Hühnervögel

 

 

Blauer Fasan, Foto: WPA Deutschland
Blauer Fasan, Foto: WPA Deutschland

 

Beschriebene Hühnervögel:

 

Borneo-Feuerrückenfasan  -  Blauer Pfau  -  Köhnigsglanzfasan  -  Ährenträgerpfauen  -  Prälatfasanen  -  Bankivahühner  -  Europäische Feldwachtel  -  Pfaufasane - Bronzeschwanz-Pfaufasan  -  Rothschild-Pfaufasan  -  Germain-Pfaufasan  -  Graue Pfaufasane  -  Malaiischer Pfaufasan  -  Borneo-Pfaufasan  -  Palawan-Pfaufasan  -  Humefasan - Mikado-Fasan - Edward-Fasan - Harlekinwachtel – Silberfasan - Straußwachtel

 

 

 

BORNEO-FEUERRÜCKENFASAN

 

(Lophura ignita ignita und Lophura ignita nobilis)

 

 

 

 

 

Zu Hause ist dieser prächtige Fasan, der Name sagt es, in den tropischen Regen-wäldern Borneos. In diesem tropischern Dschungel haben sich zwei Unterarten entwickelt, die sich aber in der Größe nur minimal unterscheiden. Der nobilis ist der größere von beiden. Getrennt werden sie durch die natürliche Barriere eines bis zu 2000 Meter hohen Gebirgszugs. Auf der Nordseite lebt der große, und auf der Südseite und auf der Insel Banka die kleinere Variante des Borneo-Feuerrückenfasans. Diese Fasanen leben in der untersten Etage des Regenwaldes, wo sie im Dickicht der Urwaldvegetation Deckung, Schutz und Nahrung finden. Entsprechend hat sich auch ihr Federkleid entwickelt. Das Balzkleid der Hähne ist verhalten bunt, die dunklen Töne überwiegen und lassen ihn mit dem Dickicht verschmelzen. Seine hellen Schwanzfedern ähneln einem Sonnenstrahl, der gelegentlich auf den Boden gelangt. Für die noch un-scheinbarere Henne ist Tarnung erst recht kein Problem.

 

 

 

 

 

Borneo-Feuerrückenfasane sind Allesfres-ser. Mit ihren kräftigen Krallen an den Füßen reißen sie scharrend den Boden auf, und holen keimende Saaten, Pflanzenknollen und viel tierische Kost heraus. Auf der Erde finden sie herabgefallene Samen und Früchte. Knos-pen und Blattteile ergänzen das Nahrungs-angebot. Die Henne sucht sich im Dickicht einen geschützten Nistplatz, legt vier bis sechs Eier und bebrütet sie ca. 24 Tage. Der Hahn passt auf, dass niemand zu nahe kommt. Beide Eltern kümmern sich um die Küken, die wegen der am Boden lauernden Gefahren schon mit einer Woche auffliegen. Ist die Gefahr vorüber, findet die kleine Familie durch Kontaktlaute schnell wieder zusammen. Bei dem großen Futterangebot wachsen die Kleinen schnell heran und sind bald selbständig. Außerhalb der Paarungszeit trifft man Borneo-Feuerrückenfasane oftmals in kleineren Familienverbänden an.

 

Ihre Herkunft aus dem Tropengürtel be-deutet, dass diese Fasanen bei uns ein temperiertes Schutzhaus brauchen, einen trockenen Rückzugs- und Überwinterungs-raum, bei feuchtem und nasskaltem Wetter. Weil sie sich da oft länger aufhalten, muss der Schutzraum entsprechend groß und gut strukturiert eingerichtet sein. Auch die Außen-voliere muss gut bepflanzt sein. Grundsätzlich gilt, je besser wir bei der Haltung in Men-schenobhut die Lebensbedingungen ihrer Heimat nachempfinden, desto wohler fühlen sich unsere Pfleglinge. Das Futter muss sehr abwechslungsreich sein. Neben handelsübli-chen Taubenfutter brauchen diese Fasanen Kleinsämereien, gelegentlich angekeimt, Sa-lat, Gras, Gemüse, Kräuterblätter, Klee, Vogelmiere, Beeren usw. Der Bedarf an tierischem Eiweiß kann durch getrocknete Garnelen, Mehlwürmer, kleine Stückchen Hartkäse, Quark und vielem mehr abgedeckt werden. Richtig gehalten, können Borneo-Feuerrückenfasanen viel Freude machen.

 

 

 

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz

 

 

Quelle:

Barbara Klink, Geflügelbörse 10/2014         

 

 

 

 

DER VOGEL MIT DEN

 

HUNDERT AUGEN

 

 

DER INDISCHE PFAU

Foto (auch Karte): (c)lietzow-naturfotografie.de
Foto (auch Karte): (c)lietzow-naturfotografie.de
Foto: Wikipedia, Autor: Amanda Grobe
Foto: Wikipedia, Autor: Amanda Grobe

 

 

 

 

Der Indische, auch blaue Pfau zählt zu den älte-sten Haustieren. Seit Jahrtausenden werden sie, auch außerhalb Indiens, gehalten und gezüchtet. Diese herrlichen Tiere wurden nicht nur wegen ihres prachtvollen Gefieders zur Zierde gehalten, sie standen auch auf der Speisenkarte der Obrig-keiten. In verschiedenen Kulturen werden sie als göttlich angesehen und verehrt. Sie waren in unterschiedlichen Religionen das Sinnbild für Auf-erstehung und Unsterblichkeit, galten als Tor-wächter zum Paradies. In seinem Ursprungsland Indien lebt der Pfau in den Wäldern, von den Einheimischen geschätzt, weil er junge Kobras frisst und mit schrillen Schreien vor Tigern warnt. Bei uns trifft man sie in Parks, Zoos und in den Händen von privaten Liebhabern. Es sind blaue Pfauen und durch Mutationen bedingte farbliche Abwandlungen. Die erste, sehr beliebte Abwand-lung waren die prächtigen weißen Pfauen auch Hochzeitspfauen genannt.

 

Pfauen wollen ein großes, gut strukturiertes Gelände. In der Nacht baumen sie auf, wegen ihrer Schwanzlänge mind. 2,5 Meter über dem Boden. Frei lebend haben die Hähne einen Harem von zwei bis fünf Hennen, in der Zoo- oder Privathaltung kann´s schon auch mal nur eine Henne sein, allein sollte man sie aber nicht halten, denn es sind Herdentiere. Das Radschlagen ist reine Angeberei, auch Imponiergehabe. Den Hen-nen will der Hahn damit zeigen, wie toll er ist, und möglichen Konkurrenten will er deutlich machen, wer hier auf diesem Platz das Sagen hat. Die unscheinbaren Hennen tun so, als ginge sie das alles nichts an, aber sie beachten genau, wer das prächtigste Rad schlagen kann. Mit den Blauen können die Weißen natürlich nicht mithalten. Sie brauchen den geschützten Raum ihres Halters, in Freiheit bekämen sie wohl kaum die Chance ihre Gene weiterzugeben. In der privaten Haltung kommt es durch Kreuzungen zu immer neuen Farbenschlägen, wie Blaugescheckt, Pfirsichfarben oder Schwarzflügel.

 

 

Weiße Pfauen bei Familie Pracher (www.pfauenzucht.at)
Weiße Pfauen bei Familie Pracher (www.pfauenzucht.at)

 

Gut geschützt im Unterholz legt die Henne vier bis zwölf Eier in ein einfaches Nest in einer leichten Erdmulde, die sie allein 28 bis 32 Tage bebrütet. Die Küken werden ausschließlich von der Henne versorgt. Anfangs sind sie recht empfindlich und Wärme bedürftig. Sie nutzen jede Gelegenheit sich im Gefieder ihrer Mutter aufzuwärmen. In der Natur ernähren sie sich von Kleinlebewesen, die mit zunehmendem Alter immer größer werden. Bei erwachsenen Pfauen können das Kleintiere bis zur Größe einer Maus sein. Das Hauptfutter besteht aber aus Grünzeug und Sämereien. Beim Züchter erhalten die Küken eine Mischung aus Putenstarter, gemahlenem Mais und Weizen. 

Foto: (c)lietzow-naturfotografie.de
Foto: (c)lietzow-naturfotografie.de

 

Mit etwa sechs Monaten sind die Jungpfaue erwachsen und ihre Haltung ist genauso unproblematisch, wie die der Altvögel. Pfauen verleihen jedem Park eine besondere Note und die Besucher erfreuen sich gern an ihrem einmalig schillernden Gefieder.

 

 

 

 

Quelle:

Erich Koller, ÖKZ Jänner 2014   

 

 

 

KÖNIGSGLANZFASAN

 

(Lophophorus impeyanus, Latham 1719)

 

Drei Damen, Foto: Michael von Lüttwitz
Drei Damen, Foto: Michael von Lüttwitz
Temperamentvolles Werben, Foto: WPA Deutschland
Temperamentvolles Werben, Foto: WPA Deutschland

 

 

Glanzfasanen sind große und kräftig wirkende Bewohner der Hochgebirge im Himalaya, in Ne-pal, Nordwest-Pakistan und Kaschmir. Ausdruck für ihre Lebensweise ist ihr kräftiger und leicht gebogener Schnabel. Der Oberschnabel über-deckt den Unterschnabel. Mit Hilfe dieses Werkzeuges durchwühlen sie den Boden und suchen nach Wurzeln, Zwiebeln und Insek-tenlarven.

 

Ihre Erscheinung ist nicht gerade elegant, aber äußerst farbenfroh und imposant. Bei Liebhabern, Züchtern und in den Fasanerien der Zoos ist der Königsglanzfasan häufig anzutreffen und ganz gut an unser oft feuchtes und regnerisches Klima angepasst. Der Hahn trägt auf dem Kopf ein Büschel erzgrün glänzender Federn. Hals und Kopf schimmern goldig metallgrün, Hinterhals und Halsseiten feurig kupferrot und das Goldgrün des Na-ckens geht in den Vorderrücken über.

Ein schönes Paar, Foto: Michael von Lüttwitz
Ein schönes Paar, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Die Flügeldecken sind metallisch blaugrün und der Schwanz ist zimtfarben. Bei der Henne sind die Scheitelfedern etwas verlängert, ansonsten glänzt sie durch ihre unscheinbar bräunliche Tarnfärbung, auch einjährige Hähne sehen so aus. Erst später entwickeln sie ihr auffälliges Prachtgefieder. In der freien Wildbahn werden häufig mehrere Hennen zusammen mit einem Hahn beobachtet, so scheint eine längere Paarbindung nicht auf Dauer zu bestehen. An einem geschützten Ort wählt die Henne ihren Nistplatz; sie legt vier bis sechs Eier, die sie ca. 27 Tage bebrütet. Als Bewohner der Hoch-gebirge ist der Königsglanzfasan in Europa winterhart und sehr widerstandsfähig. Bei hei-ßem Sommerwetter braucht er genügend Sonnenschutz. Das Gehege sollte geräumig sein und viele Versteckmöglichkeiten bieten.

 

F.B.

 

 

 

Quellen:        

Online im Internet: 

www.wpa-deutschland.de (Foto)

 

Heinz Sigurd Raethel:

Die Hühnervögel der Welt,

Augsburg 1991

 

 

 

 

ÄHRENTRÄGERPFAUEN

 

Ein prächtiger Ährenträgertpfau, Foto: Michael von Lüttwitz
Ein prächtiger Ährenträgertpfau, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Ährenträgerpfauen weichen in ihrer Erscheinung wesentlich vom bekannteren Blauen Pfau ab. Der Hals wirkt lang und schlank, die Haltung ist aufrechter und die Läufe sind länger. Eine Besonderheit ist das eng gestellte Federbündel auf dem Kopf, ähnlich einer Getreideähre. Die Federn der Schleppe sind weniger üppig. Auch ist ihre Stimme gedämpfter als die des Blauen Pfaus.

 

Persönlichkeit Ährenträgerpfau, Foto: Michael von Lüttwitz
Persönlichkeit Ährenträgerpfau, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Burma-Ährenträgerpfau

 

(Pavo muticus spicifer, ssp.)

 

Burma-Ährenträgerpfauen, Foto: wpa deutschland                                       Fotos anklicken!

 

Das Vorkommen dieser Art erstreckt sich auf Nordwest-Burma, die Art ist durch das Arrakan-Gebirge von den Unterarten Imperator getrennt. Zu möglichen Unterarten gibt es verschiedene Angaben. Logisch erscheint die Unterscheidung von nördlicher Arrakan-Unterart und den Tieren aus dem südlichen Burma. Die Körperhaltung ist aufrecht. Von den anderen Ährenträgerpfau-Unterarten unterscheidet sich Spicifer durch weniger grüne Farbanteile im Halsgefieder in matterer Ausprägung. Die Rückenfärbung zwischen Hals und Flügeln ist eher blaugrün und die Flügeldecken zeigen weniger Farbanteile in Blau als beispielsweise Imperator, die auch dunkler erscheint. In der Artenbeschreibung der WPA-Deutschland ist eine geringere Kälteempfindlichkeit angegeben, die nicht als winterhart für unser mitteleuropäisches Klima gelten kann.

 

 

Indochina-Ährenträgerpfau

 

(Pavo muticus imperator, ssp.)

 

Indochina-Ährenträgerpfauen, Foto: wpa-deutschland                  Fotos anklicken!

 

Das Verbreitunggebiet des Indochina-Ährenträgerpfaus ist der gesamte Indochinaraum, Ostburma bis China im Nordosten, Malaiische Halbinsel, südlich bis zur Meerenge von Kra. Durch geographische Isolation haben sich wahrscheinlich fünf eigenständige Unterarten entwickelt. So belebt die Nominatform Zentral- bis Südthailand, weitere Unterarten Zentral-Kambodscha, Laos, Vietnam und Yunnan in China.

Unterarten: mehrere Unterarten. Die "Indochina - Gruppe" teilt sich das größte Verbreitungsgebiet der Ährenträgerpfauen in Südostasien. Es haben sich durch geographische Isolationen verm. fünf eigenständige Unterarten entwickelt. Die Nominatform Pavo muticus imperator bewohnt Zentral- bis Südthailand, eigene Unterarten finden sich in Zentral-Kambodscha, übrigens eine der geographisch vollkommen isolierten Populationen, weitere in Laos, Vietnam und Yunnan/China.

Der Unterschied zu Muticus liegt im matteren und dunkleren Halsgefieder, die kleinen Flügeldecken erscheinen blau-geschuppt. Die Farbintensität variiert. Von der Malaiischen Halbinsel bis zur Meerenge von Kra sehen sie der Unterart Muticus-Muticus ähnlich, nördliche Bestände eher der Spicifer-Unterart. 

 

 

 

Malaiischer Ährenträgerpfau

 

(Pavo muticus muticus, ssp.)

 

Malaiische Ährenträgerpfauen, Fotos: wpa-deutschland                     Fotos anklicken!     

 

In ihren natürlichen Habitaten gelten sie heute als ausgestorben. Unter den Ährenträger-Unterarten haben sie das farbintensivste Gefieder. Deutliches Artzeichen sind die durchgehend hellblau glänzenden kleinen Flügeldecken. Sehr intensiv schillernd erscheint auch das Halsgefieder. In der Haltung muss ihre Frostempfindlichkeit berücksichtigt werden. Im Gegensatz zum Blauen Pfau, der standorttreu ist, ist eine Haltung im Freilauf nicht möglich. „Nachbarschaftsfreundlich“ ist ihre zurückhaltendere Lautäußerung.

Frank Böckenfeld

 

Ährenträgerpfauen, Fotos: Michael von Lüttwitz                                   Fotos anklicken!                                

Quellen:

 

online im Internet: www.wpa-deutschland.de

 

Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

 

Hans von Boetticher, Fasanen, Pfauen, Perlhühner, Reutlingen 1997

 

 

 

PRÄLATFASANEN

 

(Lophura diardi)

 

Prälatfasan, Foto: Michael von Lüttwitz
Prälatfasan, Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

Der tagaktive Prälatfasan ist von Hinter-indien über Laos, Vietnam, Thailand und Kambodscha verbreitet. Wir finden ihn im Dschungel, in Bambuswäldern, im Buschland und in nach Brandrodungen wieder aufwach-senden Sekundärwäldern. Dabei bekommt man sie aufgrund ihrer Tarnfarbe kaum zu Gesicht, wenn sie aufmerksam nach Weich-tieren, Mäusen und Jungvögeln, aber auch Samen, Grünzeug und Knospen suchen.

 

Prälatfasanen leben in Einehe. Wie bei vielen anderen Fasanenarten üblich, umwirbt der Hahn laut rufend seine Henne in einer Seitenbalz, und zeigt so an, dass das sein Revier ist. Die ungewöhnlich kontrastreich gezeichneten Hennen brüten ab Mitte April an einer geschützten Stelle auf fünf bis acht Eiern. Die munteren Küken nehmen viel tierisches Eiweiß auf, das ihnen die Natur in vielfältiger Weise anbietet.

 

Henne, Foto: WPA Deutschland
Henne, Foto: WPA Deutschland

 

Prälatfasanen sind beliebte Volierenvögel. Sie fühlen sich in sehr großen, dschungel-ähnlich bepflanzten Anlagen wohl, groß ge-nug, um der Henne während der Balz Aus-weichmöglichkeiten zu bieten. In dieser Zeit sind die Hähne mit ihren ausgeprägten, spitzen Sporen mit Vorsicht zu genießen. 

 

Prälatfasanen werden schnell zahm und verlieren dabei die Scheu vor ihrem Pfleger. In ihrer Heimat, wo sie oft mit dem Haus-geflügel mitlaufen, übernehmen sie gelegent-lich die Aufgaben eines „Wachhundes“. Auch in einer trockenen Voliere brüten die Hennen sehr zuverlässig und die Kleinen wachsen, von beiden Eltern gut beschützt, schnell heran. Wie in der Natur muss der Halter für viel tierisches Eiweiß sorgen. Dafür sind Mehlwürmer, (teueres) tierisches Fasanen-Aufzuchtfutter oder alternativ ein Quarkge-misch, gekochte Eier mit viel Grünzeug und geriebenen Karotten vermischt, gut geeignet. Kleine Sämereien und Beeren vervollständ-igen den Speisenplan.

 

 

So versorgt wachsen die Kleinen schnell und kräftig heran, Nach einem Jahr haben sie das Federkleid ihrer Eltern. Mit dem dritten Lebensjahr sind sie geschlechts-reif und die temperamentvollen Junghähne gründen mit den interessant gefärbten Junghennen eine neue Generation prächtiger Prälatfasanen.

 

 

Quelle:

 

Thomas Schneider,

Geflügel-Börse 14/2013

 

 

 

Bankivahühner

 

Ursprung aller Hühner

 

und Zwerghühner

 

 

Bankivahahn, Foto: Michael von Lüttwitz
Bankivahahn, Foto: Michael von Lüttwitz
Bankivahenne, Foto: Michael von Lüttwitz
Bankivahenne, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Wilde Bankivahühner (Gallus gallus) leben heute noch in Ost- und Südostasien, so in Indien, Thailand, Birma, Indonesien und auf den Philippinen. Es gibt fünf Unterarten, nämlich das Kochin-China-Bankivahuhn, das Tongking-Bankivahuhn, das indische Bankiva-huhn, das Java-Bankivahuhn und das Burma-Bankivahuhn, das vor ca. 4000 Jahren domestiziert wurde, und aus dem alle Formen unserer Haushühner entstanden sind. Diese „Roten Kammhühner“ unterscheiden sich von unseren Haushuhnarten dadurch, dass Hähne im Sommer ein schlichteres Ruhekleid bekommen. Die in geselligen Gruppen leben-den, meist von nur einem Hahn angeführten Bankivahühner sind tagakiv, halten sich bevorzugt aus Sicherheitsgründen in Wäldern unter Gestrüpp auf und sind den ganzen Tag auf dem Boden Tag scharrend und pickend auf Nahrungssuche. Dabei ernähren sie sich sowohl von tierischer, als auch von pflanz-licher Kost. Insekten, deren Larven, Würmer und Schnecken stehen ebenso auf ihrem Speisenplan wie Kräuter, Gräser, Körner und Sämereien. Bankivahühner haben viele Feinde, die sie zum fressen gern haben. Sie sind deshalb sehr aufmerksam und immer bereit zu flüchten.

Brütende Bankivahenne, Foto: www.wpadeutschland.de
Brütende Bankivahenne, Foto: www.wpadeutschland.de

Diese Wildhühner leben in kleinen Hennen-gruppen. Sie bilden erst zur Paarungszeit, die sich von Frühjahr bis Sommer erstreckt, mit einem Hahn, der sich diese Stellung erkämpft hat, eine Haremsgruppe. Sein Revier kenn-zeichnet der Gockel durch lautes Krähen. Dabei plustert er sein Gefieder auf, legt den Kopf zurück und kräht mehrmals kräftig drauf los. Der Hahn begattet jede Dame seines Harems, die Hennen legen in aufeinander folgenden Tagen in eine Nestmulde vier bis sechs Eier, aus denen nach 21 Tagen die Kücken schlüp-fen. Die kleinen Nestflüchter folgen sofort ihrer Mutter, von der sie alles lernen, was sie zum Leben brauchen. Mit gut drei Monaten sind die Jungtiere voll befiedert und verlassen die mütterliche Gruppe, mit fünf bis sechs Monaten sind sie geschlechtsreif. Unsere Hühner haben noch, mehr oder weniger ausgeprägt, alle Eigenschaften und auch alle Ansprüche ihrer Vorfahren. Das sollten wir immer bedenken, wenn wir uns über eine artgerechte Hühner-haltung Gedanken machen.

 

 

Die beiden unteren Fotos, aber auch viele Bilder anderer Hühnervögel  wurden und werden uns von der

WPA – Schutzorganisation zur Erhaltung bedrohter Hühnervögel (www.wpadeutschland.de) zur Verfügung gestellt. Dafür bedanken wir uns. Die WPA hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hühnervögel zu erhalten und vor dem Aussterben zu bewahren, damit auch nachfolgende Generationen Tierarten vorfinden, für die sich schon unsere Vorfahren begeistern konnten.

W. Sch

 

 

 

EUROPÄISCHE FELDWACHTELN

 

(Coturnix Coturnix, Linné 1758)

 

Europäische Feldwachteln, Fotos: Michael von Lüttwitz
Europäische Feldwachteln, Fotos: Michael von Lüttwitz

 

Als kleinster einheimischer Hühnervogel unserer Breiten gilt die Europäische Feldwachtel. Eine weitere Besonderheit ist ihre Eigenschaft als Zugvogel. Ihr ursprüng-liches Vorkommen erstreckt sich über Europa, das westliche Asien und Nordafrika. Die Bestände in Mitteleuropa leiden durch die intensiv landwirtschaftlich genutzte Land-schaft. Wachteln leben in Steppenregionen und auf buscharmen Feldern und Wiesen. In der Fortpflanzungszeit ist der Wachtelschlag zu hören, die unauffällig lebenden Vögel bleiben aber oft verborgen. Als Nest wird eine Bodenmulde ausgescharrt und leidlich mit Pflanzenteilen ausgelegt. Die Brutdauer beträgt 18-20 Tage. Die schnellwüchsigen Jungtiere sind mit etwa drei Wochen flugfähig. In der Wildgeflügelhaltung sollte die Unterbringung der Tiere so „naturnah“ gestaltet werden, dass natürliche Brut und Aufzucht möglich sind. Grundsätzlich lassen sich alle Wachtelarten problemlos halten und züchten, was Ansporn für die natürlich gestaltete Unterbringung und Haltung sein kann.

F. B.

 

 

 

Quellen:         Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

                        Oskar Heinroth, Die Vögel Mitteleuropas, Leipzig 1966

 

 

 

Pfaufasane

 

(Polyplectron, Temmink 1813)

 

 

Germain-Pfaufasanen, Foto: Michael von Lüttwitz
Germain-Pfaufasanen, Foto: Michael von Lüttwitz
Grauer Pfaufasan, Foto: Markus Dengler
Grauer Pfaufasan, Foto: Markus Dengler

 

Die Pfaufasane sind zierliche Fasanenartige, die sich in sieben Arten in ihrem Federkleid zwar unterscheiden, aber wegen gemeinsamen Eigenschaften zu einer Gattung zusammengefasst werden. Die lockere Feder der Tiere ist überwiegend braun oder grau mit dunklerer Bänderung. Decken- und Schwanzgefieder zieren glänzende Spiegelfedern. Die Hennen sind den Hähnen oft sehr ähnlich, ihre Färbung ist matter und die Zeichnung unauffälliger. Die Gelege der Pfaufasanarten bestehen aus ein bis zwei Eiern, die Fütterung der Küken erfolgt durch Anbieten von Nahrungsbestandteilen aus der Schnabelspitze, die Küken folgen ihrer Mutter im Schutz des Schwanzes. Die Pfaufasanenarten leben im Unterholz der dichten Wälder ihrer Heimat.

 

 

Bronzeschwanz-Pfaufasane

 

(Polyplectron chalcurum, Lesson 1831)

 

 

Die Geschlechter gleichen sich in ihrem Gefieder weitgehend. Die schwer zu findenden Vögel  leben in den Gebrigswäldern Sumatras. Die Feder ist vorwiegend braun, weshalb sie auch gelegentlich als Braune Pfaufasanen bezeichnet werden. Auf den stufenförmig zugespitzten Steuerfedern befinden sich Schillerflecken. Beide Partner beteiligen sich mit großem Eifer an der Jungenaufzucht.

 

Unterschieden werden die beiden Unterarten Südlicher Bronzeschwanz-Pfaufasan (Polyplectron chal-curum chalcurum) und Nördlicher Bronze-schwanz-Pfaufasan (Polyplectron chalcurum scutulatum). Er unterscheidet sich von der südlichen Unterart durch die stärker gestreifte Oberseite mit breiteren abgesetzteren Querbändern. Wir finden diese schönen Vögel überwiegend in Zoos und schöenen Gartenanlagen. Von ihren Lebensgewohnheiten in freier Wildbahn ist nach Raethel wenig bekannt.

 

 

Bronzeschwanz-Pfaufasan, Foto: www.wpadeutschland.de

 

 

Rothschild-Pfaufasan

 

(Polyplectron inopinatum, Rothschild 1903)

 

Rothschild-Pfaufasan, Foto: www.wpadeutschland.de
Rothschild-Pfaufasan, Foto: www.wpadeutschland.de

Ihre Heimat sind die mittleren Gebirgsketten der südlichen Malaiischen Halbinsel. Dunkelgrau sind beim Hahn Gesicht, Kehle und Hals mit zarter hellgrauer Strichelung und reduzierten weißen Flecken auf Gesicht und Kehle. An Hinterhals bis Vorderrücken befindet sich eine krause Gefiederpartie mit weichen und rauen Federn. Das Mantelgefieder ist rotbraun mit dunkler Wellenbänderung, am Federende mit metallisch-blauem Federfleck, schwarz und rötlich umsäumt und hellem Fleck an der Basis. Es fehlt die nackte Orbitalhaut. Der blaue Augenfleck des Hahnes auf den oberen Flügeldecken wird bei der kleineren Henne durch einen schwarzen Augen-fleck ersetzt.

 

 

 

 

 

Germain-Pfaufasan

 

(Polyplectron germaini, Elliot 1866)

 

Germain-Pfaufasan, Foto: Michael von Lüttwitz
Germain-Pfaufasan, Foto: Michael von Lüttwitz

Der Germain-Pfaufasan bildet keine Unterarten und lebt in Vietnam, Thailand und Kambodscha. Kopf, Kehle und Hals beim Hahn sind schwarz mit grauweißen Sprenkeln. Obere Kehle weiß, Oberseite dunkelbraun und isabellfarbig gefleckt, die Federn im Oberrücken mit großem violett-blauem Augenfleck versehen. Er ist mit schwarzem Ring und hellbraunem Saum umgeben. Die Steuerfedern haben metallisch-grüne Augenflecken, gesäumt fahl-grau und schwarz. Die Unterseite der männlichen Tiere ist schwarz, teils mit isabellen Bändern. Die nackte Gesichtshaut ist dunkelrot und der Schnabel schwärzlich-braun. Die Hennen sind etwas kleiner und in der Färbung matter. Die Art bewohnt Regenwälder von der Küste bis in Höhen über 1000 m. Der europäische Erstimport soll 1875 nach Frankreich erfolgt sein. In der Hauptfarbe wirken sie wenig auffällig, bestechen aber dafür umso mehr mit ihren schillernden Spiegelflecken.

 

 

 

Graue Pfaufasane

 

(Polyplectron bicalcaratum, Linné 1858)

 

 Graue Pfaufasanenhenne, Foto: Michael von Lüttwitz
Graue Pfaufasanenhenne, Foto: Michael von Lüttwitz

Sie haben das größte Gebiet der Verbreitung und sind in den Unterarten Himalaja-, Burma-, Ghigi- und Hainan-Pfaufasan vorzufinden. Ihre Besonderheit ist ein Schopf, der in Erregung bis auf den Schnabel gesträubt werden kann. Sie haben weiße Kehlen, eine nackte Orbitalhaut und Spiegelflecken auf Hand- und Arm-schwingen sowie auf den Steuerfedern. Graue Pfaufasanen werden gern in menschlicher Obhut gehalten, sie haben in ihrem Verhaltensre-pertoire eine Seiten- und Frontalbalz. Die Oberseite des Gefieders beim Himalaja-Pfaufasan (Polyplectron bical-caratum bakeri, Lowe 1925) weist braungraue Farben auf mit isabell-weißlichen Flecken. Mantel und Decken zieren metallisch-grüne und violett schimmernde Spiegelflecken mit einem braun-schwarzen und weißen Saum. Das weibliche Tier erscheint kleiner und matter.

Grauer Pfaufasanenhahn, Foto: www.wpadeutschland.de
Grauer Pfaufasanenhahn, Foto: www.wpadeutschland.de

Der Burma-Pfaufasan (Polyplectron bicalca-ratum bicalcaratum, Linné 1758) ist in der Hauptfarbe bräunlicher als die Himalaja-Unterart mit isabell-gelblicher Federzeichnung. Die Unterart Ghigi-Pfaufasan ist etwas mehr ins bräunliche tendierend im Gefieder als die Nachbarn aus dem Himalaja und die Spiegel-flecken der Schwanzfedern sind von einem breiten isabell-grauen Saum umgeben. Kleiner als ghigi ist der Hainan-Pfaufasan und insgesamt dunkler. Die Spiegelflecken auf Mantel und Decken schimmern blau und grün mit teils weißem Saum. Das paarungsbereite Weibchen kriecht unter beständigem Nicken dem Hahn entgegen in kurzen Bögen. Darauf erfolgt die Begattung.

 

 

 

Malaiische-Pfaufasane

 

(Polyplectron malacensis malacensis, Scopoli 1786)

 

Malaiisches-Pfaufasanen Paar, Foto: www.wpadeutschland.de
Malaiisches-Pfaufasanen Paar, Foto: www.wpadeutschland.de

Beide Geschlechter des Malaiischen Pfaufasans sind verschieden gefärbt. Der Hahn imponiert seinen Damen durch eine Spitzhaube, die den Schnabel weit überragt. Die nackte Orbitalhaut ist orange. Breite Federn in Nacken und Hinterhals bilden metallisch violett glänzend eine Art Mähne. Wenn er beim Balzen sein Prachtgefieder voll zeigt, ist das eine Augen-weide.  Auffällig sind die gesäumten Augenflecke der Schwanzfedern, wenn sie  dabei leicht aufgefächert werden. Bei der viel unschein-bareren Henne sind Mähne und Federhaube kurz, die Oberseite ist isabellbraun und schwarz getüpfelt. Die Glanzflecke des Hahnes ersetzen dreieckige schwarze Flecken auf Mantel und Decken.

 

 

Borneo-Pfaufasan

 

(Polyplecrton schleiermacheri, Brüggemann 1877)

 

 

Palawan-Pfaufasan, Foto: www.wpadeutschland.de
Palawan-Pfaufasan, Foto: www.wpadeutschland.de

Die Federn der Haube des Hahnes dieser Fasanenart schillern in der Mitte erzgrün, ansonsten ist die Feder kurz, hellgrau und schwarz quergebändert. Die Oberseite gleicht dem Malaiischen Pfaufasan, ist aber rötlicher und mit kleineren grünen Spiegelflecken versehen. Kennzeichen sind Überaugenband und schwarze Ohrdecken. Der Schwanz ist kürzer, die Außenfahnen haben einen grünen, die Innenfahnen einen schwarzen glanzlosen Fleck. Als einzige Vertreter der Pfaufasane kommen die wenig bekannten Borneo-Pfaufasane nur im Tiefland vor. Sie sind verwandt mit den Palawan-Pfaufasanen und dürften ihnen auch im Erscheinungsbild ähneln; ein Bild dieser Vögel haben wir nicht gefunden.

 

 

 

Palawan-Pfaufasan

 

(Polyplectron emphanum, Temmink 1831)

 

 

Palawan-Pfaufasanenhenne, Foto: Michael von Lüttwitz
Palawan-Pfaufasanenhenne, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Eine Scheitelhaube schmückt den Palawan-Pfaufasan, während eine weiße Bartbinde unterhalb der Augen nach hinten verläuft, die Orbitalhaut ist ziegelrot. Weitere Kopfpartien, Hals, Unterseite und Schwingen sind schwarz. Mantel und Decken werden zum Ende hin metallisch grün und blau schimmernd. Rücken und Bürzel sind schwarzbraun mit zarten isabellgelblichen Flecken, Oberschwanzdecken schwärzlich mit heller Wellenbänderung, beide Schwanzfederfahnen haben den umsäumten Augenfleck. Die Balz erfolgt in Seitenstellung, mit gefächertem Schwanz und ausgebreitetem Flügel. Der farbenprächtige Palawan-Pfaufasan erfreut sich in unseren Breiten bei Fasanenlieb-habern als gern gesehener Pflegling.

 

Frank Böckenfeld

Küken des Grauen Pfaufasans bei Markus Dengler
Küken des Grauen Pfaufasans bei Markus Dengler

 

Quellen:        

 

Heinz Sigurd Raethel,

Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

 

Hans von Boetticher,

Fasanen, Pfauen, Perlhühner, Reutlingen 1997

 

 

 

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HUMEFASAN

 

(Syrmaticus h. humiae, Hume 1881)

 

 

Die atraktiven Humefasane zählen zu den Langschwanzfasanen. In ihrem Verbreitungsgebiet Manipur, Nord-Burma, Südwest-Jünnan und Nord-Thailand leben sie in zwei Unterarten. Sie bewohnen raue Gebirgsgegenden in Höhen zwischen 1200 und 3000 Metern mit felsigen und zerklüfteten Böden. Oft findet man sie an Steilhängen, wo sie sich wahrscheinlich sehr sicher fühlen.

 

Erstmals beschrieben hat sie der britische Zoologe Hume, als er bei einer Manipur-Expedition eine lange Stoßfeder im Kopfschmuck seiner einheimischen Expeditionshelfer entdeckte, und sie einer noch unbekannten Art zuordnete. Es ist die kontrastreiche Färbung des Hahnes, die diese Fasanenart so beliebt bei Fasanenfreunden macht.

 

Heinz-Sigurd Raethel beschreibt die Haltung des Humefasanes als relativ einfach, da die Tiere ähnlich wie die anderen Langschwanzfasane robuste und ansprechende Volierenvögel sind. Die Voliere sollte groß sein, viele Versteckmöglichkeiten bieten, und auch genügend Möglichkeiten zum Aufbäumen haben. Während der Balz können die Hähne recht aggressiv werden, und wenn die Hennen ihre zehn bis zwölf Eier ausgebrütet haben und ihre Küken führen, trennt man sie gern vom Hahn. Das Futter muss sehr abwechslungsreich sein und viel Grünzeug und tierische Nahrung beinhalten. Es ist ein besonderes Vergnügen die farbenprächtigen Humefasane in einer naturnah gestalteten Umgebung zu beobachten.

F. B.

 

 

Fotos:             wpa-Deutschland

 

 

Quellen:         Online im Internet: www.wpa-deutschland.de

                        Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt,

                        Augsburg 1991

 

 

 

Mikado-Fasan

 

(Syrmaticus mikado, Ogilvie-Grant 1905)

 

Hals und Kopf sind purpurblau, auch Mantelgefieder und Brust, die noch schwarze Flecken aufweisen. Die schwarzen großen Flügeldecken sind schwarz und haben weiße Endsäume, die auffällige, weiße Binden bilden. Der Stoß ist schwarz mit weißen Querbinden. Findet man diese Gefiedereigenschaften vereint, hat man den Mikado-Fasan vor sich, den man bei den Langschwanzfasanen eingruppiert. Dichte Mischwälder ihrer Heimat auf der Insel Taiwan sind ihr Habitat. Die Brutdauer beträgt 26-28 Tage und ist damit länger als bei anderen Bindenschwanzfasanen. Mikado-Fasane gelten als leicht zu halten und problemlos zu züchten, ihre Lebensweise in Höhen bis 3000 m macht sie bei uns absolut winterhart. Als ästhetisch besonders schmeichelhaft gelten die Kontraste des Gefieders aus metallisch glänzendem Schwarz mit weißen Binden und Streifen.

F. B.

 

Fotos:            

 

WPA Deutschland

 

 

 

Quellen:        

 

Online im Internet: www.wpa-deutschland.de

                        Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

 

 

Edward-Fasane

 

(Hierophasis edwardsi, Oustaltet 1896)

Die Gefiederfärbung des Edward-Fasans ist überwiegend stahlblau. Er hat eine Federhaube und kurze Schwanzfedern und ist der klassische Vertreter der Blaufasane, die in die Gruppe der Hühnerfasane eingeordnet werden. Die Henne ist allgemein kastanienbraun mit unauffälligem Wellenmuster, beide Partner haben rote Läufe. Die Art bewohnt dichte und feuchte Wälder in Vietnam, steigt jedoch nicht in die Höhen auf. Die Edward-Fasane galten in den 1990-er Jahren als ausgestorben, hatten aber in den natürlichen Regionen Zentral-Vietnams überlebt. Bemühungen zum Schutz der Art vor Ort und Programme von WPA und zoologischen Einrichtungen sollen den Bestand der Art stabilisieren. Die Brutdauer beträgt 21 Tage, Junghähne erhalten schon im ersten Jahr ihr Erwachsenengefieder, wobei die Henne erst im Alter von zwei Jahren brütet. Das Balzverhalten besteht aus der einfachen Seitenbalzhaltung. Hier wird die Henne mit aufgerichtetem Schopf und lockerem Flügel- (einseitig) und Rückengefieder umschritten.    F. B.

 

Fotos: WPA Deutschland

 

Quellen:         Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

                        Hans von Boetticher, Fasanen, Pfauen, Perlhühner, Reutlingen 1997

 

 

Harlekinwachtel 

 

(Coturnix delegorguei, Delegorgue 1847)

 

Fotos: Frank Böckenfeld
Fotos: Frank Böckenfeld

 

Die Geschlechter dieser kleinen afrikanischen Wachtel sind verschieden gefärbt. Bei der Henne in „Feldhühnchenmanier“ in unauffälliger Gefiederfärbung, angepasst an die Tarnfunktion der Steppen- und Savannengebiete Afrikas, Madagaskars und Arabiens. Charakteristisch ist beim Hahn die ankerförmige Kehlzeichnung. Die Körpergröße liegt zwischen15 – 18 cm. Von den Lebensgewohnheiten in den ursprünglichen Habitaten ist das Auftreten der Harlekinwachtel gekoppelt an Niederschläge und die daraus folgende Vegetationsphase mit Pflanzenwachstum und Kleinstlebewesenentwicklung. Die Brutdauer beträgt 14 -16 Tage, nach 28 Tagen sind die Jungwachteln voll befiedert. Erstmals nach Europa gelangt ist die Harlekinwachtel nach Raethel 1869 in den Londoner Zoo.

 

Quelle: Heinz-Sigurd Raethel, Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

 

Silberfasane

 

(Gennaecus nycthemerus, Linné 1758)

 

Silberfasan, Foto: Erich Koller
Silberfasan, Foto: Erich Koller
Beriloz-Silberfasan, Foto: WPA Deutschland
Beriloz-Silberfasan, Foto: WPA Deutschland

 

Deutlich anzusprechen sind Silberfasane im männlichen Geschlecht durch ihre dichte schwarze Federhaube und die karminroten Läufe. Die Oberseite ist reinweiß, auf Rücken und Flügeln mit v-förmigen Winkeln versehen. Die Hähne werden in ihrem zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. In ihrer Heimat bewohnen sie Wälder, Bambusbestände und Buschgebiete in Gebirgswaldregionen, in Höhenlagen zwischen 600 bis 2000 m in Süd-China, Burma, Thailand und Vietnam. In der freien Wildbahn werden oft mehrere Hennen mit einem Hahn angetroffen; daher nimmt man an, dass sie polygyn leben. Neben der einfachen Seitenbalz umschreitet der Hahn die Henne und spreizt die Schwanzfedern nach unten. Die samtigen Gesichtslappen schwellen stark scharlachrot an.

Jones-Silberfasan, Foto: WPA Deutschland
Jones-Silberfasan, Foto: WPA Deutschland

 

Die Brutdauer beträgt 23 bis 25 Tage. Die Eier sind rahmweiß bis rosagelblich, fleckenlos oder mit kleinen weißlichen Pünktchen versehen. Gelegestärken bestehen um die sechs bis acht Eier. Die Küken sind frohwüchsig und wenig empfindlich. Im Alter von ca. sechs Wochen lassen sich bereits die Geschlechter unterscheiden. Bei den kleinen Hähnchen sind die Schwanzdeckfedern grob gemasert, bei den weiblichen Tieren fein grau gesprenkelt.

 

Die Silberfasan-Gruppe hat fünfzehn Unterarten ausgebildet, im nördlichen Bereich heller im südlicheren dunkler. Eine davon ist der Berliz-Silberfasan. Er zählt zu den helleren Tieren und ist etwas kleiner als die Nominatform.

 

Der Jones-Silberfasan ist keine Unterart und kommt in Nord- und Mittel-Tailand sowie Südwest-Yünnan vor. Farblich ist er eine Mittelform..

 F. B.

 

 

 

Quellen:        

Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

Hans von Boetticher, Fasanen, Pfauen, Perlhühner, Reutlingen 1997

 

 

Strausswachteln

 

(Rollulus roulroul, Scopoli 1786)

Foto: WPA Deutschland
Foto: WPA Deutschland

 

 

In der Größe stehen sie zwischen Feldwachtel und Rebhuhn. Auf dem Kopf tragen sie mittig ein Büschel borstenartiger Federn, beim Hahn stärker ausgeprägt, auch durch den kastanienroten Schopf aus haarähnlichen Federn. Die Augen werden von einem roten Augenring eingefasst. Die Geschlechter sind verschieden gefärbt. Die Läufe bei beiden Partnern rot und sporenlos. Hauptfarbe des Gefieders beim Hahn ist blau-schwarz, bei der Henne dunkelgrün mit kastanienbraunen Flügeldecken. Ihre Heimat sind die Waldregionen von Burma, Malaysia, Sumatra und Borneo. 

Foto: Frank Böckenfeld
Foto: Frank Böckenfeld

Ihre Nahrung besteht aus Kerbtieren und herab gefallenen Waldfrüchten, die sie eifrig scharrend vom Waldboden auflesen. Sie sind quirlig in ihren Bewegungen und baumen nachts auf. In der Haltung in Menschenobhut können sie nach anfänglicher Scheu recht zutraulich werden. Für die Haltung sollte eine gut strukturierte und bepflanzte Voliere zur Verfügung stehen mit der Möglichkeit der Warmüberwinterung. Sie bauen ein überdachtes Nest, die Küken schlüpfen nach 18 Tagen und werden von beiden Eltern geführt. 

  

Frank Böckenfeld

 

 

  Quellen:          Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

                        Friedel Bernhard/Armin Kühne, Wachteln, Stuttgart 2011

 

Wallichfasane

 

(Catreus wallichii,Cabanis 1851)

 

 

Foto: WPA Deutschland
Foto: WPA Deutschland

Der Wallichfasan ist beheimatet im Himalaya von Kaschmir bis Nepal und Sikkim und kommt in Höhenlagen von 1500 bis 3000 m vor. Eine Besonderheit: es existieren keine Unterarten und beide Geschlechter sind nahezu gleich gefärbt sind. Auf dem Kopf tragen sie eine Spitzhaube, der Schwanz ist gestuft aufgebaut und wird flach getragen. Das Balzverhalten ist verhältnismäßig einfach und besteht nach Raethel aus der Prahlstellung des Hahnes, seitlich zur Henne, mit ihr zugerichtetem gespreiztem Flügel und Schwanz. Die Eier werden 26 Tage bebrütet und die geschlüpften Küken von beiden Elternteilen geführt. Ausgestattet mit einem kräftigen Schnabel, werden Wurzeln, Zwiebelgewächse und Kerbtiere aus dem Bodenbereich aufgenommen, sowie Sämereien und Beeren. Durch intensive Bejagung soll er in seiner Heimat bedroht sein. Seinem Pfleger gegenüber kann er sehr vertraut werden, sie gelten durch ihre Herkunft als winterhart in unseren Breiten.

F. B.

 

Quellen:           Heinz Sigurd Raethel, Die Hühnervögel der Welt, Augsburg 1991

                        Hans von Boetticher, Fasanen, Pfauen, Perlhühner, Reutlingen 1997

 

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