafft hat.

F. B.

 

 

 

 

Quelle:

 

Hartmut Kolbe,

Die Entenvögel der Welt,

Stuttgart 1999

 

Steve Madge/Hilary Burn,

Wassergeflügel,

Berlin 1989

 

 

 

 

 

BLÄSSGÄNSE

 

(Anser albifrons,  Scopoli 1769)

 

 

Bläßgänse gehören zu den Feldgänsen und werden in vier Unterarten eingeteilt:

Die Grönland-Bläßgans, die Tule-Bläßgans, die Pazifik-Bläßgans und die Eurasische Bläßgans. Am Boden wirken Bläßgänse im Vergleich zu anderen Gänsen mit grauer Ge-fiederfärbung eher untersetzt. Leicht zu erken-nen sind  sie an ihrer ausgedehnten weißen Blesse und den schwarzen Bauchflecken. Bläß-gänse sind ruffreudig und lassen im Flug mehrfach wiederholte Doppellaute erschallen, die höher klingen als bei Graugänsen und we-niger schrill als bei Kurzschnabelgänsen. Von ihrer Statur her sind sie kleiner als Graugänse und wirken durch Hals- und Kopfführung kompakter. Ihre Habitate liegen in der flachen Tundra in der Nähe von Seen und Flüssen. Antreffen kann man sie bei günstigen Bedin-gungen in losen Kolonien, aber auch vereinzelt.

 

 

 

Die Überwinterungsgebiete liegen in Euro-pa und im Mittleren Osten. Daher sind Bläß-gänse auch hierzulande bekannt, wenn sie den Winter bei uns überdauern oder durch-ziehen in die Niederlande oder bis nach England. Nach der Rückkehr in die Brutgebiete von der arktischen Tundra bis in die Strauch-tundra werden Nester aus Halmen und Stengeln gebaut, die mit Daunen ausgekleidet werden. Mit dem Mauserbeginn der Alttiere halten sich die Tiere in der Nähe von Gewässern auf, auf die sie sich bei Gefahr zum Schutz begeben. Ab Mitte August haben die Tiere ihre Flugfähigkeit zurückerlangt und ziehen dann bald ab in die Wintergebiete. Seit langem werden Bläßgänse in Zoos, Tierparks und in privaten Erhaltungs-zuchten gepflegt. Dort erweisen sie sich bei entsprechendem Umgang als Pfleglinge ohne Scheu, die enge Verbindungen mit den Men-schen eingehen können.

F. B.

 

 

Karte und Aufnahmen:

© lietzow-naturfotografie.de

 

 

Quellen:

Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt,

Stuttgart 1999

Steve Madge/Hilary Burn,

Wassergeflügel, Berlin 1989

 

 

 

Trupp mit artfremdem Anführer

(Weißwangengans) 

(c) lietzow-naturfotografie.de
(c) lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

BRANDGÄNSE

 

(Tadorna tadorna, Linné 1758)

 

Foto: (c) lietzow-naturfotografie.de
Foto: (c) lietzow-naturfotografie.de
Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Die Brandgänse sind wohl die auffälligsten Bewohner unserer heimischen Nordseeküste. Es kursieren die Namen Brandgans und Brand-ente. An Gänse erinnern sie uns wegen des lan-gen Halses und der gleichartigen Färbung beider Geschlechter. „Entenartig“ sind die Eigenschaft des Führens einer Saisonehe, das bunte Gefie-der und die Ernährungsweise von Kleinstle-bewesen. Sie sind eine Art aus der Familie der Entenvögel und gehören zur Unterfamilie der Halbgänse. Der Unterschied zwischen männ-lichen und weiblichen Tieren liegt in der Größe und dem Stirnhöcker des Männchens. Auch ist die Gans etwas matter gefärbt. Farbenfroh macht die Tiere der weiße Körper mit schwar-zem Kopf, braunem Brustband, schwarzem Seitenstreifen, rotem Schnabel und den rötlichen Läufen.

 

 

Foto: Kurt Jeßberger
Foto: Kurt Jeßberger

 

Brandgänse sind Höhlenbrüter und nutzen Kanin-chenbauten, verlassene Fuchsbauten, Baumhöhlen oder Küstenschutzanlagen für ihr Brutgeschäft, manch-mal auch weit vom Wasser entfernt gelegen. Sie legen um die zehn rahmweiße Eier und die Gans bebrtet sie ca. 28 Tage, während der Ganter in Nähe des Nestes wacht. Die Jungtiere werden von beiden Eltern geführt. Brandgänse werden erfolgreich in Zoos und Privathand gehalten und gezüchtet. Geschätzt wird dabei oft ihre besondere Gefieder-färbung, für sie sprechen ihre allgemeine Verträg-lichkeit und einfache Versorgungs- und Haltungs-eigenschaften. Ihren natürlichen Lebensraum bilden Brack- und Salzgewässer der Küsten und der Inseln der Nord- und Ostsee, wo sie ein reiches Nahrungs-angebot an Kleinstlebewesen vorfinden. Im Flug kann man Brandgänse besonders gut an ihren weißen Flügeln mit grünem Spiegel und dem kontrastreichen Federkleid erkennen.

F. B.

Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer

 

 

 

Quellen:

 

Hartmut Kolbe,

Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

 

online im Internet: www.brodowski-fotografie.de

 

 

(c) lietzow-naturfotografie.de
(c) lietzow-naturfotografie.de

 

 

 

 

 

IDEALES ZIERGEFLÜGEL

 

MÄHNENGÄNSE

 

 

Australien ist die Heimat der Mähnen-gans (Chenonetta jubata). Sie ist nur dem Namen nach eine Gans. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Ente, im Englischen Maned Duck genannt. Die deutsche Bezeichnung Mähnengans kommt von den aufrichtbaren Federn am Hinterkopf des Erpels und weil sie op-tisch mehr einer Gans gleicht. Ihre Hei-mat ist Australien, wo sie mit Ausnahme von Nordaustralien und den Wüsten-gebieten überall zu finden ist. Als Habitat bevorzugt sie lockere Waldgebiete mit Seen oder Flüssen und Sumpfgebiete. Man findet sie an der Meeresküste oder in der Brackwasserzone und neuerdings auch in großen Parks mit Gewässer. Wasser ist also wichtig, ihre Nahrung wie Gräser, Klee, Kräuter und deren Samenstände, sucht sie aber auf nahe gelegenen Weideflächen und ver-schmäht auch nicht das besonders nahrhafte Angebot auf den Feldern. Tierische Kost steht natürlich auch und gern auf ihrem Speisezettel.

 

 

 

Es sind die großen Viehweiden dieses Kontinents, aber auch Neuseelands, Neuguineas und Tasmaniens, die für die große Ausbreitung der Mähnengänse sorgten. Wasser ist ihr Schutz- und Rückzugsgebiet, ihre Ruheplätze sind daher im Uferbereich. Obwohl von Far-mern auf ihren Feldern nicht gern ge-sehen und deshalb auch bejagt, liegt ihr Bestand bei derzeit 500.000 Tieren und soll in Jahren mit starken Regenfällen die Millionengrenze überschreiten. Wenn Re-genzeiten die Flora aufleben lassen, be-ginnt die Brutzeit. Das erstreckt sich in Australien über das ganze Jahr. Jetzt ertönen die katzenartigen Balzrufe der Erpel und das raue „Rruuu“ der Enten. In Baumhöhlen werden acht bis zwölf Eier bebrütet, und wenn die Kleinen ge-schlüpft sind, marschieren die Eltern mit ihnen sofort ins nächstgelegene Gewäs-ser. Die animalische Kost lässt die Küken schnell wachsen und mit ca. 60 Tagen sind sie selbständig. Wenn genügend Weidefläche zur Verfügung steht, sind die verträglichen Mähnengänse auch gut als Ziergeflügel zu halten.

 

Fotos: © lietzow-naturfotografie.de               Quelle: Bärbel Schneider, Geflügel-Börse 23/2013        

 

 

 

PAZIFISCHE RINGELGÄNSE

 

 

Bei der Ringelgans (Branta bernicla) unter-scheidet man drei Unterarten: Die Dunkel-bäuchige Ringelgans, die Hellbäuchige Rin-gelgans und die Schwarzbäuchige Ringel-gans. Letztere wird auch als Pazifische Ringelgans (Branta bernicla nigricans) bezeichnet. Ihr Brutgebiet erstreckt sich von Ostsibirien über Alaska bis nach Kanada. Zur Überwinterung sucht sie die asiatische Pa-zifikküste einschließlich China und Japan auf. Die beiden anderen Ringelgans-Unterarten kommen in Europa vor, vor allem die dun-kelbäuchige Version. Ringelgänse legen also weite Flugstrecken in wenigen Tagen zurück, dafür brauchen sie enorme Fettdepots, die sich in den Wintermonaten anfressen und in Rastgebieten des Vogelzugs wieder auffüllen. Die gleich gefärbten Geschlechter der Persi-schen Ringelgans sind überwiegend schwarz gefärbt aufgehellten, mit weißen Streifen an den Flanken. Der breite, weiße Halsring ist fast geschlossen. Die beiden anderen Unter-arten sind deutlich aufgehellter im Grund-gefieder.

 

In der baumlosen, arktischen Tundra liegt das Brutgebiet der Pazifischen Ringelgänse. Die Witterung bei ihrer Ankunft kann sehr unterschiedlich sein, und wenn noch Schnee liegt, sind die angefressenen Fettdepots überlebenswichtig. Die schon verpaarten Gänse beginnen nach ihrer Ankunft gleich mit den Brutvorbereitungen. Im Boden ist noch Frost, die Oberfläche deshalb sumpfig, darum suchen sich die Gänse erhöhte Plätze, möglichst durch Steine geschützt, für den Nestbau. Sie verwenden dazu was die Tundra zu bieten hat, nämlich Gräser, Moose und Flechten. In das mit ihren eigenen Dunen ausgepolsterte Nest legt die Gans bis zu sechs Eier, nach ca. 25 Tagen schlüpfen die Gössel. Die Mutter führt sie umgehend zum Wasser, wo sie bis zur Selbständigkeit bleiben. Der Futtertisch ist jetzt, im kurzen arktischen Sommer gut gedeckt, und so werden aus den kleinen Gänschen in ca. 110 Tagen flugfähige Gänse.

 

 

 

Ringelgänse sind „Fressmaschinen“. Gräser jeglicher Art, Kräuter, Flechten, Moose, See-tang, Algen und Beeren werden verspeist. Dazu kommen Schnecken, Muscheln, Krebs-tiere und Würmer als tierische Kost. Dabei macht ihnen ein etwaiger Salzgehalt nichts aus, ja erwachsene Ringelgänse können sogar Salzwasser trinken. Ihre Zucht in Menschenhand ist nicht einfach und setzt eine ausreichend große Wiese als Weide-fläche mit einem Teich voraus. Die Gans, anfangs unterstützt durch den Ganter, zieht die Kleinen sehr sorgfältig auf. Das vom Men-schen gereichte Futter muss sehr eiweißhaltig sein, dazu kommen fein gehackte Brenn-nesseln, klein geschnittenes Gras und Löwenzahn, gerne werden auch Wasserlin-sen genommen. Ist das Gehege groß genug, bietet sich die Haltung einer kleinen Gruppe an. In der freien Wildbahn ist die Population der Pazifischen Ringelgänse am geringsten vertreten, durch Importe aus der ehemaligen Sowjetunion in den 1960er Jahren gibt es aber einen soliden Bestand dieser attraktiven Wildgänse in Zoos und Parkanlagen.

 

 

Fazit:

Ringelgänse sind Allrounder: Sie sind in der Luft, im Wasser und auf dem Land gleichermaßen zu Hause.

 

Quelle:

Thomas Schneider, Geflügel-Börse 21/2013

 

Fotos:

 

Michael

von Lüttwitz

 

 

ARGENTINISCHE RUDERENTEN

 

 

Sie werden auch Bindenruderenten (Oxyra vittata) genannt, und das trifft es besser, denn außer in Argentinien kommen sie auch in Chile, Paraguay, Uruguay und im Süden Brasiliens vor. Sie sind spezialisierte Tauch-enten und sind mit den Meeresenten von allen Enten am besten ans Wasserleben angepasst. Ihre Beine mit den vergrößerten Füßen sitzen weit hinten am kurzen Körper, was Vorteile beim Tauchen bedeutet, aber auch weniger Beweglichkeit an Land. Und weil sie da sehr unbeholfen sind, trifft man sie fast ausschließlich auf dem Wasser an. Der Erpel sieht im auffallenden Prachtgefieder mit dem schwarzen Kopf und dem kasta-nienfarbigen Gefieder beeindruckend schön aus und unterscheidet sich damit deutlich von den unscheinbar schwärzlich braun mit gelbbrauner bis rötlichbrauner Wellenzeich-nung gefärbten Enten. Der nach vorn schaufelförmig gebogene Schnabel ist an der Basis breit und hoch angesetzt.

 

Die tagaktive Argentinische Ruderente lebt an Teichen und Seen mit reichlich Bewuchs der Flachwasserzonen und im Uferbereich. Auch langsam fließende Gewässer sind sehr beliebt, wobei die Enten sich vor allem im Bereich der Ufervegetation aufhalten. Als Nahrung bevorzugen sie Wasserpflanzen und deren Samenstände, tierische Nahrung finden sie auf und unter der Wasseroberfläche. In ihrem Brutareal, das vom südlichen Argen-tinien bis nach Feuerland reicht, errichten sie ihr Nest auf kleinen Inseln im Schilfbereich. Die Ente bebrütet das max. zwölf Eier starke Gelege, gut bewacht von ihrem Gatten, der auch gelegentlich ein paar Futterhappen vorbei bringt. Die Entlein sind von Anfang an nur mit ihrer Mutter zusammen, sie jagen auf der Wasseroberfläche nach tierischer Kost und sind nach zwei Monaten flügge. Die Erpel haben mit der Aufzucht nichts am Hut, sie schließen sich zu Mausertrupps zusammen und bleiben unter sich

 

Diese schönen Enten können in Zoos und Vogelparks, aber auch von Privatzüchtern gut gehalten werden. Sie sind winterhart, brau-chen aber genügend Gewässer, Wassertiefe mind. ein Meter, und auch im Winter zu-gänglich. Wirft man ihnen Gerste und Sä-mereien ins Wasser, haben sie mit dem Ertauchen des Futters viel Beschäftigung über den ganzen Tag, was ja auch ihren natürlichen Lebensgewohnheiten entspricht. Auch Wasserlinsen sollten im Ententeich nicht fehlen. Obwohl sich Argentinische Ruderenten mit anderen Artgenossen gut zusammen halten lassen, sind sie während der Brutzeit doch recht territorial, das heißt, dass sie in der Nähe ihres Nistplatzes niemanden dul-den. In Park- oder Zoohaltung nehmen sie für den Nestbau gerne kleine Hütten in Was-sernähe in Anspruch. Diese Enten sind sehr ruhig und selbstbewusst, und der Umgang mit ihnen bringt viel Spaß für die Liebhaber schönen Ziergeflügels. 

Im Vergleich zur Rotschulterente, eine Vertreterin der Schwimmenten, wird der völlig andere Typ der Ruderente sofort offen-sichtlich.

 

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz

 

Quelle:

Bärbel Schneider,

Geflügel-Börse 20/2013          

 

 

ECHTE AFRIKANER

 

 

DIE GRAUKOPFKASARKAS

 

Graukopfkasarkas, Erpel mit grauem Kopf, Ente mit weißer Maske
Graukopfkasarkas, Erpel mit grauem Kopf, Ente mit weißer Maske
Nahrungssuche im flachen Uferbereich
Nahrungssuche im flachen Uferbereich

Graukopfkasarkas (Tadorna cana) haben Merkmale von Gänsen und Enten und ge-hören deshalb zur Gruppe der Halbgänse. Einerseits grasen sie auf Weiden, anderer-seits gründeln sie wie die Enten im Wasser nach allerhand Kleingetier und Wasserpflan-zen. Dabei bevorzugen sie in Gänsemanier flache Wasserzonen. Ihre Heimat sind Süd-afrika und Namibia, wo man in Gewässernähe ihre lauten Hou-, Honk- und Harkrufe hört. Ihre Anpassungsfähigkeit zeigen sie, weil sie auch für die Feldbewässerung angelegte, künstliche Seen als ihren Lebensbereich entdeckt haben. Sie leben  in festen Partner-schaften. Halbgänse, so auch die Graukopf-kasarkas, sind für ihre Aggressivität während der Fortpflanzungsperiode bekannt. In dieser Zeit besetzt das Paar ein festes Brutrevier, das es aggressiv gegen Nebenbuhler,  auch gegen Menschen, verteidigt.

 

Als Nistplätze bevorzugen sie Erdhöhlen von Erdferkeln und anderen Säugern. Das Nest wird aus Pflanzenteilen gebaut und mit Dunen ausgepolstert, mit denen auch die 10 bis 14 gelblich cremefarbigen Eier abgedeckt werden, wenn die Gans kurze Zeit vom Gelege geht. Nach ca. 30 Tagen Brutdauer verlassen die kleinen Nestflüchter das Nest, und watscheln sofort mit ihren Eltern zum Wasser. Hier sind sie am besten vor Fress-feinden geschützt. Im flachen Wasserbereich und auf schlammigen Sandbänken gründeln sie nach Kleinlebewesen, weiden aber auch schon mit ihren Eltern in Wassernähe. Die sehr aggressiven Eltern sorgen dafür, dass die meisten Gössel das flugfähige Alter er-reichen. Mit zwei Jahren sind sie geschlechts-reif. Ihre Nahrung ist sehr vielfältig. Neben Gräsern und Kräutern samt Blüten und Samenständen, stehen vor allem Algen, aber auch Insekten, Larven, Krustentiere und Schnecken auf ihrem Speisenplan. 

 

Ihre Zucht in Menschenhand ist problemlos, wenn man beachtet, dass die Paare wegen ihrer hohen Aggressivität in der Fortpflan-zungszeit getrennt von anderem Wasserge-flügel gehalten werden müssen. Naturbrut ist bei diesen zuverlässigen Halbgänsen absolut angebracht, damit das natürliche Verhaltens-inventar dieser Art voll erhalten bleibt. Kasar-kas brauchen neben einer Weidefläche eine vielseitige Ernährungsmischung aus Weizen und Hirsearten, daneben Gerste, Hafer, im Winter Mais, Hanf und Kanariensaat. Getrock-nete Garnelen sollten unbedingt auf der Speisekarte stehen. Diese Mischung wird häufig angekeimt oder zumindest gequollen gereicht. Mit Salatöl oder Sirup kann man der Mischung gut Vitamin- und Mineralstoffe, Bierhefe-, Kräuter- und Algenpulver beigeben. Löwenzahn, Brennnesseln, Salat und alles, was Hausgarten und Natur hergeben, sorgen dafür, dass sich unsere schönen Kasarkas rundum wohl fühlen.

 

Fotos:   

Michael von Lüttwitz

Quelle:

Barbara Kink,

Geflügel-Börse 12/2013       

 

 

 

 

MERKWÜRDIGE ENTENVöGEL

 

SPALTFUSSGÄNSE

 

 

Spaltfußgänse (anseranas semipalmata) sind merkwürdige Vertreter der Entenvögel. Die verhältnismäßig langen Beine und die zurück gebildeten Schwimmhäute ließen schon Zwei-fel aufkommen, ob es echte Entenvögel sind. Doch der mit einem Höcker besetzte Schnabel deutet eindeutig auf die Entenfamilie hin. Beheimatet ist die Spaltfußgans im Norden Australiens und im Süden Neuguineas, kleine Vorkommen wurden auch in Tasmanien und auf der benachbarten Insel Macquarle gesich-tet. Überschwemmungsgebiete sind ihr idea-ler Lebensraum, in Trockenzeiten halten sie sich an verschiedenen Gewässern und in Sumpfgebieten auf. Sie bevorzugen heute den tropischen Lebensraum, wo sie aber durch die zunehmende Kulturlandschaft mit dem Reisanbau immer mehr zurückgedrängt werden. Auch ausgewilderte Wasserbüffel verändern Bewuchs und Bodenbeschaffenheit zum Nachteil der Spaltfußgänse, denen auch Pestizide, Jagd und Buschbrände zu schaffen machen. Trotz alle dem gilt ihr Bestand nicht als gefährdet.

Die absolut sozial eingestellten Spaltfuß-gänse bilden Familienclans, die aus den Elterntieren und den Jungen der beiden letzten Jahrgänge bestehen. Dabei kümmern sich die Jungtiere des Vorjahres mit um das Nest und die Jungenaufzucht. Selbst am Brutvorgang beteiligen sich alle Familien-mitglieder. Das Nest mit den im Durchschnitt acht Eiern befindet sich, gut getarnt, im Sumpfgelände im Strauchwerk oder auf Bäumen. 24 Stunden nach dem Schlupf verlassen die Kleinen das Nest und werden, im Gegensatz zu den anderen Entenarten, bei denen sich die Küken ihr Futter selbst suchen müssen, vier Monate lang vom gan-zen Clan gefüttert. Es gibt viele Fressfeinde, die vor allem den Jungen nachstellen, des-halb fühlen sich Spaltfußgänse im Wasser am sichersten. An Land, das sie ja zur Futter-aufnahme häufig aufsuchen müssen, schützt sie der größere Verband, in dem sie leben, und in dem immer viele mit hochgerecktem Kopf die Lage sichern.

 

 

Auf dem Speisezettel der Spaltfußgänse stehen vorwiegend Wasserpflanzen, Schilf, Gräser, Wildreis und Kräuter. Auch Kleintiere und Sämereien werden von den nachtaktiven Tieren gern aufgenommen. Obwohl Spaltfuß-gänse schon im 19. Jahrhundert in euro-päischen Zoos gezeigt wurden, sind sie erst seit 1985 bei uns regelmäßig in Tiergärten zu sehen, so in Wuppertal, Hamburg, Köln, Erfurt, Krefeld und Berlin.

 

Fotos:            Michael von Lüttwitz

 

Quelle:           Bärbel Schneider

 

                       Geflügel-Börse 17/2013

 

 

 

KANADA-GÄNSE

 

EROBERN DIE GANZE WELT

 

Eine aufmerksame Familie, Foto: Erich Koller
Eine aufmerksame Familie, Foto: Erich Koller
Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer

 

 

Die ursprüngliche Heimat dieser weltweit am häufigsten vorkommenden Gans ist Nordamerika. Dort weiß man, wenn die Kanadagänse ziehen, steht ein Wechsel der Jahreszeiten bevor. Alten Schriften zufolge wurden 1678 die ers-ten Artvertreter in englische Parks ge-bracht. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts führten gezielte Auswilderungen zu jagdwirtschaftlichen Zwecken und ent-flohene Gänse aus der Ziergeflügel-haltung zu einer Verbreitung auf dem Festland. Es werden zwölf verschiedene Unterarten beschrieben, die sich in Schnabel- und Halslänge und in deutli-chen Farbabweichungen unterscheiden. Wie alle der Gattung Meergänse haben die mutigen Kanadagänse schwarze Ruder (Beine) und einen schwarzen Schnabel. Charakteristisch sind der schwarze Kopf und Hals mit dem großen weißen Wangenband von der Kehle bis hinter die Augen. Die schwarze Halsbe-fiederung ist scharf gegen die graue Brust abgegrenzt.

Drohende Gans, Foto: Erich Koller
Drohende Gans, Foto: Erich Koller

 

Balz und Paarung finden auf dem Wasser statt. Vorher haben sich die großen Schwärme aufgelöst und die Paare, die sich im Alter von zwei, drei Jahren auf Lebenszeit zusammen-gefunden haben, suchen ihre Brutge-biete an Binnenseen auf und bauen in einer flachen Erdmulde, die sie mit Daunen ausstatten, das Nest so, dass sie die Umgebung gut beobachten können. Die Brutzeit geht von März bis Juni, die Gans legt vier bis sechs Eier und brütet sie allein aus, aggressiv bewacht von ihrem Ganter. Die Gössel werden sehr aufmerksam geführt, und die beiden Partner passen höllisch auf, dass ihnen niemand zu nahe kommt. Die Elterntiere gehen, wenn die Gössel drei bis fünf Tage alt sind, in die Schwingen-mauser und können dann für vier bis fünf Wochen nicht fliegen.

Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer

Nach 60 bis 70 Tagen sind die Gössel flugfähig und die Eltern haben die Mauser abgeschlossen. Ab jetzt wird die Welt gemeinsam von oben erkundet. Die Jungtiere bleiben bis zur nächsten Brut bei den Eltern. Handelt es sich um eine ziehende Population, müssen die Jung-tiere auf ihrem ersten Flug ins Winter-quartier lernen, wohin sie fliegen und wo Rastplätze sind. Der Vogelflug ist nicht genetisch fixiert, die Route wird an die Nachkommen weiter gegeben. Im Som-mer ernähren sich die Kanadagänse von Gräsern, Sumpf- und Wasserpflanzen. Sie gründeln bis 75 Zentimeter Tiefe. Im Winter äsen sie auf kurzen Gräser-flächen, auf Weideflächen und Getreide-äckern. Dabei können sie enorme Schä-den verursachen. Sie fressen Getreide (auch reife Ähren), Gras, Rüben, Feld-gemüse, aber auch reife Maiskolben. Man sagt, fünf Kanadagänse fressen soviel wie ein Schaf, was das Wohlwol-len der Bauern sicher nicht gerade fördert. 

Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer
Auch Parkanlagen werden erobert, Foto: Erich Keller
Auch Parkanlagen werden erobert, Foto: Erich Keller

 

Text:

Erich Koller,

 

 

Quelle:

ÖKZ – Ausgabe September 2013  

 

Quellenangaben:

Wildtiermanagement / Niedersachsen;

Wikipedia,

Ziergeflügel-Standard  Verlag Wolters

 

 

 

 

DIE PFEIFGÄNSE DER WELT

 

Pfeifgänse, früher auch Baumenten genannt, sind Gänsevögel der Tropen und Subtropen, unver-wechselbar wegen ihrer verhältnismäßig langen Hälse und Beine, sowie ihrer unverkennbaren Lautgebung. Ihr natürlicher Lebensraum reicht vom Süden der USA über die Karibik bis Nord-Argentinien, von der Sahelzone über nahezu den gesamten afrikanischen Kontinent, einschließlich Madagaskars, wie auch von Indien über das indonesische Archipel bis nach Australien. In Europa finden wir sie als gern gehaltene Arten vor allem in Zoos und bei Hobbyhaltern. Fast alle der acht oft nachtaktiven Arten leben gesellig. Sie bleiben meist ein Leben lang zusammen und kümmern sich gemeinsam um Brut und Aufzucht der Gössel. Sie leben überwiegend von pflanzlicher Kost, die sie gründelnd aus dem Wasser holen und verachten auch Wirbellose als Zugabe nicht.

 

Wanderpfeifgans im Tierpark Hagenbeck
Wanderpfeifgans im Tierpark Hagenbeck

 

Die Wanderpfeifgans (Dendrocygna arcuata – HORSFELD, 1824) gehört zu den mittelgroßen Vertretern dieser Gattung. Sie sind vom nördlichen und östlichen Australien über Neuginea, und über die Inselregionen Indo-nesiens bis zu den Philippinen in offenen Feuchtlandschaften anzutreffen. Diese sehr geselligen Gänse sind überwiegend standort-treu. Sie gründeln tagsüber nach Wasser-pflanzen und halten sich während der heißen Mittagszeit im Ufer- und Flachwasserbereich auf. Mit Einsetzen der Regenzeiten im Januar und Februar lockern sich die großen An-sammlungen auf, die Paare sondern sich ab und beginnen mit der Brut. Dazu errichten sie abseits vom Wasser ein Bodennest, das nicht mit Dunen ausgepolstert wird, in das die Ente 6 bis 15 weiße Eier legt, die sie abwechselnd mit ihrem Partner bebrütet. Gemeinsam ziehen sie auch fürsorglich ihre Jungen auf, die mit gut zwölf Wochen flügge werden. Ihr Bestand ist im Abnehmen begriffen, aber noch nicht bedroht.

 

Witwenpfeifgans im Vogelpark Walsrode
Witwenpfeifgans im Vogelpark Walsrode

Die Witwenpfeifgans (Dendrocygna viduata – LINNAEUS, 1766), seltener auch Nonnen-pfeifgans genannt, gehört zu den bekann-testen und unverwechselbarsten Vertretern dieser Gattung. Diese Gänse sind an Süßwasserseen, entlang breiter Flüsse und offenen Sumpfgebieten ebenso anzutreffen, wie auch an künstlichen Gewässern in nahezu ganz Afrika südlich der Sahara bis auf Madagaskar und die Komoren. In kleineren Populationen finden sie sich auch im tro-pischen Flachland von Costa Rica bis Argen-tinien. Diese geselligen, auch nachtaktiven Vögel suchen in den Uferregionen watend, schwimmend und tauchend nach Grünfutter und Kleinlebewesen. Die Brutzeit richtet sich Niederschlagszeiten und –mengen und kann daher regional ganz unterschiedlich sein. Die Nester finden sich in lockeren Kolonien in dichter Vegetation auf dem trockenen Boden, in Südafrika auch in Baumhöhlen. Auch hier sind die 8 bis 12 Eier weiß, und nach 26 bis 28 Tagen schlüpfen die Jungen. Der Ganter beteiligt sich an Brut und Aufzucht. Nach gut zwei Monaten sind die Jungenten flugfähig. Die Witwenpfeifgänse gelten nicht als bedroht.

 

Sichelpfeifgans im Zoo Leipzig
Sichelpfeifgans im Zoo Leipzig

Die Sichelpfeifgänse (Dendrocygna eytoni – EYTON, 1838) auch Gelbfußpfeifgänse ge-nannt, sind eine sehr zierliche Varietät. Ihr Verbreitungsgebiet ist ausschließlich Austra-lien und zwar der Norden und Nordosten, neuerdings auch entlang der Ostküste bis Südosten des Kontinents. Offene Grasland-schaften mit Teichen und Tümpeln und die Randbereiche von Seen, Buchten oder Sümpfen bilden ihren Lebensraum. Sie finden ihr Futter nicht im Wasser, sondern weiden auf den umliegenden Wiesen und auf kurz-grasigen Brachgebieten. Am Nachmittag ziehen die Schwärme oft über große Ent-fernungen zu den Nahrungsgründen und kehren erst in den Morgenstunden zu ihren Ruheplätzen zurück. Sie leben im Gegensatz zu den bisher besprochenen Arten also mehr an Land, als im Wasser. Mit dem Einsetzen der Regenzeit lösen sich die großen Ansamm-lungen auf und die Paare beziehen ihre Brutreviere. 8 bis 12 weiße Eier, das hatten wir schon, gemein-sames Brüten auch, wobei sich die Partner alle 24 Stunden in der Abenddämmerung ablösen. Auch die Sichelpfeifgans gilt nicht als global bedroht.            

Fahlpfeifgänse im Tierpark Berlin
Fahlpfeifgänse im Tierpark Berlin

Fahlpfeifgänse (Dendrocygna bicolor, VIEILLOT 1816) haben mehrere Namen. Man kennt sie auch als Gelbe Pfeifgänse oder Gelbbrustpfeifgänse, und sie unter-scheiden sich nur wenig von den von den Wanderpfeifgänsen und etwas grobwüch-sigen Zwerg-pfeifgänsen. Sie zählen zu den größeren Vertretern ihrer Spezies und sind die Pfeif-gänse mit dem ausgedehntesten Verbreitungsgebiet. Man findet sie in den südlichen USA, in der Karibik und in Mittel-amerika bis nach Nordargentinien, auf Kuba und den Inseln der Großem Antillen. Ja sie tritt auch in lokalen Populationen in Afrika südlich der Sahara auf, und wenig sesshafte Unterpopulationen treten sogar auf dem indischen Subkontinent von Pakistan bis Myamar auf. Die sehr geselligen Pfeifgänse finden wir in größeren Schwärmen in Feucht-gebieten offener Landschaften des Tieflan-des, an flachen Seen, Flussläufen und Feuchtwiesen. Sie bevorzugen mir Röhricht und Wasserpflanzen bestandene Uferbe-reiche, wo sie in den Abendstunden und nachts nach Schwebstoffen, Wasserplanzen und Wasserkleintieren gründeln. Ihre Brut-zeiten liegen je nach Standort der Kolonien sehr unterschiedlich. Die Nester befinden sich meist im dichten Schilf der Uferregionen. Die aus den im Schnitt zehn weißen Eiern geschlüpften Gössel werden von beiden Partnern umsichtig aufgezogen und sind mit ca. zwei Monaten flugtauglich. Gefährdet ist die Art derzeit nicht.

 

Tüpfelpfeifgänse im Zoo Leipzig
Tüpfelpfeifgänse im Zoo Leipzig

 

Tüpfelpfeifgänse (Dendrocygna guttata –  SCHLEGEL, 1866) ähneln den Kuba-Pfeifgänsen, auch sie sind großwüchsige Vertreter ihrer Art. Ansässig sind sie im asiatisch-australischen Inselarchipel, wo sie in kleinen Gruppen, oft in Gemeinschaft mit Wanderpfeifgänsen an gut bewachsenen Seeufern, ruhigen Flussläufen, sowie in Sumpf- und Moorlandschaften anzutreffen sind. Auch die Tüpfelgänse ruhen gern auf Ästen und Wurzeln, die aus dem Wasser ragen und sammeln sich an Ruheplätzen zu mehreren hundert Vögeln. Meist trifft man sie aber paarweise oder in kleinen Verbänden an. Offensichtlich in der Nacht sind sie auf Nahrungssuche, dabei bevorzugen sie frisches Grün und Sämereien, dazu filtern sie Kleinstlebewsen von der Wasseroberfläche. Obwohl das Einsetzen der Regenzeit bevorzugt wird, sind die Brutzeiten sehr verschieden, sodass fast das ganze Jahr Nachzucht zu beobachten ist. Das Gelege wird in hohlen Baumstämmen von beiden Eltern bebrütet, nach ca. sieben Wochen sind die Gössel flügge. Der Populationstrend dieser Art in ihren Ursprungsgebieten ist stabil.

 

Kuba-Pfeifgans im Zoo Berlin
Kuba-Pfeifgans im Zoo Berlin

Die Kuba-Pfeifgänse (Dendrocygna arborea - LINNAEUS, 1758) sind die größten und massigsten Vertreter ihrer Gattung und ausschließlich auf den karibischen Inseln anzutreffen. Sie nutzen vor allem die bewal-deten Sumpflandschaften und Küstenman-grovengebiete, dabei kommen mit Salz- und Süßwasser gut zurecht. Sie meiden offene Wasserflächen und baumen gern im Astwerk geschützter Uferzonen auf. Dort finden sich auch bevorzugt ihre Bruthöhlen. Am Boden suchen sie für den Nestbau sehr dichtes Gebüsch oder Röhricht auf, auch gern Höhlen im Wurzelwerk um gestürzter Bäume. In kleineren Gruppen gehen sie überwiegend nachts auf Nahrungssuche. Je nach Region brüten sie von Februar bis Dezember. Auch hier betreiben beide Partner zusammen das Brutgeschäft. 6 bis 14 Eier und etwa 30 Tage Brutdauer werden hier angegeben. Die Kuba-Pfeifgans gehrt in der Natur zu den gefähr-deten Gänsevögeln und wird als „selten“ eingestuft. Dabei tragen zur Rattenbekämp-fung eingeführte Mungos auf kleineren Inseln zur Bestandsabnahme der Pfeifgänse bei.

 

Herbstpfeifgans im Tierpark Cottbus
Herbstpfeifgans im Tierpark Cottbus

Die Herbstpfeifgans (Dendrocygna autumnalis – LINNAEUS , 1758) ist auch unter dem Namen Rotschnabelpfeifgans in Deutschland bekannt, weil sie sich durch ihren roten Schnabel und die genauso gefärbten Beine von allen ihren Artgenossen unterscheidet. Heimisch sind diese Gänse ausschließlich in der Neuen Welt. In zwei Unterarten erstreckt sich ihre Population vom Südosten Texas im Norden bis Nord-Argentinien im Süden. Sie sind auch regelmäßig auf den Inseln der Karibik anzutreffen. Die nördlichen Bestände, wie die texanische Population, überwintern ab November in Mittelamerika und kehren gegen April an die dicht bewachsenen Uferbereiche ihrer Brutgebiete zurück. Die liegen im subtropischen und tropischen Flachland, entlang dicht strukturierter Ufer-bereiche, mit Ästen und Wurzeln zum Aufbaumen. Auch Lagunengebiete und Sumpflandschaften werden gern aufgesucht. Beim nächtlichen Äsen auf den Futterplätzen (auch landwirtschaftlich genutzten Flächen) oder beim mittäglichen Ruhen auf Sand- und Schlammbänken können größere Ansamm-lungen angetroffen werden. Zu unterschied-lichen Zeiten betreiben sie vornehmlich in hoch gelegenen Baumhöhlen das Brutge-schäft. Die relativ große Gösselzahl muss dann, akustisch von den Eltern unterstützt, aus den Nestern herunter springen. Mit einem Jahr sind die in ihrem Bestand nicht gefährdeten jungen Rotschnabel-pfeifgänse geschlechtsreif.

 

Zwergpfeifgänse im Zoo Leipzig
Zwergpfeifgänse im Zoo Leipzig

 

Die Zwergpfeifgänse (Dendrocygna javanica – VIEILLOT, 1816), auch als Java-Pfeifgänse bekannt, sind die Kleinsten und Unschein-barsten unter den Pfeifgänsen. Zu Hause sind sie in Süd- und Südostasien, einschließ-lich der australischen  Inselwelt. Zu ihrem natürlichen Lebensraum gehören vegeta-tionsreiche Seen, Teiche und Sumpfgebiete. Sie meiden Küstengebiete und Brackwasser-bereiche. Die krautigen Pflanzengesell-schaften im Wasser sind ihre hauptsächliche Futterquelle, nur gelegentlich grasen sie am Ufersaum. Tag- und nachtaktiv durchkämmen sie in kleinen Ansammlungen gemeinsam die Wasserfläche, tauchen dabei auch und finden sich gern auf Reisfeldern ein, um Insekten zu vertilgen. Mit Beginn der Regenzeit und abhängig von der Niederschlagsmenge lösen sich die größeren Verbände auf und die Paare beginnen mit der Brut. Als Nistplätze wird dichtes Röhricht bevorzugt, aber auch in niederen Baumhöhlen und in verlassenen Horsten von Störchen, Krähen oder Reihern finden sich ihre Gelege. Auch die Kleinste der Pfeifgänse  ist in ihrem globalen Bestand nicht gefährdet.

 

Gössel der Zwergpfeifgans
Gössel der Zwergpfeifgans

Fotos:

Dr. Christian Matschei

 

Quelle:

Dr. Christian Matschei,   

TIERGARTEN-Magazin 3/2013       

 

Das für Zoointeressierte sehr vielseitige Magazin  TIERGARTEN  wird vierteljährlich vom Verlag  SCHÜLING BUCHKURiER, 

48155 Münster, herausgegeben.

www.tiergarten.com  

e-mail: schueling@tiergarten.com

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung.

 

 

 

DIE Stammeltern aller Enten

 

Stockenten

 

Stockente mit Entlein
Stockente mit Entlein

 

Die Stockente, früher auch Märzente genannt, ist die am häufigsten in Europa vorkommende Schwimmente und die Stammform unserer Hausenten. Natürliche Vorkommen gibt es auch im größten Teil Eurasiens, im äußersten Norden Afrikas und weiten Teilen Nordamerikas. Eingeführt wurde sie in Neuseeland und Australien. Sie stellt wenige Ansprüche an ihren Lebens-raum, besiedelt Gewässer aller Art und frisst alles was genießbar ist. Die kräftigsten Exemplare habe ich im Kurpark von Bad Kissingen angetroffen, wo sie von den Kurgästen mit allem, was das Frühstücks-buffet hergab, verwöhnt wurden. Stockenten sind gute Flieger und schaffen bis 110 Kilometer in der Stunde. Mit der Mauser entwickelt sich beim Erpel das prächtige Imponiergefieder, das sich, wenn die Partnersuche abgeschlossen ist, und die Enten brüten, wieder langsam verliert.

 

 

Stockenten sind bei uns Standvögel und verpaaren sich meist schon im Herbst, wobei sich das Werben der zahlenmäßig überlege-nen Erpel, die „Reihzeit“, bis Ende Januar, Anfang Februar hinzieht. Bei der Wahl des Nistplatzes sind Stockenten sehr vielseitig. Je nach Umgebung brüten sie an Uferbö-schungen, im Wald an Baumstubben, Baumhöhlen, in verlassenen Krähen-, Elster- oder Greifvogelnestern, oft recht hoch, so dass die frisch geschlüpften Küken mit kühnen Sprüngen das Nest aus einigen Metern Höhe verlassen, landen, und sofort der lockenden Mutter Richtung Wasser nachlaufen. Das ist der Moment der Prägung und nicht mehr umkehrbar. Mit Brutbeginn verschwinden die Erpel. Die Mütter sind also „allein erziehend“.

 

Stockente mit Nachwuchs, Foto: Alan D. (Wikipedia)
Stockente mit Nachwuchs, Foto: Alan D. (Wikipedia)

 

Stockenten ernähren sich überwiegend von Pflanzen im Wasser, am Ufer und auf der Wiese, dazu Sämereien und Früchte. Zum Nahrungsspektrum gehören aber auch Larven, kleine Krebse, Kaulquappen, Fisch- und Froschlaich, kleine Fische, Frösche, Würmer und Schnecken. In Parks lassen sie sich auch gern von Besuchern mit allem möglichen Backwerk und Küchenabfällen füttern. Stockenten ernähren sich also sehr vielseitig, wobei besonders bei den Küken tierisches Protein das Wachstum sehr befördert. Sie gründeln gern mit senkrecht aus dem Wasser ragendem Bürzel und suchen dabei den Bodengrund bis zu einem halben Meter nach Essbarem ab. Dieses Verhalten finden wir auch bei den domestizierten Verwandten der Stockenten, unseren Hausenten. Auch sie fühlen sich in einem natürlichen Gelände mit einem Teich sehr wohl.     W. Sch.

 

Fotos 1 - 3: Michael von Lüttwitz                                   Quelle: Wikipedia

 

 

 

KAISERLICHE KAISERGANS

 

Foto: Erich Koller
Foto: Erich Koller
Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Kaisergans, der Name klingt nach einer alt-österreichischen K & K Tierart, also wie zum Beispiel Kaisersemmerl, Kaiserschnitt oder Kaiserschmarrn. In Wirklichkeit handelt es sich um eine sehr schöne Ziergans, die zur Gattung der Feldgänse gehört. In freier Wildbahn finden wir sie durchschnittlich leichter und sportlicher, als es unsere Gehegevögel sind. Die Brutgebiete dieser robusten Wildgans liegen in Alaska und Sibirien, wo sie die Meeresküsten und Delta-regionen besiedelt. Die Gesamtpopulationen betragen laut Zählungen in den 90er-Jahren 160.000 in Alaska und 12.000 in Sibirien. Wie so oft, so ist auch hier wieder der Mensch der größte Feind dieser Art. Verantwortlich ist nicht nur die Bejagung, sondern auch die Tatsache, dass für die Erdölförderung die Hauptbrutplätze, und damit der Lebensraum, immer mehr eingeschränkt werden.

Foto: Erich Koller
Foto: Erich Koller

Bei uns sind Kaisergänse friedfertige Pfleglinge. Als ruhige und schnell zutrauliche Ziergänse sind sie deshalb bald bekannt geworden und haben wegen ihres königli-chen und harmonischen Verhaltens  auch viele Freunde gefunden. Kaisergänse sind keine Kolonie-brüter, sie beanspruchen ihr Revier für sich allein und verteidigen energisch ihren Brutplatz. Das Gelege besteht aus vier bis sieben hellen Eiern, und es dauert zirka 25 Tage bis die hübschen, kleinen Gössel schlüpfen und ihren Eltern gleich ins Wasser folgen. Ganz interessant finde ich das Verhalten, dass die ersten Eier bis zu 7 cm tief vergraben werden. Dieses rührt sicher vom kalten Ursprungsland her und dient als Sicht- und Frostschutz. Erst später entsteht nach und nach ein typisches Gänsenest.

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Nach dem Schlupf verläuft die Gösselaufzucht problemlos, wenn genügend artgerechte Grundnahrung wie Würmer, Schnecken und Insekten (tierisches Eiweiß) sowie eine gute Grasnarbe vorhanden sind. Wegen möglicher Beutegreifer empfiehlt sich für eine sichere, artgerechte Haltung eine gut bepflanzte Schutzvoliere. Dort sollten auch der Nistplatz, die Hauptfutterstelle und eine ausreichende Badegelegenheit zu finden sein. Geschlechtsreif werden die Junggänse im 3. Frühjahr. Vorher ist das Kopfgefieder nur schwarz-grau, der Schnabel und auch die Füße sind dunkel. Das Mantelgefieder zeigt statt dem hübschen, kräftigen Blau mit markanter Säumung nur eine unauffällige grau-braune Übertönung. Allen, die gerne Kontakt zu schönen Tieren haben und Beruhigung in der Kleintierzucht suchen, kann ich diese feine Ziergansart nur empfehlen.

 

 

Text:

Erich Koller, seine Bilder sind aufgenommen bei der Familie Wilhelmstätter,

 

Auszüge aus einem Artikel in ÖKZ Ausgabe August 2013

 

 

Quellenangabe:

Buch „Entenvögel der Welt“ von Hartmut Kolbe

 

 

 

Die Graugans

 

Stammform unserer Gänse

 

Graugans mit Gösseln, Foto: Dick Hamer (NL)
Graugans mit Gösseln, Foto: Dick Hamer (NL)
Graugans, Foto: Michael von Lüttwitz
Graugans, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Graugänse (Anser anser) sind die wilden Ahnen fast aller Hausgänse. Nur die Hüöckergans bildet eine Ausnahme, deren Wildform ist die Schwanengans. Die Brutgebiete der Graugänse liegen in Nord- und Osteuropa bis hin nach Asien. Es gibt eine westliche (Nominatform) und eine östliche (Rubirostris) Unterart. Als Zugvögel verbringen sie die kalte Jahreszeit an der Westküste der iberischen Halbinsel, den Nordküsten Algeriens und Tunesiens sowie an den Küsten der Adria. Zunehmend überwintern sie in immer nördlicheren Regionen und sind bei uns auch als Standvögel anzutreffen, die im Winter auf abgeernteten oder neu eingesäten Feldern ihre Nahrung finden. Besondere Aufmerksam-keit haben die Graugänse durch den österreichischen Verhaltensforscher Konrad Lorenz (1903 – 1908) erfahren. Sein ganzes Leben haben sie ihn begleitet und hat er ihr Verhalten erforscht, zuletzt als Direktor des Max Plank Institutes in Seewiesen am Starnberger See.

 

Flugformation der Graugänse, F.: Bastian, Zooschule Hannover
Flugformation der Graugänse, F.: Bastian, Zooschule Hannover

Graugänse bilden feste, zusammen bleibende Paare, die Mitte März bis Ende April zur Brut schreiten. In flachen, nur mit Daunen ausgepolsterten Nestmulden bebrütet die Gans ihre vier bis sechs Eier, während der Ganter aufmerksam das Brutlager beschützt. Nach 27 bis 29 Tagen schlüpfen die Jungen und lernen in den folgenden zwei Monaten von ihren sorgfältig führenden Eltern alles, was sie fürs Leben brauchen. Sie bleiben auch meist bis zum nächsten Gelege bei ihrer Familie, deren Mitglieder sich an der Stimme erkennen. Graugänse leben am Wasser, wo ihnen der Schilfgürtel gute, geschützte Nistplätze bietet. Bei Gefahr suchen sie das Wasser auf, dort übernachten sie auch.

Graugans im Schnee, Foto: Bastian, Zooschule Hannover
Graugans im Schnee, Foto: Bastian, Zooschule Hannover

Graugänse leben von eiweißreichen Land- und Wasserpflanzen, bevorzugen dabei kurzes Grünfutter und graben mit dem Schnabel nach Pflanzenteilen unter der Erde. Gerne suchen sie abgeerntete Getreide- und vor allem Maisfelder nach energiereichen Körnern ab. Sie halten sich gern auf freien Weiden auf. Hier fühlen sie sich sicher, die Weidetiere fressen das lange Gras und überlassen den Gänsen die von ihnen bevorzugten kurzen Gräser und Kräuter. Im Gegensatz zu eng gehaltenem Wirtschafts-geflügel, kann ihnen der Vogelgrippevirus nichts anhaben.

W.Sch.            Quelle: Graugans Wikipedia

Graugänse im Flug, Foto: Michael von Lüttwitz
Graugänse im Flug, Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

 

IMPOSANT UND SCHÖN

 

DIE SCHWÄNE UNSERER eRDE

 

Weiblicher Höckerschwan, Foto: Michael von Lüttwitz
Weiblicher Höckerschwan, Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

DER HÖCKERSCHWAN

(Cygnus olor)

 

 

Ein prächtiges Paar Höckerschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Ein prächtiges Paar Höckerschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Imponierende Höckerschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Imponierende Höckerschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch

 

Der Höckerschwan ist der bekannteste seiner Gattung. Kaum ein Gewässer ohne diese imposanten Schwäne, die außerhalb der Brutzeit in großen Scharen auftreten. Wer kennt nicht die Alsterschwäne, ein Wahr-zeichen der Stadt Hamburg, die seit 400 Jahren durch öffentliche Mittel versorgt werden, und die schon 1664 der Senat der Hansestadt unter besonderen Schutz gestellt hat. Im Winter werden die ca. 130 Alster-schwäne eingefangen und mit Booten zum für sie eisfrei gehaltenen Eppendorfer Mühlen-teich gebracht. Höckerschwäne sind sehr anpassungsfähig, sie strahlen Ruhe und Gelassenheit, aber auch Wehrhaftigkeit aus. Dem Familienchef, vor allem wenn Kleine dabei sind, zu nahe zu kommen, ist nicht geraten, ein Hund sollte es erst gar nicht versuchen. Im 19. Jahrhundert noch dem Hochadel vorbehalten, wurden sie durch die Haltung in Parkanlagen und Tiergärten auf allen Kontinenten, mit Ausnahme Afrikas und der Antarktis verbreitet.

 

Höckerschwan auf dem Nest, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Höckerschwan auf dem Nest, Foto: (cr) www.occaphot.ch

Benannt ist der Höckerschwan, der zu den größten Entenvögeln zählt, nach dem schwarzen Höcker an der Wurzel des kräftig gelb gefärbten Schnabels. Höckerschwäne können trotz eines Gewichtes von 12 bis 14 kg und einer Flügelspannweite von ca. 250 cm gut fliegen. Nord- und Osteuropa, sowie der Norden Chinas gelten als Ausgangspunkt dieser Wasservogelart, echte Wildschwäne finden sich nur noch in den nordeuropäischen Ländern, an der deutschen Ostsee, in Dänemark und Schweden. An offenen Gewässern ist der Höckerschwan bei uns Standvogel. Höckerschwäne haben große Reviere, an Flüssen oft mehrere Kilometer. Kleinere Wasservögel werden, mit Ausnahme der Brutzeit, geduldet. Freude macht es die Paare, die ein Leben lang zusammenbleiben, bei der Balz zu beobachten. Das Nest, ein großer Haufen aus Zweigen, wird an einer schwer zugänglichen Stelle am Boden errichtet. Bruthilfe übernimmt der Mann und Beschützer nur solange seine Dame grast, sonst hält er sich immer in der Nähe des Geleges auf, jeder Zeit bereit, alles zu vertreiben, was zu nahe kommt.

"Will da wer was?" Foto: (cr) www.occaphot.ch
"Will da wer was?" Foto: (cr) www.occaphot.ch

Nach 35 bis 40 Tagenschlüpfen aus den fünf bis acht weißen Eiern die Küken, die als Nestflüchter, gleich putz munter sind und von den Eltern sofort ins Wasser geführt werden. Unter Anleitung der Mutter lernen die Kleinen, was sie fressen müssen, um groß und stark zu werden. Die Nahrungstafel der Höcker-schwäne ist groß. Hauptsächlich leben sie von Grünpflanzen naher Wiesen und im Uferbereich sowie Wasserpflanzen, die sie mit ihrem langen Hals bis ein Meter Tiefe herausholen. Weiter stehen auf dem Speisenplan: Algen, Samen und Wurzeln, Kleinlebewesen wie Asseln, Schnecken, Muscheln usw., aber auch Frösche und kleine Fische. So gut versorgt, wachsen die grau bedunten Jungen schnell heran, vier bis fünf Monate betreut von ihren Eltern. Dann sind sie flugfähig, mit der ersten Mauser werden sie geschlechtsreif, bekommen den orange-farbigen Schnabel und wechseln die Farbe des Federkleides vom schlichten Grau zum strahlenden Weiß.

 

Hauptsache: Eis frei! Foto: (cr) www.occaphot.ch
Hauptsache: Eis frei! Foto: (cr) www.occaphot.ch

 

 

IMMUTABILIS SCHWAN

(Cygnus olor immutabilis)

 

 

Eine Höckerschwanfamilie, bei den Jungen drei normal (grau), drei Immutabilis (weiß), Foto: Dick Hamer (NL)
Eine Höckerschwanfamilie, bei den Jungen drei normal (grau), drei Immutabilis (weiß), Foto: Dick Hamer (NL)
Foto: Nick Hamer (NL)
Foto: Nick Hamer (NL)

Was ist das denn? Nun, Immutabilis Schwäne, auch unveränderliche oder Polnische Schwäne genannt, sind Höckerschwäne, die als Küken von vornherein schon weiß sind im Gegensatz zu ihren „normal gefärbten“ Geschwistern. Verantwortlich für diese anders gearteten Küken ist eine leichte genetische Veränderung, ein fehlendes Melanin. Auch diese Variante ist in vielen Ländern verbreitet. Man sieht das nur im Junggefieder, später sind sie genau so weiß gefärbt wie alle anderen. Der Fachmann erkennt sie allerdings an den fleischfarbigen Füßen und Läufen, die beim normalen Höckerschwan schwarz sind. Hier handelt es sich um eine Mutation, die vermutlich in der von Menschen geschützten Parkhaltung entstanden ist. Unter der Obhut des Menschen haben sich ja viele Wildtierarten in eine breite Palette von Formen, Farben und Zeichnungen entwickelt. Es wird auch berichtet (Wikipedia), dass diese Farbmorphe in historischer Zeit gezielt gezüchtet wurde, um die Haut der Schwäne eher vermarkten zu können. Bei echten Wildschwan-Populationen dürfte Immutabilis nicht vorkommen.

 

 

 

 

DER SINGSCHWAN

Cygnus cygnus oder cygnus musicus)

 

 

 

Singschwäne, Foto: Michael von Lüttwitz
Singschwäne, Foto: Michael von Lüttwitz
Singschwan, Foto: Michael von Lüttwitz
Singschwan, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Der Lebensraum der Singschwäne sind die Tundren Nordeuropas und Eurasiens, vor allem die osteuropäische und die sibirische Taiga. Im Herbst und Winter finden sie sich in Mitteleuropa ein, bis sie im Frühjahr wieder ihre Brutgebiete aufsuchen. Auch diese Schwäne sind reinweiß, der Schnabel ist schwarz, im Ansatzbereich gelb und im Gegensatz zum Höckerschwan tragen sie den Hals lang gestreckt. Der Singschwan bevorzugt Flach-wasser Seen und langsam fließende Gewässer, in denen er mit seinem langen Hals den Wasser-grund nach Fressbarem absucht. Sein besonderes Merkmal ist, der Name sagt es, seine vielseitige Stimme. Singschwäne unterhalten sich andauernd, jeder hat seine ganz individuellen Laute. Beson-ders charakteristisch für ihren Ruf, den sie mit lang gestrecktem Hals und erhobenen Kopf ausstos-sen, ist ein tiefer, nasaler Posaunenklang.

 

Singschwan, Foto: Zooschule Hannover
Singschwan, Foto: Zooschule Hannover

Die Brutzeit fällt in die Monate April und Mai. In Ufernähe oder im flachen Wasser baut das Singschwanweibchen ein riesiges Nest aus Schilf, Gras und anderen Pflanzen. Das alles muss der Mann herbeischaffen. Zuletzt wird das Nest mit Daunen ausgepolstert, vier bis neun Eier werden hinein gelegt und ausschließlich vom weiblichen Partner bebrütet. Der männliche Partner passt gut auf und verteidigt erbittert den Brutplatz gegen Eindringlinge. Die kleinen Nestflüchter watscheln sofort mit ihren Eltern ins Wasser und beginnen unter elterlicher Anleitung nach Fressbarem zu suchen. Kleine Höckergansküken erklettern gern den Rücken der Mutter. Das gibt es bei den Singschwänen nicht, die Alten hudern ihre Jungen unter dem Bauchgefieder am Boden. Auch die Singschwäne lieben ein breites Nahrungsangebot, was in ihrem Lebensraum, der kargen Tundra, nicht so einfach zu beschaffen ist. Wichtig für ihre ausgeglichene Ernährung ist deshalb eine reichhaltige Vegetation in den Gewässern.

 

 

 

DER PFEIFSCHWAN

 (cygnus columbianus)

 

 

Pfeifschwäne im Schnee, Quelle Wikipedia, eigenes Werk, Benutzer Mfd
Pfeifschwäne im Schnee, Quelle Wikipedia, eigenes Werk, Benutzer Mfd
Pfeifschwan, Quelle: Wikipedia, eigenes Werk, Ben. Mfd
Pfeifschwan, Quelle: Wikipedia, eigenes Werk, Ben. Mfd

 

Der Pfeifschwan ist mit seinen fünf bis neun Kilogramm und gut zwei Meter Flügelspanne ein kleinerer Vertreter der Schwanenfamilie. Wie alle Arten dieser Gattung aus der nördlichen Hemisphäre hat er ein ganz weißes Gefieder und schwarze Beine. Auch der Schnabel ist gänzlich schwarz mit einem kleinen gelben Fleck vor dem Auge, durch den er sich vom Zwergschwan unterscheidet. Der Trompeterschwan hat auch diesen kleinen gelben Fleck, ist aber größer als der Pfeifschwan. Große Unterschiede sind da nicht. Seine helle Stimme hat ihm den Namen gegeben und wenn sich ein größerer Schwarm dieser Tiere begrüßt, tönt das weithin hörbar durch die Landschaft. Nach der Überwinterung im Süden Amerikas brüten die Pfeifschwäne in den Feuchtgebieten der arktischen Tundra, wo die geselligen Vögel die immer gleichen Flüsse, Seen, Brackwasser und Tümpel bevölkern.

 

Pfeifschwan, Quelle: Wikipedia, eigenes Werk, Ben. Mfd
Pfeifschwan, Quelle: Wikipedia, eigenes Werk, Ben. Mfd

 

Die Hauptnahrung des Pfeifschwans sind Wasserpflanzen, daneben Gras, Muscheln und alle Formen von Insekten. Auch Feldfrüchte sind vor allem im Winterquartier eine wichtige Nahrungs-quelle. Im Alter von zwei bis drei Jahren finden sich die Paare für ihr weiters Leben zusammen. Im Mai bauen sie auf kleinen Inseln oder leichten Erhöhungen nahe von Gewässern aus Gräsern und Moos ein großes Nest, in dem das Weibchen zwei bis sieben weiße Eier allein bebrütet, während ihr Partner aufmerksam im Umkreis des Brutplatzes alle Störenfriede vertreibt. Die Küken sind Nestflüchter und fühlen sich sofort im Wasser pudelwohl. Sie wachsen, von den Alten gut betreut, schnell heran und sind nach etwa zehn Monaten flügge. Die Familien bleiben zusammen, auch auf dem Flug ins Winterquartier und im Frühjahr wieder zurück in die Brutgebiete, wo bald wieder eine neue Generation Pfeifschwäne heranwachsen wird.

 

 

Der Zwergschwan

(Cygnus columbianus bewickii)

 

Zwergschwäne, Quelle: Wikipedia, Benutzer: File Upload Bot (Magnus Manske)
Zwergschwäne, Quelle: Wikipedia, Benutzer: File Upload Bot (Magnus Manske)
Zwergschwan, Tierporträt von Media Time
Zwergschwan, Tierporträt von Media Time

 

Der Zwergschwan hat seine Brutgebiete in einem ähnlichen Lebensraum wie der Singschwan. Der lateinische Wortteil „columbianus“ besagt, dass er auch als Unterart des Pfeifschwans gesehen werden kann. Zwergschwäne wurden auch schon als Irrgäste in den Niederlanden gesichtet. Ihre Brutgebiete sind die Sumpfregionen an seichten und gut bewachsenen Teich- und Fließgewässern der Tundra. Mit gut drei und maximal acht Kilogramm Gewicht ist der Zwergschwan der kleinste der europäischen Schwäne. Mit seinem ganz weißen Federkleid, den schwarzen Beinen und der gelben Schnabelbasis kommt er im Aussehen sehr an den Singschwan heran. Der Fachmann unterscheidet ihn, weil er kleiner ist,  einen kürzeren Hals und eine rundlichere Kopfform besitzt. Zwergschwäne tragen den Hals meist aufrecht, der Schnabel ist zur Spitze hin schwarz gefärbt, wobei im Gegensatz zum Singschwan der Schwarzanteil am Schnabel immer größer ist, als der gelbe.

 

Zwergschwan, Tierporträt von Media Time
Zwergschwan, Tierporträt von Media Time

Der trompetende Ruf des Zwergschwans ist lauter und in der Tonhöhe höher als beim Singschwan. Vor allem beim Aufflug, aber auch während des Fluges lassen sie ihre oft mehrsilbigen Rufe hören. Von der Halbinsel Kola bis etwa zur Mündung des Flusses Kolyma in Ostsibirien, also in den Tundren des nördlichen Russlands brüten die Zwergschwäne, nachdem sie aus ihren Winterquartieren an der deutschen (Emsland) und niederländischen Nordseeküste, England, Irland, vom Kaspischen Meer oder dem Aralsee zurückgekehrt sind. Wenn die Vögle im Alter von fünf bis sechs Jahren mit der Zucht beginnen, sind sie schon zwei Jahre zusammen, eine Bindung, die ein Leben lang anhält. Wie bei Schwänen üblich, wird das Nest auf einem erhöhten Platz von beiden Partnern aus Moosen und Flechten gebaut. Etwa in der zweiten Juniwoche legt das Weibchen vier bis sechs Eier, aus denen nach etwa einem Monat die Küken schlüpfen. Am Brutgeschehen beteiligt sich auch der Vater. Anfangs ernähren sich die Kleinen hauptsächlich von Insekten, bis sie sich wie die Alten hauptsächlich von Wasserpflanzen und Gräsern im Sommer und im Winter von liegen gebliebenen Feldfrüchten ernähren.

 

 

 

Der Schwarzhalsschwan

(cygnus melanocoryphus)

 

 

Schwarzhalsschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Schwarzhalsschwäne, Foto: (cr) www.occaphot.ch
Bequeme Reise, Foto: Michael von Lüttwitz
Bequeme Reise, Foto: Michael von Lüttwitz

Ein besonders attraktiver Vertreter der Schwanensippe ist der Schwarzhalsschwan, der im Süden Südamerikas zu Hause ist, von der Mitte Chiles und dem Südosten Brasiliens über Patagonien bis Feuerland und zu den Falklandinseln. Im Winter ziehen sie in nördlichere Gefilde bis nach Paraguay und Südostbrasilien.. In Europa finden wir den sehr beliebten Schwarzhalsschwan vor allem in Zoos und betreuten Parkanlagen. Frei lebende Populationen, leben bei uns als Standvögel und sind ganzjährig auf seichten Seen, im Brackwasser und Süßwasser-sümpfen ansässig. Es ist die klare Farb-trennung – Kopf und Hals schwarz, das übrige Gefieder völlig weiß –, die diesem Schwan die besondere Note verleiht. 

Ein stolzes Paar der Schwarzhalsigen, Foto: Dick Hamer
Ein stolzes Paar der Schwarzhalsigen, Foto: Dick Hamer

Dazu kommt eine schöne Stimme mit oft lustigen Lauten, die weithin hörbar sind, wenn sich die Tiere begrüßen. Sie sind recht verträglich, beanspruchen kein großes Revier, das verteidigen sie aber während der Fort-pflanzungszeit vehement.

 

Schwarzhalsschwäne grasen wenig und ernähren sich hauptsächlich von Wasser-pflanzen und Algen, die sie mit ihrem langen Hals aus dem seichten Wasser flacher Seen gründelnd heraufholen. In Südamerika beginnt die Brutzeit im Vorfrühling, also ab Juli und zieht sich bis in den November. Im schilfigen Uferbereich oder auf kleinen Inseln finden sich die Nester, in denen das Schwarzhalsweibchen seine drei bis acht Eier allein ausbrütet. Das dauert ca. fünf Wochen und in dieser Zeit ist die einzige Aufgabe des Männchens das Gelege mit seinen im Werden begriffenen Nachkommen zu beschützen. Die kleinen, grau gefärbten, Nestflüchter werden nicht, wie bei Schwänen sonst üblich, gehudert, sondern von den Eltern am Rücken, gut aufgehoben im dichten Federkleid getragen. Nach etwa drei Monaten sind sie flügge. Nach der Brut bilden die geselligen Schwarzhalsschwäne, große, einige tausend Individuen umfassende Schwärme.

 

 

 

 

DER TRAUERSCHWAN

(cygnus atratus)

 

 

Trauerschwanfamilie Foto: Michael von Lüttwitz
Trauerschwanfamilie Foto: Michael von Lüttwitz
Trauerschwan, Foto: S. Kalle
Trauerschwan, Foto: S. Kalle

 

Der wunderschöne Trauerschwan ist nicht nur der einzige Schwan mit einem völlig schwarzen Federkleid, er hat auch den längsten Hals. Er stammt aus Australien (Wappentier Westaustraliens) und Tasma-nien und hat sich über Zoos und Parks über viele Länder verbreitet, und viele verwilderte Tiere haben auch in diesen Ländern zu frei lebenden Populationen geführt. Alle Schwäne fliegen langsam und kraftvoll; sie brauchen, um abzuheben, eine längere Anlaufstrecke. So auch der Trauerschwan, der erst beim Fliegen seine weißen Schwingen zeigt. Heimisch sind Trauerschwäne an großen Binnenseen mit flachen Uferregionen, an Flussmündungen geschützten Meeresbuchten und auf Überschwemmungsflächen. Trauer-schwäne haben eine laute Stimme, wenn sie nach Artgenossen rufen, schwimmen sie ein Stück raus, legen den Hals lang aufs Wasser und trompeten lauthals los.

Aufgeregte Trauerschwäne, Foto: Dick Hamer (NL)
Aufgeregte Trauerschwäne, Foto: Dick Hamer (NL)

 

Auch der Trauerschwan verpaart sich nur einmal im Leben. Gemeinsam baut das Paar das Nest als großen Hügel im seichten Wasser. Dieses einmal gebaute Nest wird mit kleinen Ausbesserungen immer wieder benutzt. Trauerschwäne sind keine Zugvögel, sie brüten in Kolonien, wobei längst nicht alle Tiere jedes Jahr zur Brut schreiten. Im Nest liegen drei bis sieben schwach grünliche Eier, die von beiden Eltern bebrütet werden. Dabei gelten die Männchen als etwas schluddrig. Gemeinsam werden die Jungen auch großgezogen, nach ca. fünf Monaten sind sie flügge und im Alter von knapp drei Jahren geschlechtsreif. Wasserpflanzen sind ihre Hauptnahrung, dabei kommt ihnen ihr langer Hals sehr zugute. Auch Blätter, vor allem von Weiden, die ins Wasser hängen, nehmen sie gern. Mais und Weizen, Brot und Salat ziehen sie allemal dem Gras vor, von dem sie nur wenig aufnehmen.

 

 

DER COSCOROBASCHWAN

 

(Coscoroba coscoroba)

 

 

Coscoroba Schwanenpaar, Fotos: Michael v. Lüttwitz
Coscoroba Schwanenpaar, Fotos: Michael v. Lüttwitz

Coscorobaschwäne gehören einer eigenen Gattung an. Sie leben ausschließlich in Südamerika, wo sie mit Schilf bewachsene Seen und Sümpfe bewohnen. Auch auf den Falklandinseln haben sie wieder Fuß gefasst. Nach regionalem Frühjahr und Sommer in ihren Brutgebieten fliegen sie im Herbst, nachdem sie durchgemausert haben, in ihre Winterquartiere nach Chile und in den Nordosten Argentiniens. Diese kleinste Schwa-nenart hat ein rein weißes Federkleid, lediglich die Handschwingen und Flügel-decken zeigen ein leichtes Grau. Da wirkt der leuchtend rote Schnabel noch intensiver. Der Laie würde sie für Gänse halten, denn sie haben einen recht kurzen Hals und relativ lange Beine.

 

 

 

Nachdem Männchen und Weibchen sich einmal gefunden haben, bleiben sie lebenslang zusammen. In der Brutzeit suchen sie große Gewässer auf, wo sie dann im flachen Wasser der Uferbereiche große, sich nach oben verjüngende Nester aus Schilf und Schlamm bauen. Bei dieser Schwanenart bebrütet das Weibchen allein ihre etwa sieben Eier. Nach gut vier Wochen schlüpfen die Kleinen und werden dann von beiden Eltern geführt und aggressiv gegen Fress-feinde aus der Luft und vom Boden verteidigt. Die Jungvögel wachsen schnell heran und sind bald selbständig. Coscorobaschwäne grasen sehr viel auf nahe gelegenen Wiesen. Gras ist ihre Hauptnahrung, aber auch kleine Wasserpflanzen, Muscheln, Austern, Schne-cken und kleine Fische stehen auf ihrem Speisenplan

 

 

 

DER TROMPETERSCHWAN

(Cygnus buccinator)

 

 

Trompeterschwäne, alle Fotos: Michael von Lüttwitz
Trompeterschwäne, alle Fotos: Michael von Lüttwitz

Mit den interessanten Trompeterschwänen endet die Reihe der Schwäne unserer Erde. Wenn man den Namen dieser Spezies liest oder hört, weiß man, dass dieser Schwan eine mächtige Stimme haben muss. Und so ist es auch, seine Rufe sind wie die lauten Töne einer Trompete. Doch auch seine lauten Rufe haben nicht verhindert, dass er zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch starke Bejagung fast ausgestorben wäre und es umfang-reicher Schutzmaßnahmen bedurfte, dass seine Zahl wieder geschätzt um die 20.000 liegt. Heute gibt es zwei Populationen, die westliche, die in Alaska, Yukon und British Columbia brütet und entlang der Küste zwischen Alaska und dem nördlichen Oregon überwintert, und die binnenländische, die östlich der Rocky Mountains im westlichen Kanada und im Yellowstone-Nationalpark ihre Nester baut und in Idaho und Wyoming die Wintermonate verbringt. Der Trompeter-schwan ist noch etwas größer als der Höckerschwan und erreicht mit gut zwölf Kilogramm auch fast dessen Gewicht.

 

Auffallend beim Trompeterschwan ist der ganz schwarze Schnabel mit einem schmalen schwarzen Streifen, der sich bis zum Auge zieht; ein starker Kontrast zum weißen Gefieder. Als Lebensraum bevorzugen diese Schwäne große, seichte Gewässer, auch langsam fließende Flüsse. Die Länge der Startrampe, bis sie sich in die Luft erheben können, beträgt bei ihrem Gewicht gut 100 Meter. Ende April/Anfang Mai richten die Paare ihre alten Nester her oder bauen bei Bedarf neue. Inseln, verlassene Biberbauten oder schwimmende Plattformen sind die Plätze, auf denen sie ihre großen Nester aus Ästen und Pflanzen bauen. Nach 32 Tagen schlüpfen aus den drei bis neun Eiern die Küken, die den Eltern gleich ins Wasser folgen, gut behütet aufwachsen und mit drei bis vier Monaten fliegen können. Zu Anfang Insekten und Schalentiere, später Wasser-pflanzen über und unter Wasser sind ihre Nahrungsgrundlage. Interessant ist der Federwechsel dieser Schwanenart. Zuerst mausern die Weibchen, und, wenn die nach ca. vier Wochen wieder fliegen können, beginnt die Mauser der männlichen Vögel.

 

Quellen:

Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eddy Flückiger, www.occaphot.ch

 

 

 

Knäkenten

 

(Anas querquedula)

 

 

 

Knäkenten leben als kleine Gründelenten in Europa und Asien. Sie überwintern in den nördlichen Tropen und leben an Süßgewässern. Die Verbreitung über-schneidet sich mit der heimischen Krickente, auch sind sie in der Größe ähnlich und besonders verwechselbar im Schlichtkleid. Besonders deutlich beim Erpel sind der weiße Überaugenstreif und die hellgrauen Flanken. Auffällig im Flug ist der hellgraue Vorderflügel. Bei der Ente ist der Kopf gezeichnet mit dunklem Augenstreif und heller Einfassung. Die Unterseite ist weiß. Im Flug wirkt die Knäkente länger im Hals und kompakter als die Krickente.

Ihre Biotope sind flache Seen mit Ufervegetation in der offenen Landschaft. Sie ist aufmerksam und scheu. In der Brutzeit leben sie paarweise oder in kleinen Gruppen. Die Nester liegen im dichten Bewuchs des Ufers, die Brutzeit beträgt 22-23 Tage. Ihre Nahrung gewinnt sie sei-hend und gründelnd aus dem Flachwasser. Sie besteht aus Kleinstlebewesen wie Wasserflöhen, Kleinkrebsen, Insekten-larven mit einem geringeren Teil pflanzlicher Kost. Der Einschätzung von Naumann-Hennicke, 1905, „Das alte Männchen der Knäkente in seinem hochzeitlichen Schmuck gehört zu den nettesten der ganzen Gattung.“ ist nichts hinzuzu-fügen.                          

F. B.

Fotos:             Michael von Lüttwitz

Quellen:         Erich Rutschke, Die Wildenten Europas, Berlin 1989

                        Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

 

 

 

 

Amazonasenten

 

Tropische Kostbarkeiten

 

 

Amazonasenten  (Amazonetta Brasiliensis) kommen nicht nur im Amazonasgebiet vor, sondern in zwei Unterarten im gesamten nördlichen und mittleren Südamerika mit Ausnahme der Küstenregionen und der Anden. Es gibt sie in zwei Unterarten, die Kleine Amazonasente im Norden und die Grosse im Süden des Verbreitungsgebietes. Als Beson-derheit unterscheidet man bei beiden Unterarten eine helle und eine dunkle Variante. In unseren Ziergeflügelhaltungen ist meist die Kleine Amazonasente zu finden. Wegen ihrer tropischen bzw. subtropischen Herkunft sind sie kälteempfindlich, müssen also in der kalten Jahreszeit eine frostsichere Unterkunft haben, ohne aber auf den täglichen Ausflug zum offenen Gewässer verzichten zu müssen.

Erpel vom dunklen Typ
Erpel vom dunklen Typ

 

Ein Gewässer ist nämlich in der Natur die Grundvoraussetzung für ihr Vorkommen. Dabei besiedeln sie Seen genauso gern, wie langsam fließende Flüsse, Seitenarme, Teiche, Sumpf- und Überflutungsgebiete. Als Nahrung nehmen sie bevorzugt Wasser- und Uferpflanzen auf, auch gründelnd unter Wasser. Dabei wird aber auch alle mögliche tierische Kost aufgenommen, dazu Knospen und Früchte. In der privaten Haltung werden sie mit sehr klein geschnittener Grünkost und einem gut abgestuften Körnergemisch gefüttert. Als tierische Kost gibt man ihnen Garnelen, Mehlwürmer, Regenwürmer und Schnecken. Besonders bei der Aufzucht von jungen Entlein ist auf ein eiweißreiches Futter zu achten.

und hier der helle Typ
und hier der helle Typ

Bei uns beginnt die Ente im Mai oder Juni mit dem Gelege. Dazu sucht sie einen geschützten Platz auf, sie nimmt auch gern angebotene Nisthütten an. Sie brütet sehr zuverlässig und die Küken werden von beiden Eltern gemeinsam fürsorglich und problemlos aufgezogen. Wichtig ist warmes Wetter in der Aufzuchtphase, bei uns muss also auch ein wärmender Unterstand zur Verfügung stehen. Ein Schwimmteich ist bei dieser schönen Entart unbedingt notwendig, dazu vor allem eine naturnah bepflanzte Uferzone, denn hier, in diesem geschützten Bereich, halten sie sich mit Vorliebe auf. Auch sonnige Freiflächen gehören zu einem artgerechten Auslauf, und ein starker Ast über dem Wasserspiegel, um zu dösen, macht das Entenglück vollkommen.  

 

 

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz

 

 

 

 

Quelle:

Thomas Schneider

Geflügel-Börse 11/2013

 

 

 

 

Krickenten 

 

(Anas crecca, Linné 1758)

 

 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Als Leichtgewichte gehören die Krickenten zu unseren kleinsten einheimischen Entenarten. Im Prachtkleid des Erpels ist auffälligstes Merkmal der grüne Kopfseitenstreif, mit mehr oder weniger gelblichen Konturlinien eingefasst. Krickenten brüten an Flachseen, Altwässern, Sumpfniederungen, Waldteichen oder Mooren. In die gut verborgen gebauten Nester werden in 24-stündigen Intervallen die Eier gelegt. Ab einer Gelegestärke von 8-10 Eiern wird 21-23 Tage gebrütet. Die Geschlechtsreife erfolgt knapp einjährig. Es gibt neben der eurasischen Unterart auch die nordamerikanische. Zu unterscheiden sind die Unterarten an der weißen Brustbinde (nordamerikanische) und dem weißen Streifen am oberen Flankenrand (eurasische). Sie erweisen sich als schnell und geschickt fliegend, und können nahezu senkrecht aus dem Wasser aufsteigen. Die Flügel laufen spitz zu, Hals und Schwanz sind relativ kurz.

Foto: Zooschule Hannover
Foto: Zooschule Hannover

 

 

300 Gramm wiegt unsere kleinste einheimische Ente, die Krickente. Bei einer Länge von 37 cm hat sie eine Flügelspannweite von etwa 60 cm. In der Größe kommt ihr nur die Knäkente nahe. Das Männchen der Krickente hat im Prachtkleid einen tief dunkelbraunen Kopf und ein bogenförmiges grünes Kopfseitenband und auf den Schultern einen weißen Längsstrich. Aus der Ferne wirkt die Krickente aber überwiegend dunkel, ist aber dann noch immer gut am blassgelben Feld an den Steißseiten zu erkennen.

F. B.

 

 

 

Quellen:         Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

                        Steve Madge/Hilary Burn, Wassergeflügel, Berlin 1989

 

 

 

Mandarinenten

 

Aparte Schönheiten

 

Mandarinenten beim Eistanz, Foto: Erich Koller
Mandarinenten beim Eistanz, Foto: Erich Koller
Foto: Kurt Jeßberger
Foto: Kurt Jeßberger

 

Mandarinenten zählen schon immer zu den beliebtesten Zierentenarten. Vor allem die Erpel mit ihrer zur Balzzeit einmaligen, klar abgegrenzten Farben-pracht, mit den aufgestellten Schmuck-federn, sind eine besondere Zierde für jeden Park- und Gartenteich. Es ist schon ein einmaliger Anblick, wenn die kleinen Kerle majestätisch und eitel über die Wasseroberfläche gleiten und Neben-buhler, aber auch die eigene Ente oft massiv bedrängen. Schlicht dagegen das Federkleid der Ente, die in einer Baumhöhle, oft in luftiger Höhe, versteckt ihr Gelege bebrütet und dabei gut getarnt sein muss.  

Foto: Hans Zürcher (CH)
Foto: Hans Zürcher (CH)

Ursprünglich stammt diese Glanzente aus Ostasien mit einer Verbreitung von China bis Sibirien, wo sie bewaldete Uferzonen an ruhigen Gewässern bewohnt. Bei uns vereinzelt auftretende wildlebende Populationen sind aus Zoos oder Privathaltungen entwichen.

 Zucht und Haltung von Mandarinenten ist ziemlich unkompliziert. Wie in freier Wildbahn benötigen sie neben Getreide- und Pflanzenkost auch viel tierisches Eiweiß, also Würmer, Schnecken, Insekten, kleine Fische und Garnelen. Die Bruthöhle sollte versteckt und etwas erhöht angebracht sein. Nach ca. dreißig Tagen schlüpfen aus den neun bis zwölf rahmbraunen Eiern sehr agile Küken, die flott aus der Höhle springen und sofort ihrer Mutter ins nächstgelegene Wasser folgen. Von ihrer sehr nervösen Mutter gut beaufsichtigt, begeben sich die Kleinen sofort auf Futtersuche.

Foto: Herbert Ansmann
Foto: Herbert Ansmann

 

Mutationen verändern gelegentlich Farben und Zeichnungen. In der Natur haben diese Tiere keine Überlebens- und Fortpflanzungschance. In mensch-licher Obhut und Pflege ist das anders. So ist die bunte Palette unserer Haustiere entstanden. Auch bei den so beliebten Mandarinenten gab es solche Veränderungen. Seit den 80-er Jahren gibt es schwarze, weiße und stark aufgehellte Schläge, die von beige (zimt) bis gelb reichen; sehr aparte Farbenschläge, die sicher auch ihre Liebhaber finden. Manchen mögen auch die Recherchen von Erich Koller interessieren, dass in China in der Ming-Dynastie (1368 – 1644) und später in der Qing-Dynastie (1644 – 1911) ein „MANDARIN“ ein hoher Beamter, bzw. ein Offizier des kaiserlichen Militärs war.

Foto: Herbert Ansmann
Foto: Herbert Ansmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: 

Mehr Information über die Mandarinenten finden sie in Erich Kollers Artikel im ÖKZ,

Ausgabe Juni/Juli 2013,

der sich wiederum auf das Buch „Die Entenvögel der Welt“ von Hartmut Kolbe bezieht.

 

 

 

Kastanienenten

 

(Anas castanea, Eyton 1838)

 

 

Kastanienenten sind ursprünglich Australier und leben sowohl in Küstenlagunen und Flussmündungsgebieten als auch an Binnenseen und in Sumpfniederungen. Nester werden am Boden oder auch in Baumhöhlen oder Nistkästen angelegt. Die Erpel beteiligen sich an der Kükenführung, die nach 28 Tagen aus 7-12 cremefarbenen Eiern schlüpfen. Sind die ersten Jungen selbstständig, erfolgt oft noch ein zweites Gelege. Auf den ersten Blick erscheinen Kastanienenten nicht als die farblich kontrastreichsten unter den Enten. Die Tarnfarben der Enten ergänzen sich mit der grün schimmernden Hals- und Kopffarbe des Erpels und seinem kastanienbraunen Gefieder in Brust und Flanken. Meist sind Kastanienenten friedfertig, langlebig und problemlos in der Ernährung, wenn sie in Gemeinschaftsanlagen Ausweichmöglichkeiten finden und bei der Versorgung auf etwas höheren Proteinanteil geachtet wird.

F. B.

 

Fotos: Michael von Lüttwitz

 

Weitere Informationen bietet ein aktueller Artikel in der Geflügelbörse Ausgabe 10/2013.

 

Quellen:        

Bärbel Schneider, Kastanienenten, Geflügel-Börse, Ausgabe 10/2013

Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

 

 

Marmelenten

 

(Marmaronetta angustirostris, Ménétries 1832)

 

 

Fotos: Michael von Lüttwitz
Fotos: Michael von Lüttwitz

 

Marmelenten sind kleine schlanke Gestalten mit sandbrauner Feder, dunklem Augenfleck und weißlichen Tupfen an Flanken und Oberseiten. Brust und Unterschwanzdecken sind dunkel geschuppt. Den Flügeln fehlt jegliche Andeutung von Spiegeln. Der Kopf wirkt relativ groß, der Schnabel dünn. Marmelenten kommen sowohl auf Süss- als auch Brackwasserseen vor. Nester werden meist in der Ufervegetation gebaut, bisweilen aber auch weit entfernt vom Gewässer in guter Deckung. Die Jungtiere werden von beiden Elternteilen geführt. Die westlichen Hauptvorkommen befinden sich in Spanien und Marokko. Die östlichen Brutvor-kommen liegen in der südlichen Türkei ostwärts bis Zentralasien. Sie leben in begrenzten Populationen mit großen Zwischenentfernungen.

 

Die schmucken Marmelenten bereichern jeden Gartenteich, werden aber eher selten gehalten. In der Balz verteidigen die Erpel heftig ihr Revier und dulden keine andere Enten in der Nähe.

F. B.

 

Quellen:         Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

                        Steve Madge/Hilary Burn, Wassergeflügel, Berlin 1989

 

 

 

Hawaiigänse 

 

(Branta sandvicensis, Vigors 1833)

 

Fotos: Michael von Lüttwitz
Fotos: Michael von Lüttwitz

Der natürliche Lebensraum der Hawaiigänse sind die steppenartig bewachsenen Lavafelder der Mauna Kea und Loa auf Hawaii. Auf den schnell austrocknenden Lavafeldern gibt es keine Bäche und Wasserflächen, so ist auch die anatomische Besonderheit der reduzierten Schwimmhäute der Läufe zu erklären. Der Flüssigkeitsbedarf wird aus Niederschlägen gedeckt. Die Nahrung besteht im jahreszeitlichen Wechsel aus Blättern, Trieben, Samen und Früchten. Die Geschlechter sind gleich gefärbt, der Ganter kann größer und am Hals im Gefieder stärker gerillt sein. Die Brutdauer beträgt 29 Tage, die Geschlechtsreife wird zwischen einem und zwei Jahren erreicht. Die Wildbestände der Ursprungshabitate sind durch Freizeitsport und Landwirtschaft bedroht. Hawaiigänse sind beliebte Vertreter der Wildgänse in Menschenobhut und lassen sich gut auf Grünflächen ohne umfangreiche Badeteichinstallationen halten. Bisweilen können sie sehr zutraulich werden. Empfohlen wird zur Vermeidung von Fehlprägung die natürliche Brut und Aufzucht durch die Eltern.

F. B.

 

Quelle: Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

 

 

Hühnergänse

 

(Cereopsis novaehollandiae, Latham 1801)

 

 

Hühnergänse sind massige graue Gänse mit dunkel getupfter Oberseite. Ihr kurzer und schwarzer Schnabel wird von einer gelbgrünen Wachshaut bedeckt. Ursprünglich kommen sie aus Australiens Süden und leben auf den Inseln und Grasland an der Küste. Bis in die 1960-er Jahre wurden sie als Konkurrenten zum Weidevieh bejagt, bevor man Schutzmaßnahmen einführte. Hühnergänse bewohnen kurzgrasige Flächen mit Horstgräsern und wenig Gesträuch. Als Weidevogel werden Gewässer nur bei Gefahr, der Jungenaufzucht und der Flügelmauser aufgesucht. Die Paare bleiben einander ein Leben lang verbunden und brüten in lockeren Kolonien. Nach der Brutzeit bilden sich kleine Schwärme, die Individuen bleiben allerdings stets wehrhaft und nur locker vergesellschaftet. Ihrem Neststandort können sie über mehrere Jahre treu bleiben, ihr Revier verteidigen sie heftig gegen Eindringlinge. Sie nisten mit Grasbüscheln, die später mit Daunen eingepolstert werden.

 

Nach etwa 70 Tagen sind die Jungtiere flugfähig und weichen zusammen mit den Alttieren der Sommertrockenzeit auf den Brutinseln. Wegen ihrer ausgeprägten Aggressivität werden Hühnergänse in Menschenobhut oft paarweise gehalten.

F.B.

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz (siehe auch Geflügel-Börse 8/2013)

 

 

 

Quellen:        

Hartmut Kolbe, Die Entenvögel der Welt, Stuttgart 1999

Steve Madge/Hilary Burn, Wassergeflügel, Berlin 1989

 

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Vorschau:

          Vitamine vom Strauch/2

 

14.10. Neues Editorial 

08.10. Vitamine vom Strauch/1

03.10. Bild Oktober

30.09. Gedanken (2)

25.09. Gedanken (1)

18.09. Chicken Day

10.09. Leidenschaft (4)

02.09. Bild September

28.08. Leidenschaft (3)

23.08. Lebensmittelskandal

20.08. Zeltlager Essenbach

13.08. Leidenschaft (2)

09.08. Bild August

05.08. Leidenschaft rotgeherzte Brünner (1)  

26.07. Rotgeherzte Brünner (2)

22.07. Rotgeherzte Brünner (1)

13.07. Dick Hamers Federvieh

10.07. Kinderspaß

06.07. Bild Juli

03.07. Brünner Kröpfer aktuell

29.06. Wasser

24.06. Dick Hamers Federvieh

20.06. Dick Hamers Federvieh

13.06. Lietzows Nonnengänse

09.06. Jugendzeltlager

09.06. Hühnerauslauf (4)

05.06. Hühnerauslauf (3)

01.06. Bild Monat Junni

29.05. Hühnerauslauf (2)

25.05. Hühnerauslauf (1)

20.05. Jakob Relovsky

15.05. Manfred Loick - Viren (3)

11.05. Manfred Loick - Viren (2)

08.05. Manfred Loick - Viren (1)

04.05. Bild Monat Mai

30.04. Schlachten gehört dazu 

27.04. Krähen, ein Problem?

22.04. Lietzow - Kleiber

09.04. Alternative Fakten

           (Teil II)

06.04. Bild Monat April

04.04. Alternative Fakten (Teil I)

25.03. Safran - ein Farbgen aus Indien (Teil V)

19.03. H5N8 Vogelkundler 

18.03. Wir sind nicht allein

15.03. Neu im Sprecherteam

          Udo Ahrens

14.03. Prof. B. Grzimek (Teil II)

12.03. Prof. B. Grzimek (Teil I)

09.03. Safran - ein Farbgen aus
           Indien (Teil IV)

06.03. BDRG informiert

04.03. Bild März