Die vielfalt der

 

rassetauben

 

Foto: Günter Stach
Foto: Günter Stach

 

Beschriebene Taubenrassen 1:

 

Merlus-Segler  -  Indische Pfautauben  -  Voorburger Schildkröpfer  -  Spanische Erdbeeraugen  -  Hanakröpfer  -  Österreichische Ganselkröpfer  -  Französische Kröpfer  -  Deutsche Schautippler  -  Mährische Strasser  -  Bayerische Kröpfer  -  Eistauben  -  Marchenerokröpfer  -  Altorientalische Mövchen  -  Dunek  -  Luzerner Goldkragen  -  Ungarische Riesentauben  -  Basraer Wammentauben  -  Lausitzer Elsterpurzler - Strassertauben - Show Racer - Giant Homer - Märkische Elstern - Kumru - Altholländische Kapuziner – Arabische Trommeltauben

 

 

 

MERLUS-SEGLER

 

Merlus-Segler, das Wunschbild, gemalt von Jakob Relovsky
Merlus-Segler, das Wunschbild, gemalt von Jakob Relovsky

 

DIE ENTSTEHUNG EINER

 

DEUTSCHEN SEGLERTAUBE MIT

 

UNGEWISSER Zukunft

 

 

 

 

Jakob Relovsky gehört zu den talentierte-sten und besten Tiermalern unserer Zeit. Diesen Ruf hat er sich seit den achtziger Jahren zu Recht erworben, denn er verbindet das Gefühl für die Proportionen und die Bewegung von Tieren im Allgemeinen und Geflügel im Besonderen mit einem filigranen Malstil höchster Güte. Seine von feinsinniger Ästhetik geprägten Unikate haben längst Kultstatus erlangt, an ihnen erfreuen sich Tierliebhaber auf der ganzen Welt. Neben seinem malerischen Talent ist das sicher auch der Tatsache geschuldet, dass er zeitlebens ein begeisterter Taubenzüchter war und so ein besonderes Gespür für die Lebendigkeit seiner Objekte entwickelt hat. Tauben flie-gen, und alles, was mit dem Fliegen zusam-menhängt, fasziniert ihn. Modellflugzeuge konstruieren und bauen ist das eine, die Beschäftigung mit Segelflugtauben das ande-re. Eine eigenständige, deutsche Seglertaube sollte es sein, mit den farblichen Attributen der Ägyptischen Segler, aber klein und schnittig elegant.

 

 

 

Grundlage vor zwanzig Jahren waren Ägyptische Segler, Gimpeltauben, Basraer Wammentauben, Luzerner Goldkragen, Coburger Lerchen, Englische Short Faced Tümmler, Figurita-Mövchen und arabische Trommeltauben. Zwei Zuchtlinien standen im Vordergrund. Bei einer wurde die seg-lertypische Form betont, bei der zweiten stand die Farbvielfalt im Vordergrund. Da-bei soll die signifikante Halsfärbung als besonderes Hauptrassemerkmal über-zeugen. Die wenig betonte Brust wird etwas angehoben, Rücken und Schwanz sind leicht abfallend. Zusammen mit den schmalen, auf dem Schwanz aufliegenden Flügeln, ergibt sich die für diese Tauben typische, schwungvolle, elegante Form. Mit leicht nach vorn gestrecktem Kopf beobachten sie mit aufmerksamen Blicken ihre Umgebung. Der Schnabel wirkt leicht klein, ist eher dünn und mittellang, so, dass die Jungen gut gefüttert werden können. Gute Zuchteigenschaften sind bei dieser Ahnenserie selbstverständlich.

 

 

Eine große Aufgabe für einen geduldi-gen Taubenfreund. Für Jakob ging es nie um die schnelle Anerkennung. Er verfolgt einen Traum, und das macht seine Segler so sympathisch. Natürlich können sie auch in einer schönen Voliere gehalten werden, aber es ist besonders eine Taube für den Freiflug. „Nomen est Omen“, und Segler kommt ja wohl von segeln. Für eine mögliche Anerkennung sucht Jakob Relovsky Verbündete. Taubennarren mit Idealen, bei denen die tägliche Freude an der besonderen Taube im Vordergrund steht, und nicht der schnelle Ausstellungserfolg. Der Zielein-lauf ist erreicht, in Sicht- und Reichweite gerückt – greifbar nahe sogar. Wer an diesem Projekt interessiert ist und glaubt dieser schönen Herausforderung gewach-sen zu sein, der melde sich doch bei Jakob Relovsky (in deutscher oder englischer Sprache), Widdumstr. 9, 71069 Sindelfingen-Darmsheim, Tel.: 07031 671544, jakob@relovsky.com

 

Fotos und Text: Günter Stach, Geflügelzeitung 10/2014  

 

Bilder unten bitte anklicken! 

 

 

 

DER WEG DER

 

INDISCHEN PFAUTAUBE

 

 

LANGSAM ABER SICHEER …

 

Foto: Remco de Kost4er
Foto: Remco de Kost4er
Foto: Remco de Koster
Foto: Remco de Koster

1939 kamen die Indischen Pfautauben nach Ame-rika, wo sie bald eine beliebte Rasse wurden. Dem dortigen Züchtergeschmack, sind sie mit ihrem „Teddybäe-Look“ (Remco de Koster) eine junge ame-rikanische Rasse geworden, die mit dem Original, wie es heute noch auf dem indischen Subkontinet vor-handen ist, nichts mehr zu tun hat. Dafür holt die betuchte Oberschicht heute die moderne Version mit dem ausgeprägten Fächer, wuchtigerem Körper und der breiten Farbpalette wieder nach Indien. Globali-sierung also auch in der Taubenszene. In Deutsch-land wurde die Indische Pfautaube 1976 anerkannt. 1990, mit Gründung des Sondervereins kamen ne-ben den beliebten Weißen, die attraktiven Milky-farbigen, die Blauen, die Schwarzen und die Schwarzschecken hinzu. In Europa setzten aber vor allem England, Irland und Frankreich die Akzente bei der Veredelung des Typs. Aus England kamen moderne Indische Pfautauben in die Niederlande, von wo aus sie auch immer häufiger zu uns kommen. 

Foto: Dick Hamer
Foto: Dick Hamer

 

In Frankreich, auf dem Championat 2013, wur-den 310 Indische Pfautauben in Laufkäfigen beur-teilt, in denen der Gesamteindruck dieser Tauben besser zum Ausdruck kommt. Der große Champion wurde ein dominant Roter. Auch bei uns steigen die Meldezahlen auf den großen Ausstellungen und neue Farbenschläge wie Blauschecken oder Farb-schwänze kommen hinzu. Und die Entwicklung geht weiter, neuerdings werden auch Schwarz-schildige und Vielfarbige gezeigt. Schön, aber problematisch zu züchten sind Spiegelschwänze mit einem schönen hellen und sich abhebenden Spiegel im Fächer und einer farbigen Endbinde. Indische Pfautauben sind vollbrüstig und nur leicht aufgerichtet. Ihr üppiges Gefieder lässt sie größer erscheinen, der leicht trichterförmige Schwanz wird steil getragen. Die meisten Indischen Pfautauben sind spitzkappig, es gibt sie aber auch mit Muschelhaube, sie haben eine mehr oder weniger kurze Fußbefiederung und wirken sehr tief ste-hend, was aber vor allem durch das üppige Ge-fieder vorgetäuscht wird. 

 

Indische Pfautauben sind angenehme Zeitgenossen. Sie sind ruhig und werden sehr zutraulich, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Mit anderen Rassen vertra-gen sie sich sehr gut. Einer meiner Enkel hatte eine Zeit lang einige Paare in Blau und Milky. Sie haben sich im Freiflug sehr wohl gefühlt. Sehr zuverlässig haben sie gebrütet und ihre Jungen groß gezogen. Sie sind ideal für Liebhaber, die ein paar schöne Täubchen im Garten halten wol-len, und sicher haben auch Kinder viel Spaß mit diesen freundlichen Tauben. Der Ausstellungszüchter hat es da schwerer, denn da muss ja alles stim-men und neben anderen Feinheiten ist der richtige Fächerschwanz sicher eine züchterische Herausforderung. Inzwi-schen hat die Rasse eine breite Farb-palette, so dass auch da für jeden Ge-schmack was dabei ist. 162 Indische Pfautauben auf der VDT-Schau 2013 in Leipzig zeigten, dass die Rasse auf einem guten Weg ist  –  „langsam aber sicher …“.

W. Schr.

 

Quelle:

Remco de Koster, Geflügel-Börse 3/2014

 

 

                                                                                                 

 

 

ELEGANTE KROPFTAUBEN

 

AUS HOLLAND

 

 

Voorburger schildkröpfer

 

 

 

Foto: Günter Stach
Foto: Günter Stach

 

Erster Blickfang beim Kröpfer: Das Blaswerk. Besondere Aufmerksamkeit erregt jede Kropftau-benrasse mit ihrem Blaswerk. Beim Voorburger Schildkröpfer soll es nahezu kugelrund geformt sein. Das bedeutet nicht, dass das Zuchtziel auf kugelrund lautet. Eine Kugel passt nämlich nicht zu einem mittelgroßen Kröpfer, der in der Taille edel absetzen soll und der den Kropf dabei stolz und hoch trägt, so dass sich der Unterschnabel leicht in das lockere Kropfgefieder einbettet. Beinahe kugelrund bedeutet vielmehr, dass der Kropf nach allen Seiten gleichmäßig groß ist – also so lang wie breit, von vorne und von der Seite gesehen gleichmäßig gerundet. Diese gefor-derte Gleichmäßigkeit verhindert gleichzeitig züchte-rische Übertreibungen. Ein schlauchförmiger Kropf deutet weniger auf einen zu langen Hals als vielmehr zu wenig Blasvolumen oder falsche Kropfform wie birnenförmiges Blaswerk hin. Der entgegengesetzte Fehler ist, wenn das Tier zu stark nach vorn bläst. Solche Exemplare setzen zwar vielleicht vorbildlich an der Taille ab, aber die Kropfform ist insgesamt nicht rassetypisch – zu viel „Vorbau“ verhindert ein ausgewogenes Blaswerk. Das wäre eine züchterische Übertreibung, kein Superbläser, sondern schlicht eine Fehlentwicklung, die niemand will.

Fotos: Manfred Loick
Fotos: Manfred Loick

 

 

Noch wichtiger: Figur und Wesen. Wie jeder Kröpfer ist der Voorburger Schildkröpfer eine Formentaube, neben der Form des harmonisch gerundeten Blaswerks sind die idealen Proportionen gegeben, wenn bei mittelgroßer Figur eine schlanke Gestalt, hoher Stand und abfallende Körperhaltung den Rassetyp verkörpern. Bei 60 % Vorderlänge und 40 % Hinterpartie sprechen manche vom „Goldenen Schnitt als Begriff des Schönen“. Das ist richtig, der Voorburger kann begeistern. Nicht von ungefähr wurde der Voor-burger Schildkröpfer von einem wahren Künstler geschaffen.Aber das sind alles nur Äußerlichkeiten, am meisten bestechen Voorburger Schildkröpfer durch ihr Wesen. Die Täuber tänzeln auf ihren langen, schlanken Beinen und balancieren ihr Blaswerk gekonnt in lockerer Manier. Ihre Täubinnen stehen ihnen dabei in nichts nach, aber sie flirten nicht nur mit den Täubern, sondern machen auch dem Züchter schöne Augen. 

 

Die perfekte Abrundung: Wir führen Gutes im Schilde. Besonders reizvoll für das Auge ist auch die attraktive Schild-zeichnung. Der Voorburger ist eine reinweiße Taube, nur das Flügelschild ist beidseitig farbig. Dabei gibt es den größtmöglichen Kontrast bei schwarz/weiß, aber es gibt auch ganz zarte Farb-nuancen wie bei gelbfahl, bei denen sich das cremefarbige Flügelschild nur leicht von der weißen Grundzeichnung abhebt. Ein schön gerundetes Flügelschild erhält man bei je acht bis zehn weißen Hand- und farbigen Armschwingen, Kenner schätzen auch farbige Daumenfedern. Aber auch bei sieben bis zwölf weißen Schwingen und weißen Klappenfedern liegt noch keine fehlerhafte Zeichnung vor. Voorburger Schildkröpfer sind anspruchslos in der Haltung. Ein einfacher trockener Schlag genügt für diese sehr aktiven Kröpfer. Wie die meisten Tauben, wirken sie am besten im Freiflug, der ihrem Temperament sehr entgegen kommt. Sie brüten gut und ziehen ihre Jungen zuverlässig auf. 

 

 

C.S. Th. van Gink, der Erzüchter des Voorburger Schildkröpfers nach seinem eigenen Muisterbild

 

Paul Herdegen mit einem Spitzen-Voorburger
Paul Herdegen mit einem Spitzen-Voorburger

 

Die Rasse wurde von dem holländischen Taubenzüchter C. S. Th. van Ginkin der Gegend von Voorburg herausgezüchtet und 1930 in den Niederlanden anerkannt. Freunde der ARGE Tierschutz - Rassegeflügel wissen auch um die schriftstellerischen und künstlerischen Leistungen van Ginks.

In Deutschland ist der Voorburger Schildkröpfer seit 1969 anerkannt und hat sich in den letzten knapp 50 Jahren zu einer der beliebtesten Kropftaubenrassen entwickelt. Kein Wunder bei diesem Einklang von ansprechender Figur, freundlichem Wesen und attraktivem Farbbild.

Manfred Loick

 

 

Kontakt:

 

www.SV-Voorburger-Schildkroepfer.de

 

Thomas Müller

Tel.. 06031 6841527

t.mueller@voorburger.de   

 

 

 

 

 

PERLEN AUS SPANIEN

 

 

DIE SPANISCHEN ERDBEERAUGEN

 

 

Das Spanische Erdbeerauge (spanisch: ojo de fresa, katalanisch: ull de maduixa) hat eine lange Geschichte. Etwa vom 8. bis zum 11. Jahrhundert stand die iberische Halbinsel unter Belagerung durch die Mauren. Noch heute kann man in Spanien die Spuren der Berber und Araber bewundern, die sie in Kunst und Architektur hinterlassen haben. Es ist anzunehmen, dass Angehörige dieser nordafrikanischen Nomadenstämme die Vor-fahren unserer heutigen Erdbeeraugen aus Afrika nach Spanien mitgebracht haben. Der deutsche Rassename „Erdbeerauge“ wird für den einen oder anderen gewöhnungsbe-dürftig sein. Er ist eine Übersetzung des spa-nischen (ojo de fesa) und des katalanischen (ull de maduixa) Rassenamen "Erdbeerau-ge". Das spanische Erdbeerauge gehört zum großen Rassekreis des barbs/Indianer und ähnelt den Beschreibungen des sächsischen Indianers, der jedoch längst als ausge-storben gilt.

 

Auch das Spanische Erdbeerauge ist in seiner Heimat recht selten geworden. Seit 2009 ist diese Rasse nun in Deutschland anerkannt und wird vom Sonderverein Spanischer Hängekröpfer betreut. Auf Grund von Unkenntnis hat diese Rasse bei uns noch mit vielen Vorurteilen zu kämp-fen. Mit einer guten Öffentlichkeits-arbeit wollen wir dafür sorgen, dass das in den nächsten Jahren anders wird, denn diese kleinen Tauben aus Spanien sind liebenswerte Gesellen, eine echte Liebhaberrasse. Das namensgebende Hauptrassemerk-mal ist der feurig rote Augenrand, der das Perlauge (bei Weißen und Schecken auch schwarz) umschließt und im Alter an Größe zunimmt. Der Kopf soll würfelförmig sein, der Kör-per kräftig und grobknochig. Mit der leicht angehobenen Haltung und dem breiten Rücken wirkt die Taube kräftig und strahlt mit ihren lebhaften Augen viel Vitalität und Lebensfreude aus.

 

Z. Zt. sind sechs Farbvarianten anerkannt: Schwarz, Rot, Gelb, Weiß und Gescheckte in Rot und Gelb. Spanische Erdbeeraugen haben sehr gute Zuchteigenschaften. Sie sind ausgezeichnete Eltern, brüten gut und hu-dern ihre Jungen sehr lange. Unsere Spanier sind wahre Spätentwickler, sowohl was die Entwicklung des Charakters als auch der Rassemerkmale anbelangt. In der Haltung sind sie unkompliziert. Wie alle Tauben lieben sie den Freiflug, ist der nicht möglich, sollten die Volieren großzügig und abwechslungs-reich eingerichtet sein. Damit ist das Spa-nische Erdbeerauge eine echte Alternative in der Gruppe der Warzentauben für Idealisten, die bereit sind genügend Geduld und Fein-gefühl aufzubringen.  Züchter, die schnell Preise abräumen wollen, sind wahrlich schlecht mit dieser Rasse beraten.

 

 

 

 

 

Text, Fotos und Ansprechpartner:

Marius Matz

0172 8963975

matz-marius@web.de

 

 

Kontakt:

SV der Züchter spanischer Hängekropftauben

www.spanische-kropftaubenrassen.de

 

 

 

 

BEEINDRUCKENDE KROPFTAUBEN

 

 

HANAKRÖPFER

 

Urwüchsige Burschen, Hankröpfer aus Tschechien. Die Aufnahmen wurden bei Karl Zausinger, Oberhatzkofen, gemacht
Urwüchsige Burschen, Hankröpfer aus Tschechien. Die Aufnahmen wurden bei Karl Zausinger, Oberhatzkofen, gemacht
Ein prächtiges gelbes Zuchtpaar
Ein prächtiges gelbes Zuchtpaar

 

Sie sind schon eine beeindruckende Rasse, groß und stattlich wirken sie wie Urgesteine der Kröpferfamilie. Edmund Zurth hatte in seinem Buch „Die Welt der Tauben“ 1956 einen gemalten Hanakröpfer (damals Mähri-scher Hanna-Kröpfer genannt) mit weißer Fußbefiederung abgebildet. Genetische Zu-sammenhänge zwischen Schwingenfarbe und Fußbefiederung waren wohl noch nicht so bekannt, und malen konnte man natürlich viel. Das stand vermutlich auch so in der Musterbeschreibung; ich erinnere mich jeden-falls, dass bei in den 60-er Jahren gelegent-lich gezeigten schwarzen Hanakröpfern, vor allem die farbigen Federfüße beanstandet wurden. Es war Karl Zausinger sen., der den Zusammenhang zwischen Schwingenfarbe und Fußbefiederung erkannte, und als Alter-native zum „Hana“ die Bayerischen Kröpfer mit weißen Schwingen und entsprechender Fußbefiederung als mittelgroße Kröpfer er-züchtete.. Damit unterschieden sie sich auch in der Größe, denn der Hanakröpfer ist ja ein mächtiger Großkröpfer.    

 

Dun-gehämmerte Täubin
Dun-gehämmerte Täubin

 

Erstmals beeindruckt von den Hanakröpfern war ich 1984 auf der INTERTAU in Brünn. Bei dieser großen Ausstellung gab es zum ersten Mal nach langer Zeit die Möglichkeit, dass westdeutsche und holländische Züchter ihre Brünner Kröpfer mit denen Tschechiens, Un-garns und der DDR messen konnten. Aller-dings war das mit dem „Messen“ nicht so ernst gemeint, viel wichtiger war es Freunde jenseits der Grenze nach Osten zu finden, Kontakte zu knüpfen, die über die Wende hinaus Bestand hatten. Heute kann man sich diese Zeit ja kaum noch vorstellen. In Brünn sah ich mächtige und beeindruckende schwarzgeschuppte Hanakröpfer. Wegen ihrer Gefiederaufhellung ist natürlich die Fuß-befiederung auch stark aufgehellt, was für mich sehr viel vorteilhafter aussieht als die farbigen Stiefel vor allem der Schwarzen und Roten. Aber das ist natürlich nur meine individuelle Meinung, andere mögen das ganz anders sehen.

Ein wuchtiger Liebhaber mit seiner Angebeten
Ein wuchtiger Liebhaber mit seiner Angebeten

 

Nach Vaclav Tichy (Geflügel-Börse 21/2002) sind die Hanakröpfer zwischen 1850 und 1860 aus Kreuzungen von Englischen Kröpfern mit den örtlichen (Mährischen) Strassern vor allem in den Farben schwarz, rot und schwarzge-masert  entstanden. Benannt wurden sie nach der Haná-Tiefebene, gelegen in Mähren, zwischen den Städten Brno und Olomouc. Die Rasse erhielt erst 1925 eine Musterbeschreibung. Nach einer Schau in Leipzig kamen die Hanakröpfer nach Deutschland und fassten in der DDR Fuß. Von gelegentlich gezeigten Tieren im Westen unseres Landes abgesehen, wurden sie hier erst mit Gründung des Sondervereins für die neuen Bayerischen Kröpfer 1963 sesshaft. Und zwar über-wiegend da, wo der Bayerische Kröpfer auch seine Heimat hat. Mit aufgerichteter Haltung, einem vollen birnenförmigen Blaswerk, langen gut befiederten Beinen und dieser besonderen Zeichnung sind sie beeindruckende Aushängeschilder für die Großkröpferfamilie. Und sie sind keine Langweiler, sondern temperamentvolle Burschen und Mädels.

 

 

 

Hanakröpfer haben die sog. Strasserzeich-nung. Wir finden sie bei verschiedenen Rassen des osteuropäischen Raumes. Besonders attraktiv sind die Gemaserten. Eigentlich sind das Geschuppte mit gröberer Farbverteilung. Bei Kröpfern kommen Größe, Haltung, Stand und Blaswerk an erster Stelle, da spielen farbliche Idealvorstellungen keine so große Rolle. Die Farbpalette ist recht bunt, gezeigt werden aber überwiegend die Schwarzen, Blauen mit schwarzen Binden und die Schwarz-gemaserten. Die robusten Hanakröpfer brau-chen genügend Raum um ihr Temperament auszuleben. Sie wollen geräumige, abwechs-lungsreich gestaltete Ställe und Volieren. Besser noch ist es, wenn sie im Freiflug gehalten werden. Da kommen nicht nur ihre kontrastvolle Zeichnung und die satten Farben zur Geltung, da haben sie vor allem genügend Bewegung und Beschäftigung und können zeigen, was sie alles drauf haben. Wer ihnen das bieten kann und Spaß an einer besonderen Herausforderung hat, für den sind die mächtigen Hanakröpfer gerade richtig.

W. Schr. 

 

Fotos:

Wilhelm Bauer

 

Quelle:

Remco der Koster, Geflügel-Börse

 

Kontakt:

SV Bayern und Hanakröpfer

www.sv.bayern-und-hanakroepfer.de

 

Karl Zausinger 

Tel.: 08781 465

 

 

 

Layne Gardners Hana-Galerie

 

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GEFÄHRDETE RASSE IM NACHBARLAND

 

 

Die urwüchsigen Österreichischen Ganselkröpfer konnten kurz vor dem Aussterben gerettet werden. Noch in den fünfziger Jahren, so erinnert sich August Heftberger, waren diese Tauben über ganz Oberösterreich und die an-grenzenden Bundesländer Salzburg und Niederösterreich auf den Bauernhöfen stark verbreitet. Einen Standard brauch-te es damals nicht, aus Tradition wuss-ten die Bauern genau, wie sie aussehen sollten, und die bunten Kröpfer dienten ja vor allem der Gewinnung von saftigen Taubenbraten, auch heute noch eine besondere und vor allem sehr gesunde Delikatesse. Diese „Ganseltauben“ gab es nur in der geganselten Zeichnung in verschiedenen Farben mit und ohne Spitzkappe. Ihre Haltung war einfach, Bretterverschläge unter Dachvorsprün-gen von Ställen oder Scheunen genügt-en als Nistplätze. Das Futter war min-derwertiges Getreide, das sie sich, auf den Hof gestreut, noch gegen die Hühner erkämpfen mussten.

 

 

Entscheidend war der Freiflug. Die „Ganseltauben“ felderten und fanden da alles, was sie brauchten, um gesund und vital zu bleiben. Da ging schon auch mal die eine oder andere Taube durch Greifvögel verloren, aber die wollen ja auch leben und es erwischte auch meist die Älteren und Schwächeren, was einer natürlichen Auslese gleichkam. Ausstel-lungen waren selten, Taubenhändler vor Ort sorgten für den Austausch von Tauben. August Heftbergers Vater war Taubenhändler, und so hatte August von Kindheit an mit Tauben und ihren Züch-tern zu tun. Und da waren natürlich immer viele Ganselkröpfer dabei. Die Zucht war unproblematisch. Zuchtbuch und Kennzeichnung gab es nicht, meist paarten sich die Tauben nach eigenem Gusto, und wie wir wissen, gibt das die harmonischsten und zuverlässigsten Zuchtpaare. Wichtig war, dass es Junge gab, auch im Winter. Die Brutkisten wurden nicht gereinigt und der verrot-tende Mist sorgte für Wärme in der kalten Jahreszeit.

 

 

August Heftberger
August Heftberger

 

Doch die Zeiten änderten sich. Die Menschen wurden immer mobiler, neue Rassen kamen auf, das Vereinsleben nahm einen großen Aufschwung und Ausstellungen mit standardisierten  Ras-sen zogen die Leute an. Dazu kam, dass immer mehr kleine Höfe aufhörten, und bei den großen waren Tauben weder auf den Dächern noch bei den Geräten gern gesehen. Und die Ganselkröpfer hatten keinen Standard und konnten also auch nicht ausgestellt werden. Sie verschwan-den mehr und mehr. Mitte der 80-er Jahre war der taubenbegeisterte Willi Klinger aus Altnang Land auf, Land ab unterwegs und sammelte die Reste ein. 1992 hatte er die Anerkennung dieser schwach blasenden Tauben (die Täubin-nen blasen nur ganz leicht) durchge-setzt. Neue Liebhaber kamen dazu, und 1997 konnte August Heftberger nach den Schwarzen die Rotgeganselten zur Aner-kennung bringen. Weitere Farben sind im Kommen. Fazit: Die Österreichischen Ganselkröpfer sind robuste, gut züchten-de Tauben, besonders geeignet für Lieb-haber, die ihnen viel Bewegung und Be-schäftigung, am besten im Freiflug er-möglichen können.

 

 

Fotos: Andreas Boisits, Quelle: Andreas Boisits, Geflügel-Börse 2/2014, 

Kontakt: August Heftberger, Tel.: 0043 699 1254 6058    

 

 

 

ALTER KROPFTAUBENADEL

 

 

FRANZÖSISCHE KRÖPFER

 

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"Oplopers", Ausschnitt aus M. d´Hondecoeter 1668     Idealtyp moderner Französischer Kröpfer

Bild im Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe       hier Jacobin, gemalt von Benedikt Stammler

 

 

Zwei blaugeherzte Schönheiten, Foto: Jörg Walter
Zwei blaugeherzte Schönheiten, Foto: Jörg Walter

 Beginnen wir mit der Geschichte dieser alten Rasse aus Frankreich. Den Weg hat uns Christian Reichenbach, der profundeste Taubenkenner unserer Zeit, gezeigt. Er geht davon aus, dass der „Urwammentaubentyp“ schon vor unserer Zeitrechnung von Syrien und Libanon über Ägypten die südliche Mittel-meerküste entlang, zu Wasser und über Land nach Nordwestafrika gekommen ist, wo mit diesen Tauben Raubtaubenhaltung betrie-ben wurde. Dazu wurden besonders tempe-ramentvolle Täuber einzeln gehalten, einmal in der Woche aufgelassen und gehofft, dass sie sich eine Täubin angeln und mitbringen, das war dann der nächste Sonntagsbraten. Als im Jahre 711 die Mauren in Spanien einfielen, brachten sie neben ihrer Kultur auch ihre Tauben mit. Die Diebeshaltung wurde verfeinert, das Balzblasen der Täuber gezielt gefördert und die Körperhaltung wur-de aufrechter. Laut Ralf Buch-Brage soll schon im Jahre 1150 in einem arabischen Lehrbuch der Landwirtschaft von Abu Zacaria etwas über Kropftauben zu lesen gewesen sein.

 

 

Ein roter Jacobin, die Richtung stimmt schon, Foto: W. Schreiber
Ein roter Jacobin, die Richtung stimmt schon, Foto: W. Schreiber

 

Durch gezielte Zucht entstanden die Vor-läufer der Machenerokröpfer, nach Martin Lindner ab dem 15. Jahrhundert als „Colitejo“ nachweisbar. Durch die aufstrebende See-fahrt gelangten diese Hängekröpfer nach Hol-land und Belgien. Sie vermischten sich mit bo-denständigen Arten, und es begann eine ge-zielte Zucht auf hochgezogene und gebla-sene Kröpfe. 1668 zeigt uns der holländische Maler d´Hondecoeter auf einem sehr naturnah geschaffenen Bild zwei „Oplopers“, hollän-dische Vorfahren der Französischen Kröpfer. Gustav Prütz beschreibt die "Franzosen" 1886 sehr ausführlich und er nennt für diese Zeit Weiße und Einfarbige sowie drei miteinander verwandte Zeichnungen, nämlich Geherzt (mit halbmond-förmiger Bavette, dem Herz), Unge-herzt (ohne Bavette) und Gemöncht (weißer Kopf und großer weißer Latz). Diese Zeich-nung wurde in Frankreich Jacobin genannt und ist seit kurzem wieder im Europastan-dard für die Rasse aufgeführt. Heute gibt es nur noch Weiße und Geherzte, die Jacobins sind wieder im Entstehen begriffen.

 

 

Ein mächtiger Gelbgeherzter mit seiner Dame, Foto: Jörg Walter
Ein mächtiger Gelbgeherzter mit seiner Dame, Foto: Jörg Walter

 

Im Mutterland Frankreich war das Verbrei-tungsgebiet von Paris über Amiens und Lille bis Belgien. Zu uns kamen sie 1860 als Ge-mönchte. Diese wurden bald von den be-liebteren Geherzten verdrängt und 1869 wur-den Französische Kröpfer erstmals auf einem Geflügelzüchtertag in Dresden gezeigt. Sie konnten schnell in verschiedenen Regionen unseres Landes interessierte Liebhaber fin-den, zum Schwerpunkt entwickelte sich der Raum Frankfurt/Worms. 1921 wurde der Sonderverein gegründet, doch der zweite Weltkrieg machte fast alles zunichte, erst ab 1947 ging es wieder bergauf, und wieder war es die Gegend um Worms, die zum Zentrum der Franzosenzucht wurde. Die Teilung be-wirkte, dass sich im Osten unseres Landes von Mecklenburg bis ins Vogtland eine Achse intensiver Züchter bildete. Heute hat der Sonderverein fast 70 Mitglieder mit anstei-gendenden Zuwachsraten. Die attraktiven Französischen Kröpfer gibt es auch in Öster-reich und die Zusammenarbeit mit den Züch-tern in Frankreich entwickelt sich gut, was in schönen, gemeinsamen Schauen zum Aus-druck kommt.

Wenn das Nest stimmt, macht Brüten Spaß, Foto: W. Schreiber
Wenn das Nest stimmt, macht Brüten Spaß, Foto: W. Schreiber

 

Französische Kröpfer sind aber auch etwas Besonderes. Sie haben Stil! Als Großkröpfer repräsentieren sie mit aufrechter Haltung, langen, eleganten Beinen, einer feinen Taille und darüber einem schönen Kugelkropf; dazu sehr aufmerksame Augen (ich spreche immer noch von Tauben!) Nun, Franzosenliebhaber mögen das Schöne, das gilt für die holde Weiblichkeit und auch für ihre Tauben. Kein Wunder, dass diese Schönheiten ausge-rechnet aus Frankreich kommen. Franzö-sische Kröpfer brauchen Raum und die Mög-lichkeit schöne Nester zu bauen. Dann brüten sie auch gut und ziehen ihre Jungen für-sorglich auf. Besonders genießen sie natürlich den Freiflug; wenn das nicht möglich ist, sollten Stall und Voliere geräumig und ab-wechslungsreich eingerichtet sein. Unsere „Franzosen“ sind sehr temperamentvoll. Man nennt die Täuber auch die „Kavaliere“ unter den Tauben. Und das wollen sie natürlich ausleben. Französische Kröpfer sind Persön-lichkeiten, sie zu halten ist eine Heraus-forderung, eine, die Freude macht, und wer das mag, für den sind sie gerade richtig!    

Wolfgang Schreiber 

 

Französische Kröpfer - immer in Aktion, Foto: Jörg Walter
Französische Kröpfer - immer in Aktion, Foto: Jörg Walter

 

 

 

 

Kontakt:

 

Sonderverein Französische Kropftauben

www. franzoesischer-kroepfer.de

 

Christoph Taubert

Tel.: 03765 305514

c.taubert@online.de

 

 

 

RUHIG UND ZUTRAULICH

 

DEUTSCHE SCHAUTIPPLER

 

Deutsche Schautippler Kupfer
Deutsche Schautippler Kupfer

 

Ihr Ursprungsland ist England, doch schon bald hatte sich die deutsche Zuchtrichtung von der englischen entfernt. Dies geschah vor allem im Einzugsbereich des VKSK, des Dach-verbandes der DDR und ist sicher auf die feh-lenden Kontakte zu den Züchtern im Mutter-land zurückzuführen gewesen. Das führte mit den Jahren zu unterschiedlichem Typ und un-terschiedlichen Färbungen. Die deutschen Schautippler, seit einigen Jahren eine selb-ständige Rasse, sind im Körper kompakter, die Kopfpunkte sind betonter und auch im Größenvergleich stehen sie vor ihren engli-schen Kollegen. In England gibt es diese Tau-ben nur in dem für die Rasse typischen Kup-fer. Aufgrund von Einkreuzungen, um den Tipplern den in Deutschland gewünschten Ha-bitus zu verpassen, ist hierzulande die Farbe Schwarz dazugekommen. In Schwarz und in Kupfer gibt es sie einfarbig und in den Zeich-nungen getigert, gescheckt und bärtig

Schwarze und Schwarzgetigerte
Schwarze und Schwarzgetigerte

 

Deutsche Schautippler sind trotz ihres ruhi-gen Wesens in ihrem gewohnten Umfeld sehr lebhaft. In der Zucht sind sie unkompliziert, brüten sehr zuverlässig und füttern ihre Jungen noch, wenn die längst flügge gewor-den sind. Diese robusten, kraftstrotzenden Tauben mit ihren schönen Köpfen und den aufmerksamen Blicken sind für Ausstellungs-züchter schon eine gewisse Herausforderung. Besonders eine intensive Kupferfarbe ist in der deutschen Zuchtrichtung nicht so leicht zu erreichen. Das hat genetische Gründe, trotz-dem ist es natürlich beeindruckend, mit welchem klasse Kupfer die Englischen Züchter aufwarten. Farbe und Lack stehen bei ihnen nach dem Typ ganz oben auf der Priori-tätenliste. Purpurlack wollen sie auf ihren Kupferfarbigen sehen. Deutsche Schautippler sind auch ideale Partner für Liebhaber ohne Ausstellungsambitionen, zur Freude der Fami-lie in einer gut strukturierten Gartenvoliere gehalten. Besonders gut machen sie sich im Freiflug, da muss man sie halt durch indivi-duelle Auslasszeiten vor Greifern schützen.

 

 

 

 

 

Fotos:

Günter Keil

 

Kontakt:

SV der Züchter Deutscher Schautippler

 

Wolfgang Meyer

Tel.: 039201 21713  

 

 

 

MÄHRISCHE STRASSER

 

EINE RASSE IM AUFWIND

 

Mährische Strasser schwarz, immer aktiv! Foto: Werner Moser
Mährische Strasser schwarz, immer aktiv! Foto: Werner Moser
Stahlblau ohne Binden, Foto: Remco de Koster
Stahlblau ohne Binden, Foto: Remco de Koster

 

 

Ihren Ursprung haben diese Tauben, der Name sagt es, in Böhmen und Mähren, wo sie frührer auch „tschechische Strasser“ genannt wurden. Nach Dr. Leonhard Kühschelm (Deut-scher Kleintierzüchter 1983) gehörten das Königreich Böhmen und die Markgrafschaft Mähren bis 1918 zur Habsburgerischen Mo-narchie, was natürlich auch Verbindungen nach Niederösterreich mit sich brachte. Die besondere Zeichnung findet sich bei meh-reren Rassen dieses Raumes, den Prachener Kanik, den Böhnmentauben, den Hanakröp-fern und anderen. Auch Straßentauben hatten natürlich diese Zeichnungen (mit und ohne weiße Schwingen) und so um 1840 sollen aus den Strassentauben die Strasser entstanden sein. Über die Zuchtrichtung war man sich nicht einig. Die einen wollten den älteren, etwas eleganteren und mobileren Olomouci-Typ erhalten, das sind die heutigen Mährischen Strasser; die anderen legten mehr Wert auf Größe und Gewicht, aus diesem moderneren Mikulovi-Typ entwickelten sich die heutigen Strasser.

Beeindruckend das Rot der Mährischen Strasser
Beeindruckend das Rot der Mährischen Strasser

 

Die Verfechter des Olomouci-Typs, sahen die Notwendigkeit eine eigene Zuchtrichtung festzulegen und stellten 1902 im Entste-hungsgebiet einen Standard für Mährische Strasser auf. Während bei uns die großen Strasser geradezu eine Landrasse wurden, blieb das heutige Tschechien das Verbrei-tungsgebiet der Mährischen. Ich erinnere mich an eine Brünnerreise im Jahre 1981 in die damalige CSSR. In einem kleinen Ort besuchten wir den hoch betagten Jaroslaw Cermac, ein Taubenzüchter alten Schlages. Neben schönen Brünner Kröpfern gab es da einen Flug roter Mährischer Strasser mit einer Farbe, wie ich sie noch nie bei Tauben gesehen hatte. Das Rot war so intensiv mit Grünglanz, dass auch Rücken und Schwanz grün glänzten. Diese Tauben, von Jaroslaw seit 50 Jahren auf Farbe selektiert, in der Sonne zu sehen, war ein Farberlebnis der  besonderen Art.

 

 

Ein attraktiver Schwarzer, Foto von Siegfried Grenz
Ein attraktiver Schwarzer, Foto von Siegfried Grenz

 

Mährische Strasser machen sich im Freiflug besonders gut. Als farblich schöne, beweg-liche, gut züchtende Tauben sind sie zu uns gekommen, wurden anerkannt und nehmen seither an Beliebtheit ständig zu. Zusammen mit den verwandten Prachener Kanik werden sie seit 1989 von einem gemeinsamen Son-derverein betreut. Mit 28 Farbschlägen gibt es für jeden Liebhabergeschmack ein Angebot. Dabei ist gute Farbintensität ein wesentliches Rassemerkmal. Eine gut ge-füllte, breite und gewölbte Brust gehört zum kräftigen Erscheinungsbild. Kräftig und ele-gant soll der Mährische Strasser sein, Über-größen sind zu vermeiden, denn die Rasse will sich ja deutlich von den normalen Stras-sern abheben. Ein weiters Markenzeichen der Mährischen ist ihre Zuchtfreudigkeit. Acht Jungtiere pro Zuchtsaison zuverlässig aufzu-ziehen, schaffen sie locker. Wer ihnen Freiflug oder zumindest eine schöne Flugvoliere an-bieten kann, wird viel Freude mit diesen attraktiven Tauben haben.

 

 

Foto von Siegfried Grenz
Foto von Siegfried Grenz

 

Quelle:

Werner Geistmann

Märische Strasser – eine Rasse, die weiter Freunde gewinnt

 

Kontakt:

Sonderverein Mährische Strasser

und Prachener Kanik

 

Josef Michels

Tel.: 08402 673   

Mährische Strasser in Ungarn, Foto: Werner Moser
Mährische Strasser in Ungarn, Foto: Werner Moser

 

 

WEISSE SCHWINGEN

 

ALS SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

 

 Bilder von Wilhelm Bauer, bitte anklicken!

                     Bayerische Kröpfer                                                         Hanakröpfer 

      Schwingen weiß - Fußbefiederung weiß                Schwingen farbig - Fußbefiederung farbig

 

BAYERISCHE KRÖPFER

 

 EINE ERFOLGSSTORY AUS

 

NIEDERBAYERN

 

Leipzig 2009, Foto: Dr. Oehm. hk-Verlag
Leipzig 2009, Foto: Dr. Oehm. hk-Verlag

 

Manche Zeichnungsmuster bei Tauben gleichen sich fast – aber eben nur fast. Es gibt Wechselbeziehungen, Korrelationen genannt, an denen man züchterisch kaum vorbei kommt. Hier als Beispiel die bekannte Strasser- oder Hanazeichnung. Zu dieser Zeichnung gehören farbige Schwingen, was bei den Strassern zu farbigen Höschen am Fersengelenk und bei den Hanakröpfern zu farbiger Fußbefiederung vom Fersengelenk abwärts führt. Bleiben wir bei den imposanten Hanakröpfern, die ihre Heimat in Böhmen und Mähren haben. 1956 war das Buch Die Welt der Tauben von Edmund Zurth erschienen. Da wird das Bild eines stolzen Hanakröpfers gezeigt, mit farbigen Schwingen und weißer Fußbefiederung, vom Verfasser offensichtlich mehr seinem Wunsch entsprechend darge-stellt, als der Wirklichkeit entsprechend. In den 1960er Jahren wurden gelegentlich schwarze Hanakröpfer in Bayern gezeigt, und ich erinnere mich der harschen Kritik des legendären bayerischen Landesvorsitzenden Wilhelm Bremer  an den schwarzen „Stiefeln“. Laut Zurth sollten sie ja weiß sein. 

 

Der Mährische Hanakröpfer,

entnommen aus "EDMUND ZURTH - DIE WELT DER TAUBEN"

Verlagshaus Reutlingen Oertel & Spörer 1956

 

Karl Zausinger sen.
Karl Zausinger sen.

 

 

Und da kommt eine zweite Züchterper-sönlichkeit ins Spiel, Karl Zausinger sen. aus dem niederbayerischen Oberhatzkofen, ein Mann mit einem unglaublichen Wissen über alles, was mit Federn zu tun hat – und vor allem ein Kröpfernarr durch und durch. Ihm hatte es das Bild von Zurth auch angetan, und er hatte erkannt, dass die Farbe der Schwingen und die der Fußbe-fiederung zusammenhängen. Zausinger war ein Macher. Ein Kröpfer, imposant wie der Hana, aber mit weißen „Stiefeln“, das war´s! Dazu gehörten weiße Schwingen, und weil dieser Kröpfer ja in Bayern „gemacht“ werden sollte, wurde er Bayerischer Kröpfer genannt. Eine eigene Kropftaube für das Kröpferland Bayern, das hatte schon was; und die Überreichung des „Bayerischen Löwen“ aus der Hand des damaligen baye-rischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel 1960 war Anerkennung und Stolz zugleich.

1959 - das Ziel schon erkennbar
1959 - das Ziel schon erkennbar

 

Die Zuchtziele waren klar: Eine urige Kropf-taube sollte es sein, vital und zuchtfreudig, eine, die sich im Freiflug behauptet und auch der Teller sollte nicht zu üppig sein, Federn zuschneiden in der Zuchtzeit war Karls Sache nicht. Und wer ihn kannte, wusste, dass er sich nicht lange mit der Theorie befasste, sondern loslegte. In seine weitläufigen Zucht-anlagen zogen neben zwölf Paaren Böhmen-tauben in allen Farben eine bunte Mischung von zwanzig Pommerschen und zehn Engli-schen Kröpfern ein. Das war 1956 und aus den verschiedenen Rassen wurden drei Paarungslinien zusammen gestellt:

 

1. Pommersche Kröpfer x Englische Kröpfer

2. Pommersche Kröpfer x Böhmentauben

3. Englische Kröpfer x Böhmentauben.

 

Aus der ersten Kreuzung behielt Zausinger nur die Täubinnen, aus der zweiten die Täuber mit gut erkennbarer Zeichnung und guter Fußbefiederung. Die dritte Kreuzung sollte gestreckte Körper bringen, deshalb wurde hier besonders auf Figur geachtet.

 

 

Karl Zausinger jun., Foto: Wilhelm Bauer
Karl Zausinger jun., Foto: Wilhelm Bauer

Man kann sich gut vorstellen, wie bunt es auf der großen Wiese vor der Zuchtanlage zuging. Bald wurde das Zuchtziel immer deutlicher erkennbar und nach nur zwölf Generationen (in sechs Jahren!) konnte 1962 in Hannover die Anerkennung in zwölf Far-benschlägen erfolgen. Die Anerkennung war zwar ein wichtiger Schritt, aber natürlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Typ und Zeichnung mussten weiter gefestigt werden, und es galt vor allem Züchter für die neue Rasse zu gewinnen. Das war nicht so einfach, denn der zeichnungsbedingte Ausfall war noch groß und gut gezeichnete Jungtiere waren eine Rarität. 1963 wurde der Sonder-verein gegründet und bald fanden sich immer mehr Liebhaber im In- und Ausland. 1989 ist Karl Zausinger sen. verstorben, längst war sein Sohn, der Karl jun., zu einem ernsthaften Züchter herangewachsen. Heute ist er die treibende Kraft und Garant für die weitere gute Entwicklung aller Farbenschläge des attraktiven Bayerischen Kröpfers.       W. Schr.

Ein glebfahler Prachtkerl, Foto: Wilhelm Bauer
Ein glebfahler Prachtkerl, Foto: Wilhelm Bauer

 

 

 

 

Quellen:

 

Chronik 1988 Bezirksverband Niederbayern

Wilhelm Bauer, Geflügel Spezial, Kleintierzüchter 2013

 

 

Kontakt:

 

SV Bayern und Hanakröpfer

www.sv-bayern-und-hanakroepfer.de

 

Karl Zausinger

Tel.: 08781 465     

 

 

 

 

EISTAUBEN

 

 

ZARTE FARBE UND ZARTE VERSUCHUNG

 

 

 

Die wohl zarteste Farbgestaltung  blaugrundiger Tauben stellt ohne Zweifel die Eisfarbe dar. Eis-tauben gehören mit zu den ältesten Farben-tauben. Im 19. Jahrhundert unter dem Namen       „Müller-, Mehl-, Reif- oder Lasurtaube“ bekannt, war ihr phänotypisches Erscheinungsbild noch deutlich dunkler geprägt und die genetische Verwandtschaft zu blauen Tauben offenkundig. Heute sind Eistauben farblich so zart und gleichmäßig hell, dass ein Laie sie fast mit weiß verwechseln könnte. 

 

Die Eisfarbe entsteht durch den Eisfaktor, dieser bewirkt bei blauer Grundfarbe eine Farbaufhellung vom Federsaum zum Kiel hin. Im unteren Bereich verbleibt der Farbstoff und zeigt sich als dunkles Untergefieder. Genetisch verwandte Farben-schläge zur Eisfarbe sind Lichtblau (Hamburger Sticken), Reiflicht (Süddeutsche Blassen) und Perlblau (Dänische Tümmler). Diese zeigen im Vergleich zur Eisfarbe etwas mehr Blauanteil.

 

 

Hochrassige Eistauben zeigen sich also mit gleichmäßiger, zarter Eisfarbe und dunkler, schwärzlicher Zeichnungsfarbe, und es ist der hierdurch entstehende Farbkontrast, der sie zu unverwechselbaren Farbentauben macht. Eistau-ben sind zuchtfreudige Rassevertreter und hervor-ragende Eltern, die ihre Küken gewissenhaft aufziehen. Sie sind sehr fluggewandt, etwas scheu im Wesen und können daher sowohl im Freiflug als auch in nicht zu kleinen, schön strukturierten Volieren gehalten werden. Das Hauptrassemerkmal, die Eisfarbe, sollte so hell und zart wie möglich sein. Die Farbe des Eises auf reinem, klaren Wasser oder entrahmte Frischmilch sind beispielgebende Bezüge. Mir Ausnahme der Zeichnungen soll kein Körperteil einen anderen Farbton zeigen. Das Untergefieder ist dunkel, die den aparten Kontrast zur Eisfarbe bildenden Schwingen und die Schwanzbinde mit möglichst breitem, hellem, eisfarbigen Abschluss so dunkel wie möglich.

 

 

Bei Eistauben, die ja alle die gleiche Eisfarbe haben, spricht man von Zeichnungsvarianten, die alle prinzipiell das gleiche Ziel verfolgen. Auf der einen Seite soll die Eisfarbe so hell wie möglich sein, andererseits soll sich die Zeichnungsfarbe so dunkel wie möglich zeigen. Eistauben sind in sechs verschiedenen Zeichnungsvarianten aner-kannt. Es gibt sie jeweils glattfüßig und belatscht. Hohlige (ohne Binden), die beiden Toy Stencil Varianten weißbindig und weißgeschuppt, sowie die porzellanfarbigen haben allesamt dunkle Augen. Die Schwarzbindigen und Gehämmerten haben gelbe bis orangerote Augen. Die glattfüßig gehämmerten Eistauben sind auch unter ihrem früheren Namen als Forellentaube bekannt. Der Sonderverein der Eistaubenzüchter, 1924 in Chemnitz gegründet, bemüht sich um Förderung, Verbreitung und Veredelung dieser aparten Taubenrasse. Liebhaber schöner und zuchtfreudiger Tauben, die dieser zarten Versuchung nicht widerstehen können, werden mit den Eistauben viel Freude haben.

 

 

 

Text und Fotos:

Jens Herbert

 

 

 

Kontakt:

SV der Eistaubenzüchter

www.eistauben-revue.de

 

Jürgen Sohl

Tel.: 06407 7370

sohl5@aol.com  

 

 

  

 

 

MARCHENEROKRÖPFER

 

besondere Charaktere

 

Alle Bilder: Marcheneros in ihrer spanischen Heimat
Alle Bilder: Marcheneros in ihrer spanischen Heimat

 

Er stellt eine Besonderheit dar, der Mar-chenerokröpfer. In der bunten und vielge-staltigen Welt der Tauben ist sein Erschei-nungsbild einzigartig. Aber das ist nur der erste unmittelbar sichtbare Unterschied. Kropftauben haben im Allgemeinen ein den Menschen sehr zugewandtes Wesen, der Marchenero aber ist von Natur aus eine Rasse, die den Kontakt zu ihrer Bezugsperson sucht. Es sind kleine Cha-raktere, die einen richtiggehend belagern kön-nen, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Sie ziehen an den Schuhbändeln, fliegen auf die Schulter und knabbern am Ohr oder sind einfach nur begeistert, wenn sich der Mensch mit ihnen in Taubensprache unterhält. Dann möchten sich die Damen von ihrer besten Seite zeigen, und die Herren werden etwas eifer-süchtig und versuchen der menschlichen Konkurrenz Paroli zu bieten. Dabei stolzieren sie mit aufgeblasenem Kropf, machen dazwi-schen immer wieder kleine Sprünge und sehen sich um, ob ihr Treiben auch beachtet wird.

 

Gerade wenn der Marchenero im Freiflug gehalten wird, zeigt sich das sehr ausgeprägt, wenn sie sich erst auf dem Dachfirst präsen-tieren, um dann zu einem kurzen Balzflug zu starten. Auch das Flugbild des Marcheneros ist einmalig, wie auf den beigefügten Fotos zu sehen ist. Der Kropf ist dabei aufgeblasen und der Schwanz wird gefächert zu den Füßen hin angezogen. So fliegt er als Federkugel kleine Runden um den Heimatschlag oder von Dach-vorsprung zu Dachvorsprung. Ein wunderbares Erlebnis, da der Marchenero vor Agilität nur so strotzt und unaufhörlich auf Achse ist. Als Rasse aus Andalusien spiegelt sich in ihr auch die Lebensfreude der Andalusier wieder. Die Ras-seentwicklung lässt sich einige Jahrhunderte zurückverfolgen. Das macht deutlich, dass es sich beim Marchenero um ein spanisches Kul-turgut handelt, das es zu bewahren gilt.

 

Neben dem Flug und dem Charakter ist auch die Schönheit des Marchenerokröpfers et-was Besonderes – sicherlich Geschmackssache, aber immer faszinierend. Wenn sich der Mar-chenero in Positur zeigt, also sich von seiner schönsten Seite präsentiert, dann zeigt er die gleiche Form wie im Flug – der Körper wirkt wie ein Quader. Dieser wird geformt durch waagerechte Körperhaltung, einen zurückge-nommenen Hals und einen zu den Füßen hin angezogenen und gefächerten Schwanz. Durch diesen Schwanzwinkel wird das Bürzelgefieder gesträubt. Da das Gefieder sehr reichlich und locker ist und der Kropf aufgeblasen wird, entsteht so der Eindruck einer großen Taube, obwohl der Marchenero tatsächlich ein Leicht-gewicht ist.

 

Sein außergewöhnliches Aussehen erfordert in Haltung und Zucht bei weitem nicht so viel Aufwand, wie man vielleicht vermuten könnte. Wie bei jeder anderen Kropftaubenrasse auch, ist das wichtigste, dass der Züchter seine Tiere beobachtet und lenkend eingreift, sollte es einmal Probleme geben. An die Unterbringung stellen Marcheneros keine hohen Ansprüche, auch unsere Witterung kann ihnen nichts an-haben, lediglich in der Zucht ist ein wachsames Auge und manchmal auch etwas Unterstützung erforderlich, denn der Marchenero ist eben keine ganz gewöhnliche Taube, sondern etwas Besonderes. An ihm hat man das ganze Jahr Spaß. Die Verbreitung in Deutschland ist über-schaubar und neue Liebhaber sind immer will-kommen. Wer sich mit ihm einmal beschäftigt hat, der kann sich seiner besonderen Faszination nicht mehr entziehen. 

 

Text und Fotos:

Jan Schrötz

 

Kontakt:

Sonderverein der Marchenerokröpfer-Züchter Deutschlands

Martin Gangkofner, Tel.: 08741/91726,

martin.gangkofner@online.de

 

 

 

 

Altorientalische Mövchen

 

Perlen aus dem Orient

 

Altsatinetten in ihrem Taubenschlag
Altsatinetten in ihrem Taubenschlag
Altsatinetten begeistern durch ihre schönen Farben
Altsatinetten begeistern durch ihre schönen Farben

Nach der Schausaison der Jahre 2008 und 2009 wurde im Deutschsprachigen Raum das Altorientalische Mövchen in zahlreichen Far-benschlägen anerkannt. Seit diesem Zeitpunkt ist die Anhänger- und Züchterschar dieser att-raktiven Rasse in vielen Ländern der Euro-päischen Union stetig und unaufhaltsam ange-stiegen. In diesem Raum sind mittlerweile min-destens sechzig ernsthafte Zuchten bekannt. Diese erfreuliche Entwicklung verwundert nicht, wenn man die zahlreichen positiven Attribute der neuen Rasse kennt. Das Altorientalische Mövchen vereint auf einzigartige Weise Ei-genschaften wie attraktive, farbenfrohe Erschei-nung und angenehmes, menschenbezogenes Wesen mit hoher Vitalität und Zuchtfreudigkeit, weshalb man die Rasse auch jedem Anfänger in der Taubenzucht uneingeschränkt empfehlen kann. Kaum jemand kann sich der faszinierenden Wirkung dieser Perlen aus dem Orient entziehen. Besonders Kinder und Jugendliche, aber auch auffallend viele Damen haben sich der Zucht und Haltung dieser Tiere verschrieben. 

Auch die Damenwelt ist begeistert von den "neuen Alten".
Auch die Damenwelt ist begeistert von den "neuen Alten".

Entstanden sind unsere Altorientalischen Mövchen bereits vor mehreren Jahrhunderten in Kleinasien. Um eine besonders attraktive Taubenrasse hervorzubringen, die sich in ihren Merkmalen grundlegend von den bisher be-kannten Rassen unterscheiden sollte, gaben die Prinzen des Osmanischen Reiches im 14. Jahr-hundert Kreuzungsversuche in Auftrag. Ergebnis dieser Kreuzungen waren weiße Tauben mit farbigen Flügelschildern und Schwänzen (Ana-tolierscheckung), Schwanzspiegeln, weißen Bin-den oder Schuppungen, mittellangen Schnäbeln, Spitzkappen oder glatten Köpfen, Bestrümp-fung und Jabot, also Tauben, die wir heute aufgrund ihres Scheckungsmusters als Satinetten bezeichnen. Fortan wurden diese wunderbaren Geschöpfe ausschließlich an den Höfen der Sultane gehalten und höchstens hochrangigen Gästen als Gastgeschenke überreicht. Dem einfachen Volk war es bei Strafe erboten, diese Tauben zu halten. Der heute gebräuchliche eng-lische Begriff „sattinets“ stellt übrigens eine Verballhornung des Begriffes „sultanets“ dar, der so viel bedeutet wie „dem Sultan gehörend“.

Rainer Dammers, ein Mentor der Altorientalenzucht in Deutschland und Gründer des Sondervereins
Rainer Dammers, ein Mentor der Altorientalenzucht in Deutschland und Gründer des Sondervereins

 

Bestrebungen einen eigenen Sonderverein zu gründen bestanden schon sehr lange. Nun wurde seitens der Initiatoren dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Als würdigen Rahmen für die Gründungsversammlung wurde die Europaschau 2012 in Leipzig auserkoren. Am Samstag, dem 8.12.2012 konnte das erste Vereinstreffen der Züchter vor Ort durchgeführt werden. Auf der Europaschau in Leipzig war eine umfangreiche Werbeschau der neuen Rasse zu sehen. Zucht-freund Rainer Dammers war eifriger Betreiber, für diese schönen Tauben einen Sonderverein zu etablieren und so die Liebhaber dieser Möv-chenvariante näher zusammen zu führen. Er war auch der Initiator des Anerkennungsverfahrens. Und so war klar, dass er auch in Leipzig  als Sonderrichter fungierte. Fast 120 Altorien-talische Mövchen wurden ihm vorgestellt, eine respektables Ergebnis für diese neue – alte Rasse. 

 

Text und Fotos: Andreas Boisits

 

Interessenten haben die Möglichkeit sich auf der Homepage des neu gegründeten Sondervereins unter

http://www.altrorientalen.de/  genau über die neue Rasse und deren Entstehungsgeschichte zu informieren.

 

Persönliche Auskünfte erteilen:

Rainer Dammers (Tel.: 0049/178-3395301, E-Mail: rainer-dammers@t-online.de) oder

Jürgen Schedler (Tel.: 0049/152-04785713, E-Mail: Juergen_Schedler@web.de).

                                                                                                                                                                               

 

 

DUNEK 

 

 

RASSETAUBEN ZUM LIEBHABEN

 

Robuste Tauben, Dunek im Schnee
Robuste Tauben, Dunek im Schnee

 

Ihr menschenzugewandter Charakter

 

Gesucht werden Rassetauben, denen wir und die uns rasch nahe kommen, mit denen wir bei jeder Begegnung Streichelkontakt haben können, die man ( fast ) wie Hund oder Katze gern haben kann ...

Gibt es sie ?

Ja. Im großen, viele hundert Rassen starken Taubenreich fallen uns dabei gleich die Dunek ein. Handzahm, auf Zuruf oder sonstiges Signal gern zum Menschen fliegend, auf sehr liebenswerte Art "kaum wieder loszuwerden ..."

Zutraulich wie Hund oder Katze, Meer-schweinchen oder Wellensittich - ganz wie "richtige Haustiere". Voraussetzung freilich - wie bei allen Genannten: Frauchen oder/und Herrchen kümmern sich stets von Beginn an - "piepjung im Nest" - liebevoll und regelmäßig um sie.

 

 

 

Herkunft und Flugleistung der Dunek

 

Die Dunek sind seit weit über einhundert Jahren vorrangig in der Türkei, Griechenland, und Mazedonien zu Hause. Im Verlauf der Grenzöffnungen in Europa gelangten sie auch zunehmend nach Deutschland. Die Dunek sind gut durchgezüchtete Rassetauben. In einzelnen südeuropäischen Ländern auch nach Schönheitsmerkmalen auf Ausstellungen bewertet, werden sie in erster Linie als Flugtauben gehalten. Sie gehören zu den Sturzflugtauben. Faszinierend ist ihr Flugstil. Sie werden einzeln oder in einer kleinen Gruppe - gern aus der Hand des Züchters -  gestartet. Bis in untere Wolkenhöhe steigen sie auf: immer im Sichtbereich des Züchters, der ihnen zumeist nach 5 - 10 Minuten durch Pfeifen oder Locktauben das Wieder-lande-Signal gibt. Im Dreh- Sturzflug um ihre Längsachse stürzen sie "gehorsam" zu ihm herab - und dann auch direkt durch die offene Taubenschlagtür in ihr gewohntes Zuhause. Es können über spezielle Flugtaubenclubs Leistungs-wettbewerbe abgehalten werden. Man kann die Dunek aber auch "nur so, allein zur Freude" für sich selbst fliegen lassen. Das Fliegen bereitet ihnen, so oder so, stets Freude.

 

 

 

Aussehen und Haltung der Dunek

 

Die Dunek gibt es in verschiedenen Tauben-farben. Sie sind zumeist bunt gescheckt ge-zeichnet, oft mit weißem Kopf und weißen Schwingen und Schwanz ( "Mönchszeich-nung" ), dazu teilweise mit attraktiver kurzer Fußbefiederung geschmückt. In ihrer Haltung sind sie wirklich anspruchslos. Es genügt ein kleines Tauben-Gartenhäuschen, aus dem die Tauben direkt ein- und ausfliegen können. Auch ganz ohne eine Voliere, höchstens in Gegenden mit starker Greifvogelgefahr. Die Dunek sitzen gern dicht gedrängt beiei-nander, viel Raum wird nicht benötigt. Nor-males Taubenmischfutter, Mineralien, gele-gentlich Vitamine, Grünfutter - das ist alles. Sie füttern ihre Jungtiere, ob ruhig auf dem Nest, ob daneben in den flugoffenen Nist-zellen, zuverlässig auf. Dabei stört sie die Nähe des Züchters überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sie freuen sich über sein Er-scheinen, als ob sie ihm direkt zeigen wollen: Wir freuen uns über unsere Nachzucht, wenn sie wieder einmal vital und zahlreich geraten ist !

Zusammengefaßt: Die Dunek sind eine Taubenrasse, die einfach nur Freude macht !

 

 

 

Text:

Elke, Ingolf und Kjell Jungnickel

 

Fotos:

Kjell Jungnickel

 

 

Wer Näheres erfahren möchte:

email: islanddonek@yahoo.de

 

Kontakt:

Deutscher Hochflug Club (DHC)

www.Deutscherhochflugclub.de

 

Vors. Wolfgang Hartmann

 

dhcpressestelle@aol.de

 

 

LUZERNER GOLDKRAGEN

 

SCHÖNHEITEN AUS DER SCHWEIZ

 

 

Luzerner Taubenrassen erleben zurzeit eine ungeheuere Beliebtheit – ein Ende ist nicht in Sicht. Wer ein besonderes Faible für zart-farbene Tauben hat, wird früher oder später auf Luzerner Goldkragen stoßen. Ein Bild eines Paares dieser Rasse, von Karl Stauber aufgenommen auf der Schweizer Nationalen, und den Werbprospekt für Schweizer Rasse-tauben zierend, hat den Durchbruch dieser schönen Tauben in Deutschland bewirkt. Alle Luzerner Rassen verfügen über einen besonderen Typ, bei dem vom Ursprung her auch Mövchen ihre Spuren hinterlassen haben. Goldkragen sollen eine kompakte, abfallende Körperform und einen leicht ge-winkelten Stand haben. Der gerade ge-streckte Hals bewirkt, dass sich diese Tauben mit „erhobenem“ Kopf präsentieren. Dieser Kopf mit seinen weichen, fließenden Linien ist ein besonderes Markenzeichen der Rasse. Die behosten Beine (nur die Zehen sind nackt) verbinden das Federkleid mit dem Boden und unterstreichen die elegante Form dieser Taube.

 

Ein besonderes Rassemerkmal, sozusagen das i-Tüpfelchen der meisten Schweizer Tau-benrassen, ist die Spitzlappe. Sie trägt ent-scheidend zum Adel einer Taube „made in Helvetia“ bei, muss aber auch wirklich spitz auslaufen und ansatzlos in das hintere Hals-gefieder übergehen. Adelig ist auch der Blick, das dunkle, so genannte Wickenauge mit dem schmalen, möglichst unauffälligen Rand. Ein Hingucker auch die ganz helle Mehlfarbe mit dem „Brustgold“ auf dem Vorderhals. Es gibt Gehämmerte, Bindige und Hohlige, bei denen die zarte Schildfarbe besonders auf-fällig ist. Aber auch die fein durchgezogenen, dunklen Binden der Bindigen setzen einen besonderen Zeichnungsakzent. Auch die Ge-hämmerten haben natürlich ihre Liebhaber, und die haben es nicht leicht neben der zarten Mehllichtfarbe eine gleichmäßige und keilige Hämmerung hinzubekommen.

 

 

 

Luzerner Goldkragen sind eine sehr gut durchgezüchtete Rasse, mit Vorteilen bei den Holigen und den Bindigen. Deshalb ist ihre Zucht auch für den Anfänger interes-sant. Diese hübschen Tauben züchten sehr gut, so dass man mit wenigen Paaren schon recht gute Ergebnisse erzielen kann. Zwischen dem Heimatland der Rasse, der Schweiz, und Deutschland findet ein reger Austausch von Tieren statt. Das hat dieser ursprünglich lokalen Rasse eine breite Züchterschaft beschert und sie zu einer europäischen Taubenrasse erster Güte wer-den lassen. Aber auch fern aller Ausstel-lungen, im heimischen Garten ist die Be-schäftigung mit den Luzerner Goldkagen eine schöne Freizeitbeschäftigung. Kommt noch Freiflug in einem schönen Umfeld dazu, sind Tauben- und Züchterglück vollkommen.

 

 

Fotos: Wilhelm Bauer,  Quelle: Wilhelm Bauer, Geflügel-Börse 17/2013

 

Kontakt: SV Schweizer Taubenrassen www.schweizertaube.eu 

               Wolfgang Pfeiffer, Tel.: 03943 45745

 

 

 

 

 

 

"MAGYAR ORIAS GALAMB"

 

RIESENTAUBEN AUS UNGARN 

 

Getigerte Riesentauben in Ungarn
Getigerte Riesentauben in Ungarn
Dezsö Szijj züchtet seit 30 Jahren
Dezsö Szijj züchtet seit 30 Jahren

Ungarn lieben imposante Tiere. Ob mächtige Graurinder, wuchtige, zottige Mangalica-Schweine, unglaublich langfedrige Ungarische Riesenkröpfer oder eben die Ungarischen Riesentauben, die vor allem im Süden bzw. Südwesten, also unterhalb des Balatons zu Hause sind. Man kennt sie dort, aber auch in anderen Gebieten des Landes, schon seit über hundert Jahren. Und sicher wurden sie lange vor allem für die Verwertung in der Küche gezogen, bevor sie in den 1930er Jahren als Rasse betrachtet und 1960 mit einem Standard ausgestattet wurden. Ein Standard für eine Rasse bedeutet immer, dass ab da die optischen Rassemerkmale mehr betont werden. An dieser Taube soll alles breit sein, die Brust, der Hals und die Haube; die Haltung ist waagerecht, das breitfahnige Gefieder ist am ganzen Körper etwas locker, bei aller angestrebten Länge soll diese Riesentaube sehr kompakt wirken.

 

Alina de Koster mit einem Schwergewicht
Alina de Koster mit einem Schwergewicht

 

In der Vergangenheit waren diese Merkmale sicher nicht so ausgeprägt. Die Liebhaber wollten bestimmt in erster Linie fleischige Junge für die Bratpfanne. Da kam es natürlich auch auf gute Zuchteigenschaften an, die Fähigkeit die Jungen in kurzer Zeit zu kräftigen Schlachttauben heranzufüttern. Bei einer starken Ausrichtung nach dem Stan-dard, spielen diese Eigenschaften nicht mehr dieselbe Rolle wie früher. Das soll nicht heißen, dass diese sanften Riesen nicht nach wie vor gut züchten, es ist nur nicht ganz einfach, mit diesem Körpergewicht und einer ausgeprägten Fußbefiederung gerade frisch geschlüpfte Nestlinge vorsichtig zu hudern. Ungarische Riesentauben mögen große Zuchtboxen, Stall und Auslauf sollen trocken sein, denn ob ihres Gewichtes halten sie sich auch im Freiflug am liebsten am Boden auf. Die Farb- und Zeichnungspalette enthält 18 Varietäten, Weiße und Schwarze  sieht man am häufigsten, sehr beliebt sind die Getigerten und Gescheckten, Andalusier-farbige wurden in Erfurt und Geganselte in Ungarn gesichtet.

 

 

 

Quelle:

Alina und Remco de Koster, Geflügelbörse 13/2011

 

 

 

Kontakt:

SV für Montauban und Ungarische Riesentauben

www.sv-montauban-ungarischeriesentaube.de

 

Dirk Strathausen

Tel.: 03907 776506

d-strathausen@t-online.de   

 

 

 

IMPOSANTE RASSE AUS DEM ORIENT

 

BASRAER WAMMENTAUBEN

 

 

Im Orient stand wohl schon vor mehreren Tausend Jahren die Wiege der Rasse-taubenzucht, und es dauerte bis in unsere Zeit, bis viele der dort heimischen Rassen auch bei uns Fuß fassen konnten. In Iran (Persien), Irak, Syrien, Libanon und Jordanien ist die Heimat der Felsentaube, der wilden Stammform aller unserer Stadt- und Haus-tauben. Die genannten Ursprungsländer haben eine Jahrtausende alte Kultur und so auch eine taubenzüchterische Hochkultur-geschichte. Die Vielfalt der dort gezüchteten Rassen mit ihren wunderschönen Farben und Scheckungsmustern wurde und wird uns nur langsam bekannt. Besonders attraktiv sind die Basraer Wammentauben. Auffallend sind die sehr temperamentvollen und deutlich kräftigeren Täuber und die teilweise Kennfar-bigkeit. Abiad, Schrabi, Abrasdel und Rihani sind die arabischen Bezeichnungen für Hellgrundfarbig, Gelbgrundfarbig, Mehllicht und Blaugrundfarbig. Für die Zucht dieser besonderen Rasse sind die Rihani als farbliche Grundlage aller Farbenschläge von besonderer Bedeutung.

 

 

Im Orient werden die Tauben ausschließlich im kontrollierten Freiflug gehalten. Auch Basraer Wammentauben sind trotz ihres kräftigen, starkknochigen Körperbaus hervorragende Flieger. Sie sind eine stolze Rasse, was ihre aufgerichtete Körperhaltung, ihr straff anliegendes Gefieder und der ausdrucksvolle Kopf deutlich machen. Namen gebend ist die kräftige Kehlwamme, die ins Auge springt und den Kopf größer erscheinen lässt, als er eigentlich ist. Basraer sind sehr ruhige Tauben, der Umgang mit ihnen ist sehr angenehm und macht Spaß. Diese aparten Rassetauben sind etwas Besonderes und sie haben ihren ganz speziellen, kleinen Züchterkreis. Eine breite Beliebtheit, die ihnen auf Grund ihrer Exklusivität zustehen würde, haben sie bei uns nie erreicht. Aber ich denke, es wird immer Liebhaber geben, die die große Vergangenheit der Basraer Wammentauben zu schätzen wissen, und ihnen eine gute Zukunft sichern.

 

Fotos und Quelle:

Wilhelm Bauer, Geflügel Zeitung 14/2013

 

 

Kontakt:

SV der Züchter Arabischer Taubenrassen

www.sv-arabischer-taubenrassen.de

 

Ingo Lenz

Tel.: 0162 9085663

ingolenz69@aol.com  

 

 

ECHTE TÜMMLER

 

LAUSITZER ELSTERPURZLER

 

 

Lausitzer Purzler sind Rassetauben mit außerordentlichen Flugeigenschaften. Als Ausstellungstauben begeistern sie mit ihrer markanten Elsterzeichnung, als gute Flugtau-ben weichen sie jedem Greifvogel durch schnelle, ruckartige Richtungsänderungen aus. „Purzeln“, da sind ein bis drei Überschläge rückwärts. Zu Repertoire ihres umfassenden Balzverhaltens gehören aber auch andere Elemente. So lassen sie sich beim Abwärtsflug gern mit nach hinten gut hörbar zusammenklatschenden Flügeln fallen. Beeindruckend ist es, wenn so ein Trupp dieser bunten Tauben in verschiedenen Höhen seine Runden dreht. Etwas Gegenwind regt sie besonders zum Purzeln an, und robust, wie sie sind, stört sie auch ein leichter Regen nicht. Um gute Flugleistungen zu erreichen, sind Geduld und Ausdauer nötig, denn neben der richtigen Selektion kann das Flugverhalten nur durch intensives Training zur Perfektion gebracht werden.  

 

 

Der 1993 gegründete Club verfolgt zwei wichtige Ziele: Schönheit und Flugeigen-schaften. Das heißt, die Rasse hat zwei Standbeine, die gleich wichtig sind. So läuft man nicht Gefahr, durch eine Überbetonung der Ausstellungsergebnisse, die Flugeigen-schaften zu vernachlässigen. Oder, um es etwas gröber auszudrücken, der schönste „Lausitzer“ hat keinen Wert, wenn er nicht auch gut purzelt. Der aktive Sonderverein hat deshalb auch den Kunstflugbeauftragten innerhalb der Vorstandschaft installiert. Die höchste Auszeichnung, die im Club vergeben wird, ist das „Purzlerband“. Es kann nur mit Tauben erlangt werden, die ein Flugprotokoll erreicht und eine Wertung auf einer Sonderschau bekommen haben. Die Flugeigenschaften sind also ein Teil der Lausitzer Purzler, und damit haben sie vielen Rassetauben, die nur ihrer Schönheit willen gezüchtet werden, einen wesentlichen Punkt voraus.

 

Fotos:

Maik Löffler, Mitwitz

 

 

Quelle:

Maik Löffler, Geflügel Zeitung 13/2013

 

Kontakt:

Lausitzer Elsterpurzler Club

www.lausitzer-elsterpurzler-club.de

 

TA Maik Löffler

Tel.: 09266 9777

info@tierarzt-loeffler.de

 

 

 

BELIEBT UND BODENSTÄNDIG

 

STRASSERTAUBEN

 

Strassertauben bei Elmar Sistermann
Strassertauben bei Elmar Sistermann

Bilder bitte anklicken! 

Robuste Freiflieger, Foto: Remco de Koster
Robuste Freiflieger, Foto: Remco de Koster

 

Strasser gehören nach wie vor zu den beliebtesten Formentauben. Sie haben eine lange Geschichte, die in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück reicht und in Mähren begonnen hat. Mähren gehörte in dieser Zeit zum Habsburgerreich und so verwundert es nicht, dass Strassertauben erstmals 1870 in Wien ausgestellt wurden, bevor sie nach Deutschland kamen, wo man sie zuerst 1886 auf einer Ausstellung in Hannover bewundern konnte. Die Strasser – wie man sie kurz nennt – haben die für den osteuropäischen Raum typische Zeichnung. Man nennt sie gelegentlich auch „Hanazeichnung“ nach diesen mächtigen tschechischen Kröpfern. Und auch die heutigen Strasser wurden in Deutschland zu mächtigen Tauben entwickelt. Die tschechische Variante ist schlanker geblieben und hat sich als Mährischer Strasser ebenfalls zu einer sehr beliebten Rasse gemausert. In Tschechien gab es auch immer weißschwingige Strasser. Aus ihnen sind in der Region zwischen Böhmer- und Bayerischem Wald die Böhmentauben entstanden. Auch die Prachener Kanik gehören zur Strasserver-wandtschaft.

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Fotos oben und unten: Elmar Sistermann
Fotos oben und unten: Elmar Sistermann

In meiner Jugend, in den 50-er Jahren in Niederbayern hatte jeder Bauer, der etwas auf seinen Taubenbestand hielt, kräftige Strasser dabei. Wegen ihrer attraktiven Zeichnung waren sie immer ein Blickfang, der Stolz des Züchters, und schön gerupft besonders bei der Frau des Hauses sehr beliebt. Auch wenn sie wegen ihrer Größe nicht so gern felderten, fühlten sie sich im Freiflug sehr wohl und waren den ganzen Tag im Hof auf Futtersuche. Auch auf Ausstellungen geben Strassertauben ein attraktives Bild ab. Schon 1907 wurde der Sonderverein gegründet, der seither für die züchterische Ausrichtung der Rasse sorgt. Mit den Jahren ist eine bunte Palette von 23 schönen Farbenschlägen entstanden, die von den beliebten Blauen mit und ohne Binden, über die Lackfarben bis zu weißbindigen, geschup-ten, gehämmerten und fahlen Strassern führt. Wegen des Erscheinungsbildes, der Form, Farbe und Zeichnung, sind die Strassertauben sehr beliebt, dabei die Urwüchsigkeit dieser alten Rasse zu erhalten, ist sicher eine schöne Aufgabe für die engagierten Züchter.

 

Quelle:

Chronik Sonderverein

 

 

Kontakt:

SV der Strassertaubenzüchter

www.strassertauben.de

 

Elmar Sistermann

Tel.: 08856 3637

sistermann@web.de

 

 

Show Racer

 

Modellathleten aus Amerika

 

 Vor nahezu 25 Jahren stand eine neue Rasse vor der Tür, die heute nicht mehr aus dem Ausstellungsgeschehen wegzu-denken ist. Der Show Racer. Seine Geschichte in Deutschland stand von Anfang an unter einem guten Stern: Einfuhr der erste Tiere 1988, Vorstellung als neu anzuerkennende Rasse bereits 1989, mit einem weiteren Anerkennungs-verfahren für Zusatzfarbenschläge 1995 und die Klubgründung 1996. Bereits zwei Jahre später eine erste Hauptsonder-schau mit weit über 500 Tieren. Heute, sechzehn Jahre später, steht die Meldezahl bei den Hauptsonderschauen bei knapp unter 1000 Tieren. Da kann man nur von einem Erfolgsmodell sprechen, die Show Racer trafen zum richtigen Zeitpunkt den Geschmack der Züchter.

 

-Das sind Fakten, die andere, später anerkannte Rassen, sich sicher auch wünschen würden. Der Show Raser ist eine der Erfolgsgeschichten der jüngeren Rassetaubenzucht. Das hat auch gute Gründe, ist er doch eine Rasse, die vom „Mittelmaß“ lebt, denn an ihr gibt es keine Übertreibungen. Viele ehemalige Brieftaubenzüchter, die nicht mehr am Reisegeschehen teilnehmen können und nun auf Ausstellungen ihr züchterisches Können mit anderen Zuchtfreunden messen wollen, haben sich den Show Racern zugewandt, die mit ihrer athletischen, aufgerichteten Haltung und weiteren markanten Rasse-attributen so recht den Habitus einer edlen Rassetaube vermitteln.

 

Vorbildliche Flugvoliere beim Verfasser
Vorbildliche Flugvoliere beim Verfasser
Noch ein wenig skeptisch, die Leonie
Noch ein wenig skeptisch, die Leonie

 

Durch ihre nahe Verwandtschaft zu den Brieftauben hin eignen sie sich auch vorzüglich zur Haltung in der größten Voliere der Welt, nämlich dem Freiflug. Show Racer fühlen sich aber auch in einer abwechslungsreich gestalteten großen Flugvoliere sehr wohl, und streut man ihnen dann auch noch Futter im Rasen aus, haben sie den ganzen Tag Beschäftigung und Bewegung. Wie ihre Verwandten, die Brieftauben, züchten sie sehr gut und ziehen vier bis fünf Gelege sorgfältig groß. Die Jungtiere haben ein Schlachtgewicht von knapp 500 Gramm, und dass Taubenfleisch besonders gesund und wertvoll ist, hat sich längst wieder herumgesprochen. Vor allem begeistern die Show Racer aber mit ihrem zutraulichen Wesen ihren Züchter, und sicher auch die, die es noch werden wollen.

 

 

Text und Fotos:

Friedel Bossmeyer

 

 

 

Kontakt:

Show Racer Club Deutschland

 

 

Friedel Bossmeyer

Tel.: 06164 2193

www.show-racer.com

 

 

Gigantische Kraftpakete

 

Giant homer

 

Auch in Ungarn sehr beliebt:Giant Homer, Foto: Dr. Oehm GZ
Auch in Ungarn sehr beliebt:Giant Homer, Foto: Dr. Oehm GZ
Freiflug macht Spass, Foto: Remco de Koster
Freiflug macht Spass, Foto: Remco de Koster

 

Die Paltette der Taubenrassen ist groß und für jeden Geschmack ist da was dabei. Das ist ähnlich wie bei den Hunden. Ich hatte ein paar Jahre Giants und für mich waren sie die Bernhardiner unter den Tauben. Mächtig, imposant und schön. Da hatten die Amerikaner eine gute Idee. Und so geht die Geschichte:

 

Im US-Bundesstaat Kentucky kam Dr. Keene im Jahr 1910 auf die Idee, in seine übergroßen Brieftauben, die dem Schlachtzweck dienten, „Jumbo Homers“ einzukreuzen, allerdings mit wenig Erfolg. Nutztauben waren in dieser Zeit sehr beliebt und es entstanden mehrere Nutztypen. Dr. Keene wollte nun eine Nutztaube mit Schaucharakter schaffen und kreierte die „Riesenbrieftaube“, den Giant Homer. Die Ausgangsrassen waren Carneau (Nutztauben-typ), Brieftauben und Mondain. 1928 wurde die Giant Homer Association gegründet und ein Jahr später die Rasse offiziell aufgenommen.

 

Badespass in Ungarn, Foto: Dr. Uwe Oehm GZ
Badespass in Ungarn, Foto: Dr. Uwe Oehm GZ

Giant Homer sind sehr kräftige Tauben, die aber für den unbedarften Betrachter optisch die einfache Form der Felsentaube (der Brieftaube) verkörpern. Ihre Figur ist kurz und breit, die Körperhaltung waagerecht. Die leuchtend roten Augen im breiten und substanzvollen Kopf mit dem kräftigen Schnabel blicken sehr interessiert in die Runde. Die Giants zeigen ein gutes Taubenverhalten, sie sind aufmerksam, temperamentvoll bei der Paarung, bauen schöne Nester und brüten zuverlässig. Ihre Jungen, die ein Schlachtgewicht von ca. 700 Gramm erreichen, sind eine Bereicherung für die gesunde Küche. In der Haltung sind sie anspruchslos, in einem einfachen, trockenen Stall und einer großen, gut strukturierten Voliere fühlen sie sich wohl. Sie sind auch Freiflug tauglich, und, wenn sie auch keine Himmelsstürmer sind, suchen sie gern am Boden nach Verwertbarem.

 

Neu anerkannt: Giant Homer gescheckt
Neu anerkannt: Giant Homer gescheckt

 

 

In Deutschland wurde die Rasse erst 1995 anerkannt und im Jahr 2003 ein Sonderverein gegründet. Inzwischen gibt es die Giants in mehr als 50 Farbenschlägen, seit kurzem sind da auch Gescheckte dabei. Mehrere hundert Giant Homer sind heute auf den deutschen Bundesschauen keine Seltenheit mehr. Damit hat sich diese Formentaube innerhalb kurzer Zeit in die obersten Plätze der Beliebtheitsskala katapultiert. Schauergebnisse sind immer nur die Spitze eines Berges. Darunter sind viele, viele Rassevertreter, die die Basis so einer aufstrebenden Zucht sind. Sie zeugen von der zunehmenden Beliebtheit dieser großen und attraktiven Tauben.

W. Sch.

Standardbild USA
Standardbild USA

 

 

Quelle:

Remco de Koster, Geflügel-Börse 10/2013

 

 

 

 

Kontakt:

SV Giant Homer

WWW:SVGIANTHOMER:DE

Alfred Schwanitz

Tel.: 034604 20398

 

 

 

 

Schön und niedlich

 

Märkische elstern

 

So werden sie von vielen Tauben-freunden wahrgenommen. Es ist das zutrauliche Wesen in Verbindung mit der aparten Elsterzeichnung, der Haube und dem nicht übertriebenen Fußwerk. Die Elsterzeichnung ist sehr spannend, denn sie wird „intermediär“ vererbt, d.h. die geelsterten Tiere sind mischerbig und unter anderem aus einfarbig Weißen mit dunklen Augen und Weißgeschwingten mit Perlaugen zu bekommen. Eine Reihe verantwort-licher Züchter bemüht sich zu große Forderungen an den Schnabel und die Stirnbreite zurückzufahren und legt dabei sehr großen Wert auf ein gutes, natürliches Aufzuchtverhalten. Die Reinerbigkeit der Elsterzeichnung, die es ja bei einigen Rassen gibt, ist ein weiteres Zuchtziel.

 

Bei der heute üblichen Volierenhaltung gewinnt die Pflege der Tauben eine besondere Bedeutung. In meiner Flug-voliere will ich, dass die Tiere sehr viele Ausweichmöglichkeiten haben und in einem gestalteten Garten leben, in dem sie sogar etwas feldern und an allen Pflanzen herumknabbern können. Tauben brauchen Bewegung und Beschäftigung. Ich verstreue kleinkörniges Futter auf dem Rasen, da haben sie stundenlang damit zu tun, das eine oder andere Körnchen noch zu finden. Um etwas für die Gesundheit meiner Tauben zu tun, habe ich eigene Mikrobiologische Mittel entwickelt, und natürlich gehört auch zu dieser Haltung peinliche Sauberkeit. Wenn man sich dann noch viel mit seinen Elstern beschäftigt, geben sie dieses Engagement dem Züchter mit großer Anhänglichkeit zurück.

 

Die schönen Märkischen Elstern (auch meine Tochter) können einen Züchter auch anregen, sich ein wenig künstlerisch zu betätigen. Ich male und modelliere gern, und meine Namensschilder sind bei den Hochzeitsgästen unserer Tochter gut angekommen.

 

Bilder bitte anklicken!

 

Text und Fotos: Frank Heil

 

 

Quelle: Axel Sell, Handbuch der Tauben

 

 

 

 

 

Kontakt:

Sv-maerkische-elster.de

Frank Heil

Tel.: 030 36283357

fam.f.s.heil@t-online.de

 

 

Ein lustiges taubenvölklein

 

Kumru

 

Kichertauben aus anatolien

 

 

 

Kumru ist in ihrem Ursprungsland, in Mittelanatolien einfach nur der Name für „Taube“. Vielleicht „kleine Taube“, denn klein sind sie, auch kleiner als Arabische Trommeltauben, deren türkische Zucht-richtung sie sein sollen. In ihrer Heimat sind sie sehr beliebt, denn sie haben ein unbändiges Temperament und gelten als recht aggressiv. Doch das sind sie nur, wenn es um die Verteidigung ihres Nistplatzes und des Geleges geht. Ich denke, das ist bei den Felsentauben nicht anders und spricht für sie. Ihr mutiges und kompromissloses Tempera-ment dient den Taubenfreunden in Anatolien zur Unterhaltung. Sie nehmen sie paarweise mit ins Teehaus, setzen sie auf einen Tisch, und sofort beginnt ein Taubenkampf als sportlicher Wettbewerb. Gekämpft wir durch Schlagen der Flügel, die Täubinnen stehen den Täubern dabei in Nichts nach, der Unterlegene zuckt zum Zeichen der Aufgabe mit den Flügeln, verletzt wird niemand.

 

Die kleinen Türken sind gut mit anderen Rassen zusammen zu halten. Dass sie hervorragend züchten, braucht man nicht zu betonen. Wie die Arabischen Trommler haben sie helle Schnäbel. Es gibt sie als dominant rote und blaue bis dunkle Varianten, dazu alle nur denkbaren, lustig anzusehende Scheckungen. Beide Geschlechter beginnen schon sehr früh sich akustisch bemerkbar zu machen. Ihr Trommeln unterscheidet sich von den Arabern durch deutlich hellere, eher etwas glucksende Laute, deshalb werden sie auch als Kichertauben bezeichnet. Kumru-züchter sollten sehr freundschaftlich mit ihren Nachbarn umgehen, gelegentlich ein geschlachtetes und schön hergerichtetes Täubchen über den Zaun reichen, schadet sicher nicht.

 

Bei uns sind sie keine anerkannte Rasse, es gibt keinen Standard, und ich finde das gut. Wer Spaß an urwüchsigen, frei fliegenden Tauben hat, ist bei ihnen richtig. Der Habicht hat mir noch keine geholt, schon eher mal einen „Brünner“, denn bevor der die Gefahr erkennt, ist der Kumru schon weg. Die kleinen Anatolen können, wenn man sich mit ihnen viel beschäftigt, sehr zahm werden, ohne aber ihren Charakter zu verbiegen. Sie könnten auch als Dropper im Flugtaubensport eingesetzt werden, aber es gibt ein Problem. Wenn sie auf dem Flugkasten sitzen, um die Kollegen von Himmel zu holen, dürfen die dann auf dem Kasten nicht landen, denn was ein Kumru mal besetzt hat, das wird auch verteidigt. Wer seine Täubchen nicht nur sehen, sondern auch hören will, für den sind die urwüchsigen Kumru die richtige Wahl.

Text und Fotos:

 Wolfgang und Daniel Schreiber

 

 

Quelle:

Schütte-Stach-Wolters

„Handbuch der Taubenrassen,

Taubenrassen der Welt“

Verlag Josef Wolters 1995

 

 

 

 

Altholländische

 

 Kapuziner

 

 

Foto: Remco de Koster
Foto: Remco de Koster
Bildausschnitt, Melchior de Hondecoeter um 1650
Bildausschnitt, Melchior de Hondecoeter um 1650

 

In den Niederlanden wurden die Altholländischen Kapuziner in den 1950er Jahren anerkannt. Ihr Ursprung liegt im asiatischen Raum. So haben sie eine lange Ahnenreihe die erwähnt bis in die Zeit um 1500 zurückreicht. Wir finden ihre Art auf den Bildern alter, holländischer Maler, so bei Melchior d´Hondecoeter und Jan Steen, die beide Mitte des 17. Jahrhunderts gewirkt und sehr naturgetreu gemalt haben. Weil sich diese Kapuziner immer wieder auf den alten Bildern fanden, wurden sie auch „die Taube des Jan Steen“ genannt. Prütz führt Baldamus an, der sie als edlen Tümmler und Stammvater der Perückentauben ansieht. Ihr Name wird vom Kapuzinermönch abgeleitet und in diesem Zusammenhang von der „alten Mönchzeichnung“ gesprochen.

 

Foto: SV - Homepage
Foto: SV - Homepage

 

Die neuere Geschichte beginnt 1959. Unter dem Namen „Oud-Hollandse Kapucijen-club“ wurde der holländische Sonderverein gegründet. Die deutschen Kapuzinerfreunde zogen 1966 nach. Der aktive SV hat die Kapuziner an die Spitze der Strukturtauben-Gruppe geführt. Die Rasse ist mit ihrer Vielfalt an Mönchfarben, den Getigert-gemönchten und den einfarbig Weißen sehr beliebt in der Züchterwelt, vor allem in Holland. Die attraktiven Kapuziner sind auch bei reinen Hobbyhaltern als frei fliegende Gartentauben gern gesehen. Auch, wenn hier nicht so viel Wert auf einzelne Punkte des Standards gelegt wird, die vitalen Kapuziner erfreuen ihre Liebhaber durch leichte Pflege, gutes, zuverlässiges Brutverhalten und Frohwüchsigkeit bei den Jungen. Rundum also eine Rasse, die Spaß macht.       (W.Schr.)

 

Foto: SV - Homepage
Foto: SV - Homepage

 

 

Siehe auch Geflügel-Börse Ausgabe 7/2013 (Rassekunde leicht gemacht) oder

http://www.kapuziner-club.de/ueber_uns.html

 

 

 

 

Kontakt:

 

Siegfried Häusler

Tel.: 02521 17898

siggi.haeusler@gmx.de

info@kapuziner-club.de

 

 

 

Die heiligen Tauben aus Arabien

 

"Araber" lieben Freiflug, Foto: Wolfgang Schreiber
"Araber" lieben Freiflug, Foto: Wolfgang Schreiber

Die Araber erzüchteten diese Tauben, die nach Meinung der Mohammedaner singen und beten konnten. Vornehmlich in der Stadt Mekka war ihre Heimat. Pilger aus aller Welt nahmen sie mit zu sich nach Hause. Für gute Trommler wurden hohe Summen bezahlt, da man glaubte, dass aus ihnen die Stimme Allahs zu hören war.

 

 

Als die ersten Arabischen Trommeltauben im Jahre 1963 auf der Nationalen Rassegeflügelschau gezeigt wurden, erregten sie große Aufmerksamkeit. Niemand wusste genau, ob es sich tatsächlich um Rassetauben handelte. Viele glaubten, es wären Lachtauben, da sie Laute von sich gaben, die man von Tauben so noch nie gehört hatte. In der Tat ist ihr Gurren mehr ein Lachen oder Bellen und unterscheidet sich deutlich von den Stimmen der anderen Taubenrassen. Die Neugierde der Züchter war geweckt und viele wollten diese seltsamen Tauben züchten.

Die Arabischen Trommeltauben sind von schlichter Erscheinung. Das Besondere ist, neben ihrer einmaligen Stimme, ihr zahmes Wesen, ihre Zutraulichkeit und ihr starker Fortpflanzungstrieb. Jeden Monat zwei Jungtiere sind die Regel. Während die Täubin brütet, hudert der Täuber nachts die Jungen, sodass selbst in der kalten Jahreszeit kaum Jungtiere erfrieren. Sind die Jungen dann ausgeflogen, so werden sie vom Täuber bewacht. Er kümmert sich rührend um die Kleinen und versorgt sie ständig mit Futter. Täuber und Täubinnen geben sechzehn bis achtzehn verschiedene Laute von sich, wobei lediglich der Balzruf Ähnlichkeit mit dem der Haustauben hat. Diese herrliche Stimme kann man den ganzen Tag hören und selbst in der Nacht gibt es mitunter ein kleines Araberkonzert.

Wer diese vitalen Trommeltauben einmal in Aktion gesehen hat oder sie einmal ins seinem Schlag gehalten hat, wird sich nie mehr von ihnen trennen.

                                                                                                                                  Dieter  Dammann

 

Kontakt: SV der Züchter Arabischer Trommeltauben

Kurt Süselbeck

Tel.: 0208 684774

E-Mail: kurt.sueselbeck@web.de