Vogelkundler – wirklich kundig

 

        Wildgänse weiden im saftigen Grün. Viren sind hier nicht zu Hause

Im Kampf gegen die verkehrten Vogelgrippe-Maßnahmen sind wir nicht allein. Andere Vogelfreunde und Tierschutzverbände sind auf unserer Seite. Beim H5N8-Symposium in Herne belegte der Ornithologe Dr. Peter Petermann für das WAI (Wissenschaftsforum Aviäre Influenza) eindrucksvoll, warum das WAI schon seit 2006 Zweifel an der Verbreitung der Vogelgrippe durch Zugvögel äußert. Ihre Zweifel wurden in zehnjähriger Forschungsarbeit durch eindeutige Beweise bestätigt, so dass die Forderung, die Geflügelpestverordnung von 2007 auf den Prüfstand zu stellen und sie dem heutigen Stand der Wissenschaft anzupassen, nicht länger ignoriert werden darf.

 

Beim Symposium in Kiel sprach übrigens der Ornithologe Klemens Steiof für das WAI (und über den gesetzlich vernachlässigten Vogelschutz), in ihrer Arbeitsgruppe werden sie vom weltweit anerkannten Gänseforscher Dr. Johan Mooij unterstützt, den ich als langjährigen Leiter der Biologischen Station Wesel/Niederrhein bereits seit dem Jahr 2000 persönlich kenne und schätze. Dr. Mooij wird beim Symposium in Templin vortragen. Obwohl hier bereits anerkannte Wissenschaftler die Lage analysieren und bewerten, so ehrt es sie, dass sie bescheiden auch auf die Arbeiten anderer unabhängiger Fachleute verweisen. So brachte Dr. Petermann die Aussagen der Professoren Berthold und Reichholf ins Gespräch. Und auch der Naturschutzbund (NABU) hat seine eigenen Erkenntnisse:

 

 

Der Vorsitzende der NABU-Naturschutzstation Niederrhein Dr. Volkhard Wille hat festgestellt: „Bei den arktischen Wildgänsen am Niederrhein wurden bisher weder in diesem Winter noch in den Vorjahren Fälle von Vogelgrippe dokumentiert. Bei einem Überwinterungsbestand von rund 180.000 Wildgänsen und intensiver Beobachtung durch Ornithologen hätte man da etwas sehen und feststellen müssen – zum Beispiel durch Totfunde oder Beobachtung kranker Vögel. Außerdem wurden beim letzten Vogelgrippeausbruch vor drei Jahren zahlreiche Kotproben von Wildgänsen auf den Feldern eingesammelt – alle waren negativ.“

 

        Bei Temperaturen unter Null schützt Väterchen Frost die noch Gülle freie Natur. 

Prof. Dr. Peter Berthold ist ein deutscher Ornithologe und Verhaltensforscher. Bis 2005 leitete er die Vogelwarte Radolfzell am Bodensee. Er hält die Ausbreitung der Vogelgrippe durch ziehende Wildvögel für wenig plausibel, denn dann müsste – von Asien ausgehend – eine Spur toter Vögel zu uns führen. Meldungen wie z. B. „Unzählige tote Zugvögel am Schwarzen Meer entdeckt“ gibt es aber nicht! Zudem gibt es von Ostasien zu uns keine direkten Zugvogelverbindungen. „Man kann nach meiner Erfahrung ausschließen, dass die Vogelgrippe von Zugvögeln eingeschleppt wird. Wahrscheinlicher ist es, dass die Wildvögel sich in der Umgebung der Mastbetriebe infizieren.“

 

Auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf , einer der renommiertesten und profiliertesten Biologen, sieht industrielle Großbetriebe als den Infektionsherd Nr. 1 an: „Seit Jahrzehnten gibt es im Spätherbst, wenn besonders viel Gülle ausgebracht wird, Ausbrüche von Entenbotulismus mit vielen toten Enten, Möwen und anderen Wasservögeln.“ Diese Krankheit verursacht landauf, landab immer wieder ein massenhaftes Tiersterben. Auslöser ist ein Nervengift, das von dem Bakterium "Clostridium botulinum" produziert wird. Die Bakterien vermehren sich im Schlamm. Enten nehmen sie bei der Nahrungssuche auf. Das Nervengift lähmt die Muskeln - ein qualvoller Tod. Wir kennen die unselige Praxis: Am Tag nach der Ernte suchen tausende Vögel die abgeernteten Felder nach Resten ab. Aber schon einen Tag nach dem Mähdrescher sind die Gülletransporter unterwegs und vergiften den Boden. Bei der früheren Stallhaltung mit Stroheinstreu wurde noch Mist produziert, der wirklich als Dünger verwendet werden konnte, aber mit der bei den modernen Spaltenböden anfallenden Gülle wird der Acker nicht gedüngt, sondern dient vorrangig der Entsorgung von Exkrementen. Nicht nur Viren, auch Bakterien aus der menschlichen Massenproduktion sorgen für massenhaften Tod in der Natur.

 

Das Perfide daran: Die Kadaver verstorbener Wildvögel werden auf H5N8 oder andere Subtypen der Vogelgrippe getestet, das Ergebnis ist fast immer positiv. Diagnose Vogelgrippe. Die Todesursache wird allerdings nicht untersucht. Forschern im Ausland ist es zu verdanken, dass im Gegensatz zu Deutschland Ursachenforschung betrieben wird. Sie fanden an verendeten Tieren zwar Vogelgrippe-Viren im Magen-/Darm-Trakt, aber dieses Organ war ansonsten unauffällig. Die Vögel waren also nicht an Vogelgrippe erkrankt. Stattdessen fanden sie in anderen Organen andere Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze mit krankhaft veränderten Organen, so dass die vom FLI als Todesursache verkündeten Ergebnisse eine klassische Fehldiagnose darstellen. Fehler oder Vorsatz?

 

Weder Ämter noch Ministerien und Politiker können davor weiter die Augen verschließen. Falsche Prüfungen, fehlerhafte Diagnosen, falsche Prognosen, unzulängliche Rechtsgrundlagen. Änderungen müssen vorgenommen werden. Das dritte und letzte Symposium H5N8 findet am 25. März 2017 um 10:00 Uhr im Atlantis-Saal der Natur Therme Templin, Landkreis Uckermark/Brandenburg, statt.

Anmeldungen bei s.corban@rgzv-cimbria.de

 

Manfred Loick

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Wir sind nicht allein

 

Dr. med. S. Bhakdi
Dr. med. S. Bhakdi

 

Nachdem über das erfolgreiche Vogelgrippe-Symposium vom 28. Januar 2017 in Kiel bereits in der GeflügelZeitung Nr. 4/2017 ausführlich berichtet wurde, muss ich nach meinem Besuch am 11. März in Herne begeistert berichten, dass wir Liebhaber edlen Rasse- und Ziergeflügels nicht allein sind. Die Referenten des Symposiums kamen überwiegend nicht aus der Rassegeflügelzucht, setzen sich aber voller Engagement und Idealismus für ein Ende der jetzigen Praktiken ein, wonach ein bloßer Verdacht und eine unbestimmte Gefahr ausreichen, Leben hunderttausendfach auszulöschen. Dieses Unrecht ist nicht länger zu ertragen.

 

Die Vorträge wurden von Biologen, Biochemikern, Zellbiologen, Infektologen, Ornithologen und anderen Fachleuten gehalten, aber es war kein Fachchinesisch, sondern klar verständlich und logisch erklärt. Die Amtsveterinäre des Kreises Recklinghausen stellten sich ebenfalls der Diskussion und konnten verdeutlichen, dass ihre Arbeit immer gesetzeskonform sein muss. Dabei wurde klar, dass die gültige Gesetzes- und Verordnungslage nach zehn Jahren unbedingt auf den Prüfstand gehört und dem heutigen Stand der Wissenschaft anzupassen ist, wobei das Wissen des FLI nicht als vollständiger Stand der Wissenschaft anzusehen ist. Der ausführlichste Bericht über diese Veranstaltung kann nicht annähernd den persönlichen Besuch ersetzen. Ich war dabei, und dafür möchte ich den Organisatoren der Arbeitsgemeinschaft VogelFrei Cimbria herzlich danken.

 

Beim Symposium erwies sich Herr Professor Dr. med. S. Bhakdi als genialer Analytiker, dessen Ausführungen von jedem Zuhörer praktisch aufgesogen wurden. Auch seine Frau, Professorin Dr. rer. nat. K. Reiß, zog die Zuhörer in ihren Bann und zeigte auf, dass der Vogelgrippe-Wahnsinn gestoppt werden muss. Beide Professoren sind nur noch einmal bei einem Vortrag in Deutschland zu erleben. Wer diese Chance wahrnimmt, wird begeistert sein und einen enormen Motivationsschub im weiteren Kampf gegen die Vogelgrippe-Zwangsmaßnahmen erhalten. Ich empfehle deshalb:

Symposium H5N8 – 25. März 2017 um 10:00 Uhr

im Atlantis-Saal der Natur Therme Templin, Landkreis Uckermark/Brandenburg

 

Anmeldungen bei s.corban@rgzv-cimbria.de

 

 

Manfred Loick

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 Feiger Angriff auf unschuldige Zivilisten

 

Grippe kennt jeder Mensch. Bekommt man jedes Jahr. Wenn es 7 Tage dauert, ist es eine Erkältung. Dauert es eine Woche, ist es Grippe. Wer weiß das so genau?

Wir wissen aber genau, wie wir uns vor einer Grippe schützen können:

  1. Impfschutz erneuern

  2. Menschenansammlungen vermeiden

  3. viel an der frischen Luft bewegen

Der Arzt empfiehlt außerdem, nicht zu früh die Grippeschutzimpfung vorzunehmen. Der Impfstoff wurde in der letzten Grippewelle entwickelt, und zur neuen Grippewelle hat sich das Virus schon wieder verändert. Mit dem neuen Impfstoff, der dann entwickelt wird, erhält man einen besseren Schutz.

 

Grippeviren können auch Vogel befallen. Das ist ganz natürlich, denn ein Virus sucht sich ein Opfer. Auch hier gibt es ganz viele Arten, die nach einer Formel auseinandergehalten werden.

H1N1 ist die erste Version, das ist die zuerst aufgetretene Form der Vogelgrippe.

H5N8 ist aktuell auf der Wanderschaft, man spricht auch von Puteninfluenza. Wie schützt man sich vor Vogelgrippe? Was erlaubt der Staat und welche Auflagen sind zu befolgen? 

  1. Impfschutz – verboten!

  2. Das Geflügel wird auf engstem Raum „aufgestallt“ – das Geflügel rückt zusammen. Die Hühner und anderen geflügelten Freunde erhalten zusätzlichen Stress und reagieren mit Aggression, weil die artgerechte Haltung völlig auf den Kopf gestellt wird.

  3. Frische Luft – verboten. In der ammoniakgeschwängerten Luft des Stalles explodieren die Krankheitserreger, ein Virus findet sich hier im Paradies wieder. Das Schlaraffenland der Viren wird zum Friedhof von Tieren.

Warum dann Aufstallung? Der Virus bricht vor allem in der Massentierhaltung aus. Da das industriell gemästete Hähnchen gegen bakterielle Erkrankungen wie Salmonellen ständig Antibiotika erhält (Bio = Leben, anti = gegen | Antibiotika  = gegen das Leben), werden die Salmonellen zwar in Schach gehalten, die natürliche Widerstandskraft ist aber schon deutlich geschwächt. Das ideale Opfer für die Viren. Über den Mist aus den Ställen und die künstliche Entlüftung gelangen die Viren in die Freiheit – und befallen auch Wildvögel. Nach dem anstrengenden Vogelzug, um der Eiseskälte von Sibirien zu entfliehen, sind auch unsere arktischen Wintergäste aufgrund der Schwächung durch die Reisestrapazen ein ideales Angriffsziel für die Viren.

 

Aber das Land wird von der Wirtschaft bestimmt, und wirtschaftliche Interessen stehen über der Gesundheitsfürsorge und der Krankheitsvorbeugung. Um davon abzulenken, wird auf einen Nebenkriegsschauplatz ausgewichen. Es heißt dann: Seuchenschutz geht vor Tierschutz! Weil es nur um Ablenkungsmanöver geht, um die wirkliche Ursache zu verschleiern, werden noch weitere Opfer gesucht – und gefunden! Das Rassegeflügel wird artgerecht in Stall mit Auslauf gehalten, nicht zu viel, damit es nicht zu Stress und Aggressionen kommt, aber auch genug, damit die Tiere sich wohl fühlen: Hahn und einige Hennen bilden einen typischen Stamm, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen. Welches Haustier kann sonst noch von sich behaupten, sich wie die wilden Vorfahren seine arttypische Biologie erhalten zu haben?

Das glückliche Huhn passt nicht zum gequälten Huhn, deshalb sind wir das erklärte Ziel der Hühnerbarone. Haltet durch: Rassegeflügel – Lebensqualität für Mensch und Tier. (Manfred Loick) 

15 Jahre JuWiRa


Verein zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Rassegeflügelforschung e. V.


Kurzbericht von der Jahrestagung im Rheinischen Museum

für Geflügelkunde in Much.

Die wichtige Nachricht: Sehr gut für unsere tägliche Praxis ist, dass der Beauftragte für Tier-und Artenschutz im BDRG, der praktizierende Tierarzt Dr. Michael Götz aus Rastatt, in den wissenschaftlichen Beirat von JuWiRa berufen worden ist. Dr. Götz hielt einen praxisbezogenen und deutlichen Vortrag über seine Aufgaben und seine Arbeit, die sich nicht nur auf die tierschutzrelevanten Rassemerkmale (Gefahr der Übertypisierung / zu starke Merkmalsausprägung) beschränkt. In den letzten Monaten hat er sich pausenlos für  Verbesserungen in der Geflügelhaltung (Aufatallungspflicht durch die geschürte Vogelgrippehysterie), beim Geflügeltransport (Wiederaufnahme des Tierversandes in geeigneten und hygienisch unbedenklichen Kartons) und bei Problemen unterschiedlich ausgelegter Gesetze und Verordnungen eingesetzt. Vorbildlich auch sein Einsatz gegen Ausstellungsverbote und überzogene Schauauflagen. Da Dr. Götz kein Rassegeflügelpreisrichter ist, sieht er auftretende Schwierigkeiten nicht vorrangig aus der Sicht unserer Schönheitsvorstellungen, sondern mit dem fachlichen Blick auf die ganzheitliche Beurteilung, die dem Tierwohl neben den schon oft konträren menschlichen Vorstellungen die ihr zustehende Bedeutung einräumt. Die JuWiRa-Tagung am heißesten Tag des Jahres wurde durch den Besuch des BDRG-Präsidenten Christoph Günzel, der mit Dr. Götz den mit Abstand weitesten Anreiseweg hatte, besonders gewürdigt.

Manfred Loick          


Vogelgrippe:

 

Erhaltungszüchter als Opfer verfehlter Politik


So sah es in der Vergangenheit immer wieder aus: Geflügelpest- alias Vogelgrippeausbrüche beherrschten Deutschland. Das Management durch die Politik war sehr umstritten.

Gegen Ende des Jahres 2014 war es wieder soweit. Zum x-ten Mal kam es zu einem Vogelgrippenausbruch in einer deutschen Massengeflügelhaltungsanlage und der Staat hatte nichts Besseres zu tun, wie in den zwei Jahrzehnten zuvor, Wildvögel dafür verantwortlich zu machen, Geflügel in hunderttausendfacher Höhe zu töten und die artgerechte Freilandhaltung von Geflügel einzuschränken. Über zwei Jahrzehnte hatten die Staatsdiener Zeit, ein modernes Management für die Vogelgrippebekämpfung umzusetzen, aber nichts ist passiert.

 

Um eine umstrittene Übertragung durch Vögel zu vermeiden, musste das Geflügel eingesperrt werden. Den Massenhaltungen hat das nichts ausgemacht, anders den Freilandhaltungen und den Rassegeflügel-Erhaltungszüchtern. 

Der Schreck war groß, als eine neue Vogelgrippe-Variante (H5N8) aus dem koreanischen Raum in Deutschland bei einem Putenmaststall angekommen war. Die staatliche Stelle wusste sofort, dass wahrscheinlich wieder die lobbylosen Zugvögel für die Einschleppung  und den Seuchenausbruch im mecklenburgisch-vorpommerschen Greifswald verantwortlich waren. Eine Vogelzugroute aus Korea nach Deutschland existiert nicht, und so stellte man der Öffentlichkeit die Viruseinschleppung als eine Art Staffellauf dar. Dumm war nur, dass nirgends, wo das Staffelholz sozusagen von Vogel zu Vogel übergeben wurde, Todesfälle auftraten, die bei einer Infektion unvermeidbar sind. Und es kam noch schlimmer für die staatlichen Stellen. Bei einem langen, fiktiven „Staffelflug“ hätte es zu einer hohen Mutationsrate des Virus kommen müssen. Das für den Greifswalder Ausbruch verantwortliche Virus war aber kaum mutiert. Die Viruseinschleppung  konnte nur über den Mensch und seine Gerätschaften erfolgt sein. Die Zugvogeltheorie als Erklärungsversuch des Staates war ad absurdum geführt. Zu allem Überfluss wurde der Stallmist der qualvoll unter CO₂-Einsatz vergasten Puten nicht entsorgt, sondern offen unter einer Schutzplane gelagert. Dummheit oder gewollt, für eine Infektion von Wildgeflügel wurde so Tür und Tor geöffnet. Als bald wurde auch eine infizierte Krickente im weiteren Umfeld des Greifswalder Mistbergs geschossen.

 

Hier fühlen sich die Legehennen wohl. Für sie ist eingesperrt sein Quälerei.

Jetzt konnte man handeln, denn man hatte die so geliebte Wildvogelverbreitung. Umgehend wurde die tierverachtende Einstallung von Hausgeflügel in ausgewiesenen Risikogebieten verordnet. Nachdem bald auch die Vogelwelt des Rostocker Zoos infiziert war, lag der „Schwarze Peter“ wie immer bei den Wildvögeln. Tatsächlich waren sie Opfer der freigesetzten Vogelgrippe aus den Geflügelfabriken. Zuvor gab es noch einige weitere Ausbrüche in Massenhaltungsställen der Geflügelwirtschaft. Ein Ausbruchsherd war im Kreis Cloppenburg, und zufällig war ein LKW mit Cloppenburger Kennzeichen bei der Beseitigung der Greifswalder Puten beteiligt.  Kurze Zeit nach dieser Aktion schlägt das Virus in Cloppenburg zu. Zufall oder Hinweis für die Einschleppung des Virus? Jetzt sah  sich auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt veranlasst, umzudenken. Im ZDF forderte er zu verschärften Vorsichtsmaßnahmen auf: „Ich appelliere aber an alle in der Region (…): Bitte keine Besuche auf solchen Höfen und keine Kontakte, die nicht notwendig sind.“ Die Wirschaftsgeflügelställe sind hermetisch abgeriegelt. Das Eindringen eines Virus durch den Menschen ist hier deutlich wahrscheinlicher, als durch einen Wildvogel.

 

Einstallung - ein Horror für Freilauf gewohnte Hühner
Einstallung - ein Horror für Freilauf gewohnte Hühner

Es wird höchste Zeit, dass die Politik und vor allem das Friedrich-Löffler-Institut in Riems als maßgebendes beratendes Institut für das Landwirtschaftministerium der Realität ins Auge sehen und entsprechende Maßnahmen umsetzen. Wenn die Viruseinschleppung und -freisetzung in der Massengeflügelhaltung erfolgt, sind infizierte Wildvögel nicht die Täter, sondern die Opfer; was auch das Niederländische Institut für Ökologie (Nederlands Instituut voor Ecologie) und andere Institute nachhaltig zum Ausdruck brachten. Deshalb ist es höchste Zeit, dass das Friedrich-Löffler-Institut und die Politik Strategien entwickeln, die verhindern, dass Wildvögel durch das Vogelgrippevirus der Massengeflügelanlagen nicht mehr infiziert werden können und infolge dessen artgerecht im Freiland gehaltenes Geflügel nicht mehr eingesperrt werden muss. Und wenn die Politik und die Wirtschaftsgeflügelzucht in dieser Hinsicht handlungsunfähig bleiben, muss die Geflügelwirtschaft zu umweltverträglichen Haltungen und Haltungsgrößen zurückkehren, denn die Umweltbedingungen in den Massengeflügelhaltungen sind ideal für eine Virusvermehrung mit all ihren katastrophalen Folgen wie Mutation von „niedrig pathogen zu hoch patogen“ und eine Verbreitung in die Umwelt der Massentierhaltungsanlagen. Eine weitere Möglichkeit wäre das Impfen. Aber hier kommen hausgemachte Vermarktungsbeschränkungen ins Spiel. Um impfen zu können, müssten sie geändert werden.

Gesunde Hühner brauchen ein gesundes, naturnahes Umfeld.

Aufgrund eines Verbringungsverbotes aus Einstallungsgebieten konnten zahlreiche Züchter keine Rassegeflügelausstellung besuchen. Das ist eine Katastrophe, den Rassegeflügelzüchter erhalten altes Kulturgut und damit einzigartige genetische Ressourcen. Ausstellungen sind Vergleich und Orientierung, wichtig  zum Erhalt des Rassetyps und damit der Genresourcen. Politiker lassen keinen Anlass aus, zu betonen, wie wichtig die Rassenvielfalt ist. Wohlfeile Sprüche, wenn es darauf ankommt, werden die Rassegeflügelzüchter im Stich gelassen, obwohl bekannt ist, dass in der gesamten Zeit, der Ausbrüche der Vogelgrippe noch nie eine Verbreitung von einer Ausstellung ihren Anfang genommen hat. Trotzdem wurden sogar Ende 2014/Anfang 2015 Schauen verboten. Erhaltungszüchter sind also Opfer, während die Massengeflügelhalter trotz erhöhtem Risiko weiter produzieren können.

 

Doch damit nicht genug. In China hat sich das aggressive Vogelgrippevirus H7N9  im größten Teil des Landes in der Hühnerhaltung etabliert. Es gehört dort sozusagen zum festen Bestandteil  der Geflügelwirtschaft und hat sich vornehmlich entlang der Handelsrouten verbreitet. Viren kennen keine Landesgrenzen. Sollte dieses Virus eines Tages zu uns kommen, wäre es angebracht, dass sich die Verantwortlichen mit China in Verbindung setzen, um sich den dortigen Verbreitungsverlauf erklären zu lassen und nicht auf die abwegige Idee kommen, dass Zugvögel im Spiel sind. Inzwischen vermischen die sich die ständig mutierenden Viren auch untereinander. Der Typ H7N6 eine Mischung aus H7N9 und H5N6.Trotz alledem wird nicht geimpft, und so besteht die Gefahr, dass die Erhaltungszuchten immer mehr auf der Strecke bleiben.

 

Text und Fotos:

Michael von Lüttwitz, Geflügel-Börse 10/2015        



Nds. ML                                                     Hannover, den  12.01.20

 

An die

kommunalen Veterinärbehörden

LAVES

TSK 

Verbände 

 

weitere H5N8 Befunde bei Wildvögeln in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen: 

Az: 203-42260-342 

 

Niedersachsen:

 

Am 09.01.2015  informierte das LAVES über ein positives H5-PCR-Ergebnis bei einer Möveaus Greetsiel (Krumhörn) Landkreis Aurich. 

Am 10.01.2015 bestätigte das FLI die hochpathogene Form des aviären influenzavirus vom Subtyp H5N8

Da es sich um einen Wildvogel handelt und Maßnahmen nach der Bundes-Gefglügelpest-Verordnung nur bei der hochpathogen Form,

der aviären Influenza vom Subtyp H5N1(HPAI H5N1) anzuordnen  sind liegt keine Geflügelpest vor. 

Im 3000 m Radius um den Fundort der Möwe befinden sich keine Geflügelhaltungen.  

Das  Wildvogelmonitoring  wird  intensiviert. 

 

 Im gesamten Landkreis Aurich besteht seit Dezember eine Aufstallungspflicht. 

 

 

Sachsen-Anhalt:  

 

Im Rahmen des aktiven Wildvogelmonitorings wurden am 05.01.2015 bei 2 Wildenten im Landkreis Stendal (Jagdgebiet/Gemarkung Groß Schwechten) vom LAV LSA  ein positives  H5-PCR-Ergebnis festgestellt.

Am 06.01.2015 bestätigte das FLI die hochpathogene Form des aviären influenzavirus vom Subtyp H5N8

Als tierseuchenrechtliche Maßnahmen wurden vom Landkreis Stendal im 1000 m-Radius und 3000 m-Radius alle Haltungen mit empfänglichem Geflügel ermittelt. Im 1000m-Radius befinden sich keine Geflügelhaltungen.  Im  3 000m –Bereich werden in 57 Haltungen insgesamt 801 Hühner/Hähnchen, 41 Gänse, 123 Enten und 10 Puten in den Ortsteilen der Hansestadt Stendal wie Groß Schwechten, Peulingen und Borstel, sowie in Baumgarten und Eichstedt gehalten. Diese Haltungen wurden klinisch untersucht und bei Auffälligkeiten werden labordiagnostische Untersuchungen veranlasst. Die Umgebungsuntersuchungen verliefen bis zum jetzigen Zeitpunkt ohne Auffälligkeiten.

 

Im gesamten Landkreis Stendal besteht bereits seit Dezember 2014 eine Aufstallungspflicht.

 

Im Auftrage

Dr. Barbara Gottstein

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Niedersächsisches Ministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Calenberger Str. 2


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H5N8: Geflügelpest im Zoo Rostock

09.01.2015, zuständige(r) Redakteur(in): Alfons Deter



Bei einem Weißstorch im Zoo Rostock haben Veterinäre das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N8 und damit Geflügelpest festgestellt. Das weitere Vorgehen wurde vom Landeskrisenzentrum in Abstimmung mit dem Zoo Rostock und den Veterinärbehörden festgelegt.


"Der jetzt festgestellte Fall zeigt leider, dass die Gefahr der Ausbreitung der Geflügelpest nicht gebannt ist. Ich appelliere daher an alle Geflügelhalter im Land, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten", so Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus. Hierzu gehört insbe-sondere, unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel durch eine schnellstmögliche Untersuchung auf Geflügelpest abzuklären.

Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. In allen Verdachtsfällen sei umgehend das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu informieren.

Alle 12 gehaltenen Weißstörche sind aus Gründen der Seuchenprävention getötet worden bzw. waren bereits verendet. Ferner wurden 23 Enten, die im gleichen Stallgebäude untergebracht sind, getötet. Von einer weiteren Tötung anderer Geflügelarten wird vorerst abgesehen, bis weitere Ergebnisse vorliegen. Dazu werden alle im Zoo gehaltenen Vögel beprobt und untersucht. Auch werden Futter-mittel und Einstreu labortechnisch analysiert.

Vorerst wurde außerdem verfügt, dass der Zoo geschlossen wird, damit sich der Virus nicht durch unnötigen Personenverkehr weiter ausbreiten kann. Die temporäre Schließung des Zoos wird vorerst für den "Vogel-Bereich" aufrecht erhalten, bis die Ergebnisse der weiteren Proben vorliegen und die Ursachforschung weitere Erkenntnisse vorliegen.

In einem Radius von 10 km um den Zoo wird vorsorglich eine Überwachungszone eingerichtet, inner-halb derer die Geflügelhaltungen risikoortientiert ebenfalls untersucht und ggf. beprobt werden. Ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet werden in Abhängigkeit von den weiteren Untersuchungs-ergebnissen eingerichtet. Insgesamt sind in einem Umkreis von 3 km ca. 95 Hobbygeflügelhaltungen bekannt. Eine Tötung dieser Tiere ist bisher nicht vorgesehen.

Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf:https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-H5N8-Gefluegelpest-im-Zoo-Rostock-1642058.html

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In der TAZ vom 4. Dezember ist das

nachfolgende Interview erschienen, das die Aufregung um die Vogelgrippe aus einer

anderen Sicht darstellt.

 

„Stallpflicht ist kontraproduktiv“


Vogelgrippe tritt in Massenställen auf. Doch es hält sich die These, dass Wildvögel das Virus übertragen. Gänseforscher Johan Mooij klärt auf. Johan Mooij 65, Biologe, langjähriger Leiter der AG Gänseökologie und Vorstand des Forschungsnetzwerks Aviäre Influenza.


taz: Herr Mooij, kann man absolut sicher sein, dass die Vogelgrippe nicht durch Wildvögel übertragen wird?


Johan Mooij: Nein – es lässt sich nur mit 99,99 prozentiger Sicherheit ausschließen.


Also doch eher ja?


Es gibt, trotz intensiver und ja mittlerweile jahrzehntelanger Suche keinen einzigen Beleg dafür, dass jemals eine solche Übertragung passiert ist. Die Ausbrüche sind in Biosicherheitsställen passiert, in die von außen so gut wie nichts reinkommt. Was wir hingegen wissen, ist, dass beispielsweise über deren Abluft Krankheitserreger nach draußen transportiert werden.


Dann wäre die Stallpflicht völlig sinnlos?


Nein, sie dient der Seelenruhe und sie zeigt, dass etwas getan wird.


Aber in der Sache?


Auf die Ausbreitung der Krankheit hat sie keine Auswirkungen. Da ist sie sogar kontraproduktiv: Die Vogelgrippe tritt in industriellen Ställen auf. Diese Betriebe bleiben völlig unbehelligt – und werden für Verluste aus der Tierseuchenkasse entschädigt. Die tierfreundlicher arbeitenden Freilandproduzenten aber werden bestraft.


Aber das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat doch bereits eine mit H5N8 belastete Krickente gefunden …


Ob dieser Befund so eindeutig ist, ist fraglich!


Inwiefern?


Soweit ich es weiß, ist eine Gruppe von Enten, die hier und da geschossen worden sind, ins FLI transportiert und dort beprobt worden. Diese Vögel können bei der Jagd überall gelegen haben und wurden nicht einzeln, sondern in irgendeinem Sammelbehälter transportiert. Eine von diesen Proben war dann zwar positiv, aber es kann durchaus sein, dass der Vogel erst nach seinem Tod

mit H5N8 kontaminiert wurde.


Also beispielsweise aus dem Boden?


Vor allem fehlt jede Gegenprobe: Es ist nur eine einzige Probe von dieser Ente analysiert worden. Und diese eine Probe zieht eine solche Kette von Reaktionen nach sich.


Weil die Politik dem FLI folgt: Robert Habeck, der grüne Agrarminister in Schleswig-Holstein, hat es als „wahrscheinlich“ bezeichnet, dass Wasservögel das Virus übertrügen.


Wenn das ein Politiker sagt, wundert mich das nicht: Politiker haben meistens wenig fachliche Ahnung. Die sind da, weil sie eine politische Funktion haben und sie sollen ein Ministerium leiten. Das heißt doch noch lange nicht, dass sie die Materie beherrschen. Sie müssen schon ein Stück weit auf das vertrauen, was man ihnen sagt.


Aber das ist doch das Problem?


Das Problem ist: Das FLI bleibt bei der These, dass Wildvögel dieses Virus transportieren und auf Kulturvögel übertragen würden, ohne dass es dafür einen einzigen Beleg gäbe. Vor acht Jahren hatten wir exakt dieselbe Diskussion wie jetzt. Da hat auch das FLI dieselbe Position vertreten wie aktuell.


Das ist nur konsequent.


Mittlerweile gibt es aber sehr viele Untersuchungen – auch in anderen Teilen der Welt. In den USA etwa, wo Millionen Wildvögel untersucht wurden: Nie wurde ein hochpathogenes Vogelgrippe-Virus gefunden. Oder in Asien, in Südkorea, Japan und China: In China hat man sechs Enten gefunden, die hochpathogene Vogelgrippen-Viren hatten.


Also doch?


Nein, selbst diese sechs Enten taugen nicht zum Beleg der Wildvogelhypothese. Ich war vergangene Woche am Poijang-See, wo diese Enten gefunden wurden. An den Ufern werden viele Enten gezüchtet. Die Forscher, die diese infizierten Tiere untersucht haben, wussten nicht, wann die Tiere das Virus aufgenommen hatten. Wahrscheinlich hatten sie sich ganz frisch infiziert und wirkten deshalb

noch weitgehend gesund.


Das wäre dann aber ein Beleg dafür, dass es doch möglich wäre?


Das ist völlig unwahrscheinlich: Hochpathogene Viren sind bei Wasservögeln nur bei toten oder sterbenskranken Tieren festgestellt worden. Das ist ja auch klar: Wenn wirklich ein Wildvogel diese Krankheit hat, hat er ein Problem mit seinen Atemwegen und dem Darm, dann scheidet er vermehrt Schleim ab …


… und kann dann auch nicht fliegen?


Genau. Ein Vogel, der fliegt, muss seinen Stoffwechsel verzehnfachen, die Menge Sauerstoff, die er benötigt, geht um das fünf- bis achtfache hoch. Ein vogelgrippekranker Vogel mit angeschlagener Lunge voll Schleim kann nicht fliegen. Der kann weder die notwendige Menge Sauerstoff aufnehmen noch hat

er die nötige Kraft: Im Stall kann er dann vielleicht noch in der Ecke hocken und überleben. In der Wildbahn kommt dann aber der Fuchs, die wildernde Hauskatze, oder der Bussard – und beendet die Geschichte.


Aber warum sollte das FLI sowas verbreiten?


Das ist die große Frage. Manchmal verrennt man sich ja in eine Idee und hängt dann irgendwann soweit aus dem Fenster, dass man den Kopf nicht mehr zurückziehen kann, ohne das Gesicht zu verlieren. Wahr ist aber auch: Dem FLI hat 2006 die ganze Aktion mit H5N1 finanziell nicht geschadet. Die Politik hat danach viele Gelder freigegeben und das FLI hat sehr viele Aufträge bekommen. Rein menschlich könnte auch so etwas eine Rolle spielen, das Gleiche noch einmal zu probieren.


Ein harter Vorwurf!


Wenn ich eine Behauptung aufstelle, muss ich irgendwann auch mal ein paar Belege dafür finden. Ich kann also nicht im Jahr 2005 eine Hypothese aufstellen über die Wildvögel, diese 2014 noch einmal wiederholen – obwohl in der Zwischenzeit gar keine Anhaltspunkte gefunden worden sind, die sie erhärtet hätten. Insofern: Ich weiß wirklich nicht, was in den Leuten vom FLI vorgeht. Ich weiß nur: Was sie verkünden, ist wissenschaftlich nicht haltbar.


Vogelgrippe:

 

Werden wir für dumm gehalten?


Wegen einer infizierten Wildente im Umfeld des Ausbruchsorts des bislang ersten und einzigen

H5N8-Falls in Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern) empfahl erst der Bundeslandwirtschaftsminister

Christian Schmidt eine Einstallung, jetzt zieht das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems

nach. Die empfohlene Stallpflicht in Regionen mit hoher Wildvogeldichte begründet das Institut wie

folgt: „Das Risiko einer Einschleppung durch Wildvögel, insbesondere über den Vogelzug sei derzeit

hoch.“


Was verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass man auf den Vogelzugrouten und Vogelzugrastplätzen

und möglichen Vogelzugsausgangspunkten in Sibirien keinen H5N8-Virus gefunden hat. Gefunden

hat man ihn aber in koreanischen Massengeflügelhaltungsanlagen. Weil die Verbreitung des Virus

durch den Vogelzug aufgrund fehlender Vogelzugrouten nicht möglich ist, konstruierte man eine

nicht nachweisbare Infektionskette, bei welcher das Virus von Vogel zu Vogel übergeben wird wie

der Holzstab bei einem Staffellauf in der Leichtathletik.


Dieser Weg dauert lange – sehr lange! Er beginnt im Frühling in Korea. Über viele Etappen mit größeren

Todesfällen geht der Virustransfer nach Sibirien. Da das Virus hochgradig krankmachend ist, muss

es im Brutgebiet zu einem Massensterben unter den Brutvögeln kommen, denn dort halten sie sich

mehrere Monate auf. Das Massensterben blieb allerdings gänzlich aus, noch nicht einmal ein vager

Verdachtsfall wurde bekannt. Europäische Wildvögel, die sich mit infizierten Brutvögeln in Sibirien

vermischt haben und sich kurz vor ihrem Heimflug nach Europa infizierten, brachten dann wie im

erwähnten Staffellauf das Virus letztlich in die hermetisch abgeriegelte Mastanlage mit 30000 Puten

in Mecklenburg-Vorpommern, während im Freiland kein einziger Vogelgrippefall auftritt und auch

auf den Vogelzuglinien kein einziger Todesfall wegen H5N8 bekannt geworden ist. Kann eine These

abenteuerlicher und lächerlicher als die des Staffellaufs sein? Diese Frage muss jeder für sich beantworten!


Klarheit sollten Untersuchungen bringen, bei welchen H5N8-Viren vergleichen werden. Viren haben

es an sich, sich ständig zu verändern. Wenn ein Virus lange unterwegs ist, wie es beim Vogelzug der

Fall wäre, vor allem wenn ein monatelanger Staffellauf für eine theoretische Weitergabe notwendig

ist, hat das Virus viele Veränderungen durchgemacht. Ein ankommender Zugvogel hätte dann ein

stark verändertes H5N8-Virus im Vergleich zum Virus am Ausbruchsort in Korea. Ähneln sich die

Gensequenzen aber stark, ist der Virus vermutlich schnell gereist, dementsprechend scheidet der

Vogelzug aus. Sinngemäß hatte das Friedrich-Löffler-Institut diese Gegebenheit am 17. November

2014 in „Welt online“ geäußert.


Am 20. November 2014 äußerte das Friedrich-löffler-Institut in „Spiegel online“, dass das H5N8-Virus

bei der geschossenen Krickente nur leichte Veränderungen hatte. Das würde bedeuten, dass das

Virus schnell gereist ist, also nicht über den Vogelzug nach Deutschland gebracht worden sein kann.

Diese Tatsache war Anlass, beim Friedrich-Löffler-Institut nachzufragen. Am 26. November 2014 teilte

das Friedrich-Löffler-Institut in Riems mit: „Das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp

H5N8 wurde erstmals zu Jahresbeginn in Südkorea nachgewiesen, sowohl bei Nutzgeflügel als auch

bei Wildvögeln. Nun wurde es erstmals auch bei einem Wildvogel in Europa nachgewiesen, im Vergleich

zum asiatischen Virus besteht ein hohes Verwandtschaftsverhältnis, was auf wenige Vermehrungszyklen

im Wildvogelbereich und eine relativ junge Einschleppung nach Europa hinweist. Weitere

aktuelle Virusnachweise aus Asien bekräftigen diese Vermutung.“


Damit ist klar, der Vogelzug und die Wildvögel waren nicht die Verursacher der Vogelgrippe mit dem

Subtyp H5N8 in Deutschland! Für die Behauptung, der Vogelzug wäre die Ursache der Virusverbringung

von Asien nach Deutschland gewesen, bestehen kein einziger Beweis und keine einzige glaubhafte

These. Es besteht jedoch der Beweis, dass der Vogelzug nicht die Ursache der Virusinfektion im

Wildbereich sein kann. Daher muss man sich fragen, weshalb der Bundeslandwirtschaftsminister und

das Friedrich-Löffler-Institut Wildvögel im Konsens mit dem Vogelzug als H5N8-Verbreiter brandmarken?

Hinzu kommt, dass bei einem Monitoring auf der Insel Rügen, auf der die infizierte Krickente abgeschossen wurde, seit dem 1. November dieses Jahres 238 Wildvögel auf das H5N8-Virus untersucht

wurden. Dabei waren 237 Untersuchungen negativ, nur die erwähnte Krickente war positiv. Das

bedeutet, wegen einer infizierten Wildente, deren Infektion sich am plausibelsten mit einer Ansteckung

am Tötungsaktion der 30000 Puten in Mecklenburg-Vorpommern erklären lässt (der desinfizierte

Mist lagert dort noch heute, nur abgedeckt mit einer Plastikplane auf einer Betonplatte, und

kann bei einer möglichen Virusfreisetzung weitere Wildvögel infizieren), müssen Hunderttausende

von Hühnern, Enten, Gänsen, Truthühnern und anderes Geflügel eingesperrt werden, obwohl die

tierschutz- und artgerechte Haltung tagsüber ausschließlich mit Freilandaufenthalt praktiziert werden

kann. Mit der Empfehlung der Aufstallung kommt es zugleich zu einer Empfehlung, das Tierschutzgesetz

zu brechen, obwohl in keiner einzigen Freilandhaltung ein Infektionsausbruch stattgefunden

hat, sondern immer nur in hermetisch abgeriegelten Massengeflügelhaltungsanlagen! Mit

der Umsetzung der Empfehlung kommt es zur Umsetzung eines Tierschutzgesetzverstoßes, verordnet

durch den Gesetzgeber bzw. seine Exekutive!


Seit 2005 mit dem Beginn der Vogelgrippehysterie hat weder das Ministerium noch das Friedrich-

Löffler-Institut eine Alternative zur gewagten Theorie der Vogelgrippe-Virusverbreitung durch den

Vogelzug, wofür es keinen Beweis gibt und jetzt sogar ein Gegenbeweis vorliegt, erarbeitet. Es stellt

sich die Frage, will man damit die tierunwürdigen Massengeflügelhaltungen schützen, obwohl nun

hinreichend bekannt ist, dass die Ausbrüche immer dort stattfinden und nicht bei Freilandgeflügel,

das als erstes aufgrund der abenteuerlichen Zug- und Wildvogelthese in großen Ausmaß infiziert

werden und sterben müsste. In Anbetracht dieser Fakten stellt sich die Frage: Wird die Bevölkerung

staatlicherseits dumm gehalten? Michael von Lüttwitz (Stand: 27.11.2014, vormittags


Weitere Informationen zum Thema Vogelgrippe:  www.vhgw.de

 


Eine Arche für das Rassegeflügel?

 

Biblische Begriffe sind nach wie vor höchst aktuell, und Politiker schmücken sich, wenn sie für kleine Kinder Krippenplätze schaffen. Dabei war die Krippe schon zu Christi Geburt nur ein armseliges Provisorium. Daran sollten wir uns gerade in der jetzigen Vorweihnachtszeit erinnern. Genauso verhält es sich mit der Arche aus der biblischen Geschichte. Sie bedeutete die Rettung für die Menschen- und Tierwelt. Hätte Noah keine Arche gebaut, um die Welt vor der Sintflut zu retten, wäre nach dem Alten Testament jegliches Leben ausgelöscht worden.  Die Arche wurde nicht als Gnadenhof geplant, sondern für einen Neuanfang.

 

Im Buch Genesis 1, Kapitel 7, dem Bericht von der Sintflut, wird schon bei Noah durch Gott selbst der Auftrag zur Züchtung gegeben. Dort heißt es im 7. Kapitel, Vers 2: „Nimm von allen reinen Tieren je sieben Paare mit, aber von den unreinen Tieren nur jeweils ein Männchen und ein Weibchen. Auch von den verschiedenen Vögeln nimm je sieben Paare mit. Ich möchte, dass jede Art erhalten bleibt und sich auf der Erde fortpflanzen kann.“ Sieben Paare für einen Neustart sind also keine neue wissenschaftliche Erkenntnis, sondern von alters her bekannt. Deshalb ist es auch wichtig, gesunde und leistungsfähige Stämme unseres Hausgeflügels zu erhalten.

 

Eine große Bedrohung steht nun wieder vor der Tür. Uns droht keine Sintflut, sondern ein neuer Kadaverberg durch Keulung. Politiker planen einen beispiellosen Vernichtungsfeldzug gegen das Rassegeflügel wegen einer toten Ente irgendwo auf einer Insel. Was haben wir von einer Kryoreserve (eingefrorenes Hahnensperma), die sich nur auf wenige seltene Rassen bezieht? Wer steht zu einem Neuanfang bereit, wenn das Lebenswerk bereits zerstört ist? Eine politisch initiierte Apokalypse wäre das Ende für unser Hobby. Zerstört wird nämlich auch unser Vertrauen durch ahnungslose Politiker und wirklichkeitsfremde Beamte.

 

Wir müssen daher aktiv für unseren Hühnerhof kämpfen. Denn in einem Gnadenhof werden Tiere nur noch bis zu ihrem Tod gepflegt, und ein Archehof hält wenige Tiere aus der Roten Liste, mehr nicht. Das Leben muss im eigenen Garten gelebt und nicht ausgelöscht werden. Die Vogelgrippe ist der Beweis, dass Hausgeflügel gegenüber der fabrikmäßigen Tierzucht nicht nur ethisch, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht besser ist. Es ist unsere Aufgabe, den Politikern unsere Sorgen mitzuteilen und auf unsere Rechte (von Mensch und Tier) hinzuweisen. Die ARGE gibt hilfreiche Hinweise zur Pressearbeit und veröffentlicht gelungene Pressetexte. Die Argumente müssen an jeder Stelle wiederholt werden, denn in jedem Ort müssen wir eine andere Tageszeitung für unsere Ziele gewinnen.

Manfred Loick

 

Weitere Informationen zur Vogelgrippe:  www.vhgw.de


Hier ein interessanter Leserbrief aus der Geflügelzeitung 15/2014, eine Zuschrift zum Beitrag „Mitgliederwerbung – eine Herausforderung in heutiger Zeit“ in GZ 7/2014. Ideen sind gefragt, und seit wir, die ARGE Tierschutz – Rassegeflügel, uns besonders mit der Imagepflege unseres Federviehs beschäftigen, erfahren wir von vielen guten Aktionen landauf, landab. Diese guten Ansätze müssten gebündelt werden, damit sie nicht mehr verloren gehen. Wir brauchen im BDRG neben den Beauftragten für Tier- und Artenschutz und für Öffentlichkeitsarbeit einen Zukunftsbeauftragten. Eine große, aber für die Zukunft entscheidende Aufgabe. Dafür hätte sich der Verfasser des nachfolgenden Leserbriefes bestens empfohlen.

 

 

Veränderung unserer Gesellschaft

 

Dem Artikel von Wilhelm Bauer, Geflügelzeitung 7/2014 kann ich nur beipflichten. Schade, dass bisher von Verbandseite zu wenig geschehen ist, unser Hobby attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten.

 

Anregungen und Artikel darüber gab es ja in der Vergan-genheit schon einige. Ich denke da nur an den Artikel von Andreas Freyaldenhoven und an Artikel von Alexander Lein und Michael Peter, Börse 20/22.2012. Ich denke, dass intern bestimmt darüber diskutiert wurde und wird. Warum hat das Präsidium bisher aber immer vermieden, hier eine öffentliche Diskussion anzustreben? Unsere Mitglieder sollten doch wissen, warum man keine wirkliche Neuausrichtung will? Wie viele Verbände, Vereine haben inzwischen erfahren müssen, wie es ist, wenn man an den Mitgliedern vorbei agiert. Ich könnte einige Sportarten aufzählen, die durch ihr Verhalten in große Schieflagen gekommen sind. Es gibt aber auch etliche, die mit der richtigen Führungsmannschaft, entscheidende und gravierende Änderungen vorgenommen haben und heute aktueller sind denn je. Wir müssen uns darüber im Klaren werden, nur wer verändert, kann auch Veränderungen erwarten und schließlich auch bekommen.

 

Egal mit wem ich mich in der Rassegeflügelzucht unterhalte, auch Führungsleuten, alle sagen, es muss etwas geschehen. Es muss sich etwas ändern. Warum, frage ich mich, wird aber nichts angepackt? Zumindest sollten einmal Diskussionen und Meinungen in Gang gesetzt werden. Auch mit Leuten, die meinen, etwas zu können und die erfolgreich in anderen Bereichen tätig sind. Nur im inneren Zirkel fehlt vielleicht doch die richtige Sichtweise. Betriebsblindheit gibt es auch in Unternehmen. Unsere Gesellschaft hat sich aber derart schnell verändert, dass heute solche Fehler viel schneller bestraft werden als man denkt. Denken wir hier nur an Nokia. Einst Weltmarkt - Führer, heute bedeutungslos.

 

Mein Verein konnte z.B. Neumitglieder werben über die Schiene Ökologie, Eiern von eigenen Hühnern. Wieder etwas zurück zur Natur. Unseren Vereinsnamen haben wir schon vor vielen Jahren geändert in Geflügel- und Naturfreunde e.V.

 

Inzwischen haben relativ junge Leute sogar Rassehühner in ihren Ställen. Nur vier bis fünf Stück, keine Masse für Ausstellungen, nur zur eigenen Freude und für den Eigenbedarf. Begeistert sind sie auch, dass sie hierdurch mehr Verbundenheit zur Natur erfahren. Ich grüße nie mit Zuchtfreund, lieber dann mit Sportsfreund. Neben den obigen Aspekten kämpfe ich auch schon seit Jahren für ein moderneres Ausstellungswesen. Entsprechen die großen und langen Schauen eigentlich unseren Tierschutz - Gedanken. Von den Kosten ganz zu schweigen. Wir brauchen heute keine Zuchtrichter/Preisrichter mehr. In den 50/60-er Jahren mag das Preisrichterwesen, wie wir es heute kennen, richtig gewesen sein. Wurden doch viele Rassen erst gefestigt. Die Hühnerhalter hatten noch nicht so viel Ahnung von den einzelnen Rassen. Heute wissen die meisten Züchter jedoch mehr und Spezifischeres über ihre Rasse als die meisten Preisrichter. Die Rasse wird geformt, gefördert und geprägt in erster Linie nur durch die Sondervereine oder die Züchter, die sich mit der jeweiligen Rasse beschäftigen. Warum da der BDRG noch über den Zuchtstand wachen muss, entzieht sich jeglichem Verständnis.

 

Warum haben wir eigentlich so viele unmündige Züchter? Warum nehmen wir sie nicht mehr mit? Warum fordern wir sie nicht mehr? Für mich ist es undenkbar, dass es überhaupt einen Preisrichter gibt, der alle Rassen und Farbenschläge dem Zuchtstand entsprechend bewerten kann. Warum sollen nicht die richtigen Fachleute, die Züchter, die Prämierung vornehmen?  In England haben einige Sondervereine den Modus, ein Züchter kann nur alle drei Jahre auf einer Großschau eingesetzt werden. Somit schaffen sie die Balance, dass nicht Meinungen von Einzelnen den Zuchtstand bestimmen. Auch ist eine spezifische Beurteilung mit Wert-Note nicht mehr sinnvoll. Jeder der unter SG bewertete Tiere ausgestellt hat, erfährt keine Begeisterung mehr, ja er fühlt sich oft sogar diskriminiert. Wir wollen doch alle in erster Linie Spaß an unserem Hobby haben, Natürlich wollen wir mit unseren Tieren, wenn wir schon auf Ausstellungen gehen, auch gewinnen. Dafür würde aber eine Prämierung, aus meiner Sicht,  1., 2. und 3. Platz reichen. Wir könnten dadurch erhebliche Kosten sparen und die Ausstellungszeiten verkürzen. Kataloge könnten vorab gedruckt werden. Die Züchter würden selbst ihre Sieger eintragen, für die sie sich interessieren. Sie würden mehr mitarbeiten und sich mehr mit den Tieren beschäftigen. Anstatt zu beurteilen was der Preisrichter gesehen bzw. nicht gesehen hat.

 

Wo Menschen richten, wird es immer verschiedene Auffassungen geben. Warum wir aber in unserer veränderten Gesellschaft heute noch ein solch Diskussion trächtiges Bewertungssystem bevorzugen, kann ich nicht verstehen. Ich denke wir haben viele Preisrichter, man möge mir diesen Gedanken verzeihen, die sich heute noch darüber freuen, auch einmal ein Urteil bzw. eine Bewertung abgeben zu dürfen. Vielleicht kommen sie im wirklichen Leben etwas zu kurz. Auch in den Sondervereinen gibt es diese Spezies, die voran gehen und mit ihrer Sichtweise bestimmen, wo es lang geht.

 

Auch hier müssten die Züchter mehr mitgenommen werden. Warum sonst, machen wir nun schon 17 Jahre lang „ die German Open Show für Kampfhühner“ mit einem ordentlichen Erfolg. Ca. 350 Besucher und Aussteller bei ca. 700 Tieren, alljährlich, sind doch ein einmaliger Beleg dafür. Alle fahren wieder heim, sind begeistert und freuen sich schon aufs kommende Jahr. Wie viele Züchter haben hier schon bewertet, wie viele haben sich bis jetzt hierüber gefreut, auch einmal richtungweisend dabei sein zu können. Richtige Siegerehrungen und angeschlossene Verkaufsschauen sind weitere Möglichkeiten, mehr Freude aufkommen zu lassen. Sicherlich ist das nicht alles der Weisheit letzter Schluss. Aber Meinungen und Erfahrungen sollten diskutiert und erörtert werden.

 

Stellt sich für mich noch die Frage der Finanzierung? Warum müssen wir das noch über den Bundesring? Ist es noch zu verantworten, Massentierproduktion aus Finanzgründen zu fördern? Das gleiche gilt natürlich auch für unser Ausstellungssystem. Wäre weniger nicht mehr? Sicherlich eine Herausforderung, unsere Finanzen neu zu regeln. Ich bin aber sicher, dass dies möglich ist und der einzelne Züchter sogar noch Geld einspart.

 

Ich komme noch einmal auf den Anfang meiner Ausführung: Wer nichts verändert, kann auch keine Veränderungen erfahren. Packt es bitte an! Wenn nicht jetzt, wann dann.! 

 

Dieter Rüppel

 

Kraft und Verantwortung

 

des Einzelnen

 

Was will ich doch alles tun? Viel zu Fuß gehen – nur Gesundes essen – auf Früchte zur  Unzeit verzichten – abnehmen – Chicken und Hähnchen vom Grill um die Ecke, das war einmal! Jawohl, so mache ich das! Heute noch nicht … morgen. Halt … morgen hab´ ich ja schon was vor, also übermorgen. Bestimmt!

 

Kennen Sie das, geht es Ihnen auch so? Vermutlich sind wir zwei da nicht allein. „Später“ ist der Sargnagel des guten Willens. Wir müssen für uns selbst den ersten Schritt tun, heute!

 

Berichte, wie der obenstehende im Zeitungsausschnitt, sollten, ja müssen, uns aufwecken. Da steht schwarz auf weiß – ein Drittel aller produzierten Lebensmittel, das sind 1,3 Milliarden Tonnen, landen nicht auf dem Esstisch, sondern verderben oder werden vernichtet. Die Feld- und Baumfrüchte werden irgendwo auf der Welt produziert und dann an die entferntesten Ziele transportiert. Immer weiter werden große Naturflächen gerodet und auf immer vernichtet. Auch bei uns ist der Flächenverbrauch noch nicht gestoppt, die Bevölkerung geht zwar erkennbar zurück, aber die Produktion muss ja um jeden Preis gesteigert werden, auch wenn nachher ein Drittel in der Tonne landet.

 

Der Anstieg der Weltbevölkerung in 200 Jahren von einer auf sieben Milliarden bedingt eine enorme Steigerung der Lebensmittelproduktion, der verschwenderische Umgang mit den Nahrungsmitteln in den reicheren Ländern steigert das noch. Mit der Entwicklung der Massentierhaltung sind die kleinteiligen Strukturen in der Tierhaltung verloren gegangen. Bequemlichkeit, aber auch die regionale Gesetzgebung zur Haltung von Kleintieren oder eine verständnislose Nachbarschaft hindern uns das Frühstücksei oder das Hähnchen auf dem Grill wieder selbst zu erzeugen. Gleichzeitig ist die viel zitierte Nachhaltigkeit auf der Strecke geblieben.

 

Wir alle sind Konsumenten, und bestimmen durch unser Kaufverhalten, was, woher transportiert wird. Halten wir uns an die nach Jahreszeit gewonnen Produkte der Region, und wir können einen großen Beitrag zur Verminderung der weltweiten Nahrungsmitteltransporte leisten. In unserem Umfeld, evtl. im eigenen Garten kann Vieles gewonnen werden, was wir zu einem gesunden Lebensunterhalt brauchen. Durch eine bewusste Verhaltensänderung besteht die reale Chance, etwas zu bewegen.

 

Die ARGE Tierschutz-Rassegeflügel – www.tierschutz-rassegefluegel-vielfalt-bewahren.de, die wir mit ins Leben gerufen haben, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Image des Hausgeflügels zu heben und zur eigenen Tierhaltung anzuregen.                                                               

M. Bartl

 

 

 

 

 

Auszeichnung für

 

BDRG-Tierschutzbeauftragen

 

Dr. Michael Götz

 

 

 

von links: LV-Vors. Norbert Berenz, Dr. Michael Götz und LV-Tierschutzbeauftagter Ingolf Jungnickel, Foto: Jungnickel
von links: LV-Vors. Norbert Berenz, Dr. Michael Götz und LV-Tierschutzbeauftagter Ingolf Jungnickel, Foto: Jungnickel

 

Am 23. März wurde Dr. Michael Götz der „Tierschutzpreis Bremischer Rassegeflügelzüchter 2013“ verliehen. Er konnte eine Reihe für uns Rassegeflügelzüchter entscheidende Grundlagen zur rasse- und tierschutzgerechten Zuchtfortsetzung absichern. Mit Optimismus und großem Fleiß ging er die schwierigen Probleme, wie „Qualzucht“- Attacken von außen, unter Einbeziehung der LV-Tierschutzbeauftragten, Fachverbände und des Wissenschaftlichen Geflügelhofes an. Mit seiner stets freundlichen Art begegnet er den Menschen, so auch der ARGE, der „Arbeitsgemeinschaft Rassegeflügel – Vielfalt bewahren“, die aus Sorge um ein anstehendes Ausstellungsverbot ins Leben gerufen wurde, eine Bewegung ohne Organisationszwang – mit gleichen Zielen – unabhängig und rasch auf die aktuellen Ereignisse reagierend. Dr. Michael Götz sah und würdigte die positiven Aspekte der ARGE, so dass kontraproduktive Handlungen gar nicht erst aufkommen konnten. Seit kurzem gehört er auch zum Teilnehmerkreis der ARGE.

 

Was waren nun die wichtigsten in seiner noch kurzen Amtszeit angepackten Aufgaben:

  1. Die Umformulierung des § 11b Tierschutzgesetz in unserem Sinne.
  2. Die Freilandhaltung wurde wieder zur Regelhaltung.
  3. Auf  Lokal- und Kreisschauen entfällt die tierärztliche Untersuchung des Geflügels.
  4. Unter Mitwirkung des VZV die Kleintiererhaltungszucht in der bundesweit geltenden Baunutzungs-verordnung aufzunehmen.
  5. In Zusammenarbeit mit den Sondervereinen und dm BZA einzelne Übertypisierungen von Rasse-merkmalen auf das tierschutzrelevante Maß zu bringen.
  6. Er kümmert sich maßgeblich um das Problem der Tiertransporte.
  7. Er bemüht sich zu bewirken, dass genügend Impfstoff für die vorgeschriebenen Impfungen bereitgestellt wird.

 

Wir Teilnehmer der ARGE bedanken uns bei dem praktizierenden Tierarzt für sein Engagement und wünschen uns eine weiterhin harmonisch-erfolgreiche Zusammenarbeit für den Tier- und Artenschutz und die Vielfalt unseres wunderschönen Rassegeflügels.

 

 

Quelle: Ingolf Jungnickel – Geflügelzeitung 9/2014 

 

Arge Freude 31.08.2013

 

Thüringer Bartzwerge, Foto Dr. Oehm
Thüringer Bartzwerge, Foto Dr. Oehm

 

Anregung und Aufforderung von Manfred Bartl an alle ARGE-Teilnehmer, aber auch alle interessierten Besucher unserer Homepage.

 

Es macht Freude, liebe Freunde des Hausgeflügels,

 

 

wenn nahezu täglich Einträge auf unserer Homepage erscheinen. Ja es überrascht auch, weil immer wieder etwas Neues auftaucht. Nicht für Jedermann an der gleichen Stelle, was sicher durch die individuellen Interessen begründbar ist.

 

Wir sind angetreten, weil wir in unserem Tun eine gesetzliche Begrenzung befürchten mussten. Der Begriff „Ausstellungsverbot“ war für alle verständlich und damit die Fokussierung auch ganz einfach. Es regte sich ein Widerspruch zwischen den begrenzten Rechten der Bürger und der vormundschaftlichen Rolle  des Staates.

 

Darauf reagierten die einzelnen Parteien sehr unterschiedlich. Das Ergebnis kennen Sie. Es ist in der Begründung auch sehr ermutigend, weil es auf die Eigenverantwortlichkeit abhebt. Wir erleben es gegenwärtig, wie um die Gunst der Wähler gebuhlt wird. Auf der einen Seite wird begrenzt und genommen, um es auf der anderen Seite nach den Regeln des Staates, also nicht mehr im individuellen Zugriff, zu verteilen. Das geschieht seit Jahren im großen Stil. Umso mehr sollten wir die vorher erwähnte „Freiheit“ schätzen und bitte auch dafür etwas tun.

 

Unser erklärtes Ziel ist die Imagepflege für das Hausgeflügel. Ja wie denn? Sie merken, hier ist die Thematisierung und vor allen die Umsetzung ungleich schwieriger, die möglichen Erfolge so ohne weiteres auch nicht ablesbar. Es braucht einen längeren Atem und eine breite Streuung der Ideen und Handlungen. Sie und ich sind aufgefordert, nicht nur einmal, sondern immer wieder Gedanken und Ideen einfließen zu lassen. Das kann auch Kritik zu einzelnen Vorgängen sein. Wir brauchen eine breite Meinungsbildung. Wolfgang Schreiber hatte Sie vor kurzem um Ihre Meinung zu unserer Homepage gebeten. Bitte kommen Sie diesem Wunsch nach, und scheuen Sie sich bitte nicht, Ihre Meinung und Ihre Anregungen an ihn heranzutragen.

 

Zudem ist der Personenkreis, der auf unsere Homepage zugreift, noch relativ gering. Das Teilgebiet der Taubenzucht ist deutlich unterrepräsentiert. Schade, denn dieser Bereich ist von einem Rückgang nicht ausgenommen. Mir scheint die Hürde ist gar nicht so hoch, um auch aus diesem Fundus schöpfen zu können.

 

Die lockere Art und der frei von formalen Zwängen praktizierte Ablauf sind ein effektives Vorgehen. Es macht Freude und es eint.

 

Herzliche Grüße

Manfred Bartl

 

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 Christoph Günzel

 

Neuer Präsident des BDRG

 

 

 

Während ich hier sitze und mir Gedanken mache, wie ich unseren neuen Präsidenten am besten vorstelle, bin ich noch ganz beeindruckt von einer Markus-Lanz-Sendung, in der der Vatikankenner Andreas Englisch vom neuen Papst erzählt hat. Da kommt ein Kardinal aus Südamerika, wird Papst und schiebt alles zur Seite, was hunderte Jahre so war, er aber überflüssig findet. Das beginnt mit der Kleidung, den roten Schuhen, der Wohnung, er isst in der Mensa und fährt mit dem Bus. Nun, wir sind nicht die Kirche, aber auch wir im BDRG haben so traditionelle Regeln und Gepflogenheiten, die, als sie festgelegt wurden, sicher berechtigt waren, aber oft nicht mehr in die heutige Zeit passen. Ich meine damit gar nicht bestimmte Dinge, es ist so eine allgemeine Stimmung, und sie wird vor allem von der jüngeren Generation wahrgenommen; einer Generation, auf die wir doch so viel Wert legen.

 

Und jetzt kommt ein neuer Präsident, und wir hoffen, dass er nicht wieder eingefangen wird von all den bestehenden Regelungen und Strukturen. Natürlich muss er auch präsidieren, aber er soll vor allem Akzente setzen, nicht verwalten ist angesagt, sondern Führung. Und sicher hat das der einundsechzigjährige Bauunternehmer aus Sachsen auch im Kreuz. Der Preisrichter seit 1984 hat schon einige Stationen durchlaufen. So von 1982 bis 1987 als Tierhygienebeauftragter in seinem Ortsverein, anschließend zwanzig Jahre Kreisvorsitzender im KV Kamenz und gleichzeitig (seit 1991) Obmann der Gruppe Ost im Chaboclub. Seit 2005 führt er den Landesverband Sachsen und war bis zu seiner Wahl zum Präsidenten als stellvertretender Schatzmeister und zuletzt ein Jahr als 1. Vizepräsident für den BDRG tätig.

 

Ein Baugeschäft führen, heißt wenig Freizeit haben. Das hat Christoph Günzel aber nicht gehindert auch ein vielseitiger Geflügelzüchter zu sein. Begonnen hat das schon 1965 beim damals Dreizehnjährigen. Seine Rassen: Chabo seit 1966, Zwergenten seit 1968, Dominikaner seit 1980, Elsterpurzler seit 1981. Bei diesen Rassen ist er auch Mitglied des jeweiligen Sondervereins. Doch damit nicht genug bevölkern noch Griwun, Startauben, Sächsische Feldfarbentauben Rot- und Gelbfahlgehämmert sowie Vogtländische Trommeltauben seine Schläge. Das Baugeschäft hat inzwischen sein Sohn übernommen, aber natürlich hilft er noch, wenn er gebraucht wird.

 

Jetzt hat er also mehr Zeit für sein Federvieh, und wir wünschen ihm, dass er dabei die Energie findet, ein kräftig führender Präsident zu werden. Wir von der ARGE Tierschutz – Rassegeflügel werden ihn dabei unterstützend begleiten.

Wolfgang Schreiber

 

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In der Geflügelzeitung 4/2013 hat Zuchtfreud Thomas Meise aus Iserlohn eine sehr interessanten Leserbrief geschrieben, den wir hier mit seinem Einverständnis abdrucken, weil er sehr aufschlussreiche Gedanken für eine moderne Vereinsführung enthält.

 

Wird wirklich alles immer weniger?

 

Während einer langen Ausstellungssaison konnte ich bei meinen Schaubesuchen viele Eindrücke sammeln. Dabei stieß ich immer wieder auf Aussagen, die die zahlenmäßige Verringerung von Ausstellungstieren erklären sollen, und zwar auf Kleinschauen wie Großschauen gleichermaßen. So unterschiedlich die tatsächlichen Gründe dafür sein mögen, so unbefriedigend empfinde ich die Erklärungsversuche dazu!

Wenn ich mich mit den kleinen Schauen auf Vereinsebene befasse, dann fällt mir auf, dass man die seit Jahren vorgetragene, immer gleiche Leier gebetsmühlenartig wiederholt, als wenn dadurch irgendetwas besser würde: „Alles wird immer weniger, es kommt ja nichts nach, die Jugend hat so viele andere Möglichkeiten heutzutage…“ usw. Unser Verein, der RGZV Iserlohn, verzeichnet seit Jahren Mitgliederzuwachs, für den wir, neben weiteren Vereinen, anlässlich der LV-Schau in Hamm geehrt wurden. Aber, was machen wir anders, als die anderen? Wenn ich mir diese Frage stelle, finde ich auch nicht wirklich eine Antwort. Sicher ist, wir haben eine gepflegte und immer aktuelle Homepage unter unserem Vereinsnamen im Internet, die Informationen auch rund um unser Hobby herum bietet und sich nicht nur mit züchterischen Erfolgen beschäftigt. Das spricht auch Menschen an, die gar keine züchterischen Ambitionen haben, aber die Freizeitbeschäftigung mit Geflügel oder gar den Nutztieraspekt dennoch wertschätzen und bei uns kompetente Ansprechpartner für ihre Belange erwarten. Das Interessante ist: In aller Regel sind das Menschen mittleren Alters, die durch das Internet gut informiert, zu uns kommen und oft auch Kinder haben!

 

Wenn diese Interessenten auf Ausstellungen in ersten Kontaktgesprächen mit den oben aufgeführten Floskeln konfrontiert würden, überlegen sie sich sicher schnell, ob sie einer Gemeinschaft beitreten wollen, die sich eher mit ihrem Sterben zu beschäftigen scheint als mit dem Blick in die Zukunft!

 

Unsere Verbände legen enorme Kraft in die Förderung der Jugendarbeit und in die Schaffung rechtlicher Grundlagen für die Geflügel-Erhaltungszucht in Wohngebieten, letztendlich auch, um mit den dadurch entstehenden Möglichkeiten Mitgliederzuwachs zu generieren. Ich glaube, dass wir ein sehr großes Potenzial von unschätzbarem Wert für den Fortbestand der Rassegeflügelzucht noch gar nicht wirklich erkannt haben, das wir mit den bisherigen Bemühungen kaum erreichen:

 

Familien, die auf der Suche nach ländlicher Atmosphäre alte Immobilien im Außenbereich renovieren und mit Leben füllen: Zuerst bekommt der Hund den nahezu unbegrenzten Auslauf, dann hilft die Katze, den Mäusen Herr zu werden, und, um die Wiese kurz zu halten, müssen Schafe her. Obst und Gemüse aus dem eigenen Nutzgarten ist das größte Glück! Der Weg zum frischen Frühstücksei ist dann nicht mehr weit! Wenn diese glücklichen Menschen auf der Suche nach den geeigneten Produzenten das Internet durchforstet haben, wissen sie über vom Aussterben bedrohte Hühnerrassen oft besser Bescheid, als mancher organisierte Züchter. Wir sollten nicht warten, dass diese Menschen zu uns kommen, wir sollten um sie werben und uns ihnen aktiv zur Verfügung stellen!

 

Ich könnte spontan mehrere Beispiele nennen, die auf der Suche nach Sundheimern auf diesem Weg an den Sonderverein geraten sind, und um diesem beitreten zu können einem Ortsverein beigetreten sind. Die Kinder in diesen Familien erlernen wie selbstverständlich den Umgang mit den Tieren und auch die Großelterngeneration freut sich, sich handwerklich engagieren zu können oder die Urlaubsvertretung machen zu dürfen. Überhaupt - was ist so schlecht daran, ein Hobby für die ältere Generation zu bieten? Rassegeflügel als Rentnerhobby – ich finde, das hat Charme! Auch, weil die demografische Entwicklung uns in dieser Hinsicht ein steigendes Potenzial voraussagt!

 

Wir sollten, statt den hundertsten und tausendsten Flyer zur Jugendwerbung mit den immer gleichen Inhalten neu zu gestalten, Familien generationenübergreifend als unsere Klientel betrachten und unsere Werbemöglichkeiten darauf hin ausrichten. Rassegeflügel – Nutzen und Bereicherung für die ganze Familie!

 

Wir haben das erkannt, vielleicht ist das die Grundlage für unsere Entwicklung!?

Thomas Meise

 

 

Wenn Sie mehr über den RGZV Iserlohn erfahren wollen, besuchen Sie die schöne Homepage www.rgzv-iserlohn.de 

 

Folgende Daten wurden am 18.03.2013 übermittelt:
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Name: Joschko Wolfgang

E-Mail-Adresse: joschkowolfgang@gmail.com

Nachricht: Am 17.3.2013 hörte ich die Präsentation der Arge, von Herrn Reinhard Nawrotzky, bei der Tagung des Bezirksverbandes Schwaben. Ich war überrascht von der aktiven Arbeit der Arge zu hören. Ich muß sagen, endlich eine Arge, die für uns Freunde der Geflügelzucht etwas für unsere Interessen unternimmt. Habe selbst schon immer wieder mit dem Ministerium gesprochen. Antwort: Das ist halt so , da kann man nichts machen. Mit Freude hörte ich jetzt Eure Erfolgsmeldung. Rühren wir gemeinsam die Werbetrommel weiter für die Arge, damit sie immer mehr Gewicht bekommt.
Grüße Wolfgang Joschko

 

Rassegeflügelzüchter sind Tierschützer 

 

Tierschutz in der Rassegeflügelzucht, hierzu zählt die Aufzucht, Haltung und Pflege unserer Tiere, die Gestaltung der Zuchtanlage, das Ausstellungswesen, der Tiertransport, die Tierbörsen sowie in gewisser Weise auch unsere Präsentation als Züchter und Tierliebhaber in der Öffentlichkeit.

 

Der §2 des Tierschutzgesetzes zeigt auf, welche Verpflichtungen wir unseren gefiederten Pfleglingen gegenüber haben. Jedes Tier muss seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt und gepflegt werden und es muss verhaltensgerecht untergebracht werden und sich artgerecht bewegen können, so dass es nicht leidet. Dies ist für alle Rassegeflügelzüchter doch eigentlich selbstverständlich, aber handeln wir auch wirklich immer danach? Jeder von uns ist hier Tag für Tag gefordert.

 

Unsere Ortsschauen sind die Keimzelle für eine breite Öffentlichkeitsarbeit, denn gerade hier kommt das so genannte Laien-Publikum. Auf diesen kleinen Schauen können wir der breiten Öffentlichkeit einerseits unsere Freude am Tier vermitteln, andererseits aber auch aufzeigen, wie viel Verantwortung und Tierliebe jeder Züchter für sein Hobby aufbringt. Hier können wir die erforderliche Anerkennung in der Öffentlichkeit finden wenn wir unser Hobby selbstbewusst „verkaufen“.

 

Deshalb müssen wir besonders auf diesen Schauen auf eine art- und rassegerechte Unterbringung, auf gepflegte Tiere und auf eine werbewirksame Ausgestaltung achten. Bei beengten Räumlichkeiten kann ein weniger an Tieren durchaus ein mehr an Attraktivität sein. Dies alles ist dann öffentlich vorgelebter Tierschutz und hier kann jeder mitwirken.

 

In der AAB (Allgemeine Ausstellungs-Bestimmungen) sind u.a. auch die Aufgaben der Ausstellungsleitung betr. der ihr anvertrauten Tiere beschrieben. Hier lohnt es sich, immer mal wieder nachzuschauen, ob auch an alles gedacht wurde. Gleiches gilt für die Anhaltspunkte für Geflügelschutz des BDRG, zu finden im Anhang der AAB.

 

Wenn wir in der Öffentlichkeit über unser Hobby sprechen, sollten wir alle Gelegenheiten nutzen um aufzuzeigen, dass die organisierte Rassegeflügelzucht früher, heute und auch in Zukunft eine aktive Tierschutzarbeit leistet.

Wir können aufzeigen:

- dass der Umgang mit Rassegeflügel nicht nur ein Hobby ist, sondern auch eine sehr große Verantwortung beim Umgang mit von uns abhängigen Lebewesen bedeutet.

- dass wir stets auf eine art- und rassegerechte Haltung unserer Tiere achten.

- dass heute ausschließlich wir Rassegeflügelzüchter die Erhaltung der einige jahrhundert alten Geflügel- und Taubenrassen sichern. (Erhalt von Kulturgut !)

- dass ein von unseren Hühnern produziertes Ei eines der wenigen ist, das tatsächlich von naturnah gehaltenen Hühnern stammt.

- dass viele zwar über Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz und vom Tierschutz reden, das wir aber, ohne es immer wieder nur zu sagen, dies alles Tag für Tag praktizieren.

- dass Tierschutz niemals zum ideologischen Tierschutz werden darf, das heißt, der Geschmack einzelner darf nicht über die weitere Zukunft von Tierarten oder Rassen entscheiden.

- dass wir wissen: Nicht alles, was in der Tierzucht machbar ist, ist auch verantwortbar. Grenzen sind dort, wo artgemäße Bewegungsabläufe, das Sozialverhalten und das Wohlbefinden oder die normale Fortpflanzungsmöglichkeit beeinträchtigt werden. Haus- und Rassegeflügel sind jedoch keine Wildtiere und deshalb kann der Maßstab der wilden Stammformen in Aussehen und im Verhaltensmuster nicht immer übernommen werden.

 

Wir Rassegeflügelzüchter vertreten auf Grund der Vitalität, den Zuchtleistungen und dem Wohlbefinden unserer Tiere den Grundsatz „Mit keiner anderen Haltungsmethode werden Tiere so gut und artgerecht versorgt wie das Rassegeflügel in Züchterhand“. Jeder Rassegeflügelzüchter muss immer wieder seinen Teil dazu beitragen, damit dies heute stets Wirklichkeit ist und zukünftig auch bleibt.

 

 

Volkwin Janßen, Tierschutzbeauftragter im LV-Weser-Ems

 

 

 

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25.09. Gedanken (1)

18.09. Chicken Day

10.09. Leidenschaft (4)

02.09. Bild September

28.08. Leidenschaft (3)

23.08. Lebensmittelskandal

20.08. Zeltlager Essenbach

13.08. Leidenschaft (2)

09.08. Bild August

05.08. Leidenschaft rotgeherzte Brünner (1)  

26.07. Rotgeherzte Brünner (2)

22.07. Rotgeherzte Brünner (1)

13.07. Dick Hamers Federvieh

10.07. Kinderspaß

06.07. Bild Juli

03.07. Brünner Kröpfer aktuell

29.06. Wasser

24.06. Dick Hamers Federvieh

20.06. Dick Hamers Federvieh

13.06. Lietzows Nonnengänse

09.06. Jugendzeltlager

09.06. Hühnerauslauf (4)

05.06. Hühnerauslauf (3)

01.06. Bild Monat Junni

29.05. Hühnerauslauf (2)

25.05. Hühnerauslauf (1)

20.05. Jakob Relovsky

15.05. Manfred Loick - Viren (3)

11.05. Manfred Loick - Viren (2)

08.05. Manfred Loick - Viren (1)

04.05. Bild Monat Mai

30.04. Schlachten gehört dazu 

27.04. Krähen, ein Problem?

22.04. Lietzow - Kleiber

09.04. Alternative Fakten

           (Teil II)

06.04. Bild Monat April

04.04. Alternative Fakten (Teil I)

25.03. Safran - ein Farbgen aus Indien (Teil V)

19.03. H5N8 Vogelkundler 

18.03. Wir sind nicht allein

15.03. Neu im Sprecherteam

          Udo Ahrens

14.03. Prof. B. Grzimek (Teil II)

12.03. Prof. B. Grzimek (Teil I)

09.03. Safran - ein Farbgen aus
           Indien (Teil IV)

06.03. BDRG informiert

04.03. Bild März