Hühner

 

NÜTZLICHE BEGLEITER DER MENSCHEN

 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Beschriebene Hühnerrassen:

 

Bredas  -   Elsässer Hühner  -  Appenzeller Barthühner  -  Amrocks  -  Spanier  -  Westfälische Totleger  -  Crested Legbars  -  Rheinländer  -  Houdan  -  Kraienköppe  -  Ramelsloher  -  Araucanas - Deutsche Sperber - Lakenfelder - Asil  -  Cubalaya  -  Krüper - Orpington - Sundheimer  -  Wyandotten   


STEHEN VOR DEM AUSSTERBEN

 

BREDAS


Stamm Schwarze
Stamm Schwarze
Kopf 1,0
Kopf 1,0

Eine sehr alte und seltene Hühnerrasse ist das Breda-Huhn. Es stammt aus den niederländischen Provinzen Brabant und Gelderland, und wurde früher als „Gelderisches Huhn“ oder „Krähenschnabelhuhn“ bezeichnet. Wegen seines fehlenden Kamms und somit seiner Ähnlichkeit mit einer Krähe wird es seit langem in den Niederlanden „Kraaikop“ genannt. In anderen Ländern werden diese Hühner nach ihrer Herkunftsstadt Breda benannt, so in Frankreich „Poule de Bréda“ und in Großbritannien „Breda Fowl“. Bereits 1650 hat der holländische Maler Jan Steen auf dem Bild „Der Hoenderhof“ Vorfahren von heutigen Bredas und Eulenbarthühnern gemalt. Bredas sind Fleischhühner unter den altniederländischen Rassen und früher wurden die Hähne kastriert, damit sie ruhiger wurden und mehr Masse ansetzen konnten. Solche Kapaune sollen über 5 Kilogramm gewogen haben.


Kopf 0,1
Kopf 0,1

Das Breda-Huhn zeigt eine Landhuhnform mit aufgerichteter Haltung und freiem Stand. Hähne wiegen 2,5 bis 3 Kilogramm, Hennen sind entsprechend leichter. Charakteristisch ist der kurze und breite, kammlose Kopf. Obwohl sie keine Haube haben, gehören sie zu den Haubenhühnern, erkennbar an einem kleinen Schopf aus ein paar steif nach oben stehenden Federn. Das Gefieder ist verhältnismäßig hart. Die kräftigen Läufe sind an den Außenseiten befiedert, die Befiederung setzt sich an den Außenzehen und ein wenig an den Mittelzehen fort. Von den Farbenschlägen Schwarz, Weiß, Perlgrau, Blau-Gesäumt und Gesperbert sehen wir heute nur noch gelegentlich Schwarze und im Wissenschaftlichen Geflügelhof Gesperberte. Als Fleischrasse sind Breda-Hennen keine zuverlässigen Brüterinnen, legen aber etwa 160 weiße Eier mit einem Mindestbrutgewicht von 55 Gramm im Jahr.      


1,0 schwarz
1,0 schwarz

Bredas entwickeln sich langsamer als andere Fleischrassen, was der Fleischqualität sicher zu gute kommt. Die Kücken sind robust und befiedern sich schnell. Bredas sind ruhige und zutrauliche Hühner. Natürlich lieben sie wie alle Hühner große, gut strukturierte Ausläufe, könne aber als anspruchslose Hühner auch in einer schönen Voliere gehalten werden. Auch für Gegenden mit extremen Wintern eigenen sie sich auf Grund ihrer Kammlosigkeit sehr gut. Liebhaber werden mit dieser Rasse viel Freude haben. Aufgrund ihrer Seltenheit müsste die Rasse auf der Roten Liste in der Kategorie „extrem gefährdet“ stehen. Es irritiert, dass sie auf der Roten Liste überhaupt nicht zu finden ist, obwohl sie alle Bedingungen für eine Aufnahme erfüllt. Dringend von Nöten sind neue Liebhaber, die der Rasse eine züchterische Heimstatt geben. Betreut wird die Rasse vom Sonderverein der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen.

Als Kontaktadresse dient der 1. Vorsitzende Jochen Schmauch, E.Mail
huehner.jochen@gmx.de ,
Tel.: 03603 848561.

 

Quelle:

Uwe Ruhl, Geflügel-Börse 3/2015


gestreifte Breda-Hennen
gestreifte Breda-Hennen



TRADITIONELLE RASSE


NEU IN DEUTSCHLAND

 

ELSÄSSER HÜHNER


Goldhalsige Elsässer Herde in Frankreich bei Jean-Paul Fürst
Goldhalsige Elsässer Herde in Frankreich bei Jean-Paul Fürst
Ein stolzer blau-gesäumter Hahn aus dem Elsass
Ein stolzer blau-gesäumter Hahn aus dem Elsass



Eine sehr schöne Rasse, das Elsässer Huhn, wurde erst Ende 2012 im BDRG anerkannt. In unterschiedlichen Linien haben der Elsässer Wenger aus Robertsau und der Pfälzer Mathias aus Lauterthal diese Rasse geschaffen. Mathias widmete sich in erster Linie den von Bruno Dürigen als „Pfälzer Hühner“ bezeichneten artverwandten Hühnern der Region, die damals sehr verbreitet waren. 1886 besorgte er sich aber auch sechs Bruteier von Wenger, deren Nachzucht er in seine Linie einbaute. Die Pfälzer Hühner beschreibt Dürigen im 19. Jahrhundert als schweren Hühnerschlag und nennt die Farben Hell bis Dunkelgelb und Schwarz bis Schwarzbraun. 1881 wurden in Kaiserslautern Tiere aus der Linie von Mathias erstmals ausgestellt und zum Leidwesen der Aussteller von den Richtern als Kreuzungen verworfen. Ab 1890 begann eine gründliche Zucht auf Rassereinheit durch den Züchter Klövekorn, sein Nachfolger Blattner erstellte in Stichpunkten eine Musterbeschreibung und ein Kunstmaler schuf ein erstes Musterbild.

 

Typisches Landhuhnimage vom Bauernhof
Typisches Landhuhnimage vom Bauernhof

 

Am Ende dieser Beschreibung lesen wir: „Bestimmte Farbenschläge sind bis jetzt noch nicht konstant herausgezüchtet. Wo die Zuchtrichtung sich dieses Nebenziel gesetzt hat, sind möglichst gleichmäßig gefärbte Stämme auszuwählen … Die Farbenzucht wird erlaubt, aber nicht gefordert. Hauptziel bleibt immer die hohe Leistungsfähigkeit“. Am häufigsten gezüchtet wurden schwarze, rebhuhnfarbige und goldhalsige Tiere. Die Diskussion über den richtigen Typ konnten die „Elsässer“ für sich entscheiden und fortan verbreiteten sich diese Hühner auf den Höfen in der Pfalz. Sie waren bekannt dafür, dass sie fleißige Leger waren und einen guten Braten abgaben; also ein typisches Zweinutzungshuhn. 180 bis 200 mind. 60 Gramm schwere Eier sind im Jahr zu erwarten, und das Gewicht der Hähne wird mit 2,5 bis 3 kg, das der Hennen mit 2,2 bis 2,5 Kg angegeben. „Elsässer“ sind eine elegante Rasse mit langgestreckter Walzenform und waggerechter Körperhaltung. Der fein geperlte Rosenkamm hat in der kalten Jahreszeit seine Vorteile.

Am bekanntesten sind schwarzen Elsässer Hühner
Am bekanntesten sind schwarzen Elsässer Hühner

 

In Deutschland hat dieses feine Rassehuhn noch keine große Verbreitung gefunden. Der französische Sonderverein wurde zwar schon 1909 gegründet, aber hat lange Zeit geruht, bis er erst jetzt, Anfang des neuen Jahrhunderts, von einigen Elsässer-Züchtern neu belebt wurde. Der Sonderverein betreut neben der Großrasse auch die Zwerge und die Elsässer Gänse, die seit 1987 auch in Deutschland beheimatet sind. Elsässer Hühner eignen sich bestens für die familiäre Hühnerhaltung. Ein paar Hennen reichen schon aus, die Familie mit genügend Eiern zu versorgen. Ein stolzer Hahn rundet die Hühnerhofidylle ab und die Junghähne geben einen ausgezeichneten Braten. Weil die „Elsässer“ sehr aktive Hühner sind, die sich den größten Teil ihrer Nahrung am liebsten selbst suchen, ist ein großzügiger, abwechslungsreich bepflanzter Auslauf natürlich ideal. Schön wäre es, wenn diese interessanten Hühner in ein paar Jahren zum 110-jährigen Bestehen des Sondervereins in Frankreich auch in Deutschland viele Freunde finden würden.    

 



Fotos:

Michael von Lüttwitz

 

Quelle:

Uwe Ruhl, Geflügel-Börse 18/2014

 

Kontakt:

Jean-Louis Eppinger

Tel.: 0033 388 059 758







Reinerbig blaue Henne (Splash), nicht anerkannt



 

 

ROBUSTES FEDERVIEH AUS DER SCHWEIZ

 

 

APPENZELLER BARTHÜHNER

 

 

 

Die „Bärtli“, wie die Appenzeller Bart-hühner liebevoll in der Schweiz genannt werden, entstanden 1860 vermutlich aus Kreuzungen von russischen Bart- und Hau-benhühnern (Polverara) mit rebhuhnhalsigen Italienern. Laut Überlieferungen soll vor allem Walter Züst im Appenzeller Vorderland an der Herauszüchtung mitgewirkt haben. Seinen bisherigen Hühnern erfroren bei strengen Wintern Kehllappen und Kämme. Die Idee war nun, ein Huhn zu züchten, das einen Rosenkamm hatte, und dessen Kehllappen durch den Bart geschützt wurden. Klimaver-träglichkeit, Widerstandskraft und Robustheit, dazu eine gute Leistung waren das Zuchtziel. Da brauchte es viel Sachverstand und züchterischen Fleiß bis die Rasse 1898 im schwarzen Farbenschlag anerkannt wurde. 1946 kamen Goldhgalsige hinzu, die sich aber nicht lange hielten, bis schließlich ein Enkel von Walter Zist 1963 diesen Farbenschlag erneut schuf. Heute heißen sie rebhuhnhalsig und als weiterer Farbenschlag sind noch Blau-gesäumte dazugekommen.

 

 

Das Appenzeller Barthuhn besticht durch seine fast rechteckige Körperform. Hähne haben ein Gewicht von 2 bis 2,3 Kilogramm, Hennen liegen bei 1,6 bis 1,8 Kilogramm. Besonders eindrucksvoll ist der ungeteilte Kinn- und Backenbart, der die kleinen Kehl-lappen und die kleinen, weißen Ohrscheiben fast gänzlich verdeckt und auffällig die leb-haften, etwas hervortretenden Augen, die dem mit kleinen Federchen versehenen Gesicht einen besonderen Ausdruck verleihen. Dazu trägt auch der mit ausgeprägten Perlen versehene, flach aufliegende Kamm bei, der mit einem geraden Dorn ausläuft. Der breite, gut angezogene, fächernde Schwanz, mit seinen schönen Sicheln, unterstreicht den kräftigen Typ dieser Hühner. Die Schenkel sind straff befiedert und treten gut hervor, die unbefiederten, mittellangen Läufe sind bläulich bis schwarz gefärbt. Die Flügel werden gut angezogen getragen.

 

 

 

 

Appenzeller Barthühner sind sehr beweglich und den ganzen Tag auf Fut-tersuche. Haben sie dafür ausreichend Gelegenheit, suchen sie so das ganze Jahr über ihr Futter selbst. 150 bis 190 ca. 55 Gramm schwere Eier bringen diese Hühner, vom selbst Brüten halten sie nicht viel, dafür ist die Schlupfquote im Kunstbrüter sehr gut. Die Rasse ist enorm frohwüchsig und Junghennen beginnen schon im Alter von fünf Monaten mit dem Legen. Auch die Hähne erreichen schon bald ein angemessenes Schlachtgewicht, so dass der Züchter schon bald die Spreu vom Weizen trennen kann. Appenzeller Barthühner sind also eine ganz gute Nutzungsrasse, sie sind ruhig und wirken sehr selbst-bewusst und sie sind in einem ent-sprechenden schönen Gartenambiente auch sehr attraktiv. Liebhabern schöner und robuster Hühner kann man sie gut empfehlen.

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz

Quelle:

Uwe Ruhl, Geflügel-Börse 17/2014

Kontakt:

Sonderverein der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen

 Jochen Schmauch, Tel.: 03603 848561  

 

 

AMROCKS

 

 

VON DER WIRSCHAFTSRASSE

 

ZUM Ausstellungshuhn

 

Amrocks lieben einen großen Auslauf, hier bei Achim Heller, Foto: Martin Backert
Amrocks lieben einen großen Auslauf, hier bei Achim Heller, Foto: Martin Backert
Junghähne, Foto: Martin Backert
Junghähne, Foto: Martin Backert

 

Amrocks hielten als „Wirt-schaftsplymouth“ bei uns 1948 Einzug. Entstanden sind sie als heute eigenständige Zuchtlinie aus den Plymouth Rocks und es dauerte einige Jahre, bis sie letztlich 1957 als eigenständige Rasse aner-kannt wurden. Seit 1958 wur-den sie regelmäßig in größeren Kollektionen auf der Junggeflü-gelschau in Hannover gezeigt. Die Anerkennung in der DDR erfolgte vier Jahre später (1961). Auch dort eroberten sie schnell die Züchterherzen. Sie gehören zu den „Zwienut-zungshühnern“ wie auch New Hamshire, Australorps und andere. „Zweinutzungshühner“ stehen für Schnellwüchsigkeit, Vitalität und Leistungsfähigkeit. Dazu gehören 210 braune bis bräunlich gelbe mind. 58 Gramm schwere Eier im Jahr, und Gewichte von 3 bis 4 kg der Hähne und 2,5 bis 3 kg der Hennen. Eierleistung und Schlacht-körpergewicht sind also optimal aus balanciert. Dazu kommt ihre Robustheit, mit der sie Hybridlinien deutlich überlegen sind. 

Ein prächtiger Stamm, Foto: Martin Backert
Ein prächtiger Stamm, Foto: Martin Backert

 

Amrocks entsprechen also vortrefflich dem Charakter eines Zweinutzungshuhns.

Erfahrene und an wirtschaftli-chen Eigenschaften interessier-te schätzen sie ebenso wie Einsteiger, die mit den Amrocks ein auch für die Kleinhaltung bestens geeignetes Huhn vor-finden. Dass sie auch noch im Ausstellungskäfig zu überzeu-gen wissen, macht sie auch für den Ausstellungszüchter inte-ressant. Alles in allem also viele Gründe für ihre große Beliebt-heit. Kennzeichen für Vitalität stehen bei der Bewertung im Mittelpunkt. Beachtet werden ein gut durchblu-tetes rotes Gesicht und lebhaft rote Augen. Der Kamm ist einfach mit vier bis sechs Zacken, die Kammfahne folgt der Nackenlinie, ohne jedoch aufzuliegen. Wie bei allen Arten mit asiatischem Einfluss sollen die Kopfpunkte eher dezent entwickelt sein. Die Läufe sind mittellang, kräftig und intensiv gelb. Auch ein straff anliegendes Gefieder zeugt von Vitalität. 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

Amrocks haben einen kräftigen, waagerechten Körper, der ohne Extreme auskommt. Die Rückenlinie ist harmonisch geschwungen, der Schwanz mittellang und mittelhoch getragen. Zusammen mit der schönen, gleichmäßigen Streifung gibt das ein sehr harmonisches Gesamtbild. Dieses Bild wird durch eine breite Feder verstärkt. Die Streifung der Federn ist gemäß dem Sperberfaktor bei Hähnen und Hennen unterschiedlich. Beim Hahn sind die schwarzen und hellgrauen Streifen auf jeder Feder gleich breit, bei der Henne hingegen sind die schwarzen Streifen doppelt so breit wie die hellgrauen. Der Hahn hat als mehr Hellgrauanteile und ist deshalb heller als die Hennen. Bei dieser schönen, kräftigen Rasse liegt jeder richtig, der leistungsstarke Hühner mit einer attraktiven Zeichnung wünscht. Den sehr aktiven Hühnern sollte natürlich ein großer, gut strukturierter Auslauf zur Verfügung stehen. Und wer sich mit ihnen gut beschäftigt, gewinnt zutrauliche Freunde für die ganze Familie. 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

 

Quelle:

Holger Schellschmidt, Geflügelzeitung 12/2014

 

 

Kontakt:

SV der Amrocks- und Zwerg-Amrocks-Züchter

www.amrocks.repage.de

 

Gustav Uhde

Tel.: 05381 8420

Gustav-Uhde@t-online.de

Sascha Leuschner mit einem Prachtkerl, F. Michael von Lüttwitz
Sascha Leuschner mit einem Prachtkerl, F. Michael von Lüttwitz

 

 

 

 

 

EXTRAVAGANTE

 

HÜHNER

 

 

SPANIER

Foto: HP Spanier SV
Foto: HP Spanier SV

 

 

 

Im Reich der Haushühner gibt es im In- und Ausland neben den klassischen Hühnervertre-tern auch ausgefallene, ja extravagante Ty-pen. Zu dieser Gruppe gehört das Spanier-Huhn, das durch seine weiße (statt rote) Gesichtsfarbe auffällt. Diese entwickelt sich beim den Wüchslingen erst nach und nach, so dass der dominierende Althahn die heran-wachsenden Junghähne nicht als Konkurrenz wahrnimmt. Die langsame Ausprägung der Erwachsenenattribute scheint ein Merkmal ihrer Raubsauriervorfahren zu sein, denn dort bildeten sich die Erwachsenenmerkmale erst zum Schluss ihrer Entwicklung aus. Sie genos-sen daher, so vermutet man, einen „Jugend-schutz“ der Herde. Während bei den üblichen Hühnern ein Überlauf des Weißpigments in den Gesichtsbereich (Gesichtsschimmel) ein schwerer Fehler ist, verhält es sich bei den Spaniern gerade umgekehrt: Rot im weißen Gesicht gilt als Fehler.

 

 

Foto: HP Spanier SV
Foto: HP Spanier SV

 

1844 wurde die Rasse in Deutschland ein-geführt. Wie alle Hühner stammen die Spanier aus dem asiatischen Raum, evtl. Westindien. Über den Mittelmeerraum verbreitete sich die Rasse, wobei vor allem die Ägypter durch Auslese diese Hühner besonders geformt ha-ben sollen. Nach Deutschland gelangten diese Hühner aus Holland und England. Auf Grund ihres Körperbaus werden sie den Landhuhn-rassen zugeordnet. Spanier sind stolze Hühner, besonders deutlich wird das beim Hahn. Er präsentiert sich gern hoch aufgerich-tet mit deutlich angehobenem Schwanz. Die Henne steht ihm da nicht weit nach. Diese sehr aktiven und bewegungsfreudigen Hühner lieben große, gut bepflanzte Ausläufe. Sie sind nicht sehr brutfreudig, liefern dafür gut 150 Eier ab. Die Hähne erreichen ein Gewicht von 2,5 bis 3 Kilogramm, die Hennen 2 bis 2,5 Kilogramm. Es gibt nur eine Farbe, schwarz, und der Kontrast zwischen glänzend schwar-zem Gefieder, rotem Kamm und Kehllappen, dazu das weiße Gesicht ist das Besondere an diesen Hühnern.

 

 

Foto: Michael von Lüttwitz
Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

Trotz ihrer exklusiven Erscheinung sind Spanier wenig verbreitet. Der Trend zu Zweinutzungsrassen, zu denen sie nicht gehören, und die oft mehr Eier und größeres Schlachtgewicht in die Waagschale werfen können, dazu die Zunahme der auf Legeleistung getrimmten Arten, hat dazu geführt, dass die schönen Spanier Liebhabern vorbehalten blieben, die das Besondere mögen. Etwa 170 Jahre werden sie schon bei uns gehalten, aber nach der aktuellen Bundeser-fassung gibt es nur noch 19 Zuchten. Die Leistung als Nutzhuhn ist gut, die Rasse erfüllt also alle Vorgaben, um auf der roten Liste zu stehen und als extrem gefährdet eingestuft zu werden. Irritierender Weise ist sie aber nicht aufgeführt. In der letzten Zeit wird der Wunsch nach Hühnern (nach dem selbst erzeugten Frühstücksei) wieder größer. Wer einen schönen Aus-lauf hat und das Besondere liebt, für den sind die stolzen Spanier gerade richtig.

 

 

Foto: HP Spanier SV
Foto: HP Spanier SV

 

Quelle:

Michael von Lüttwitz, Geflügel-Börse 13/2014

 

 

Kontakt:

Erhaltungszuchtverein für das Spanier- und Zerg-Spanierhuhn

www.spanier-sonderverein.de

 

Matthias Weis 

Tel.: 06373 506288      

 

 

 

WIRTSCHAFTLICH UND SCHÖN

 

WESTFÄLISCHE TOTLEGER

 

 

Westfälische Totleger gold
Westfälische Totleger gold

 

 

Der Name Westfälische Totleger kommt aus dem Plattdeutschen „Daudlejer“ und bedeutet „Alltagsleger bis zum Tode". Das soll bedeuten, dass selbst Althennen noch eine hohe Legelei-stung vorweisen. Im etwas rauerem Klima des Ravensberger Landes, zwischen Herford und Bielefeld, haben sich die regionalen Landhühner, die wie die stehkämmigen Ostfriesischen Möwen und Brakel zu den Sprenkelhühnern gehören, vor ca. 200 Jahren zur Rasse entwickelt. Westfälische Totleger haben einen Rosenkamm. Sehr bald schon hatten diese legefreudigen und anspruchs-losen Hühner jeden Hof und jeden Garten erobert. Hühnerställe waren oft nur zugige Verschläge und ihr Futter mussten sich die Hühner überwiegend selbst suchen. Das war zugleich eine natürliche Selektion. Nur die robustesten Tiere kamen da zur Zucht. Und nur Hennen, die eine ordentliche Lege-leistung aufwiesen, wurden behalten und mit dem kräftigsten und gesündesten Hahn zusammen-gestellt. So wurden Kraft und Leistungsstärke von Generation zu Generation weitergegeben. 

Westfälische Totleger silber
Westfälische Totleger silber

 

Weil auch auf fleischigen Nachwuchs Wert gelegt wurde, lieferten die Westfälischen Totleger gleichermaßen gut Fleisch und Eier. Trotzdem ver-drängten moderne Rassen Mitte des 19. Jahrhun-derts dieses „Huhn des armen Mannes“ bis 1895 als Retter in der Not der Verein zum Erhalt der deutschen Landhuhnrassen „Germania“ gegründet wurde. 1904 wurde ein erster Sonderverein ge-gründet, doch die beiden Weltkriege ließen die Bestände fast gänzlich verschwinden. Eine Zucht-tierbestandserfassung 2009 führt wieder 183 Zuchten auf, so dass die Rasse auf der Roten Liste unter „wenig gefährdet“ geführt wird. Westfälische Totleger zeichnen sich durch eine volle, tiefe und abgerundete Landhuhnform aus. Besonders der Hahn besticht durch seine deutliche Brustfülle. Auch die Henne hat eine tiefe, volle Brust und einen ausgeprägten Legebauch. Der feinperlige Rosenkamm hilft im rauen Winter gegen Kamm-erfrierungen. Der mittelhohe Stand, ein straffes Gefieder und schöne Kopfpunkte vermitteln einen stolzen Eindruck. 

Westfälische Totleger gibt es in Gold und in Silber. Beides sehr attraktive Farben und Zeichnungen. Die Hähne bringen 2 bis 2,5 Kilogramm auf die Waage, die Hennen 1,5 bis 2 Kilogramm. Die Legeleistung von 180 bis 200 weißen Eiern im Jahr kann sich sehen lassen. Diese Hühner lieben einen großen Auslauf, um umher zu streifen und möglichst viel Futter zu  finden. Wenn sie brüten, sind sie sehr zuverlässig und ziehen ihre Küken sorgfältig auf. Die Kleinen befiedern sich schnell und sind deshalb robust, frohwüchsig und widerstandsfähig auch bei raueren Witterungsbedingungen. Mit ca, 3,5 Monaten haben die Jung-hennen die Größe der Althennen erreicht, während die Junghähne etwa ein halbes Jahr brauchen, bis sie in der Größe den Althähnen ebenbürtig sind. Die Hähne sind raue und streitbare Burschen, das gibt manche Blessuren, die bei Ausstellungstieren natürlich problematisch sind. Den Westfälischen Totlegern wären noch mehr interessierte Züchter zu wünschen, um den Fortbestand der Rasse zu sichern.

 

 

 

Quelle:

Uwe Ruhl, Geflügel-Börse 8/2014

 

Fotos:

Michael von Lüttwitz

 

 

Kontakt:

SV des Westfälischen Totlegerhuhns

 

Gerhard Thiemeyer

Tel.: 0234 75234  

 

   

 

 

CRESTED LEGBARS

 

ALtE ENGLISCHE LANDHÜHNER

 

Englische Landhühner, Crested Legbars
Englische Landhühner, Crested Legbars
Englische Malcom-Araucanas gehören zu den Vorfahren
Englische Malcom-Araucanas gehören zu den Vorfahren

 

Reginald Crundall Punnett (1875 – 1967)ist ein britischer Genetiker, er hat das Punnett-sche Quadrat kreiert, das Verebungsmodali-täten regelrecht griffig werden lässt. R. Pun-nett war aber nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Hühnerzüchter. Mit Michael Peace erzüchtete er in England die Legbar-Rasse, ein kennfarbiges Huhn, dessen Ge-schlecht schon beim Eintagsküken bestimm-bar ist. Es gibt sie in zwei Farben: Gold und Silber, die 1945 und 1951 anerkannt wurden. Eine etwas andere Art sind die Cream Legbars, die farblich etwa dazwischen liegen. Wegen ihres Schopfes werden sie auch Crested Legbars (Legbars mit Schopf) ge-nannt. Sie wurden 1959 anerkannt und sind auch eine Kreation der Cambridge-Universi-tät, erzüchtet von Michael Peace. In ihnen fließt auch Malcolm-Araucana-Blut, einer eigenen Rasse Englands, nicht identisch mit den Araucanas, die ihren Ursprung in Chile und Argentinien haben.

 

 

Crested Legbars - Henne
Crested Legbars - Henne

 

Auch bei den Küken der Crested Legbars kann man das Geschlecht beim Schlupf schon erkennen. Die Hennen legen wegen des Araucana-Gens grüne Eier – etwa 200 im Jahr. Die Rasse wird daher als Einkreuzungs-rasse empfohlen, wenn eine wirtschaftliche Grünlegerlinie aufgebaut werden soll. Cres-ted Legbars können recht gut fliegen, werden aber trotzdem recht zahm. Wegen ihres großen Stehkamms müssen sie bei sehr kaltem Wetter unbedingt einen trockenen und gut isolierten Stall haben. Cream Legbars bzw. Crested Legbars sind als leichtere mit-telschwere bzw. schwerere leichte Hühner-rasse einzuordnen. Die Hähne schwanken zwischen 2,7 und 3,4 Kilogramm, die Hennen zwischen 2 und 2,7 Kilogramm. Crestes Legbars sind eine interessante englische Hühnerrasse und wegen ihrer grünen Eier finden sie auch ihre Liebhaber.

 

Fotos und Artikel:

Michael von Lüttwitz, Geflügelbörse 2/2014 

 

 

 

EINE HEIMATRASSE - BELIEBT,

 

BEWUNDERT, ROBUST UND  SCHÖN

  

 

RHEINLÄNDER

 

 

Die Rheinländer Hühner nahmen  ihren Ursprung zum Ende des vorletzten Jahrhunderts mit Landhühnern des alten nordwestdeutschen Schlages mit weißen Ohrscheiben und schiefer-grauen Läufen. Sie stammten aus Eifeldörfern und waren bekannt für ihre genügsamen und wetterharten Eigenschaften. Züchterisch veredelt wurden diese Tiere durch die vorhandenen Rassen Italiener, Bergische Kräher, Ramels-loher und Le Mans. Nach der Vorstellung von Dr. Hans Rudolf von Langen aus Euskirchen (1894) wollte man die Legeleistung der Italiener verbinden mit der guten Konstitution dieser alten Schläge. Dies ist gelungen und erste Nach-kommen traten als „Silberhalsige Deutsche Landhühner“ in Erscheinung und sollten sich, gefördert durch den 1908 gegründeten Son-derverein, zu heutiger Popularität entwickeln.

 

 

Zu ihrem außergewöhnlichen Erscheinungs -bild gehört das volle, straffe und breite Gefieder, die waagerechte Haltung einer Kas-tenform mit den entsprechenden Proportionen. Hervorzuheben ist die tiefe und breite Brust, die die Körpermerkmale positiv unterstreicht und vervollständigt wird von einer parallel verlau-fenden Ober- und Unterlinie. Der mittelgroße, fest aufsitzende und fein geperlte Rosenkamm lässt die Rheinländer besser vor harten und kalten Wintern geschützt sein als großkämmige Hühnervertreter. Der Kammdorn folgt der Nackenlinie, die Schenkel sind wenig sichtbar, die Ohrscheiben wirken rund und glatt. Eine besondere Zierde der Rheinländer ist ihr breit angesetzter Schwanz in vollfiedriger Ausprä-gung, der in einem stumpfen Winkel getragen wird.

 

 

Sehr weit verbreitet sind große Rheinlän-der im schwarzen Farbenschlag. Liebhaber anderer Farbvarianten können aber auch auf weiß, blau-gesäumt, gesperbert, rebhuhnhalsig, silberhalsig  und jüngst weiß-schwarz-columbia und blau-rebhuhnhalsig zurückgreifen. In der Aufzucht erweisen sich die Jungtiere als pro-blemlose Pfleglinge mit frohwüchsigen Eigen-schaften, die in der Befiederung schnell zulegen. Rheinländer legen ca. 180 etwa 60 Gramm schwere Eier, und haben mit 1,75 bis 2,5 kg auch ein gutes Schlachtgewicht.

Anhänger einer ausdrucksstarken und zutrau-lichen Hühnerrasse finden in den Rheinländern eine gute Verbindung von Leistungsgedanken und Schönheitsempfinden, mit denen sie im freien Auslauf besonders ihre Freude haben werden.

F. B.

Fotos:

Dr. Uwe Oehm

 

 

Kontakt:

SV der Züchter des Rheinländer-Huhnes

www.sv-rheinländer.de

Diethelm Schröer, Tel.: 02303/80677

 

Quellen:

Ulrich Freiberger, Markantes Landhuhn mit guter Leistung – Rheinländer,  

Geflügelzeitung spezial „Rassige Hühner“

Josef Wolters/Rüdiger Wandelt, Handbuch der Hühnerrassen, Bottrop 1996

 

 

 

Parade schöner Hähne                                                                Bilder bitte anklicken!

 

 

ALTER FRANZÖSISCHER Landadel

 

mit charme

 

 

Die Houdans

 

Houdan-Stamm, Foto: Michael von Lüttwitz
Houdan-Stamm, Foto: Michael von Lüttwitz
Ein schönes Paar, Foto: Michael von Lüttwitz
Ein schönes Paar, Foto: Michael von Lüttwitz

Mit den Houdans begegnet uns eine besondere Spielart unter den schweren Haushuhnrassen: Ein stattliches Vollhaubenhuhn mit massig walzenförmiger Landhuhnform und Schmetterlingskamm. Weitere Besonderheiten sind die Bartbildung und die Läufe haben fünf Zehen. Analog zu anderen französischen Haus-geflügelrassen stehen die Houdans in der Tra-dition von frohwüchsigen und leicht mästbaren Landschlägen. Darüber hinaus wird ihr zart-faseriges Brustfleisch in höchsten Tönen gelobt. Der Name dieser Rasse soll von der fran-zösischen Stadt Houdan abgeleitet worden sein, auf deren Märkten besonders viele Vorfahren der Houdans zum Verkauf zusammenge-kommen sein sollen. Besonders bekannt sind die Farbenschläge schwarz-weißgescheckt und weiß. Die Houdans gehören zu den seltenen Hühnerrassen, die man nicht so oft bei Lieb-habern von  Hausgeflügel antrifft. Geschlechts-bedingt ist die Federhaube der Henne mit einer breiteren Feder versehen und sie kann rund-licher wirken als beim Hahn.

 

 

Zwei, die sich mögen, Foto: Michael von Lüttwitz
Zwei, die sich mögen, Foto: Michael von Lüttwitz

Durch züchterische Entwicklung ist heute die volle Sichtfreiheit der Tiere gegeben. Das Merkmal der Haubenbildung hat eine lange Tradition in der Geschichte des Hausgeflügels und beeinträchtigt die Tiere bei voller Sicht-freiheit nicht in ihren natürlichen Verhaltens-weisen. Unter den Haushühnern haben die Houdans ein Alleinstellungsmerkmal, weil bei ihnen Haubenbildung, Kinn- und Backenbart, Schmetterlingskamm und Fünfzehigkeit in einer Rasse vereint sind. In ihrer Entwicklungs-geschichte sollen zur Förderung der Körper-eigenschaften nach Wandelt Dorking Pate gestanden haben; vererbt haben sie die fünfte Zehe und die kompakte Form. Das Zusammen-spiel der verschiedenen charakteristischen Merkmale macht die besondere Herausfor-derung in der Erhaltungszucht der Houdans aus und kann besonderen Reiz bedeuten. Wegen ihres Körperbaus fliegen die Tiere seltener. Da kommt ein Hühnerauslauf mit einer geringen Umzäunungshöhe aus. Ihr Wesen ist von ruhigem Charakter, so werden sie schnell zahm und zutraulich.

F.B.D

 

 

 

Quellen:

Horst Schmidt, Handbuch Rasse- und Zier-geflügel, Hühner und Zwerghühner, Stuttgart 1999

Josef Wolters/Rüdiger Wandelt, Handbuch der Hühnerrassen, Bottrop 1996

Bildquelle:

W. Dackweiler, Rationelle Geflügelzucht, Düren 1898

 

Kontakt:

SV d. Z. der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen

www.sv-derhaubenhuehnerundseltenerhhuehnerrassn.de

 

Jochen Schmauch

Tel.: 03603 848561

huehner.jochen@gmx.de 

 

 

KRAIENKÖPPE

 

HART ABER HERZLICH

 

Wer will da was? Ein silberrhalsiger Prachtkerl, Foto: Michael von Lüttwitz
Wer will da was? Ein silberrhalsiger Prachtkerl, Foto: Michael von Lüttwitz
Goldhalsiger Hahn, Foto: Michael von Lütttwitz
Goldhalsiger Hahn, Foto: Michael von Lütttwitz

 

Vom kraftvollen Kämpfer zum wirtschaftlichen Rassehuhn. Kaum eine andere Rasse hat so eine interessante „Wandlungsgeschichte“. Es ist zu lesen, dass die ersten Hühner von diesem Schlag um 1860 von den Brüdern Lazonder in den Niederlanden (Raum Enschede) erzüchtet wurden. Ausgangsrassen waren schnittige Belgische Kämpfer, furchtlose Malaien und dort klima-angepasste, fleißige Landhühner. Es wurde in allerlei Richtungen mit verschiedenen Eigenschaften gezüchtet und es gab auch verschiedene Namen wie zum Beispiel „Twenter Graue“, später dann „Kraaikop“. 1885 wurde die Rasse bei einer holländischen Geflügelausstellung gezeigt und sofort fand sie wegen ihre stolze Haltung und ansprechende Farbe allgemein großen Zuspruch.

 

 

Silberhalsiges Paar, Foto:Michael von Lüttwitz
Silberhalsiges Paar, Foto:Michael von Lüttwitz

 

Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen sich einige deutsche Züchter dieser Rasse an und festigten die Rassemerkmale. Es wird angenommen, dass durch den kräftigen Schnabel, den breiten Kopf, den Gesichtsausdruck und natürlich wegen der Herkunft der Name „Holländische Kraienköppe“ gegeben wurde. 1926 wurden „Silberhalsige“ in den deutschen Rassegeflügelstandard aufgenommen. Stets wurde auf die Wirtschaftlichkeit viel Wert gelegt. Wetterfestigkeit und beste Legeleistung, auch im Winter zeichnet diese formschöne Rasse aus. Im Jahr 1937 kamen die Kraienköppe bei einer Jahres-Legeleistungsprüfung über 250 Eier! Friedrich Gassner, der diese Hühner in der rauen Klimazone in Vorarlberg züchtet, erzählte bei meinem Besuch, dass in dieser Rasse echtes Kämpferblut fließt und noch viele Charakterzüge der Urhühner vorhanden sind. Dazu gehört ein mutiges und wehrhaftes Verhalten gegenüber Feinden aus der Luft, bis hin zur Verfolgung von kleinen Nagern.

 

 

Silberhalsige Junghennen, Foto: Michael von Lüttwitz
Silberhalsige Junghennen, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Die fleißigen Futtersucher gehen respektvoll miteinander um, die  „Hackordnung“ wird kurz und heftig erledigt, dem Betreuer gegenüber sind sie merkbar zutraulich, zahm und furchtlos. Kraienköppe benötigen unbedingt eine markante Schulterung, eine etwas aufgerichtete Körperhaltung und ein straf-fes anliegendes Gefieder. Mit den ausdrucksvollen Kopfpunkten beider Geschlechter sowie dem Hengstnacken beim Hahn, wird der geforderte Kämpfertyp bestens betont. Dese beliebte, form-schöne Rasse wird in verschieden Farbenschlägen gezüchtet. Allseits bekannt sind die Silberhalsigen und Goldhalsigen. Erst später kamen die Orangenhalsigen und Blau-Goldhalsigen dazu. In nächster Zeit soll es dann auch Rotgesattelte geben.  Legefreudig und robust mit kämpferischen Eigenschaften sind die Kraienköppe die ideale Liebhaberrasse.

 

Fotos unten anklicken!

 

 

Foto: Erich Koller
Foto: Erich Koller

 

Quelle:

Erich Koller, ÖKZ Ausgabe Oktober 2013

 

Kontakt:

Sonderverein der Züchter der

Kraienköppe und Zwergkraienköppe

www.kraienkoeppe.de

 

Wilhelm Brinkwirth

Tel.: 02384 3003

 

 

 

 

EINE ERHALTENSWERTE RASSE

 

RAMElSLOHER hühner

 

Stamm weißer Ramelsloher
Stamm weißer Ramelsloher
Ramelsloher, stolz ...
Ramelsloher, stolz ...

 

Ramelsloher sind eine alte deutsche Rasse, die es ursprünglich nur in Weiß gab,viel später erst sind noch Gelbe dazugekommen. In der langen Vergangenheit dieser Rasse gab es in ihrer Entwicklung natürlich auch viele Höhen und Tiefen. Heute wird die Rasse in beiden Farbenschlägen als „stark gefähr-det“ auf der roten Liste der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und seltener Nutztier-rassen) geführt. Schon im 19. Jahrhundert wurden diese nach der Ortschaft Ramelsloh im Norden unseres Landes benannten Hühner für die „Stubenkükenzucht“ gehal-ten. Frauen von Familien im Dienste eines Gutsherrn (Häuslinge) oder von Neusiedlern ohne eigenes Land (Abbauern) mästeten die Hühnchen in der Stube und verbesserten so das Familieneinkommen. Die anspruchslosen weißen Ramelsloher waren ideale Hühner ihrer Zeit. Sie suchten sich ihr Futter im Freilauf, brauchten also wenig Zufütterung; die Brutlust fehlte ihnen und so kamen sie auf eine erstklassige Legeleistung. Um auch gut brütende Hennen zu haben, sind durch Kreuzungen mit brutfreudigen Rassen später die gelben Ramesloher entstanden.

... und neugierig!
... und neugierig!

Im Zuge des sich wandelnden Zeitgeistes verloren die wegen ihres schmackhaften Fleisches begehrten Stubenküken an Bedeu-tung und bald gab es sie gar nicht mehr. Doch der Zeitgeist wandelt sich gerade wieder. Die Stubenkükenhaltung ist als Aus-weg zum Abtöten aller männlichen Küken im Legehennenbereich wieder ins Gespräch gekommen. Mit dem Aufkommen anderer Legerassen und der Hybrid-Legehennen ging das Interesse an den Ramelslohern sehr zurück. Das ist schade, denn diese Hühner haben sich ihre gute Winterlegetätigkeit erhalten, ihre Legeleistung ist nach wie vor mit ca. 170 Eiern im Jahr recht gut, und wie zur Zeit der Stubenküken ist ihr Fleisch zart und wohlschmeckend. Bei einem Schlacht-gewicht von 2,5 bis 3 kg beim Hahn und 2 bis 2,5 kg bei der Henne kann man durchaus von einem Zweinutzungshuhn sprechen. Als sehr aufmerksames Landhuhn liebt es große, bepflanzte Ausläufe, in denen es emsig auf Futtersuche gehen kann.

 

 

Quelle und Fotos:

Michael von Lüttwitz, Geflügelbörse 14/2013

 

 

Kontakt:

SV der Züchter des Ramelsloher Huhnes

www.ramelsloher-huhn.de

 

Uwe Dunkel

Tel.: 05862 3179

dunkel-bleckede@t-online.de

 

 

 

Araucanas

 

eine Rasse mit Besonderheiten

 

Hier lebt´s sich gut - Araucanaherde
Hier lebt´s sich gut - Araucanaherde
Stolzes Paar in Blau-weizenfarbig
Stolzes Paar in Blau-weizenfarbig

Araucanahühner wurden bei den Mapuche-Indianern von den spanischen Konquistadoren im 17. Jahrhundert in den chilenischen und argen-tinischen Anden entdeckt. Da die Mapuche-Indianer von den spanischen Eroberern Araucana-Indianer genannt wurden, bezeichneten sie die dort vorgefundene Hühnerrasse als Araucanas. Heute trifft man in den Andenregionen kaum noch reine Araucanas an, zumal es damals schon eine ziemliche Vielfalt an unterschiedlichen Typen gegeben haben soll. Das hängt damit zusammen, dass die Araucanas halb wild gehalten wurden, und die Natur mehr selektierte als der Indianer. Durch den Import asiatischer und europäischer Rassen hat sich in der Heimat der Araucanahühner ein richtiggehender Hühnermix gebildet.

 

Ein goldhalsiger Prachtkerl
Ein goldhalsiger Prachtkerl

 

Die deutsche Zucht der Araucanas geht auf eine Abbildung von 1927 im National Geographic Magazin zurück. Anerkannt sind bei dieser schwanzlosen Rasse drei Kopfvarianten: Araucanas mit Bart, Araucanas mit Bommeln und Araucanas mit Bart und Bommeln. Bommeln sind eine einzigartige Besonderheit in der Hühnerwelt. An einer kleinen Hautausstülpung unterhalb des Gehörgans wachsen ganz normale Konturfedern. Der Bart, welcher in einen Backen- und Kehlbart aufgeteilt ist, besteht dagegen aus Haarfedern. Bei der Zucht ist eine Verpaarung von Bart-Araucanas und Bart-/Bommel-Araucanas ganz wichtig. Das Bommelgen ist mit einem Letalfaktor gekoppelt. Würde man Bommel-Araucanas unter sich verpaaren, gäbe es zahlreiche abgestorbene Embryonen in den Eiern. Verpaart man einen Bommelhahn mit Barthennen (oder umgekehrt), kommt es zu keinem Absterben der Embryonen aufgrund dieses Letalfaktors.

 

Freude mit handzahmen Araucanas
Freude mit handzahmen Araucanas
Schwarze Henne mit Bommeln
Schwarze Henne mit Bommeln

 

Weitere Besonderheiten der schwanzlosen Araucanas sind weidengrüne Füße, die bei zahlreichen Farbschlägen vorhanden sind. Bei Schwarzen und Blauen und ihren Abwandlungen kann das Schwarzpigment jedoch so angehäuft sein, dass die Füße schwarz sind, wobei die Fußsohle (bei allen Farbschlägen) gelb sein muss. Bei den gesperberten Araucanas verhindert ein genetischer Faktor die Ausprägung von weiden-grünen Füßen, wodurch diese Farbe gelbe Läufe und Zehen hat. Ein Erbsenkamm gibt dem kurzen Kopf ein besonderes Gepräge, der allein schon wegen dem Bart bzw. den Bommeln immer Aufmerksamkeit erregt. Alles in allem ist das Araucanahuhn ein exklusives Huhn, das aus der Hühnerrassenpalette heraus sticht. Dreizehn Farben sind bei der Rasse anerkannt, wobei die wildfarbigen, goldhalsigen, schwarzen und blauen Araucanas am beliebtesten sind. Blauvarianten der Wildfarbigen, Goldhalsigen und Gold-Weizenfarbigen bestechen durch ihre Pastelltöne.

Blau-wildfarbiger Stamm
Blau-wildfarbiger Stamm

Bei den Araucanas findet man immer wie-der Hennen, die brü-ten. Somit entfällt für einen Hobbyhalter die Brutmaschine. Im Rampenlicht steht bei der Rasse die grüne Eier-farbe. Sie wird durch den Blutab-baufarbstoff Biliverdin gebildet und gibt den Eiern den besonderen Charakter. Diese Sub-stanz durchdringt die gesamte Eierschale. Verbraucher mögen diese Eier, weil sie weniger Cholesterin haben sollen, und Ostern machen sie natürlich auch was her.

 

Grüne Araucana Eier
Grüne Araucana Eier

 

Araucanahühner sind eine selbstbewusste Rasse, die sich bei Freilauf relativ weit vom Stall entfernt, zu diesem aber stets zurückkommt. Als emsiger Futtersucher und guter Futterverwerter muss bei Freilauf nur wenig zugefüttert werden. Bei einer Auslaufhaltung sieht die Sache anders aus. Neben dem üblichen Futter sollte in überaus großem Ausmaß Grünfutter verfüttert werden. Das kommt letztlich auch der Eierqualität zugute. Ausgewachsene Araucanas sind nicht flugfreudig. Gibt man sich mit ihnen ab, werden sie regelrecht hand-zahm, zuweilen schon aufdringlich zahm – doch gerade das kommt bei vielen an. Araucanas sind sozusagen Familienhühner und liefern obendrein ein grünes Frühstücksei.

 

Alex und das Kükenglück
Alex und das Kükenglück

 

Text und Fotos:

 

Michael von Lüttwitz

Eier info@1A-Ei.de

 

 

Kontakt:

 

Sonderverein zur Erhaltung des

Araucana- und Zwerg-Araucana-Huhns

www.sonderverein-araucana.de

 

Michael Frhr. von Lüttwitz

Tel.: 08191 92202

michaelvonluettwitz@hotmail.de

 

 

Deutsche Sperber 

 

Eine Leistungsstarke Rasse

 

 

Deutsche Sperber - ideal für die Freilandhaltung und eine Zierde für jeden Auslauf
Deutsche Sperber - ideal für die Freilandhaltung und eine Zierde für jeden Auslauf
Guter Kontakt erfreut den Züchter und seine Hühner
Guter Kontakt erfreut den Züchter und seine Hühner

Deutsche Sperber, werden seit 1905 nach Standard als Leistungshühner gezüchtet, seit 1917 auch unter diesem Namen. Diese schönen, gesperberten Hühner verkörpern einen rassigen Landhuhntyp mit einer Legeleistung von ca. 180 weißschaligen Eiern im Jahr, die mit einem Brutei-Mindestgewicht von 60 Gramm schön groß ausfallen. Mit 2,5 bis 3 kg für den Hahn und 2 bis 2,5 kg für die Henne gehören sie zu den mittelschweren Rassen. Die bewegungsfreudigen Hennen sind elegant, wobei der stolze Hahn eine ganz besondere Ausstrahlung hat. Die Liebhaber der Rasse freuen sich natürlich auch über eine schöne Sperberung, einen kräftigen, roten Kamm und ebensolche Kehllappen, dazu weiße Ohrscheiben. Hennen sind wegen ihrer  breiteren, schwarzen Bänder immer etwas dunkler als die gleichmäßiger gezeichneten Hähne.

 

Ein stolzer Stamm
Ein stolzer Stamm

Besonders zeichnet die Rasse ihr angeborenes, ruhiges und ausgeglichenes Naturell aus. Das ist sehr wichtig, denn Hühner sind wieder etwas im Aufwind, und gerade (noch) nicht organisierte Freunde unseres Federviehs wollen zutrauliche Tiere, mit dem vor allem auch die Kinder gut umgehen können. Wenn sie sich dann auch noch in einer normalen Umzäunung halten lassen, weil sie kaum fliegen, die Hennen gute Glucken sind, die zuverlässig ihre Küken aufziehen und durch ihre Fürsorge lebenstauglich machen, dann steht einer Hühnerhaltung, die Spaß macht, nichts mehr im Wege. Wie alle Hühner lieben die Deutschen Sperber große, gut strukturierte Ausläufe (eine reine Wiese ohne Schutz nach oben, reicht da nicht). Für die "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen" sind die Deut-schen Sperber die Rasse des Jahres 2012.     

 

 

 

Wer mehr wissen will, dem ist der Artikel

von Wilhelm Bauer in der Geflügelzeitung

– Der Kleintierzüchter – in Ausgabe 7/2013

zu empfehlen.

 

 

Fotos: Wilhelm Bauer

 

 

 

Kontakt:

SV Deutsche Sperber und Zwergsperber

Sascha Leuschner

Tel.: 035752 30905

 

 

Lakenfelder

  

schwarz-weiss-schwarzes Farbenspiel

 

 

Der Mensch hat nur bei einigen Rassetieren ein markantes Zeichnungsbild erzüchtet. Das finden wir u. a. bei der niederländischen Lakenvelder-Zwergziege, beim Lakenvelder Rind (niederländisch Feld mit „V“) und eben auch bei den Lakenfelder Hühnern, einer alten deutschen Rasse mit schwarzer Kopfpartie, weißer Rumpfbefiederung und schwarzem Schwanzge-fieder. Diese Hühner wurden lt. Chronik des SV im Westfälischen erzüchtet. Erstmals berichtet wird im Jahre 1727 von schwarz-weißen Hühnern aus Utrecht/Holland, 1820 gab es in Deutschland eine lose verbundene Züchtergemeinschaft und 1835 wurde die Rasse erstmals als „Jerusalemer“ ausgestellt. 1907 wurde der Sonderverein gegründet, in zwei Kriegen erlosch das Vereinsleben und es dauerte bis 1956 bis der Sonderverein wieder aktiv wurde und regelmäßig Hauptsonderschauen, Schulungen und Versamm-lungen abgehalten wurden.

 

Lakenfelder sind lt. Standard mittelgroße, lang gestreckte Landhühner mit reichem, weichem, jedoch fest anliegendem Gefieder. Sie sind sehr aufgeweckt und haben ein lebhaftes Tempera-ment, was sich auch bei ihrem unermüdlichen Futtersuchen zeigt. Als typisches Zweinutzungs-huhn besitzen sie ein feines Fleisch und legen ca. 160 Eier im Jahr. Die Hähne erreichen ein Gewicht von 1,75 – 2,25 kg, die Hennen 1,5 – 2 kg. Wie alle Hühner gedeihen sie am besten in großen, gut strukturierten Ausläufen. Die attraktiven Hennen brüten auch gut und ziehen ihre hellköpfigen, grau-schwarzen Küken mit großer Sorgfalt auf. Es macht Spaß, diese aktiven Hühner mit ihrem kontrastreichen Gefieder im Gelände zu beobachten.

 

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen in Deutschland (www.g-e-h.de) kümmert sich um diese Rasse, welche als gefährdet eingestuft wird.

Erich Koller
Erich Koller

Fotos: Petra Engelhardt (www.pematise.de)

 

Kontakt:

 

SV der Züchter der Lakenfelder und Zwerglakenfelder

www.lakenfelder-sv.de

Hartmut Hensiek,

Tel.: 05226 592790

 

 

Diese Rassebeschreibung beruht auf einem Artikel von Erich Koller im ÖKZ, Ausgabe Februar 2013, einer interessant gestalteten Fachzeitschrift für Kaninchen, Meerschweinchen, Tauben, Geflügel, Ziergeflügel und Vögel. Wer Interesse hat, kann sich melden bei kolleridee@aon.at.

 

  

 

 

Kennen Sie den

 

 Asil-Kämpfer?

 

 

Asil Reza aus Brasilien
Asil Reza aus Brasilien
Asil Reza aus Pakistan
Asil Reza aus Pakistan

 

Indien und seine Nachbarländer wie Pakistan und Iran sind die Geburtsstätte der Asil. Der Name "Asil" (früher auch Aseel oder Azeel) taucht erstmals um 1000 v. Chr. auf. Asil ist ein arabisches Wort und bedeutet soviel wie "hochgeboren, reinartig oder reinrassig, edel", was also schon auf Adel und kulturelle Bedeutung hinweist. Einst war es in ihrem Heimatland nur Fürsten und Adligen vorbehalten, diese Tiere zu erwerben, zu züchten und zu halten. Es ist wohl unbestritten, dass die Asil eine der ältesten Kampfhuhnrassen sind, wenn nicht sogar die älteste aller domestizierten Hühnerrassen überhaupt.

Asil Reza aus Belgien
Asil Reza aus Belgien

 

 

 

 

 

Asil sind zu Menschen, die sie pflegen, ausgesprochen zahm und zutraulich. Ein Asil muss auf den ersten Blick wie ein echtes asiatisches Kampfhuhn erscheinen, d.h. aufgereckt mit abfallender Rückenlinie, breiter Brust und kantiger Schulterung, flachem Rücken und die Schwanzhaltung der Rückenlinie folgend. Sehr wichtig ist auch der raubvogelartige Schädel mit seinem kurzen, kräftigen, leicht gebogenen Schnabel und einer ausgeprägten Backenmuskulatur. Den Kopf krönt, ganz in Kampfhuhnmanier, ein fester und breiter, dreireihiger Erbsenkamm. Asil sind schwerer als ihre Größe schätzen lässt. Dieses liegt am sehr kompakten Muskelfleisch und der massiven und schweren Knochenstruktur im Vergleich zu anderen Rassen.

Asil Reza aus Brasilien
Asil Reza aus Brasilien

 

 

 

 

In die Hand genommen, sollte er sich ein Asil schwer wie Blei anfühlen. Die allgemeine Knochenstärke, insbesondere die kantigen Läufe, sind ein wichtiges Rassemerkmal. Eine weitere, markante Eigenschaft ist ein hartes, knappes, derbes Gefieder! Das Brust- und Rückengefieder muss voll, knapp und fest anliegend sein, so dass in der Regel das Brustbein mit seiner roten Haut sichtbar wird. Ein unbefiedertes Brustbein kombiniert mit den sog. Flügelrosen (gefiederfreie Stelle auf dem Flügelbug) geben dem Asil ein noch edleres Aussehen.

Asil Reza aus Pakistan
Asil Reza aus Pakistan

Richtig ausgereift und voll ausgeprägt ist der Asil nach zwei bis drei Jahren. Das bedeutet, dass der Züchter über genügend Stallplatz, Fingerspitzen-gefühl und ausreichend Geduld verfügen sollte, um seine Tiere entsprechend zu halten und ausreifen zu lassen. Bei uns sind sie zu einer Ausstellungs- und Liebhaberrasse geworden und spielen nicht mehr die Rolle des Sporthuhnes, für das sie ursprünglich in ihrer Heimat gezüchtet wurden. Ihre edle Herkunft und ihren urigen Habitus müssen sie aber trotz allem in ganz besonderem Masse in Körperform, Ausdruck und Charakter zur Schau stellen. Dies sollte und darf bei der Zucht dieses wunderbaren Kampfhuhnes nie in Vergessenheit geraten Wer sich intensiv mit dem Asil befasst, wird durch das einzigartige Wesen dieser charaktervollen Hühner reich belohnt. 

 

Mathias Weis

Alle Fotos: Willem van Ballekom

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

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Cubalaya

 

Cubalayaherde bei Kurt und Liselotte Wagner, Foto: Michael Kruppert
Cubalayaherde bei Kurt und Liselotte Wagner, Foto: Michael Kruppert
Stolzer weißer Macho, Foto: Oliver Prusko
Stolzer weißer Macho, Foto: Oliver Prusko

 


































 








„Schwarzes Abendkleid …“ Der weiße Cubalayahahn sieht mich nur fragend an. Sein Futter wäre ihm jetzt lieber als eine grübelnde Frau in der Stalltüre. Dieser Gedankenfetzen verfolgte mich über den ganzen Tag. Als ich kurz danach eine befreundete Fotografin darauf ansprach, war sie irritiert. Ein Fotoshooting mit Hühnern? Hühner? Geht das denn überhaupt? Nun mag es auf den ersten Blick und für Außenstehende befremdlich wirken, an ein Fotoshooting mit Hühnern zu denken. Wer die Cubalaya kennt, weiß, dass das so absurd nicht ist. Als Halter und Züchter der Cubanischen Abkömmlinge muss man mindestens eins mitbringen: Eine große Portion Humor! Denn eines ist gewiss – langweilig wird einem mit diesen Söhnen und Töchterrn Cubas nicht.

wild-zimtfarbig, Foto: Oliver Prusko
wild-zimtfarbig, Foto: Oliver Prusko

Als einzige je auf Cuba erzüchtete Rasse, wurde ihnen eine gehörige Portion Stolz, Feuer und Temperament mit in die Wiege gelegt. Nicht umsonst wurde der Name des Herkunftlandes unmittelbar in den Rassenamen integriert. Der zweite Teil des Namens weist wahrscheinlich auf eine der Rassen hin, die an der Entstehung der Cubalaya beteiligt war, den malaienartigen Malayas Cola de Cameron. Der Weg der Cubalaya führte von Cuba über die USA nach Deutschland, wo sie 1978 landeten. Eine kleine, aber sehr engagierte Zuchtgemeinde scharrte sich um die Ankömmlinge aus Übersee und sah sich gezwungen, die bisherige Meinung über Hühner zu revidieren.

Elias, der jüngste Cubalayafreund, Foto: Nicole Altstätter
Elias, der jüngste Cubalayafreund, Foto: Nicole Altstätter

Wie es vielen Abkömmlingen von Kämpfern und Rassen, die für den Hahnenkampf erzüchtet wurden, zueigen ist, sind auch die Cubalya sehr auf ihren Pfleger bezogen. Dies nimmt bei ihnen bisweilen seltsam anmutende Züge an. Besucher hier auf dem Hof sind fassungslos, wenn sie ein Familienmitglied mit einer Cubalayahenne auf der Schulter sitzend bei Arbeiten in Stall, Auslauf und Hof entdecken. Betritt ein Besucher Apfel essend den Auslauf, sieht er sich innerhalb von Sekunden von einer Schar bettelnder, hüpfender und schimpfender Cubalayos umringt. Auch die Nachbarn wundern sich nicht mehr, wenn sie einem Dreijährigen mit Bobbycar und einer Schar halbwüchsiger Cubalaya im Anhänger begegnen, denn Cubalaya und Kinder sind eine Liebe für sich. Die Hühner lassen sich ohne Scheu von Kindern hochnehmen und durch die Gegend tragen. Stehen dabei doch die Chancen nicht schlecht, Neues zu erleben. Auch, wenn für den Züchter derartige Bilder mit den Monaten zur Gewohnheit werden, ist man auch nach Jahren mit den „Cubanern“ immer wieder überrascht über deren Ideenreichtum.

 

balu-zimtfarbig, Foto: Michael Kruppert
balu-zimtfarbig, Foto: Michael Kruppert

Cubalaya, die sich durch ein Versehen mit einem Mal außerhalb des Zauns befinden, fordern wildfremde Passanten auf, ihnen die Tür zum Rest der Herde zu öffnen. Selbst, wenn ein Hund die Fußgänger begleitet, hält sie dies nicht zurück. Dass sie Kinder von Kämpfern sind, sieht man nicht nur sofort an den häufig vorkommenden Mehrfachsporen bei den Hähnen oder den erlaubten Sporen der Hennen, auch der Mut verrät ihre Abstammung. Alles Neue und Fremde wird neugierig und mit großem Interesse begutachtet und auf Fressbarkeit oder einen anderen Nutzen hin untersucht. Findet sich niemand, setzen sie sich vor die verschlossene Stalltüre und warten auf ihre Pfleger.

 

Cubalaya-Nachwuchs, Foto: Johnatan Troyer (USA)
Cubalaya-Nachwuchs, Foto: Johnatan Troyer (USA)

Cubalayahähne zeigen sich rührend besorgt um ihre Hennen, sitzen selbst im Nest, um die Henne zum Legen zu animieren und beschützen sie vehement vor Eindringlingen. Einmal im Jahr brütet die Cubalayahenne äußerst zuverlässig. Und obwohl die Cubalaya mit ihren zwei Kilogramm eher zu den leichteren Rassen gehören, sind die Glucken hervorragende und mutige Mütter. Ich werde wohl nie das Bild vergessen, als eine Cubalayamutter, die ihre zwölf Küken durch meinen stattlichen 7,5 kg schweren Waldkatzen-Kater bedroht sah, diesen quer über den Hof jagte, bis ihm nur noch die Flucht auf einen Baum blieb.

 

Henne mit typischem Hummerschwanz, Foto: Zach Rose (USA)
Henne mit typischem Hummerschwanz, Foto: Zach Rose (USA)

 

Trotz des unbestreitbar hohen Zierwertes der kämpferverwandten Langschwanzrassen im Allgemeinen, sind die Cubalaya nicht nur in ihrem Wesen sondern auch in der Optik außergewöhnlich. Die abfallende Haltung mit einem durchgehenden Bogen vom Halsansatz bis zum breit gefächerten Hummerschwanz, die Zimtfarbe – all dies macht die Cubalaya zu einer Rasse für den Hühnerhalter, der etwas Besonderes sucht. Wer sich nun aber überlegt, sich Cubalaya in seinen Ziergarten anzuschaffen, sollte dies überdenken. So steht meine Mutter mit den Cubalaya auf Kriegsfuß, seit die halbwüchsige Cubalayajugend, die sich aus dem Gehege befreit hatte, den Wurzelstock der heiß geliebten Rose freigelegt hat. Trotz ihres menschenbezogenen Wesens sind sie Sommer wie Winter überaus agil, bei –20 Grad genauso wie bei +20 Grad, legen weite Strecken zurück und graben für ihr Leben gern. Der Versuch, den Bewegungsdrang heranwachsender Cubaner mit einem handelsüblichen Hühnerzaun zu beschränken, entlockt ihnen nur ein müdes Lächeln und ist zum Scheitern verurteilt. Gerade im Alter von wenigen Monaten fliegen Cubalaya außerordentlich gut und geschickt. Eine Leidenschaft, die sich mit zunehmendem Alter zwar nie ganz verliert, aber in vernünftige Bahnen gelenkt werden kann.

 

blau-zimtfarbiger Stamm in idealem Auslauf, Foto: Udo Ahrens
blau-zimtfarbiger Stamm in idealem Auslauf, Foto: Udo Ahrens
Junghähne bei K. und L. Wagner
Junghähne bei K. und L. Wagner

Aus welchen Gründen auch immer sich Züchter und Halter für Cubalaya entscheiden – sei es nun ihr Wesen, das den Pfleger täglich erfreut und eher an Hunde erinnert denn an Hühner, der kurze und prägnante Krähruf der Hähne oder die Attraktivität der Rasse, sei es die vergleichsweise gute Legeleistung mit rund 120 bis 150 Eiern pro Jahr oder nur die Freude daran, zu beobachten, wie die Cubaner sich überaus elegant und doch irgendwie lässig über das Grundstück bewegen, immer auf der Suche nach Fressbaren oder neuen Missetaten – allen, die einmal Cubalaya im heimischen Garten hatten, ist eines gemeinsam: Einmal mit der „Cubalayagrippe“ infiziert, kommt man von der Leidenschaft „Cubalaya“ nicht mehr los.

 

 

 

Was also wurde nun aus dem Foto-shooting mit den Cubalaya?

 

Es fand statt. Und die Cubalaya präsentierten sich, wie es von echten Cubanern erwartet wird: Cool und außergewöhnlich in jedem Sinn.

 

Nicole Altstätter

 

 

 

Stellvertretene Vorsitzende des Cubalaya Clubs und unter Tel. 0176 56505800 oder E-Mail: Nicole.Altstetter@gmx.de Ansprechpartnerin für Interessierte.   

 

Hühner mit Vergangenheit

 

 Die Krüper

 

Foto: Frank Böckenfeld
Foto: Frank Böckenfeld
Fotos: Michael von Lüttwitz
Fotos: Michael von Lüttwitz

 

Krüper sind eine der ältesten deutschen Geflügelrassen und wurden bereits 1555 in einem Vogelbuch des Schweizer Naturforschers Conrad Gesner beschrieben. Bei uns sind sie als unabhängige und sich in den Proportionen unterscheidende Schläge im Bergischen Land und in Westfahlen entstanden. 1916 wurden beide Schläge zusammengeführt. Als alter Landhuhnschlag sind Krüper widerstandsfähige und zutrauliche Vertreter, die in einer Reihe von Farbenschlägen wie weiß, schwarz, gesperbert, schwarz-weißgedobbelt und schwarz-gelbgedobbelt sowie rebhuhnhalsig anerkannt sind. Sie haben lange, volle und waagerecht getragene Körper.

 

Besonderes Merkmal im Vergeich zu anderen Hühnerrassen ist ihre Kurzbeinigkeit, die wohl mit ihrer Entstehungsgeschichte zu erklären ist, angepasst an die begrenzten Parzellen der frühen Bergleute im Bergischen Land und in Westfalen (Müller, 1996). Das obige Foto zeigt weiße Krüper im Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold. Krüperhennen beginnen mit fünf bis sechs Monaten zu legen und schaffen 220 bis 260 Eier im Jahr. Diese hohe Legeleistung ist auch auf den kaum vorhandenen Bruttrieb zurückzuführen. Angegriffen wird die Erhaltungszucht von Krüpern bisweilen wegen des Letalfaktors, der an die Kurzbeinigkeit gekoppelt ist. Durch die Verpaarung von kurzbeinigen und langbeinigen Partnern lässt sich dies leicht umgehen und rechtfertig bei weitem kein gefordertes Haltungsverbot dieser alten Haustierrasse als erhaltenswertes Kulturgut der langen gemeinsamen Zeit der Menschen und ihrer Haustiere.

 

 

Quellen:        

 

Thomas Müller in „Hahn im Korb?“, Detmold 1996

Josef Wolters/Rüdiger Wandelt, Handbuch der Hühnerrassen, Bottrop 1996

online im Internet:

Rassebeschreibung Krüper auf www.g-e-h.de

Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland                            tgrdeu.genres.de

www.krueperhuhn.beepworld.de

 

Kontakt:

 

SV der Krüper- und Zwerg-Krüper-Züchter von 1904

Hendrik Wulfhorst, Ströher Str. 55,

33803 Steinhagen
Tel.: 05204/2495 oder 0162/8969260

E-Mail: apis-mellifica@t-online.de

 

 

Schön und kräftig

 

 

Orpington

 

Reinhard Lawall mit seinen schönen Birkenfarbigen
Reinhard Lawall mit seinen schönen Birkenfarbigen
Zwei Küken
Zwei Küken

 

 

Ihr Herkunftsland können die Orpington Hühner nicht verheimlichen, entstammen sie doch von William Cook vom englischen Hof Orpingtonhouse, der diese schweren Hühner Ende des 19. Jahrhunderts kreierte. Hierzu bediente er sich der erst im Jahre 1872 eingeführten Hühnerrasse Croad-Langschan und den ursprünglich aus Spanien stammenden Minorka Hühnern. Cook wollte eine ganz neue Ausstellungsrasse und kreuzte noch weitere Hühnerrassen ein, unter anderem Plymouth Rocks. 1886 stellte er die neue Hühnerrasse erstmals vor, stieß jedoch obschon des gewöhnungsbedürftigen Aussehens dieser Hühner nicht sofort auf Begeisterung. Es dauerte zwanzig Jahre, bis die Orpington als Nutz- und Ausstellungstiere ihren Siegeszug antraten. Zu ihrem Aufstieg in Deutschland trug wesentlich der Gründer und Vorsitzende des Sondervereins, Walter Gasch aus Dresden bei.

 

Mutterglück - dieses Foto ist von Conny Kellermann
Mutterglück - dieses Foto ist von Conny Kellermann

Auf den ersten Blick erinnern Orpington Hühner eher an einen flauschigen Würfel, als ein echtes Huhn. Doch so soll es sein. Ein großes, kräftiges Huhn von breiter, quadratischer Form. Ein echter Feder-würfel eben! Die tief angesetzte, breite Brust und der gut entwickelte Bauchteil weisen auf hervorragende Lege- und Masteigenschaften hin. Sie sehen aber nicht nur aus wie vorzügliche Wirtschaftshühner, sie sind es auch! Mit einem Gewicht von bis zu 4 kg sind Orpington Hähne stattliche Erscheinungen, die 3,5 kg Lebendgewicht auf die Waage brin-genden Hennen stehen den Herren da kaum nach, legen dazu aber noch über das Jahr verteilt 130 bis 160 Eier – auch im Winter! Der schnelle Wuchs, das ruhige Temperament, die gute Mastfähigkeit und das wohl-schmeckende Fleisch machen sie zu idealen Fleischhühnern, dazu eine gute Legeleistung der Hennen und wir haben mit diesem Zweinutzungshuhn eine auch optisch schöne Alternative zu den Angeboten der Discounter.

 

Manfred Schwarz bei den Hennen ...
Manfred Schwarz bei den Hennen ...

 

Am Anfang standen die schwarzen Orpington Hühner, danach folgten die Farbenschläge Weiß, Gelb (z. Zt. am weitesten verbreitet), Porzellan, Schwarz-Weißgescheckt, Gestreift, Blau, Rot und Rebhuhnfarbig. Auch Gelb-Schwarzgesäumt und Birken-farbig sowie Rosenkämmige in Gelb und Schwarz gehören zu den anerkannten Farbenschlägen. In Dänemark anerkannt und bei uns auf dem Wege dahin, sind kennfarbige Orpington.

 

... und Sohn Nico mit den Hähnen
... und Sohn Nico mit den Hähnen

An die Haltung stellen die zutraulichen Orpington keine großen Ansprüche. Ein trockener Stall, ein naturnaher, gut strukturierter Auslauf reichen für das Wohl-befinden der robusten und harten Hühner aus. Weil sie nicht fliegen, reicht eine Umzäunung von einem Meter Höhe.

Auch in der Brut zeigen sich Orpington Hühner von der besten Seite. Die Hennen brüten zuverlässig und führen ihre Küken mit großer Sorgfalt. Eine Küken führende Glucke macht Freude in der Familie und gefällt sicher auch den Nachbarn.

Sonderrichter Helmut Demler
Sonderrichter Helmut Demler

Text und Fotos: Helmut Demler

 

 

 

 

 

Kontakt:

 

Verein zur Erhaltung der Orpingtonzucht

www.sv-orpington.de

 

Edgar Kliewe

Tel.: 039993-70080

c.kliewe@t-online.de

 

 

 

 

Unten:

 Bilder von Rudi Proll, zusammengestellt von Helmut Demler

 

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Sundheimer

 

 

Durch ihr ruhiges und zutrauliches Wesen bereiten sie auch Kindern viel Freude
Durch ihr ruhiges und zutrauliches Wesen bereiten sie auch Kindern viel Freude
Sundheimer, als gute Winterleger, genießen auch bei Schnee den Auslauf
Sundheimer, als gute Winterleger, genießen auch bei Schnee den Auslauf

 

 

 

Das Sundheimer Huhn ist ein echtes Badisches Kleinod. Die Rasse wurde ca.1850 unter dem Einfluss franz. Hühnerrassen in Sundheim, Kreis Kehl am Rhein gezüchtet. Bei der Zucht sollte der im Elsass beliebte Masthuhntyp, mit Fleisch in der französischen Geschmacks-richtung, berücksichtigt werden. Man wollte mit dieser Züchtung beim Handel und Verkauf in die gehobene Gastronomie in Baden-Baden und Umgebung gegenüber den französischen Rassen nicht im Nachteil sein.

 

Das Sundheimer Huhn ist eine der ältesten deutschen Zwie-huhnrassen. Es legt über 200 braune Eier im Jahr, ist frohwüchsig und hat einen hervorragenden Fleischge-schmack. Nichtflieger und vor allem sein zutrauliches Wesen gelten als besondere Vorzüge. Es gibt nur den Farbenschlag weiss-schwarzcolumbia. Der Steh-kamm ist einfach mit vier bis sechs Zacken und die Läufe sind an der Außenseite schwach befiedert. Sie sind mittelschwer: Hahn: 3-3,5 kg; Henne: 2-2,5 kg. Der waagrecht getragene Rumpf ist voll, breit und tief. Die breite, vorgewölbte Brust verrät guten Fleischansatz.

 

Sundheimer sind auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen als "gefährdet" gelistet.

 

Text und Fotos: Dr. Michael Götz

Kontakt: Verein zur Erhaltung des Sundheimer- und des Zwerg-Sundheimer-Huhnes

Frank Kornett, Rodensleber Weg 36, 39110 Magdeburg, Tel. 0391 6229884, www.sundheimerhuhn.de 

 

 

Wyandotten

 

 

 

 

Ein Indianerstamm

 

im Garten

 

Weiße Junghennen, Foto:Andre Mißbach
Weiße Junghennen, Foto:Andre Mißbach
Helle Wyandotten
Helle Wyandotten

 

 

So hat Willi Brandstetter einen Aufsatz im ÖKZ überschrieben, in dem er sich mit den in den USA heraus gezüchteten und 1863 in den amerikanischen Standard aufgenommen Wyandotten beschäftigt hat. Es ging darum ein sog. „Zwiehuhn“ zu schaffen, also Hühner, die sowohl eine gute Legeleistung als auch ein gutes Schlachtgewicht erreichen würden. Und gut aussehen sollten sie auch, dabei schwebte den Erzüchtern die faszinierende Zeichnung der kleinen Silber-Sebright vor. Benannt wurden sie nach einem Stamm der Huronen, einem Indianerstamm, der in der Gegend lebte und sich Wendat oder Wyandots nannte. Auch die Stadt Wyandotte in Michigan verdankt diesem Indianerstamm ihren Namen. Zur selben Zeit, also vor 150 Jahren, gelangte die neue Rasse nach Deutschland.

Gold-schwarzgesäumt, Foto: Michael von Lüttwitz
Gold-schwarzgesäumt, Foto: Michael von Lüttwitz

 

 

 

Rasse in Farbenvielfalt:Der erste in den Standard aufgenommene Farbenschlag war gemäß der ursprünglichen Zielsetzung der silber-schwarzgesäumte. Seitdem wurde eine Vielzahl von verschiedensten Farbschlägen erzüchtet und gepflegt. So gibt es in den USA bei der Großrasse ca. dreißig Farbenschläge, die von Weiß, Schwarz, Rot, Gelb und Blau bis hin zu Rebhuhnfarbig gebändert, Gold-blaugesäumt und Gestreift reichen. So bunt die Farbpalette der Wyandotten ist, so abgestuft von gelb bis dunkelbraun ist auch die Färbung ihrer Eier. Gelbe Beine haben sie alle, ebenso die leuchtend orange Augenfarbe. Der Rosenkamm ist fein geperlt und ebenso wie die Ohr- und Kehllappen intensiv rot gefärbt. Die Hähne sind bei den meisten Farbenschlägen kräftiger bzw. bunter gefärbt, bei den Gestreiften deutlich heller als die Hennen. Im bei uns gültigen Europastandard sind achtzehn Farbschläge aufgeführt.

 

Schwarzer Prachtkerl, Foto: Dick Hamer
Schwarzer Prachtkerl, Foto: Dick Hamer

 

 

Der Körperbau: Im Erscheinungsbild entsprechen die Wyandotten dem Typ des mittelschweren Huhns mit mittel hohem Stand. Der Körper ist kräftig, die Rückenlinie deutlich ansteigend. Die Körperhöhe ist länger als die Körperbreite, die durch den kräftigen Rumpf bestimmt wird, was wiederum auf eine korrekte Entwicklung der Legeorgane schließen lässt. Im Körperbau gleichen sich Hahn und Henne weitgehend, auch im Gewicht unterscheiden sie sich nur geringfügig, so bringen Hähne 3,4 bis 3,8 kg und Hühner 2,5 bis 3 kg Lebendgewicht auf die Waage. Die Henne trägt den Schwanz, der von hinten betrachtet an ein umgedrehtes V erinnert, flacher als der Hahn.  

Silber-schwarzgesäumt, Foto: Detlef Heitmann
Silber-schwarzgesäumt, Foto: Detlef Heitmann

 

Allgemeine Eigenschaften: Wyandotten sind eine frohwüchsige, sehr vielseitige Hausgeflügelrasse. Sie sind freundlich und legefreudig, und sie bleiben auf dem Boden, was ihre Haltung sehr vereinfacht. Neben der Schönheit wird bei den Wyandotten auf eine gute Legeleistung geachtet. Sie legen durchschnittlich 180 ca. 55 Gramm wiegende Eier im ersten Legejahr, brüten gut und sind fürsorgliche Mütter, die ihren Küken alles beibringen, was sie zum Leben brauchen. Ideal sind große, gut strukturierte Ausläufe, die den sehr aktiven Wyandotten alles bieten, was zu einem artgerechten Hühnerleben gehört.

 

Quelle: Willy Brandstetter (ÖKZ) und www.huehner-haltung.de

 

 

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