Tauben

 

Von alters her die gefiederten Begleiter der Menschen

 

 

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Hier finden wir:

 

Rotgeherzte Brünner Kröpfer - Safran, ein Farbgen aus Indien - Lange oder kurze Beine - Stellerkröpfer - Edmund Zurths Tümmler

 

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Die rotgeherzten Brünner Kröpfer

 

 

Teil 1

Englischer Zwergkröpfer
Englischer Zwergkröpfer

 

Die Vorgeschichte

 

Als ich 1958 mit der Brünnerzucht begann, gab es im nahe gelegenen Dingolfing einen führenden Züchter Englischer Zwergkröpfer, den Bäckermeister Jakob Maurer. Seine temperamentvollen Zwerge im Freiflug oder im etwas niedrigen Dachbodenschlag über der Backstube zu bewundern, war schon ein besonderes und auch bleibendes Erlebnis. Ein Erlebnis, das unseren Brünner begeisterten Alois Simmel wohl auf die Idee brachte, die geherzte Zeichnung auf die Brünner Kröpfer zu übertragen.

 

1960 hatte ich von Martin Sterz eine bei ihm zufällig gefallene rotfahle Täubin bekommen. Ich nannte sie Susi und sie hat mich 17 Jahre begleitet. Vater ein brieftaubenroter Täuber, Mutter eine blaue Täubin. „Wieso zufällig“ wird mancher fragen? Nun, es war eben 1960, und wir wussten nichts von Farbgenetik. Ja, wir wussten noch nicht mal, dass die Farbe der kleinen pastellfarbigen Täubin als „Rotfahl“ bezeichnet wurde. Die Schwingen waren ziemlich hell, und so müsste die Täubin doch für Geherzt passen. Wir besorgten für mich bei Zuchtfreund Maurer einen rotgeherzten Engl. Zwerg, den Hansi, und ich konnte jetzt von vielen rotgeherzten jungen Brünnern träumen. Es fiel nicht einer! Aber dafür ein einfarbig rotfahler Täuber (über die Farbe waren wir inzwischen aufgeklärt), und so wurden Hansi und Susi die Stammeltern der neuen Rotfahlenzucht.

 

Die Basis war ja sehr schmal und so kam noch ein rotfahler Engl. Zwergkröpfer aus der Dingolfinger Zucht hinzu. 1962 auf der ersten Deutschen Brünnerschau in Frankfurt konnte ich neben vier Rotfahlen auch zwei Rotfahlgeherzte zeigen. Es lief gut an.

 

 

Als Student hatte ich nur Platzt für sechs Paare, also konzentrierte ich mich auf die Rotfahlen. Bei allen gezeichneten Farbenschlägen war die Zuchtbasis in den 60-er Jahren sehr dünn. Da wurden immer mal Engl. Zwergkröpfer eingekreuzt, vor allem um die Standhöhe zu verbessern. Und so fielen auch immer mal Geherzte an. Richtig voran ging es in dieser Zeichnungsgruppe mit dem Einstieg von Erwin Sedlmeier im Jahr 1965.

 

Teil 2

Die Rotgeherzten

 

Die rotgeherzten Brünner in dieser Zeit hatten natürlich die ungleichmäßigen, hell bis dunkelgehämmerten Farben ihrer englischen Vettern, und so wurde meist eine intensivere Farbe angemahnt. Altmeister Josef Fischer wies immer wieder darauf hin, dass „die Farbe erst was wird, wenn der Schwanz farbig wäre“.

 

 

Ab 1974 traf sich die Vorstandshaft jedes Jahr im Juni bei Hermann Erb in Echzell. In dieser Ecke gab und gibt es schon immer eine Reihe guter Brünnerzüchter und so war stets am Sonntagvormittag eine Züchterrundreise angesagt. Immer dabei war ein Besuch bei dem großartigen Engländerfreund Hans Kammerer. Seine Zwergkröpfer gehörten zum Besten, das die Rasse damals zu bieten hatte. Und schon beim ersten Besuch saß da eine kleine, rotgeherzte Zwergtäubin, zart und mit wenig Blaswerk, aber mit guter Farbe, rotem Schwanz und hellem Schnabel. Und gleich fielen mir Josef Fischers Aussagen zu den Rotgeherzten ein.

 

Hans Kammerer war ein guter Freund, der immer half, wo es ging. So begleitete mich die kleine Täubin nach Landshut. Ich besorgte mir gleich einen farblich guten roten Brünnertäuber von Franz Rottengruber und paarte ihn an meine beste Rotganseltäubin.

0,1 Engl. Zwergkröpfer rotgeherzt mit Farbschwanz

 

weitere Ausgangstiere waren ein roter Brünner Täuber und eine rote Ganseltäubin

 

Auf Anhieb kam ein intensivroter Täuber mit weißen Schwingen, den ich im nächsten Jahr an die kleine Engländerin setzte. Ich würde es ja gern spannender machen, aber es lief völlig unspektakulär. Schon in der F1 kamen Rotgeherzte mit farbigem Schwanz und hellem Schnabel, also Rezessiv-Rote. Von einem anderen Engländerzüchter hatte ich noch eine Rotgeherzte mit dunklem, fast lilafarbigem Schwanz bekommen. Auch mit ihr konnte die Basis etwas verbreitert werden.

 

 

Zwei Jahre später hatte sich Helmuth Ullmann gerade von seinen Rotfahlen getrennt. Die Rotgeherzten gefielen ihm und so wanderte die ganze Mannschaft in seinen Stall. Der Schritt zu den rezessiv-rot-geherzten Brünnern war dank der Ausgangstäubin von Hans Kammerer einfach. Die Arbeit, Typ, Farbe und Zeichnung zu verbessern, begann jetzt erst. Der Helmuth ist diesen Weg mit Ausdauer gegangen, und er geht ihn noch immer.

                                                                                         1,0 gelbgeherzt 1983 von Helmuth Ullmann

 

1,0 rotgeherzt/15 Erwin Sedlmeier     0,1 rotgeherzt/14 Josef Wetzel           0,1 gelbgeherzt/14 Josef Wetzel

 

 Die attraktiven Geherzten haben sich seit Jahren qualitativ und quantitativ mächtig entwickelt. Das gilt auch für die Rotgeherzten, die weitere Züchter für sich gewinnen konnten. Z.Z. beeindrucken vor allem die Tiere von Josef Wetzel, und auch „Altmeister“ Erwin zeigt immer wieder das eine oder andere Klassetier. Die Farbpalette der Brünner Kröpfer ist bunt und vielseitig. Vollendete Rotgeherzte sind ein interessanter Farbklecks, schwer zu züchten, aber interessant und schön.

 

Wolfgang Schreiber

 

 

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Autor: ANDREAS BOISITS

Teil I

Safran, ein Farbgen aus Indien
macht weltweit Furore

Die farbliche Vielfalt der Safranblüte mit ihrem intensiven Gelb der Staubgefäße, dem leuchtenden Orange der Narbenfäden und dem Violett der Blütenblätter spiegelt auf perfekte Weise die Variabilität der Lalband-Ghagra-farben wieder.

Auch deshalb erscheint Jith Peter's Namenswahl für den neuen Faktor sehr gelungen.

 

Namensgebend für den neu beschriebenen Farbfaktor ist das Krokusgewächs Safran, eine wunderschöne und edle Gewürzpflanze.

 

FOTO: PINTERITS

 

Große Resonanz in der Fachwelt findet derzeit eine spektakuläre Farbmutation bei Tauben. Im Westen bisher unbekannt, scheint die Mutation auf dem indischen Subkontinent bei einigen Rassen seit langer Zeit vorzukommen. Dem indischen Rassetaubenzüchter und Genetikspezialisten Jith Peter ist nun die genetische Analyse des Erbganges dieses speziellen Farbgenes gelungen, wofür ihm weltweit Anerkennung und Respekt gezollt wird. Ich möchte den Lesern dieses Artikels die neuesten Forschungsergebnisse über die farbgenetischen Hintergründe und Möglichkeiten des Genes mit dem wohlklingenden Namen Safran gerne näher bringen.

 

Unerklärliche Widersprüche

Über diverse Social-Media-Dienste und das Internet tauchten vor einigen Jahren erstmals Fotos von seltsam und spektakulär gefärbten Tauben aus dem arabischen Raum bei uns auf. Erklären konnte man sich das Zustandekommen der auf diesen Bildern zu sehenden Farben-schläge zunächst nicht. Jedenfalls gelangen über denkbare Kombinationsmöglichkeiten der bis dahin bekannten und analy-sierten Farbfaktoren keine zufriedenstellenden Erklärungs-versuche. Daher lösten diese Tauben welt-weit wilde Spekulationen über ihren genetischen Hintergrund in den entsprechenden Diskussionsforen aus.

 

Das Problem der korrekten genetischen Einordnung der abgebildeten Farbenschläge bestand im Wesentlichen darin, dass die angesprochenen Bilder augenscheinlich intensivfarbige Tauben mit verdünntfarbigen Zeichnungsanlagen, im Speziellen gelborange gefärbten Binden oder Hämmerungen zeigten, was natürlich ein Widerspruch in sich zu sein schien.

 

Lalband-Ghagras kommen jedoch ursprünlich vom indischen Subkontinent und zeigen in ihrer Färbung einen ausgeprägten Sexualdimorphismus (im Vordergrund die Täubin, im Hintergrund der Täuber).  FOTO: PETER
Lalband-Ghagras kommen jedoch ursprünlich vom indischen Subkontinent und zeigen in ihrer Färbung einen ausgeprägten Sexualdimorphismus (im Vordergrund die Täubin, im Hintergrund der Täuber). FOTO: PETER

 

Auch stellte sich bald heraus, dass diese „arabischen“ Tauben ihren Ursprung in Wahrheit im indisch-pakistanischen Raum hatten, und erst in jüngerer Zeit von dort auf die arabische Halbinsel importiert worden waren. In Indien und Pakistan hingegen scheinen diese Tiere seit vielen Jahrhunderten weit verbreitet und wohlbekannt zu sein. Es führte also kein Weg daran vorbei, diese interessante Erscheinung von einem entsprechend versierten Genetikfachmann vor Ort analysieren zu lassen. Dieser Spezialist fand sich bald in dem Inder Jith Peter aus Palakkad, der über recht aufwändige aber traditionelle mendelsche Probepaarungen mit Brieftauben in paarweiser Einzelboxenhaltung den genetischen Hintergrund der betreffenden Farben analysierte und seine Ergebnisse nun in der diesjährigen Maiausgabe der amerikanischen Fachpublikation „The Pigeon Genetics Newsletter; News, Views & Comments“ des kanadischen Herausgebers RJ Rodgers aus Nova Scotia unter dem Titel „Report on the primary investigation on the colour of Lalband-Ghagra“ (zu Deutsch: „Bericht über eine erste Untersuchung der Farbe von Lalband-Ghagratauben“) der gespannten Fachwelt präsentierte. 

Teil II

Der erfolgreiche Taubengenetiker und Erstbeschreiber Jith Peter. FOTO: PETER
Der erfolgreiche Taubengenetiker und Erstbeschreiber Jith Peter. FOTO: PETER

Ursprung und Aussehen der Rasse


Die Taubenrasse Lalband-Ghagra, in ihrer Kurzform oft auch einfach nur als Lalbands bezeichnet, hat ihren Ursprung in Indien, wobei sie nach mündlichen Überlieferungen wahr-scheinlich während des Mogulreiches (1526 – 1858) im Großraum Delhi entstanden sein dürfte. Die Rasse entspricht in Größe und Körperform in etwa der wilden Felsentaube, trägt allerdings eine einzigartige Farbgebung. Wie schon der Doppelname Lalband-Ghagra andeutet, zeigt die Rasse in ihrer Färbung einen ausgeprägten Sexualdimorphismus, besser bekannt unter dem umgangssprachlichen Begriff Kennfar-bigkeit, wobei der Begriff Lalband für die Täubinnenfarbe und der Begriff Ghagra für die Täuberfarbe steht. Lalbands (also Täubinnen) mit der rassetypischen Farbmutation in Kombination mit dem farblichen Wildtyp Blau mit schwarzen Binden zeigen ein eigenständig glänzendes Taubenblau mit einer in ihrer Intensität und Breite etwas reduzierten Schwanzbinde, leicht aufgehellten Schwingen sowie sehr auffälligen gelborange gefärbten Flügelbinden. Der Begriff Lalband bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „mit rötlichen Binden“. Ghagras (also Täuber) mit der rassetypischen Farbmutation in Kombination mit dem farblichen Wildtyp Blau mit schwarzen Binden zeigen ein an den Farbenschlag Rotfahl erinnerndes Aussehen. Sie tragen keine Schwanzbinde und haben einen stark bläulichen Anflug. Die Kopffärbung ist gegenüber dem Wildtyp kaum verändert, setzt sich also deutlich blau vom aschgrauen Körpergefieder ab. Charakteristisch für die typische Täuberfarbe ist weiters ein leuchtend violetter Halsring, der sich erst im Adultgefieder also mit der ersten Mauser entwickelt. Der Begriff Ghagra bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Grau“.

ein Phäotyp, der über keine andere Genkombination erreichbar ist.
Reinrassige Lalband-Täubin, hemyzgot für Safran. Als absolute Besonderheit klassisch gefärbter Lalbands, die Taubengenetiker weltweit in Verzückung versetzt, gelten die gelborangen Flügelbinden bei gleichzeitig intensiv gefärbtem Körpergefieder,

 

Die Analyse

Wie gesagt sind Tauben der Lalband-Ghagra-färbung innerhalb der farbgenetischen For-schungszentren USA, Kanada, Westeuropa, Südafrika und Australien bisher nicht präsent. Die Analyse musste also direkt im Mutterland Indien erfolgen. Dank der modernen Medien wie Internet und Digitalfotographie konnte Jith Peter die Forschungsergebnisse seines zwei-jährigen Projekts bei Bedarf gleichsam tagaktuell mit seinem kanadischen Kollegen Bob Rodgers diskutieren. Auf diese Weise war es möglich, in erstaunlich kurzer Zeit den genetischen Hinter-grund der speziellen Taubenfarbe in seinen wesentlichen Grundzügen zu erfassen und die Ergebnisse in der oben angesprochenen reno-mierten Fachpublikation zu veröffentlichen.

in vielen Farbenschlägen nicht zu vermeiden. Jetzt, mit Safran, ist plötzlich alles anders: FOTO: BOISITS
Bevor wir die Mutation Safran kannten, mussten wir, wenn wir gelborange Binden haben wollten, immer ein verdünntfarbiges Körpergefieder "in Kauf" nehmen. Hier eine Thüringer Schwalbe in Blaufahl-Hellsulfurbindig. Auch der typische Toy Stencilsaum war

Jede Analyse beginnt zunächst mit einigen An-nahmen oder Theorien des Forschenden, die dieser dann während seiner Arbeit zu verifizie-ren oder zu falsifizieren versucht. Im konkreten Fall postulierten Peter und Rodgers im Prinzip folgende drei Thesen. Erstens gingen sie davon aus, dass aufgrund der einzigartigen Ausprä-gung der Phänotypen von Lalband-Ghagratau-ben tatsächlich eine bisher unbekannte Farb-muttion diesen Farbenschlägen zugrunde liegen müsse. Zweitens vermuteten die beiden For-scher, dass aufgrund des ausgeprägten Sexual-dimorphismus die Mutation möglicherweise auf dem Geschlechtschromosom lokalisiert sein könnte. Und drittens bezweifelten sie, dass für die Erscheinung irgendeiner der bekannten Ver-dünnungsfaktoren wie Pale, Dilute oder Extremedilute verantwortlich zeichnen würde. Im Zuge der zweijährigen Analyse konnten zwei der drei Thesen mit absoluter Sicherheit und eine mit hoher Wahr-scheinlichkeit bestätigt werden.

 

Teil III

Am einfachsten gestaltete sich naturgemäß die Beweisfindung für Annahme drei, dass nämlich kein Verdünnungsfaktor vorliege, sondern klassisch gefärbte Lalband-Ghagras am entsprechenden Genort das Wildtypallel tragen. Auch Annahme zwei eines geschlechtsgebun-denen Erbganges konnte rasch bewiesen werden. Dass These eins, also das Vorhandensein eines gänzlich neuen Farbgenes für die rassetypische Färbung verantwortlich wäre, bestätigte sich mit einer Einschränkung ebenfalls bald. Die Einschränkung bezieht sich auf die Tatsache, dass in derartigen Fällen über herkömmliche Zuchtmethoden nur mit sehr aufwändigen Verfahren geklärt werden kann, ob es sich dabei tatsächlich um ein neu mutiertes Wildtypgen handelt, und dafür reichte weder die Zeit noch der Versuchsaufbau. Zu mindestens denkbar, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich, wäre nämlich auch, dass es sich bei dem neuen Faktor „nur“ um ein neues Allel eines anderen, altbekannten geschlechtsgebundenen Farbgenes handeln könnte. Deren gibt es ja bekanntermaßen viele. So schließen die beiden Forscher vor allem die Möglichkeit einer Allelie zu Dominant Rot nicht restlos aus, was aber der großen Bedeutung ihrer sensationellen Entdeckung keinen Abbruch täte. Aufgrund einiger molekular-genetischer Überlegungen scheint der Allelstatus des neuen Faktors zu Dominant Rot durchaus möglich zu sein, worauf aber im Rahmen dieses Artikels nicht näher eingegangen werden kann (-vgl. dazu auch: „The Pigeon Genetics Newsletter; News, Views & Comments“, Ausgabe Juli 2016, Abschnitt „Advanced Genetics“, Diskussion zwischen Michael Spadoni, Australien und Jith Peter, Indien).

Reinrassiger Ghagra-Täuber, homozygot für Safran. Die Phänotypen der Täuber sind etwas variabler als jene der Täubinnen.
Reinrassiger Ghagra-Täuber, homozygot für Safran. Die Phänotypen der Täuber sind etwas variabler als jene der Täubinnen.

 

Wirkungsweise und Namensgebung

Nach der wissenschaftlichen Analyse eines neuen Farbgenes steht dem Entdecker und Erst-beschreiber das Recht zu, nach eigenem Gutdünken einen Namen für den analysierten Faktor vorzuschlagen. In den allermeisten dieser Fälle hat es sich eingebürgert, den Namen nach der farblichen Wirkung des Genes in Kom-bination mit dem ursprünglichsten aller Farben-schläge (Blau mit schwarzen Binden) zu vergeben. Nur selten halten sich Erstbeschrei-ber nicht an dieses ungeschriebene Ge-setz. Als Beispiel für einen „Verweigerer“ dieser goldenen Regel fällt mir diesbezüglich etwa Joe Quinn ein, der einen von ihm analysierten Erbfaktor als „Qualmond“ bezeichnete, was so viel wie „Quinns Almond“ bedeuten sollte, eine Vorgangsweise, die aber aufgrund der meiner Meinung nach sehr kreativen Namensgebung durchaus ihre Berechtigung hat. Als nicht minder kreativ möchte ich die Namenswahl von Jith Peter für seinen jüngst analysierten Erbfaktor bezeichnen. Der rührige Forscher hielt sich an die internationalen Konventionen, in der Namenswahl möglichst einen Farbbezug herzustellen, und entschied sich für die blumige Bezeichnung „Saffron“ (zu Deutsch: „Safran“). Die leuchtend gelborange Farbe einiger Blütenteile dieser edlen und kostbaren Gewürzpflanze unterstreicht, wie ich finde, auf besonders gelungene Weise die elitäre Bedeutung des neuen Farbgenes. Von diesem wunderschönen Krokusgewächs, das übrigens seit einigen Jahren auch wieder im pannonischen Raum angebaut wird, werden nur die Spitzen der Narben jeder Blüte geerntet, was häufig in seiner Jahrhunderte alten Geschichte dazu führte, dass man hochwertiges Safrangewürz mit Gold aufgewogen hat. Vielen Dank übrigens an dieser Stelle an Johannes Pinterits für die beiden tollen Bilder einer Safranblüte. Besuchen Sie bei Gelegenheit seinen auf Safrananbau spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieb im nordburgenländischen Klingenbach und seine Homepage im Internet unter www.pannonischer-safran.at. Eine gewisse Rolle für die Namenswahl hat laut Jith Peters Angabe auch die Tatsache gespielt, dass die angestrebte gelborange Lalbandbindenfarbe dem obersten Band in der indischen Nationalflagge nicht unähnlich ist, das angeblich ebenfalls als safranfarbig bezeichnet wird. (Ein wenig Nationalstolz auf die einzigartige Farbmutation sei dem indischen Erstbeschreiber gerne zugestanden [-persönliche Anmerkung des Autors]).

Teil IV

Wissenschaftlich begleitet hat die genetische Analyse dankenswerter Weise Bob Rodgers, der kanadische Herausgeber der Fachpubli- kation "The Pigeon Genetics Newsletter; News, Views & Comments".
Wissenschaftlich begleitet hat die genetische Analyse dankenswerter Weise Bob Rodgers, der kanadische Herausgeber der Fachpubli- kation "The Pigeon Genetics Newsletter; News, Views & Comments".

Zusammenfassung der Ergebnisse

 

 Naturgemäß bietet mein Bericht keinen ausreichend großen Rahmen, um auf sämtliche Details der aufwändigen Probepaarungen von Jith Peter einzugehen. Sie sind im Übrigen in der oben angesprochenen englischsprachigen Publi-kation ohnedies nachzulesen. Daher möchte ich an dieser Stelle nur eine kurze Zusammen-fassung der Ergebnisse wiedergeben.

Peter und Rodgers fanden heraus, dass sämt-liche Spekulationen anderer Taubengene-tiker, die Lalband-Ghagraphänotypen kämen lediglich durch die Neukombination einiger altbekannter Farbgene zustande, falsch waren. Vielmehr ent-deckten sie eine geschlechts-gebunden vererbte teildominante Farbmuta-tion, der sie die Bez-eichnung „Saffron“  (zu Deutsch: „Safran“) gaben. Als Gensymbol für den neu beschrie-benen Faktor vergaben sie die Buchstaben-kombination „Saf“. Aufgrund des interme-diären (=teildominanten) Erbgangs beginnt diese Buchstabenfolge mit einem groß-geschriebenen „S“.

Im Zuge des Kreuzungsprojektes mit Brieftauben entstanden selbstverständlich auch für Safran mischfarbige Täuber. Diese ähneln in ihrem Aussehen klassisch gefärbten Lalbandtäubinnen, haben aber etwas rötlichere Binden.
Im Zuge des Kreuzungsprojektes mit Brieftauben entstanden selbstverständlich auch für Safran mischfarbige Täuber. Diese ähneln in ihrem Aussehen klassisch gefärbten Lalbandtäubinnen, haben aber etwas rötlichere Binden.

 

Aufgrund der Lokalisation des neuen Farbgenes auf dem X-Chromosom (=Geschlechtschro-mosom), wovon Täuber bekanntlich zwei, Täubinnen jedoch nur eines besitzen, kann das Gen grundsätzlich in drei möglichen Genotypen vorliegen. Dies sind homozygote (=reinerbige) Täuber, heterozygote (=mischerbige) Täuber und hemizygote (=„halberbige“) Täubinnen. Demzu-folge, und auch aufgrund seines intermediären Erbganges, erzeugt das Gen potentiell drei unterschiedliche Phänotypen, wobei heterozy-gote und homozygote Täuber ein relativ variables Aussehen in Bezug auf die Ausprägung des Halsringes sowie des allgemeinen Farbtones (zwischen Blau und schmutzig Rotfahl) zeigen können. Die angestrebte Ghagrafärbung, wie ich sie weiter oben beschrieben habe, zeigen jedenfalls immer nur für Safran homozygote Täuber. Die korrekte Lalbandfärbung, wie ich sie weiter oben beschrieben habe, zeigen nur für Safran hemizygote Täubinnen. Die Färbung der für Safran heterozygoten Täuber ähnelt in einigen Details der Lalbandfärbung hemizygoter Täubinnen, wobei diese Täuber der F1 und F2 Kreuzungen die für reine Lalbands täubinnentypischen Schwanzbinden zeigten, tendenziell eher Blau als Rotfahl aussahen und keinen oder nur einen leicht angedeuteten violetten Halsring trugen. Ihre Bindenfarbe war in der Regel jedoch rötlicher als jene von Täubinnen.

Eines der ersten Bilder von Lalband-Ghagratauben aus einer arabischen Zucht mit ihren leuchtend gelborangen Binden, das bei uns Furore machte... (Quelle: uaepigeon.com)
Eines der ersten Bilder von Lalband-Ghagratauben aus einer arabischen Zucht mit ihren leuchtend gelborangen Binden, das bei uns Furore machte... (Quelle: uaepigeon.com)

Aufgrund der angesprochenen Variabilität, die durchaus auch in rein gezüchteten Lalband-Ghagrastämmen auftreten kann, vermuten die beiden Forscher, dass bei klassisch gefärbten Lalband-Ghagras möglicherweise noch der eine oder andere weitere Modifikator involviert sein könnte. Ein schwach auf die Zeichnungsanlagen Binden und Hämmerung wirkender Bronzefaktor sowie ein dezenter Schimmelfaktor, in seiner Wirkung ähnlich dem Gen Undergrizzle die Schwingen aufhellend, wurden bereits während der Untersuchungen entdeckt. Ob diese beiden Faktoren tatsächlich mit der Lalband-Ghagra-färbung assoziiert und für ihre klassische Aus-prägung erforderlich sind, oder ob sie nur rein zu-fällig auftauchten, konnte im Zuge des zwei-jährigen Projektes nicht geklärt werden. Dafür bedarf es weiterer Forschungen. Zum jetzigen Zeitpunkt können die Forscher nur vermuten, dass der Bronzefaktor wahrscheinlich für die klassische gelborange Lalbandbindenfarbe essentiell sein dürfte, der Schimmelfaktor für den Phänotyp jedoch eher bedeutungslos ist.

 

Teil V

 

Eine gewisse Unsicherheit besteht noch über die genaue Lokalisation des neuen Genes auf dem X-Chromosom, jedoch legen erste Ergebnisse die Vermutung nahe, dass sich der Genort für Safran nahe dem Ort für die Grundfarbe befindet, oder, wenn die Alleltheorie zu Dominant Rot zutrifft, selbstverständlich sogar exakt dort. Da der Verdünnungsfaktor („d“) bekanntlich am anderen Ende des Chromosoms lokalisiert ist, besteht eine hohe Crossingover-Rate mit Safran („Saf“), weshalb verdünnte Lalband-Ghagras relativ häufig anzutreffen und einfach zu züchten sind. Sie entsprechen in ihrem Aussehen erwartungsgemäß einer aufgehellten Variante der intensiv gefärbten Lalband-Ghagras und sehen sehr attraktiv aus. Auch bei ihnen bleibt die Kennfarbigkeit erhalten, und ihre indische Farbbezeichnung lautet „Zara band“.

 

Eine weitere Kombination des Genes Safran, die Jith Peter in seinem Bericht beschreibt, weil sie über die Einkreuzung einer mattschwarzen Brieftäubin entstand, ist jene mit dem Ausbreitungsfaktor für Farbe auf Basis der schwarzen Grundfarbe und der bindigen Zeichnungsanlage. Diese Konstellation bringt offenbar u.a. einfarbig aschrote Täuber mit gelborangen Einfärbungen in der Bindenregion sowie schwarze Täuber mit rötlichen Einlagerungen in der Bindengegend hervor. Bei ersteren handelt es sich wohl um für Safran homozygote Täuber, bei letzteren um heterozygote Täuber. Dieses Ergebnis werten die Forscher als Hinweis, dass die Kennfarbigkeit auch in Kombination mit dem Ausbreitungsfaktor für Farbe erhalten bleibt.

 

Schlussbetrachtung

Für ihre großartige wissenschaftliche Arbeit in Bezug auf die Erforschung des genetischen Hintergrundes einer sehr attraktiven und einzigartigen Taubenfarbe gebührt Jith Peter und Bob Rodgers unser aller Dank. Mit Hilfe moderner Medien und Kommunikationsmittel ist unsere Welt inzwischen zu einem Dorf geworden. Forscher aus allen Kontinenten arbeiten längst länder- und fächerübergreifend über alle kulturellen und politischen Grenzen hinweg an mannigfaltigen Projekten wie selbstverständlich zusammen, und ihre dabei gewonnenen Erkenntnisse kommen der gesamten Menschheit zu Gute. Gerade Projekte wie das in diesem Artikel beschriebene stimmen mich optimistisch für eine friedvolle Zukunft der Kulturen untereinander ohne Ressentiments einzelner gegenüber Andersdenkenden und jenseits aller Konflikte und unzeitgemäßen Nationalismen zum Wohle aller.

Andreas Boisits

Hinweis:

 

Die nachfolgend beschriebenen Beinknochenmessungen bei verschiedenen Tauben habe ich 2010 durchgeführt, über die Ergebnisse wurde in der VDT-Schrift  „Die Rassetaube“ 2/2011 beichtet. Es gibt da keinen Zusammenhang zu dem 2013 erschienenen Buch von Dieter M. Fliedner „Die Gestalt der Taube“. 

Wolfgang Schreiber 

Lange oder kurze Taubenbeine

 

Teil 1

 

Die Frage nach dem Ursprung.

 

Sehen wir die langen Beine unserer hochgestellten Kropftauben, fragt man sich, wie sich der Weg von der Felsentaube zu diesen Langbeinern wohl vollzogen hat.  In der mir zur Verfügung stehenden Literatur fand ich nichts. Ich hatte so das Gefühl, dass seit Darwin, also seit ca. 200 Jahren immer einer vom anderen abgeschrieben hat. Aber wie das so ist, wenn man erst mal an einer Sache dran ist, dann bohrt man immer weiter.

 

 

 

 

 

Messungen und Ergebnisse

 

 

Ich habe also begonnen die Beinknochen verschiedener Tauben zu vermessen und bin dabei zu unerwarteten Ergebnissen gekommen (siehe Abb. 1) – wenigstens für mich.

 

Zuerst habe ich die Beinknochen-längen von Brieftaube, Französischem Kröpfer und Brünner Kröpfer verglichen, und war schon mal überrascht. Schließlich hatte ich da doch größere Unterschiede erwartet. Später bekam ich eine Felsentaube, so konnte ich meine Messungen jetzt direkt mit der Urform unserer Tauben vergleichen.

 

Man muss bei den Ergebnissen natürlich auch die Größe der Tauben berücksichtigen, und so habe ich anfangs die Gesamtlänge (GL) (Länge vom Stirnansatz bis zum Schwanzende) gemessen. Weil die Schwanzfederlänge auch innerhalb einer Rasse etwas variieren kann, bin ich dazu übergegangen die Körperlänge (KL) (Länge von der Schulter bis zum Steißbein) festzuhalten.

Tabelle 1

In Tabelle 1 habe ich die Längen von Oberschenkel, Unterschenkel und Lauf der Felsentaube und verschiedener Rassetauben miteinander verglichen und in Prozenten zur jeweiligen Gesamtlänge der Beinknochen aufgeführt.

 

 

Tabelle 2 zeigt den theoretischen Vergleich der Beinknochenlängen bezogen auf die Körperlänge (KL) der Felsentaube. Das heißt, ich habe die Körperlängen der verschiedenen Rassen auf das Niveau der Felsentaube umgerechnet und ermittelt, wie lang die Beinknochen der einzelnen, untersuchten Rassen bei mit der Felsentaube identischer Körperlänge theoretisch wären. 

Wir erkennen, dass es kaum Unterschiede in den Beinlängen verschiedener Rassen gibt. So ist das Verhältnis Oberschenkel zu Unterschenkel fast identisch: Felsentaube 4,2/5,8 – Brieftaube 4,1/5,9 – Brünner 4,0/6,0 – Franzose 4,0/6,0 – Fränkische Trommeltaube 4,0/6,0 – Ind. Pfautaube 4,1/5,9 – Prager Tümmler 4,2/5,8.

Die Lauflänge entspricht etwa der Länge der mittleren Zehe (Horst Marks).

 

 

Noch ein überraschendes Maß: Bei den von mir untersuchten Tauben, einschließlich der Felsentaube, entspricht die Länge Stirnansatz bis Schulter (48 %) fast der Körperlänge (KL), also von Schulter bis Steißbein (52 %). 

 

Lange und kurze Beine

 

Wieso also zeigen einige Rassen so lange und andere deutlich kürzere Beine, wenn doch das Verhältnis von Oberschenkellänge zu Unterschenkellänge zu Lauflänge bei allen etwa gleich ist? Ein Freund hat mir das Modell eines Haustaubenskeletts gemacht, wie es im Standard und in diversen Taubenbüchern abgedruckt ist. Mit diesem Modell kann ich sehr einfach zeigen, wie aus einer Haustaube eine langbeinige Taube wird. Durch einfaches Drehen über die Achse Hüftgelenk von der Waagerechten in eine aufrechte Haltung von ca. 70 Grad und Strecken der bei der Haustaube (Felsentaube, Brieftaube) stark angewinkelten Beine, so wie wir sie von unseren langbeinigen Kröpfern her kennen (manche sind ja sogar in der Nähe zum Durchdrücken), entsteht die langbeinige Taube (siehe Abb. 2). Starke Brustbemuskelung und ein kräftiges Federkleid lassen felsentaubenartige, waagerecht stehende Tauben noch kurzbeiniger erscheinen. Das hat auch Auswirkungen auf die optische Brustbeinlänge, denn je aufrechter eine Taube steht, desto mehr schiebt sich das Brustbein vor den Beinaustritt und wirkt damit länger.

 

 

Weitere Erkenntnisse

 

Wir sehen an dem Modell auch, dass die Standbreite durch die Körperhaltung beeinflusst wird. Die Beine sind ja nur am Hüftgelenk fixiert, im weiteren Verlauf bewegen sie sich am Körper frei zwischen Brust und Haut. Zwischen den beiden Kniegelenken ist die Brust praktisch der „Abstandhalter“. Je höher die Kniegelenke also bei der waagerechten Taube liegen, desto breiter ist die Abstand haltende Brust dazwischen und desto breiter somit der Stand. Bei der aufrecht stehenden Taube schiebt sich das Kniegelenk ans schmale Ende des Brustbeins (beim Französischen Kröpfer sollen die Knie ja sogar leicht aus dem Körper treten), da ist dann nicht mehr viel „Abstandhalter“ zwischen den Knien und wir haben einen engen, oft zu engen Stand.

 

Wie erwähnt haben „kurzhalsige“ Tauben, wie Felsen- oder Brieftauben, in der Relation etwa die gleiche Halslänge wie langhalsige Kröpfer. Die optische Wirkung (kurzer oder langer Hals) hängt nur davon ab, ob die Halswirbelsäule mehr S-förmig gebogen oder lang gestreckt ist. Ob „Franzosen“ oder „Brünner“ also hochbeinig und vorn lang erscheinen, liegt weniger an der Länge der betreffenden Körperteile, sondern an der aufrechten Haltung und Streckung der ganzen Taube vom Scheitel bis zum Steißbein.

 

 

Das sind Erkenntnisse aus meinen Messungen, für mich ein spannendes Thema und sicher noch ausbaufähig. Dabei muss ganz klar sein, das sind meine laienhaften Überlegungen und Schlussfolgerungen, sie haben nichts mit fundiertem Fachwissen in Anatomie zu tun. Das Buch der Rassegeflügelzucht hat viele interessante Seiten. Ich wollte eine neue aufschlagen, eine, mit der wir uns noch öfter befassen sollten.

 

Vorläufige Schlussfolgerungen:

 

Es gibt harte („hartware“) und weiche („software“) Erbanlagen. Zu den harten gehört das Skelett, hier können wir züchterisch kaum was verändern. Die weichen (Größe, Kopf, Schnabel, Auge, Haltung, Beinstellung, Farbe, Zeichnung etc.) können wir verändern.

 

Es gibt vier Formen der Veränderung von Lebewesen: Evolution, Mutation, Kreuzung und Selektion.

 

Die Evolution läuft in großen Zeiträumen ab und wird überwiegend durch Umwelteinflüsse und die damit verbundenen Lebensumstände bewirkt. Auf die Evolution haben wir natürlich keinen Einfluss, (höchstens einen unbewussten, durch die von uns gemachte, steil ansteigende, globale Umweltzerstörung).

 

 

Mutationen geschehen zufällig und verhältnismäßig oft; mutierte Tiere haben in der Natur kaum eine Chance zu überleben. Im Schutze des Menschen entstand und entsteht weiter durch Mutationen die Vielfalt der Haus- und Heimtiere. Bereits mutierte Tiere können weiter mutieren. Üblicherweise können wir Mutationen nicht beeinflussen, es gibt aber die Theorie, dass sie bei fortgesetzter Inzucht leichter anfallen.

 

Die Kreuzung zusammengehörender Arten bringt neue Gene ein und ist somit das geeignete Mittel für uns, um gewünschte Veränderungen zu erzielen.

 

 

Wir Züchter arbeiten am häufigsten mit der Selektion. Aber nach dem Motto: „Was nicht drin steckt, kommt auch nicht raus“, sind mit dieser Methode allein, nur geringe Veränderungen möglich.

 

 

Was sagt uns das?

 

Es sagt uns, dass wir es aus dem Bauch heraus mit unserer Erfahrung schon immer richtig machen. Um etwas zu verbessern, Anlagen zu verändern, müssen wir kreuzen, um die Linie dann wieder auszurichten, die Feinheiten zu festigen, können wir nur selektieren. Hier hat sich ein Wandel vollzogen. Am Beginn der Reinzucht waren Kreuzungen sehr verpönt. Der Wahlspruch: „Züchtet echt und züchtet rein“, machte damals durchaus Sinn. Ging es Robert Öttel doch erst mal darum, den unterschiedlichen Rassen ein unverkennbares Gesicht zu geben. Das hat sich geändert. Die enormen Fortschritte in vielen Rassen gründen meist auf gekonnten Einkreuzungen und viel Fingerspitzengefühl bei der nachfolgenden Selektion. Dabei sollten wir auch immer im Auge haben, dass jede Rasse ihr spezielles Wesen und Temperament hat; Eigenschaften, die wir durch Kreuzungen nicht verlieren dürfen.

 

 

       

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Text und Fotos: Wilhelm Bauer

Teil 1

Der Stellerkröpfer:

 

 

Kröpfer, Formen-, Flug- und Farbentaube in einem.

 

                        Verschiedene Farbenschläge von Stellerkröpfern in ihrem Element, dem Freiflug.

Manche Taubenrassen sind besonders. Sie eindeutig festzulegen ist manchmal gar nicht so einfach. Das trifft so auch auf den Stellerkröpfer zu, der sich recht lange in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet erhalten hat und erst ganz langsam diese Grenzen überschritt. Seither geht es aber steil bergauf und es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis er es auch dauerhaft in die Schweiz schafft.

 

Blaugeganselte Stellerkröpfer im Freiflug - dabei können sie ihr Temperament zeigen

Die  perfekte Verbindugf zwischen Kropf-, Formen- und lackreicher Farbentaube
Die perfekte Verbindugf zwischen Kropf-, Formen- und lackreicher Farbentaube

Böhmen und Mähren im heutigen Tschechien sind äußerst fruchtbare Landstriche. In der früheren Donaumonarchie gehörten sie zu den landwirtschaftlich besten Gegenden und hatten in der Tierzucht einen immensen Stellenwert. Es verwundert also nicht, dass sich dies auch auf die Taubenzucht niederschlug. Gleich mehrere Rassen sind dort entstanden und haben der Tschechischen Taubenzucht zu Weltgeltung verholfen. Die markantesten Werbeträger sind ohne Zweifel die Strasser und Mährischen Strasser. Hinzu kommen aber auch eine recht stattliche Anzahl von Kropftauben, wovon der Brünner Kröpfer wohl die bekannteste ist. Wesentlich seltener sind die Tschechischen Eiskröpfer, die Mährischen Weißkopfkröpfer usw. Zu diesen außerhalb der engeren Heimat recht raren Rassen hat eigentlich auch der Stellerkröpfer gehört. Es brauchte eine recht stattliche Zeit, bis er überhaupt bekannt wurde und die Züchter sich an ihn gewöhnten. Heute ist er auf dem besten Weg, eine der beliebtesten Kropftauben zu werden. Dass das alles andere als verwunderlich ist, ist für Insider klar. Umso verwunderter ist eigentlich die Tatsache, dass er in der Schweiz leider noch nicht Fuß gefasst hat. Spätestens bei der letzten Nationalen Taubenausstellung in Ruswil, als eine stattliche Kollektion stand, warb die Rasse nachhaltig für sich.

Erstklassige blaugeganselte Täubin von Michael Maier, Eppenschlag
Erstklassige blaugeganselte Täubin von Michael Maier, Eppenschlag

 

In seinem Ursprungsgebiet war der „Steller“, wie er von seinen Liebhabern bis heute der Einfachheit halber genannt wird, ein Bauernkröpfer wie jeder andere. Das heißt, dass die Täubinnen kaum geblasen haben und sie mehr oder weniger wegen ihres besonderen Flugspiels gehalten wurden. Dazu kamen noch eine ungeheure Anzahl an Zeichnungen und besonders attraktiven Farben. Den größten Wandel haben sie bezüglich der Figur gemacht. Sie sind figürlich viel feiner geworden und haben sich als Kropftaube fest etabliert. Man kann ruhig sagen, dass der Stellerkröpfer wie so viele andere etwas moderner gezüchtet wurde. Dennoch hat er sich bis heute noch eine gewisse Ursprünglichkeit erhalten, was sich in mehreren Rassenmerkmalen zeigt.

Teil 2 

Stellerkröpfersind besonders zuchtfreudig
Stellerkröpfersind besonders zuchtfreudig

Der Steller sollte den knapp mittelgroßen Eindruck einer Kropftaube auf keinen Fall übertreffen. Zu große Tiere sind nämlich ebenso abzulehnen wie zu kleine. Wie bei allen Kropftauben gilt auch für den Stellerkröpfer, dass die richtigen Proportionen ungemein wichtig sind. In diesem Fall heißt das, dass die Länge der Vorderpartie, also vor den Beinen, etwa drei Fünftel ausmachen sollen, während die Hinterpartie bei zirka zwei Fünfteln liegt. So richtig zur Geltung kommt das, wenn die Taube aufgerichtete Haltung zeigt und die Läufe mittellang sind. Auch wenn man den Austritt der Beine nicht zu breit will, ist auf einen festen Stand unbedingt zu achten. Mit ihrem Temperament wäre es geradezu verwerflich, wenn sie Stand-schwierigkeiten hätten. Der Bein-austritt geht fließend aus dem Körper hervor und ist wie das Brustbein also nicht betont. Die Füße sind glatt und von leuchtend roter Farbe, wobei die Krallenfarbe keine Rolle spielt.

Die Rückenlinie ist abfallend und zeigt einen leicht hohlrunden Verlauf, dem auch die möglichst schmale Schwanzlage folgt. Die gut aufliegenden Schwingen dürfen sich an deren Spitzen im äußersten Fall nur ganz leicht kreuzen. Hier gilt aber genau zu schauen, in welchem Temperamentszustand die Taube gerade ist.

 

Alle Farbenschläge verstehen sich gut
Alle Farbenschläge verstehen sich gut

 

Als Kropftaube wird dem Blaswerk besondere Bedeutung zugemessen. Es muss unbedingt birnenförmig sein. Das heißt, dass die größte Ausdehnung im oberen Kropfbereich ist und sich zum Körper hin gleichmäßig verjüngt. Die Taille ist zwar betont, doch darf das Blaswerk nie aufgesetzt wirken. Selbstverständlich muss eine ausreichende Halslänge vorhanden sein, damit das Blaswerk den entsprechenden Platz hat. Der Schwerpunkt liegt aber immer auf dem locker getragenen Blaswerk in der richtigen Formausprägung. Gerade hierin haben die Stellerkröpfer einen gigantischen Fortschritt verzeichnet, sodass heute beide Geschlechter hierin erstklassig sind. Wie bei allen Kröpfern ist bei der Zucht vor allem auf hohe Rassenmerkmale der Täubin zu achten. Man kann es auch so zusammenfassen, dass die Täubin wichtiger ist als der Täuber, um entsprechende hochwertige Nachzuchttiere zu erhalten.

 

 

Der Schnabel soll bei allen Farbenschlägen hell sein und auf dem Kropf aufliegen. Bei den Farbigen soll die Augenfarbe perlfarbig sein, wobei direkt um die Pupille ein reinweißer Ring vorhanden sein muss. Der Rest der Iris ist mit roten Äderchen durchsetzt. Bei den Weißen, Weißen mit farbiger Schnippe und den Geganselten sind allerdings dunkle Augen gewünscht. Unverzichtbar ist hingegen bei allen der feurigrote Augenrand, den der Standard als korallenrot bezeichnet. Aufpassen muss man allerdings, dass dieser nicht zu breit wird.

 

Teil 3

Glänzende Farben und interessante Zeichnungen

 

Rotgetigerte Stellerkröpfer zeigen die Verbindung zwischen Kropf-Formen- und Farbentaube.
Rotgetigerte Stellerkröpfer zeigen die Verbindung zwischen Kropf-Formen- und Farbentaube.

Wie bei allen Rassen aus Böhmen und Mähren wird der Farbe besondere Aufmerksamkeit beigemessen, und zwar unabhängig davon, zu welcher Gruppe sie gezählt werden. Für die Stellerkröpfer heißt das, dass sie ungemein glanzreich sein müssen, wobei die farblichen Feinheiten sich auch auf den metallischen Glanz beziehen. Je nach Farbenschlag reichen diese von blaugrün, rotviolett bis hin zu goldgelb. Das bedeutet, dass die Farbenschläge ganz anders wirken, als man das von sonstigen Rassen her kennt. Man kann also ohne Übertreibung behaupten, dass der Stellerkröpfer wohl die Farbentaube unter den Kröpfern ist. Das wird auch dadurch deutlich, dass die Gleichmäßigkeit der Farbe und der Glanzreichtum derselben weit vorne in der Bewertungsreihenfolge stehen.

 

 

Doch damit nicht genug: Zu den vielen Farbenschlägen kommt noch eine ungeheure Vielfalt in Bezug auf die Zeichnung. Man kennt Einfarbige wobei die Weißen farbige, die Farbigen weiße Schnippe haben können. In der Zuchtpraxis werden die Weißschnippigen immer mit Einfarbigen verpaart, um die Schnippe nicht zu groß werden zu lassen. Hinzu kommen Weißschwingige. Darunter versteht man einfarbigen Körper, wobei beiderseits 3 – 8 weiße Schwingen gefordert werden. Eher selten sind die Schimmel und Getigerten, während die Gescheckten trotz erheblicher Zuchtschwierigkeiten in Bezug auf eine gleichmäßige Farbverteilung etwas häufiger sind. Große Seltenheiten sind auch die Weißbindigen, während man die Geganselten schon eher zu Gesicht bekommt. Sie bestechen durch ihre ungemein attraktive Ganselzeichnung mit Schnippe.

 

Teil 4 

Überschäumendes Temperament und großer Flugwille

 

 

Wenn Außenstehende gerne Kropftauben einen gewissen Lebenswillen absprechen, da sie anders aussehen als anscheinend „normale“ Tauben, dann kann man ihnen nur empfehlen, einmal Stellerkröpfer im Freiflug erleben zu dürfen. Ich habe hier durchaus bewusst von „dürfen“ geschrieben. Denn es gehört wohl ohne Zweifel zum Eindrucksvollsten was man erleben kann, wenn man ein Faible für die Tierwelt und im speziellen für Tauben hat. Kann man sie im Freiflug halten, dann zeigen sie ihr eindrucksvolles Stellen und Klatschen mit den Flügeln. Während des Flugs schlagen sie dabei ihre Flügel zusammen, sodass ein lautes Klatschen entsteht. Stellen sie dann ihre Flügel eng über dem Körper zusammen, fallen sie etwas in der Höhe ab. Vor allem im Freiflug kommt das natürlich besonders zur Geltung. Aber selbst in der Voliere zeigen sie es.

 

Schwarze mit weißer Schnippe schauen neugierig aus einem Taubenkobel heraus
Schwarze mit weißer Schnippe schauen neugierig aus einem Taubenkobel heraus

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Zur Erinnerung an Edmund Zurth

 

Der Rassetaubenfreund Edmund Zurth wurde am 26.02.1890 in Magdeburg geboren. Schon als Kind war er den Tauben eng verbunden. Von Anfang an begleiteten ihn stets Deutsche Langschnäblige Tümmer. Weißschwänze, Weißschlag-Weißschwänze und auch Bärtchen hatten es ihm besonders angetan. Die Weißschwänze bekamen durch sein Engagement und Wirken den rasseprägenden Vornamen „Magdeburger“.

 

1913 heiratete er und lebte in Bergsdorf, das im heutigen Landkreis Oberhavel im Brandenburgischen liegt. Von dort stammen auch seine Eltern und Vorfahren. Der aus der Ehe hervorgegangene Sohn fiel  als Soldat 1941 in Russland, an diesem Schicksalsschlag zerbrach auch die Ehe. Nach einer weiteren Heirat zog er nach Kriegsende von Magdeburg ins oberschwäbische Ravensburg um. Als seine zweite Frau 1961 verstarb, zog er 1965 zu Verwandten nach Flensburg. Am 25.01.1976 starb Edmund Zurth im Alter von knapp 86 Jahren.

 

Edmund Zurth war in der Rassetaubenszene ein anerkannter Züchter, Preisrichter und Fachbuchautor. Seine Karriere als Schriftsteller entwickelte sich vor allem während seiner Zeit in Süddeutschland mit Rassebeiträgen und Ausstellungsberichten, die in den Fachzeitschriften große Beachtung bei den Lesern fanden. Der damalige „Deutsche Kleintierzüchter“ aus Reutlingen nahm ihn als ständigen Mitarbeiter unter Vertrag, die ständige Rubrik „Der Taubenfreund“ trug seine Handschrift. 1956 erschien von ihm erstmals „Die Welt der Tauben“, weitere Auflagen folgten. Ab 1960 wurde unter seinem Namen auch eine eigene Buchreihe herausgegeben. Unter der Überschrift „Unsere Tauben“ erschienen die Ausgaben ‚Huhn- und Formentauben’, ‚Trommel- und Warzentauben’ sowie ‚Strukturtauben’ 1960, es folgten 1963 ‚Tümmlertauben’ und 1964 ‚Kropftauben’, 1966 kam zum Abschluss der 6. Band ‚Farbentauben’. Diese heute antiquarische Buchreihe gehört wie seine „Welt der Tauben“ in jede Sammlerbibliothek, da Edmund Zurth Rassetaubengeschichte geschrieben hat. Er beschrieb die Taubenrassen nicht nur. Er ließ uns in die Seele von Tauben und Züchtern schauen und gewährte uns damit Einblicke wie kein „Taubenfreund“ vor oder nach ihm.

 

Mit einigen Beiträgen werden wir in der nächsten Zeit an Edmund Zurth erinnern.

 

Manfred Loick

Teil 2:

 

Zur Erinnerung an Edmund Zurth (1890 - 1976)

 

 

2015 wurde der Edmund-Zurth-Erinnerungspreis bei der Deutschen Rassetaubenschau in Leipzig vergeben, um an einen großen Fachschriftsteller zu erinnern.

 

 

 

Wenn man sich das Titelbild seines Hauptwerkes „Die Welt der Tauben“ ansieht, erkennt man sofort das Faible für Flugtauben, denn neben einer Brieftaube sieht man drei Tümmler, alles also flugerprobte Rassen.

Dementsprechend wurde der Edmund-Zurth-Erinnerungs- preis auch bewusst auf drei Tümmlerrassen ausgelobt. 

Im Wettbewerb standen Deutsche und Polnische Langschnäblige Tümmler und Kasseler Tümmler, ebenfalls ein Langschnäbler. Errungen wurde der Preis auf Kasseler Tümmler.

In der 1954 im Verlag der Geflügel-Börse herausgegebenen Musterbeschreibung (MB) stand bei dieser Rasse unter „Gesamteindruck“: „Der modernen Elster ähnlich, doch die Körperhaltung waagerecht.“

 

Mit dieser Formulierung können wir heute nichts mehr anfangen, denn die „moderne Elster von 1954“ ist heute nicht mehr „in Mode“. Da der Kasseler schon 1954 langgliedrig und langschnäblig aussieht, wurden nach diesen Kriterien weitere glattfüßige Tümmlerrassen herausgesucht:

 

- Langer Berliner Tümmler

- Braunschweiger Tümmler

- Magdeburger Tümmler

(Unter „Herkunft“ der Braunschweiger und Magedeburger wird Mitteldeutschland, vornehmlich in der Braunschweiger, Magdeburger und Halberstädter Gegend genannt.)

- Dänischer Tümmler [mit jeweils eigenem Standard für a) Einfarbige einschl. Weißschwänze, Weißschläge, Weißschlag-Weißschwänze und Kalotten, b) Elstern, c) Stipper und Brander und d) Tiger]

- Deutsche Langschnäblige Elster

- Galizier Silberelster

- Stralsunder Hochflieger

 

Die Berliner haben ihren Rasse-Status erhalten, genauso wie der stets weiße Stralsunder Hochflieger. Die Galizier Silberelster gehört nun zum Polnischen Langschnäbligen Tümmler und die dänischen Tümmler mit ihren bisher eigenständigen Farbenschlägen sind unter Dänische Tümmler zusammengefasst.

 

Auch bei deutschen Langschnäblern fand eine „Flurbereinigung“ statt. Schon seit 1906 werden alle Deutschen Langschnäbligen Tümmler von einem einzigen Club betreut. Bei den Deutschen Langschnäbligen Tümmlern, wie sie inzwischen genannt werden, ist unter „Herkunft“ zu lesen: „Seit langer Zeit als Flugtümmler bekannt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland, insbesondere in den Städten Berlin (Elstern), Braunschweig (Bärtchen), Celle und Magdeburg (Weißschwänze und Weißschlag-Weißschwänze) sowie Halberstadt (Einfarbige) verfeinert und zum heutigen Typ gezüchtet.

 

Was ist der „heutige Typ“?                               

 

Teil 3

 

Die Form macht die Rasse

 

 

Deut. Langschnäbliger Tümmler, Bärtchen schwarz                 Dänischer Tümmler rotgeelstert

 

Zur Figur gehören die Körpergröße und Körperhaltung. Zu einem langen Schnabel, langen und schlanken Hals und langen Beinen passt nur ein schnittiger Körper mit schmaler Schulter und abfallender Körperhaltung, die die gestreckte Hals-/Rückenlinie natürlich betont. Der Typ macht die Rasse! Hier heißt die Rasse „Deutscher Langschnäbliger Tümmler“.

 

Beim Kasseler Tümmler wurde bereits im einleitenden Beitrag erläutert, dass diese Rasse im Gegensatz dazu eine waagerechte Körperhaltung einnimmt.

 

Der Dänischer Tümmler zeigt sich wiederum aufgerichtet in der Figur, mit voller Brust, fest aufliegenden Flügeln und einem von der breiten Brust aus sich deutlich verjüngenden schlanken Hals. Das alles verleiht ihm eine sehr athletische Erscheinung.

 

 

Stralsunder Hochflieger weiß
Stralsunder Hochflieger weiß

 

Auch wenn der Stralsunder Hochflieger nur in reinweiß vorkommt, so erkennt man ihn auch an der Figur auf den ersten Blick: Schlanke Figur mit schlankem, geraden Hals, waagerechte Körper-haltung auf hohen Beinen. Gegenüber dem dänischen Kraftpaket gehört diese Sportrasse mehr zu den Leichtathleten.

 

Damit ist die Form eindeutig ein Hauptrassemerkmal. Die Form ist auch bei jeder anderen Rassegruppe Hauptrassemerkmal, egal ob es eine Farbentaube, ein Kröpfer, eine Strukturtaube oder eben ein Tümmler ist. Neben der Form als Haupt-rassemerkmal kommt bei den Farbentauben das Farbbild als weiteres Hauptrassemerkmal dazu, bei den Kröpfern natürlich das Blaswerk und bei den Strukturtauben die Gefiederstruktur. Beim Tümmler steht in jedem Falle neben der Form die Kopfpartie mit  an erster Stelle.

 

Schon vor mehr als 50 Jahren referierte der unvergessene Preisrichter Georg Beck über „Die Grenzen nachsichtiger Bewertung“, auf der Arbeitstagung des VDRP in Mannheim 1963, „dass die fortschrittliche Entwicklung einer Rasse oder eines Farbenschlages eine sich durch Musterbeschreibung und Zuchtstand begründende Bewertung erfordert und dass der Leitspruch „Die Form mach die Rasse“ uns sagt, dass dieses Rassemerkmal, also die Form, in jedem Falle bei der Bewertung mit an erster Stelle steht!“ Ein Satz für die Ewigkeit!, (Quelle Geflügel-Börse Nr. 18/1963 vom 20.09.1963, S. 10).

 

Teil 4

 

Tauben mit „Köpfchen“

 

Deutsche Langschnäblige Tümmler

 

Der Hochflug der Tümmler ist wesentlich älter als das Ausstellungswesen. Vom Tummeln in der Luft hat diese Rassegruppe schließlich ihren Namen. Am Himmel unterschied man zwischen verschiedenen Flughöhen oder Flugstilen, aber man wollte seinen eigenen „Stich“ auch von anderen unterscheiden können. Deshalb waren besondere Weißfärbungen immer gute Erkennungs- und Differenzierungsmerkmale, die besonders gefördert worden sind. In den Gebieten von Magdeburg, Halberstadt und Braunschweig wurden Massenflüge veranstaltet. Zu einer festgelegten Zeit wurden die Stiche freigelassen und versammelten sich in luftiger Höhe zu einer Truppe von vielen Hundert Tümmlern. Um 1890 kamen z. B. über Magdeburg allmorgendlich bis zu 2.000 Tauben zum gemeinsamen Truppfliegen zusammen. Zu dieser Zeit wurde man noch nicht von technischen Errungenschaften abgelenkt und lenkte sich mit Schwärmereien über den Schwarmflug von des Hektik und Mühe des Alltags ab. 

 

Der Sonderverein der Züchter Langschnäb-liger Tümmler wurde anlässlich einer Geflügelausstellung in Berlin 1886 aus der Taufe gehoben, zu diesem Zeitpunkt ging es also schon um Schönheit (Schau) und Leistung (Flug). Heute wird bei „Schautauben“ die fliegerische Vergangen-heit nur noch im Geiste wach gehalten. Während die Tauben im Flug ihr „Köpfchen“ auch brauchten, um z. B. Greifvogelattacken geschickt und erfolgreich auszuweichen, wird den Tauben beim heutigen Schönheitswettbewerb vorrangig auf´s „Köpfchen“ geschaut. Rassigkeit wird an der richtigen Kopfform festgemacht. Wie sieht sie beim Deutschen Langschnäbligen Tümmler (DLT) aus? Die Kopfprofillinie verläuft ziemlich gerade, eine Bogenlinie ist hingegen rassetypisch für andere Rassen. Ähnlichkeiten mit anderen Rassen sind bei einem Hauptrassemerkmal ein absolutes „No-Go“ (Tabu). Da gibt es auch kein „Ja, aber...“. Bei den Menschen erkenne ich beim Blick ins Gesicht auf den ersten Blick, ob ein Europäer, Afrikaner oder Asiate vor mir steht. Gesichter werden nach rund oder eckig, schmal oder breit beschrieben. Bei einer Taubenrasse, bei der das Gesicht ein Hauptrassemerkmal darstellt, muss in einem „Augenblick“ die Rassezugehörigkeit klar sein.

 

Deshalb werden wir uns einige runde, gerade und eckige Köpfe einmal etwas genauer ansehen. 

 

Deutsche Langschnäblige Tümmler, Foto: Uwe Held

Nähere Informationen über die Deutschen Langschnäbligen Tümmler:

Beim 1. Vorsitzenden des SV, Leo Kampert: leokampert@yahoo.de 

Teil 5

 

Dänische Tümmler

 

Dänischer Tümmler Hellbrander, Foto: Franz Kirstensen
Dänischer Tümmler Hellbrander, Foto: Franz Kirstensen

 

Dänische Tümmler gehören zu den traditionsreichsten Rassen, denn sie wurden schon vor 250 Jahren eingehend beschrieben. Vor dieser Beschreibung 1764 waren sie schon lange Zeit verbreitet. Vom Dänischen Tümmler stammen u. a. auch die Deutschen Langschnäbligen Tümmler (DLT), aber auch die Hamburger Tümmler und Stralsunder Hochflieger ab, so dass der Däne im Stammbaum der Tümmlerrassen eine Hauptrolle einnimmt. Züchterische Inspiration beschränkt sich somit nicht nur auf Äußerlichkeiten, denn während die Hamburger zu den typischen Kurzschnäblern gehören, zeigen die Stralsunder Hochflieger eine von den Dänischen Tümmlern stark abweichende kantige Kopfform. Und beim Deutschen Langschnäbligen Tümmler liegt die Betonung zweifelsohne auf „lang“, denn nicht nur Schnabel und Kopf sind langgezogen, auch der Hals und der Beinstand muss lang sein, betont wird das durch die dazu passende abfallende Körperhaltung, die den DLT zu einer „schnittigen“ Erscheinung macht. Der Deutsche Langschnäblige Tümmler ist damit rundum gelungen, aber nichts ist rund, alles ist lang. 

Da Tümmler ursprünglich in der Luft begeisterten, waren Äußerlichkeiten zunächst unwichtig. Erst als die Tümmler bei Ausstellungen salonfähig wurden, richtete man sein Augenmerk auf äußerliche Merkmale, so dass sich Taubenrassen außerordentlich stark weiterentwickelt und dabei auch stark verändert haben. Deshalb ist es wichtig, die rassebestimmenden Eigenschaften zwischen den einzelnen Rassen eifersüchtig zu trennen, um einen Einheitsbrei zu verhindern. 

 

Der fein gerundete Kopf gehört zum Dänischen Tümmler. Wenn diese Rasse einen starken Einfluss auf andere Tümmlerrassen ausüben konnte, so müssen seine inneren Werte, also die Charaktereigenschaften und die Leistungswerte stimmen. Genau, die Züchter Dänischer Tümmler rühmen ihre Rasse in den höchsten Tönen und bleiben ihr meist ihr Leben lang treu. Der Charakter darf ruhig auch andere Rassen verbessern, aber rein äußerlich muss jede Rasse ihren eigenen typischen Charakter bewahren. Denn bei der Schaubewertung beschränkt sich die Qualitätsbeurteilung auf Äußerlichkeiten, neben der Form steht der Kopf im Mittelpunkt. Im Seitenprofil zeigt sich von der Schnabelspitze bis zum Hinterkopf eine ununterbrochene Bogenlinie. Die Stirn muss auch seitlich gut gefüllt sein, so dass fehlende Gesichtsfülle ein schweres Manko bedeutet. Der blutrote Schnabel, das kristallklare Perlauge und der korallenrote Augenrand verleihen der Rasse weitere besondere Kopfpunkte und eine ganz eigene Ausstrahlung, die schon manchem Betrachter den Kopf verdreht hat.

 

Das Bild vermittelt einen schönen Eindruck vom Dänischen Tümmler. Das Bild stammt von Max Holdenried, der auf unserer ARGE-Homepage ebenfalls porträtiert ist.

 

Mehr Bilder und nähere Informationen zum Dänischen Tümmler auf www.svdaenen.de sowie beim 1. Vorsitzenden des SV, Reiner Reichhardt, Tel.:  07323 4974, 

E-Mail: Reiner-Reichhardt@gmx.de

 

Deutsche Langschnäblige Tümmler

 

 

Wenn Edmund Zurth uns „Die Welt der Tauben“ erklärte, bewegte er sich zwischen Himmel und Erde. Am Himmel begeisterte er sich für den Hochflug in großen Schwärmen, und auf der Erde schwärmte er von den durch Züchterhand geschaffenen edlen Taubenformen. Zu seinen erklärten Lieblingen gehörte der Deutsche Langschnäblige Tümmler, obwohl zu Zeiten Zurth´s hierfür noch verschiedene Bezeichnungen eingebürgert waren, vornehmlich benannt nach den Zuchthochburgen wie Braunschweig oder Magdeburg.

 

Beim Deutschen Langschnäbligen Tümmler ist Harmonie Trumpf. Gesichtslänge, Schnabelstärke, Körper-größe und -haltung müssen zueinander passen. Lang und schlank sind Hals und Stand, dazu passend fügt sich die stark abfallende Haltung des natürlich ebenfalls schlanken Körpers perfekt ein.

 

 

Da die verschiedenen Farbvarianten (Einfarbige, Bärtchen, Weißschwänze, Weißschlag-Weißschwänze, Elstern) früher eigenständige Rassen darstellten, mussten sie bei der Zusammenführung zum Deutschen Langsschnäbligen Tümmler auf einen einheitlichen Typ eingeschworen werden. Das ist bei „einer“ Rasse aber auch nicht zu diskutieren, zumal die Zusammenführung auch schon beinahe ein halbes Jahrhundert zurückliegt. Starken Einfluss auf die Entwicklung der Rasse hatten neben den verschiedenen Ausgangstypen auch der Dänische Tümmler und die Englische Elster. Dabei ist alles dem Rassestandard zu unterwerfen und alles Rassefremde zu verwerfen. So fließt z. B. auch Bagdettenblut im Deutschen Langschnäbligen Tümmler. Also muss darauf geachtet werden, dass grober Knochenbau und untypische Halsführung nicht toleriert werden dürfen. Neben der bereits vorgestellten „Figur“ macht der „Kopf“ den einmaligen „Typ“ des Deutschen Langschnäbligen Tümmlers. Deshalb ist die Kopf-Bogenlinie des Dänischen Tümmlers bei den geraden Linien des Deutschen Langschnäblers verpönt. Der Kopf des „Deutschen“ ist lang und möglichst schmal, was den „schnittigen“ Typ besonders betont. Der Vorkopf, das ist das Gesicht zwischen Schnabelwarze und Auge, muss auch seitlich gut gefüllt sein, damit alle Linien am Kopf gerade und ununterbrochen verlaufen. Jede Erhebung oder Eindellung ist fehlerhaft, die obere Profillinie störender Warzendruck genauso wie seitlicher Kniff. Da der schmale, keilförmige Kopf im Idealfall waagerecht getragen wird und sich diese Aussage auf die Unterschnabelführung bezieht, verläuft die Oberkopflinie vom Schnabel bis zum höchsten Punkt kurz hinter dem Auge in einer sanft ansteigenden und ziemlich geraden Profillinie. Kopf-Rundungen ergeben sich nur in der Hinterkopfrundung und in der scharf ausgeschnittenen Kehle. 

 

Versierte Züchter achten schon bei Jungtauben auf eine sehr flache Oberkopflinie, damit es nicht zum verpönten Stirnansatz oder gar zur gerundeten Kopfwölbung kommt.

 

Man hat beim DLT also wirklich auf viele Feinheiten zu achten, und gerade die Vielzahl, aber auch die Einmaligkeit dieser Feinheiten, führen dazu, dass ihre Züchter die Rasse nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Die Züchter und der SV verwenden oft die Abkürzung DLT neben der Abkürzung PLT, da in dem Club neben dem Deutschen auch der Polnische Langschnäblige Tümmler betreut wird.

 

Das nebenstehende Bild von Johann Lentink vermittelt einen typischen Eindruck vom DLT. Johann Lentink ist ein bekannter niederländischer Geflügel-maler, den wir in Kürze auf unserer ARGE-Homepage vorstellen werden.

 

Weitere Bilder und nähere Informationen zum Deutschen Langschnäbligen Tümmler unter www.sv-dlt-plt.de

 

Der DLT, Tümmler mit „Köpfchen“

 

             Zirkelschlag Kopf und Kehle                                                        Kopfstudie

 

Mit nur zwei Linien ist die Kopfform des DLT erklärt:

1. Die untere Linie zeigt die waagerechte Kopfhaltung der Rasse.

2. Die obere Linie zeigt die gerade, sanft ansteigende Profillinie

 

Beide Linien führen zu der gewünschten flachen Keilform des Kopfes.

 

Dass die Kopfform einer Taube selbstverständlich nicht mit Lineal und Zirkel gezogen werden kann, lässt sich leicht am Schnabel erklären. Würden Ober- und Unterschnabel absolut gerade verlaufen, könnte das Tier den Schnabel nicht mehr schließen. So ist auch die Erläuterung „sanft ansteigend“ zu verstehen.

DLT Bärtchen gelb, mit fehlerhaftem Rundkopf

Teil 7:

Stralsunder Hochflieger

 

aus HP SV Stralsunder Hochflieger
aus HP SV Stralsunder Hochflieger

 

Meine ersten beiden Bücher über Rassetauben, die ich Anfang der 1970er Jahre bekam, waren „Die Welt der Tauben“ und „Kropftauben“ von Edmund Zurth. Der Autor sorgte mit seinen Ausführungen für eine Begeisterung zu den Tauben, die bis heute anhält. 40 Jahre waren Pommersche Kröpfer meine zur Nr. 1 erklärte Rasse. Dr. Heinrich Bodinus war derjenige, der beim 1. Deutschen Geflügelzüchtertag 1869 dafür sorgte, dass diese Rasse ihren Namen offiziell bekam, und der wichtigste Züchter dieser Rasse im 19. Jahrhundert war Wilhelm Hevernick aus Stralsund. Einer der bedeutendsten Pommernkröpferzüchter des 20. Jahrhunderts wurde Gustav Schmidt, ebenfalls Stralsund. Aber was hat das alles mit dem Stralsunder Hochflieger zu tun?

Foto: Günter Volk
Foto: Günter Volk

 

Dr. H. Bodinus war auch Wegbereiter, dass der Stralsunder Hochflieger zu hohem Ansehen sowohl als Flugtauben- als auch als Ausstellungsrasse gelangte. Und W. Hevernick war einer der bedeutendsten Züchter auch des Stralsunder Hochfliegers. 1911 wurde in Stralsund der Verein der Züchter des Stralsunder Hochflieges und Pommerschen Kröpfers gegründet, Gründungs-mitglied und viele Jahre Vorsitzender war G. Schmidt, der 1960 im 90. Lebensjahr verstarb.

 

 

Dabei ist der Pommersche Kröpfer für den Ostseeraum eigentlich ungewöhnlich, in dieser Gegend wurden überwiegend leichtere flugfähige Tauben gehalten. So werden in dem Buch „Pommersche Taubenrassen – Naturdenkmale aus Pommern“ von Axel Sell sechs Rassen vorgestellt, die allesamt im 19. Jahrhundert entstanden sind, von denen mit Ausnahme des Pommernkröpfers alle anderen der Gruppe der Tümmler- bzw. Hochflugtauben angehören.

 

Schon 1878 schwärmt Dr. Bodinus vom Stralsunder Hochflieger: „Vergleicht man die Gestalt dieser Tümmler mit der anderer, so fällt der Vergleich in ähnlicher Weise aus, wie der zwischen einem edlen Renn- und einem Arbeitspferd, oder dem zwischen einem Windhund und einem Neufundländer.“

 

 

 

Das Flugvermögen war damals genau so wichtig wie die äußere Erscheinung. Edmund Zurth schrieb  in der „Welt der Tauben“ 1964 aus eigenem Erleben über die Stralsunder: „Um die Jahrhundert-wende waren sie die edelsten Tümmler, die es gab. Sie waren die weißesten, ungestümsten und zuverlässigsten unter den Tümmlern und hatten einen Flugstil, der als solcher zunächst gar nicht auffiel, der auch schwer zu beschreiben ist, es sei denn, man bezeichnet ihn als wild. Sie erflogen Höhen, in denen es anscheinend keine Grenzen für sie gab...“

 

 

Stralsunder Hochflieger gehören mit Berliner Langen zu den ersten Hochflugtauben, die den Schritt zu den Langschnäbligen Tümmlern vollzogen haben. Um 1910 war das äußere Zuchtziel endgültig klar. Die im „Schachtzabel“ 1910 veröffentlichte Musterbeschreibung weist 100 Jahre später bis auf stilistische Unterschiede keine wesentlichen Veränderungen auf: Hoch auf den Beinen, waagerechte Haltung, schlanke Figur mit schlankem, geraden Hals. Neben dem etwas kleineren Typ gegenüber den anderen langschnäbligen Tümmlerrassen weist seine Kopfform „Ecken und Kanten“ auf. Die Stirn folgt der Schnabellinie, um in einem scharfen, möglichst großen stumpfen Winkel zum flachen Scheitel überzugehen. Auch dies lässt sich am besten an einer Kopfstudie skizzieren, links das Musterbild, rechts ein krasser Versager ohne Stirnwinkel:

 

 

Nähere Informationen über den Stralsunder Hochflieger erhält man vom Sonderverein der Züchter des Stralsunder Hochfliegers von 1906. Informationen erhält man über die Homepage http://www.sv-stralsunder-hochflieger.de/

oder auch persönlich bzw. tel. beim 1. Vorsitzenden des SV:

Burkhard Arndt, Templiner Straße 27, 17268 Templin, Tel. 03987 – 51931.

 

Mit diesem Beitrag beenden wir unsere kleine Berichterstattung zur Erinnerung an Edmund Zurth.

 

 

Manfred Loick

 

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Vorschau:

          Rotgeherzte Brünner (3)

 

26.07. Rotgeherzte Brünner (2)

22.07. Rotgeherzte Brünner (1)

13.07. Dick Hamers Federvieh

10.07. Kinderspaß

06.07. Bild Juli

03.07. Brünner Kröpfer aktuell

29.06. Wasser

24.06. Dick Hamers Federvieh

20.06. Dick Hamers Federvieh

13.06. Lietzows Nonnengänse

09.06. Jugendzeltlager

09.06. Hühnerauslauf (4)

05.06. Hühnerauslauf (3)

01.06. Bild Monat Junni

29.05. Hühnerauslauf (2)

25.05. Hühnerauslauf (1)

20.05. Jakob Relovsky

15.05. Manfred Loick - Viren (3)

11.05. Manfred Loick - Viren (2)

08.05. Manfred Loick - Viren (1)

04.05. Bild Monat Mai

30.04. Schlachten gehört dazu 

27.04. Krähen, ein Problem?

22.04. Lietzow - Kleiber

09.04. Alternative Fakten

           (Teil II)

06.04. Bild Monat April

04.04. Alternative Fakten (Teil I)

25.03. Safran - ein Farbgen aus Indien (Teil V)

19.03. H5N8 Vogelkundler 

18.03. Wir sind nicht allein

15.03. Neu im Sprecherteam

          Udo Ahrens

14.03. Prof. B. Grzimek (Teil II)

12.03. Prof. B. Grzimek (Teil I)

09.03. Safran - ein Farbgen aus
           Indien (Teil IV)

06.03. BDRG informiert

04.03. Bild März