Enten

 

 

Ein buntes Volk, auf dem Wasser zu Hause

 

Foto Michael von Lüttwitz
Foto Michael von Lüttwitz

 

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Hier finden wir:

 

Hausentensteckbrief

 

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Hausentensteckbrief

 

Cayugaenten bei Reinhold Welsch

 

Stockentenerpel, Foto: Michael von Lüttwitz
Stockentenerpel, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Die Hausente gehört mit der Gans zum Wassergeflügel.

Die aufwendigere Art der Haltung im Vergleich zum Haushuhn war sicherlich ein Grund, dass die Haustierwerdung der Ente viel später einsetzte. Während die Anfänge der Hühnerdomestikation in Südostasien vor 8000 Jahren beginnen, wird die Haustierwerdung der Ente auf lediglich 3000 Jahre zurück datiert. Die Wiege der Hausentenzucht vermutet man in China, allerdings soll 1000 vor Christi Geburt auch in Griechenland Entenhaltung praktiziert worden sein. Während beim Haushuhn ein Ahn angenommen wird, hat die Hausentenzucht zwei Ahnen. Die Stockente und die Moschusente. Alle europäischen Hausentenrassen gehen auf die Stockente zurück. Die als Gourmet-Ente beliebte Flugente hat ihre Wurzeln in der süd- und mittelamerikanischen Moschusente. Eine Kreuzung zwischen Hausentenformen der Stock- und Moschusente wird Mularde genannt und in der Wirtschaftsgeflügelzucht gehalten. 

Warzenente, Foto: Michael von Lüttwitz
Warzenente, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Aufgrund der viel kürzeren Domestikation,

vielleicht aber auch wegen eines weniger mutierenden Genpools hat die Hausente bedeutend weniger Merkmalsänderungen erfahren wie das Haushuhn, nichtsdestotrotz ist die Palette der unterschiedlichen Typen unübersehbar. Am auffälligsten sind bei den Stockentennachfahren die mehr oder weniger waagerechten Landententypen und die aufrecht gehende Laufente. Die Warzen-, Flug-, Türken-, Stumm- oder Barbarie-Ente, wie die Haustierform der Moschusente mit unterschiedlichen Bezeichnungen belegt wird, verkörpert einen Landententyp, ist aber gestreckter und flacher als die europäischen Landentenformen. Die Warzenente hat magereres Fleisch als Stockententypen und mehr Brustfleischansatz. 

Auch Sachsenenten lieben das Wasser, Foto: Michael von Lüttwitz
Auch Sachsenenten lieben das Wasser, Foto: Michael von Lüttwitz

 

Das Geschlecht der Enten unterscheidet sich nicht immer im Federkleid.

Kennzeichen der Erpel eurasischer Herkunft sind allerdings die Erpellocken im Schwanzgefieder. Vor Kälte und Nässe schützen sich die Enten mit ca. 10000 Daunen- und Deck-federn. Für ein einwand-freies Gefieder, das durch aufwendige Putzaktionen in Schuss gehalten wird, ist, ein  Wasserzugang unabdingbar. Ihr gesamtes Instinktverhalten ist darauf ausgelegt, dass genügend Wasser zum Baden und Schwimmen vorhanden ist. Eine Haltung ohne Wasser ist nicht tierschutzgerecht. Zu einer guten und artgerechten Entenhaltung gehört natürlich auch eine passende Bepflanzung des Auslaufs. Und unseren Tieren die bestmöglichen Haltungsbedingungen zu schaffen, sollte doch gerade für uns Liebhaberzüchter oberstes Gebot sein.

Laufentenerpel, ein Prachtkerl, Foto: MIchael von Lüttwitz
Laufentenerpel, ein Prachtkerl, Foto: MIchael von Lüttwitz

 

Obwohl die Enten je nach Rasse sehr gut legen,

sogar bis zu 200 Eier, liegt das Ziel der wirtschaftlichen Entenzucht nicht in der Eierproduktion, sondern in der Erzeugung eines Schlachtkörpers. Nach einer mindestens sechs wöchigen Aufzucht-periode folgt die eigentliche Mast. Diese dauert unterschiedlich lang, weil unterschiedliche Mastgewichte zwischen zwei und fünf Kilogramm erzielt werden sollen. In der Wirtschaftsgeflügelzucht wird Bodenhaltung praktiziert, auch in Ställen. Wegen der Vernässung des Bodens wird den Enten hier nur eine eingeschränkte Bademöglichkeit geboten, die mehr als hinterfragungswürdig ist. Enten haben üblicherweise ein schönes, gepflegtes Gefieder, dazu ist Wasser unerlässlich. Auch das Schwimmen an sich fördert ihr Wohlbefinden. Wer Enten artgerecht halten will, muss das ganz einfach berücksichtigen. Rassegeflügelzüchter, die auch als Erhaltungszüchter agieren, halten ihre Enten in Auslaufhaltung oder sogar im Freien mit  Bach- oder Teichzugang. Die Enten gehen bei dieser Haltung morgens aus dem Stall und kehren am Abend zurück. In der Auslaufhaltung wird ihnen stets eine ausreichend große Bademöglichkeit mit frischem Wasser geboten.    

   

Eine Herde Pekingenten, Foto: Michael von Lüttwitz
Eine Herde Pekingenten, Foto: Michael von Lüttwitz

Weil etliche alte Entenrassen vom Aussterben bedroht sind, gibt es eine sogenannter Rote Liste, welche die Öffentlichkeit informiert, dass die Rassenvielfalt bedroht ist. Die Erhaltung aller Entenrassen ist wichtig, da sie einzigartige genetische Ressourcen verkörpern, die in jahrzehntelanger und teils noch längerer Zuchtperiode entstanden sind. Während in Deutschland die Entenzucht keine herausragende Stellung aufweist, sieht die Sache in Asien und Lateinamerika sowie in einzelnen afrikanischen Staaten ganz anders aus. Dort ist die Hausente ein ausgesprochen beliebtes Geflügel im Sinne der Fleischproduktion. In China werden zurzeit über 500 Millionen Enten gehalten.

 

Das Entenei war lange Zeit verpönt, weil die Enten in den Wasserlachen des Stallmistes auf Futtersuche gingen und so Salmonellen hatten. Die Eier mussten deshalb vorbeugend zehn Minuten gekocht werden, um genießbar zu sein. Diese Vorschrift aus den 1930er Jahren hat sich bis heute gehalten, obwohl die Enteneiererzeugung unter sehr hygienischen Gesichtspunkten erfolgt. Eine weitere Nutzung der Hausente sind ihre Daunen, die als Kissenfüllung dienen und wegen ihrer Weichheit und Isolation Ausgesprochen beliebt sind.

 

Michael von Lüttwitz, Geflügel-Börse 21/2016    

            

 

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